{"id":6655,"date":"2010-02-07T10:28:50","date_gmt":"2010-02-07T09:28:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=6655"},"modified":"2010-02-07T16:04:58","modified_gmt":"2010-02-07T15:04:58","slug":"up-in-the-air","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2010\/02\/up-in-the-air.htm","title":{"rendered":"<i>Up in the Air<\/i>"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt1193138\/\" target=_new><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/Plakat1.jpg\" alt=\"\" title=\"Plakat1\" width=\"218\" height=\"322\" class=\"alignnone size-full wp-image-6656\" \/><\/a><\/p>\n<p><b>praktisch spoilerfrei<\/b><sup><a href=\"#footnote_1_6655\" id=\"identifier_1_6655\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Weil es dazu immer wieder Fragen gibt: Als &bdquo;Spoiler&ldquo; werden in Besprechungen von Filmen und Romanen Enth&uuml;llungen bezeichnet, die das Erstrezipieren verderben k&ouml;nnen (engl. to spoil). Ich &auml;rgere mich &uuml;ber solches Verderben immer, deshalb versuche ich es so weit als m&ouml;glich zu vermeiden. Kleinigkeiten verr&auml;t allerdings jede Besprechung, um &uuml;berhaupt ein sinnvoller Text zu sein, deshalb &bdquo;praktisch&ldquo; &ndash; wie in &bdquo;praktisch gr&auml;tenfrei&ldquo;.\">1<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Kaum behaupte ich, sch\u00f6ne <i>titles<\/i> seien eine Seltenheit geworden, bekomme ich gleich wieder welche: <i>Up in the Air<\/i> beginnt mit einer wundersch\u00f6nen Zusammenstellung von Luftaufnahmen, \u00fcberlegt von einer 50er-\/60er-Jahr-Schrift und unterlegt mit einem supergroovigen \u201eThis Land is Your Land\u201c von Sharon Jones &#038; the Dap Kings.<\/p>\n<p>Die Handlung startet als leichte Komm\u00f6die, Herr Clooney spielt seinen Ryan Bingham als ganz normalen Erfolgspragmatiker ohne allzu gro\u00dfe Ziele. Er verdient sein Geld damit, f\u00fcr Unternehmen die  Entlassungsgespr\u00e4che zu f\u00fchren &#8211; doch um das Geld geht es ihm dabei nicht: Es geht ihm um die Flugmeilen, die er beim kontinuierlichen Herumreisen daf\u00fcr bekommt. (Aha, denkt sich die Businesskasperin: In Deutschland k\u00f6nnte der Film also schon mal nicht spielen, weil hier die Flugmeilen dem Arbeitsgeber geh\u00f6ren &#8211; au\u00dfer der Arbeitnehmer ist bereit, Steuern f\u00fcr diesen \u201egeldwerten Vorteil\u201c zu bezahlen. \u00b4tschuldigung.) Ryan ist keineswegs ein kalter Unmensch, ihm gehen die Schicksale der Menschen auf der anderen Seite des Schreibtisches durchaus nahe &#8211; aber lediglich so nahe, wie ihm der Rest seiner Umwelt geht: Ryan Bingham ist davon \u00fcberzeugt, dass der Mensch ohne zu tiefe materielle oder menschliche Bindungen besser lebt.<\/p>\n<p>Vorangetrieben wird die Handlung durch zwei Frauen. Die putzige Anna Kendrick spielt eine neue Kollegin, die den Job von Ryan und seinen Kollegen gr\u00fcndlich umkrempeln soll: Wozu gro\u00df Herumreisen, wenn diese Entlassungsgespr\u00e4che auch \u00fcber Videokonferenzen gef\u00fchrt werden k\u00f6nnen? Und meiner Meinung nach spielt Frau Kendrick George Clooney damit v\u00f6llig an die Wand: Ihre jung-naive Mischung aus scheinbar logischer Betriebswirtschaft und romantischen Beziehungsidealen ist mir im Berufsleben schon mehrfach begegnet. (Ich finde immer spannend, wie sich der Berufsalltag auf diese Menschen auswirkt: Die wenigsten werden kalte Zyniker mit Senkrechtkarriere, die meisten bekommen schnell einen Blick f\u00fcr Graut\u00f6ne und werden sowohl im Beruf als auch privat pragmatisch menschlich.)<\/p>\n<p>Die andere Frau ist Alex Goran, das weibliche Pendant zu Ryans Lebensstil; die Kennenlernszene ist ein Highlight des Filmes. Vera Farmiga hat mir ausgezeichnet in dieser Rolle gefallen. Klar wei\u00df die Zuschauerin von Anfang an, dass Ryan einen L\u00e4uterungsprozess durchlaufen muss, wir sitzen schlie\u00dflich in einem Hollywood-Film. Die Spannung liegt dann eher im Wie. Und dieses Wie schien mir nicht besonders gelungen: Das letzte Drittel des Filmes holperte auf ein halbschariges Ende zu, das schlimmer h\u00e4tte kommen k\u00f6nnen, mir aber doch zu offen war: Wenigstens \u00fcber Alex h\u00e4tte ich gerne etwas mehr erfahren.<\/p>\n<p>Neben den beiden Schauspielerinnen an seiner Seite verblasste Herrn Clooneys Schauspielkunst; selbst Kl\u00e4glich hat er schon \u00fcberzeugender gebracht. Dass die Academy ihn ausgerechnet daf\u00fcr f\u00fcr einen Oscar nominiert, wundert mich schon arg.<\/p>\n<ol class=\"footnotes\"><li id=\"footnote_1_6655\" class=\"footnote\">Weil es dazu immer wieder Fragen gibt: Als \u201eSpoiler\u201c werden in Besprechungen von Filmen und Romanen Enth\u00fcllungen bezeichnet, die das Erstrezipieren verderben k\u00f6nnen (engl. to spoil). Ich \u00e4rgere mich \u00fcber solches Verderben immer, deshalb versuche ich es so weit als m\u00f6glich zu vermeiden. 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