{"id":6732,"date":"2010-02-17T06:38:13","date_gmt":"2010-02-17T05:38:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=6732"},"modified":"2010-02-17T09:14:24","modified_gmt":"2010-02-17T08:14:24","slug":"journal-16-februar-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2010\/02\/journal-16-februar-2010.htm","title":{"rendered":"Journal 16. Februar 2010"},"content":{"rendered":"<p>Es ist und bleibt ein Ungl\u00fcck, dass genau in meine morgendliche Radioh\u00f6rzeit (ca. 6.15 bis 6.55 Uhr) die Kurzpredigt \u201eWort zum Tage\u201c im Deutschlandradio Kultur f\u00e4llt. Die Qualit\u00e4t schwankt zwischen Bullshitbingo aus dem Baukasten, der schon in meiner Kindheit die Bestandteile zu Sonntagspredigten lieferte, und gewollt origineller Erbaulichkeit. Am entspanntesten sind die wenigen Wochen (die Prediger und Predigerinnen treten immer wochenweise auf), in denen ein Vertreter des Judentums spricht (Muslime kamen bislang nicht vor): In deren Wort zum Tage geht es am wenigsten um Religion. Hier ein paar Zitate aus Momenten, in denen ich nicht konzentriert genug wegh\u00f6rte:<\/p>\n<p>\u201eWir sind also unterwegs zur ewigen Fr\u00f6hligkeit.\u201c<br \/>\n\u201eEine tiefsinnige theologische Wahrheit aus dem Mund eines Achtj\u00e4hrigen!\u201c<br \/>\n\u201eUnd ich h\u00f6re in mir das Nachklingen eines Bibelverses.\u201c<\/p>\n<p>Jaja, ich wei\u00df: Gott will uns pr\u00fcfen. Doch wie bemerkte einst Woody Allen: \u201eWenn er das will &#8211; k\u00f6nnte man die Pr\u00fcfung nicht schriftlich machen?&#8221;<\/p>\n<p>Dazu passt ganz wunderbar die Aufnahme einer Rede von Stephen Fry, die er im Oktober 2009 Jahr bei <a href=\"http:\/\/www.intelligencesquared.com\/\" target=_new>Intelligence Squared<\/a> hielt und in der er rhetorisch vorbildlich die These vertritt, dass die Katholische Kirche ausgesprochen sch\u00e4dlich ist. Mir gef\u00e4llt besonders, dass Herr Fry zun\u00e4chst ausf\u00fchrlich deutlich macht, dass sich sein Beitrag nicht gegen Individuen richtet, die gl\u00e4ubig sind und aus diesem Glauben gro\u00dfen Trost ziehen \u2013 sondern gegen die Ausrichtung der Katholischen Kirche und ihrer offiziellen Vertreter. Geschickt entkr\u00e4ftet er auch das Argument (das offensichtlich ein Vorredner oder eine Vorrednerin angef\u00fchrt hat), die Katholische Kirche tue Gutes f\u00fcr die Armen der Welt. Sehr zu empfehlen.<\/p>\n<p><object width=\"480\" height=\"325\"><param name=\"movie\" value=\"http:\/\/www.dailymotion.com\/swf\/xbvr0m\"><\/param><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\"><\/param><param name=\"allowScriptAccess\" value=\"always\"><\/param><embed src=\"http:\/\/www.dailymotion.com\/swf\/xbvr0m\" width=\"480\" height=\"325\" allowfullscreen=\"true\" allowscriptaccess=\"always\"><\/embed><\/object><br \/><b><a href=\"http:\/\/www.dailymotion.com\/video\/xbvr0m_the-intelligence\u00b2-debate-stephen-fr_shortfilms\">The Intelligence&sup2; Debate &#8211; Stephen Fry (Unedited)<\/a><\/b><br \/>\n(via <a href=\"http:\/\/www.nerdcore.de\/wp\/2010\/02\/10\/stephen-fry-uber-die-katholische-kirche\/\" target=_new>nerdcore<\/a>)<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>In meiner kleinen Ecke des Internets sind es unter den Deutschsprachigen die Vetreter traditioneller Medien, die aus verschiedenen Gr\u00fcnden auf Blogs eindreschen, meist ausgehend von dem Grundirrtum, Blogs s\u00e4hen sich als ihre Konkurrenten.<\/p>\n<p>W\u00e4hrenddessen wird in einem anderen Teil des Internets unter deutschsprachigem Bildungspersonal \u00fcber die Auswirkungen der Webmedien auf Bildung und Ausbildung gestritten. Die extremen Bef\u00fcrworter sehen in Blogs (z.B. \u201eEdu-Blogs\u201c), Wikis etc. die einzige Zukunft der Bildung (Schule und Hochschule), die extremen Gegner sehen darin auf verschiedene Weise den Untergang des Abendlandes.<\/p>\n<p>Derzeit geht ein Sturm durch diese Szene, der mit dem Hegemann-Gehackel in meiner Ecke des Internets vergleichbar ist. Er wurde verursacht durch einen Aufsatz \u201e<a href=\"http:\/\/www.zhw.uni-hamburg.de\/uploads\/ansichten-zur-kommentarkultur.pdf\" target=_new>Ansichten zur Kommentarkultur in Weblogs<\/a>\u201c (PDF) von Rolf Schulmeister (keine Witze \u00fcber Namen).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/herrlarbig.de\/2010\/02\/15\/vernetzter-diskurs-ein-beitrag-zur-schulmeister-debatte\/\" target=_new>Das Blog von Herrn Larbig<\/a> fasst die Diskussion zusammen, beurteilt sie und verlinkt Beitr\u00e4ge. (Falls jemand aus meiner Internetecke mal Lust hat, in eine andere Ecke des Internets zu schauen.)<br \/>\n(via <a href=\"http:\/\/www.tulgeywood.de\/?p=328\" target=_new>Adventures in the Tulgey Wood<\/a>)<\/p>\n<p>Interessante Diskussions\u00fcberschneidung: Auch P\u00e4dagogikprofessor Rolf Schulmeister ist der Ansicht, <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/computer\/1097488\/\" target=_new>dass es keine Generation von <i>digital natives<\/i> gibt<\/a>.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Ich kann mich noch an Jahre erinnern, in denen am Faschingsdienstag ab Mittag alle B\u00fcros ausgestorben waren. Die sind wohl vorbei &#8211; zumindest bei uns war dieser Dienstag ein ganz normaler Arbeitstag. An dem in der Teek\u00fcche ein gro\u00dfer Teller mit Krapfen stand. (Die Mangos von gestern schmeckten \u00fcbrigens vorz\u00fcglich &#8211; ich werde nie wieder behaupten, asiatische Mangos seien grunds\u00e4tzlich besser als lateinamerikanische.)<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Doch meine Arbeitslast hat sich so weit normalisiert, dass ich nach vier Wochen Zwangspause endlich wieder in meine dienstagsabendliche Stepstunde gehen konnte. Noch dazu war die vertretende Vorturnerin eine meiner Lieblinge: Diese Dame ist nicht nur ein sehr angenehmer Anblick (Typus Langstreckenschwimmerin gemischt mit Pallas Athene), sie legt auch Choreographien hin, die sich gewaschen haben.  Und in einer Fortestgeschrittenenstunde nimmt sie zudem keine Gefangenen: Sie w\u00fcnscht nicht, wie ihre Kolleginnen, \u201eviel Spa\u00df!\u201c, sondern \u201eviel Gl\u00fcck!\u201c &#8211; das (und ordentlich Konzentration) braucht man auch, um ihre sauber aufgebauten, perfekt durchgez\u00e4hlten, aber halt originellen und sehr off-beatigen Choreographien mitzuturnen. Sind sie zu schwer &#8211; bist du in der falschen Stunde. Was diese Dame allerdings unwiderstehlich macht: Sie am\u00fcsiert sich von Herzen \u00fcber uns Turnerinnen. Hin und wieder treibt sie ihre Choreographien auf die Spitze, indem sie noch abgefahrenere Variationen oder zus\u00e4tzliche Armchoreographien vorschl\u00e4gt; und wenn wir Turnerinnen dann kl\u00e4glich am Versuch der Nachahmung scheitern, lacht sie herzhaft. Das ist kein Auslachen, sondern echtes, mitrei\u00dfendes Vergn\u00fcgen, ganz unten aus dem Bauch. Oh Mann, hatte ich das vermisst!<br \/>\n(An Musik gab es dazu Kl\u00e4nge, die im Tatort immer in verruchten Gro\u00dfstadtdiskotheken mit flackerndem bunten Licht gespielt werden, die zu verschwitzten Leibern passen sollen.)<\/p>\n<p>&#038;<\/p>\n<p>Der Mitbewohner erf\u00fcllte meinen am Vorabend ge\u00e4u\u00dferten Wunsch nach Cocktails (Singapore Sling sowie MaiTai) und Guacamole, zudem gab es gebratene Kartoffel- und Knollenselleriew\u00fcrfel.<\/p>\n<p><b>Wetter:<\/b> Verschneit aber sonnig mit wolkenlos blauem Himmel &#8211; nein wirklich!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist und bleibt ein Ungl\u00fcck, dass genau in meine morgendliche Radioh\u00f6rzeit (ca. 6.15 bis 6.55 Uhr) die Kurzpredigt \u201eWort zum Tage\u201c im Deutschlandradio Kultur f\u00e4llt. Die Qualit\u00e4t schwankt zwischen Bullshitbingo aus dem Baukasten, der schon in meiner Kindheit die Bestandteile zu Sonntagspredigten lieferte, und gewollt origineller Erbaulichkeit. 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