{"id":67943,"date":"2021-06-06T08:02:16","date_gmt":"2021-06-06T06:02:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=67943"},"modified":"2021-06-06T08:04:02","modified_gmt":"2021-06-06T06:04:02","slug":"journal-samstag-5-juni-2021-bad-fertig-wmdedgt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2021\/06\/journal-samstag-5-juni-2021-bad-fertig-wmdedgt.htm","title":{"rendered":"Journal Samstag, 5. Juni 2021 &#8211; Bad fertig #WMDEDGT"},"content":{"rendered":"<p>Ein Beitrag zu Frau Br\u00fcllens <a href=\"#WMDEDGT\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">WasMachstDuEigentlichDenGanzenTag? #WMDEDGT<\/a>.<\/p>\n<p>Ich schlief mit wenigen Unterbrechungen bis zum Wecker um sieben.<\/p>\n<p>Erst mal holte ich die Zeitung. Seit einiger Zeit werden die Tageszeitungen im Haus nicht mehr bis zur Wohnungst\u00fcr gebracht &#8211; was mich beim Einzug hier irritiert hatte, doch viele Jahre erfreute. Ein freundlicher Nachbar recht weit oben, der sehr fr\u00fch aufsteht, erledigt das mit dem Aufzug f\u00fcr die drei Abos im Haus, wenn er seine aus dem Briefkasten beim Hauseingang holt. Doch er ist seit drei Wochen im Urlaub und hat mich vor Abreise gebeten, sie statt seiner der alten Dame ganz hoch zu bringen &#8211; das mache ich doch gerne. Anders als er allerdings nicht mit dem Aufzug, ich habe ganz gerne kurz nach dem Aufstehen die Gelegenheit, den Kreislauf ein wenig hoch zu bringen.<\/p>\n<p>Erst Milchkaffee, dann eine gro\u00dfe Tasse Tee mit Milch, dazu Bloggen. Das Wetter war wunderbar sonnig, aber nicht hei\u00df.<\/p>\n<p>Ich r\u00e4umte K\u00fcche und Wohnung, absolvierte zwei meiner morgendlichen Reha-\u00dcbungen (Vierf\u00fc\u00dfler Cross, <a href=\"https:\/\/fitnessuebungen-zuhause.de\/kaefer.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">K\u00e4fer<\/a>), duschte mich und zog Handwerktaugliches an (Bermudas, T-Shirt, Innenturnschuhe).<\/p>\n<p>Meine Eltern klingelten kurz nach zehn: Sie kamen, um nochmal bei Wohnungsherrichtung zu helfen. Beide haben vollen Impfschutz, ich hatte per Selbsttest morgens Corona-Negativit\u00e4t (gr\u00f6\u00dftenteils) sichergestellt: Zum ersten Mal seit \u00fcber einem Jahr begr\u00fc\u00dfte ich meine Eltern mit einer innigen Umarmung, das war sehr sehr sch\u00f6n.<\/p>\n<p>Meine Mutter installierte Stangenbohnen am K\u00fcchenbalkon und nahm mir ungenutzte Blument\u00f6pfe ab. Mit meinem Vater k\u00fcmmerte ich mich ums Bad: Ein alter Spiegel bekam neue L\u00f6cher in die dicke h\u00f6lzerne R\u00fcckseite (es gibt extra Bohrer f\u00fcr gro\u00dfe Mulden-L\u00f6cher!), daf\u00fcr legten wir ihn auf den Balkontisch, das Spiegelglas mit einer Decke gesch\u00fctzt.<\/p>\n<p>Im Bad brachte mein Vater eine Lampe \u00fcber dem Spiegel an, drei Regale und den Spiegel. Ich ging ihm zur Hand (Werkzeug anreichen, beim Bohren das Staubsaugerrohr drunterhalten) und lernte unter anderem, wie man in Fliesen bohrt, ohne sie zu zerbrechen: Erst vorsichtig mit Spitz und Hammer Loch anlegen, Bohrmaschine erst ohne Schlag verwenden, bis die Glasur weggebohrt ist, dann Schlag zuschalten. Au\u00dferdem lernte ich, dass es spezielle Hohlraumd\u00fcbel gibt, die sich beim Eindrehen der Schraube hinten spreizen. Abschlie\u00dfend holte mein Vater D\u00fcbel aus Altl\u00f6chern (auch da zeigte er mir eine Technik f\u00fcr Fliesen) und verschloss die L\u00f6cher.<\/p>\n<p>Im Flur brachten wir einen Haken an, um den Vorhang vorm Fenster in den Innenhof dekorativ zu raffen &#8211; meine Mutter hatte eine Auswahl an B\u00e4ndern und Quasten mitgebracht, aus der ich mir ein gestreiftes Band aussuchte. <\/p>\n<p>Damit war kurz vor eins alles f\u00fcr gestern erledigt. Ich h\u00e4tte meine Eltern gerne noch auf ein Mittagessen in den Schnitzelgarten eingeladen, doch sie fuhren lieber heim. Zu meiner gro\u00dfen Freude nahmen sie aus meinem Schlafzimmer zwei alte wei\u00dfe Kommoden mit (Ikea fr\u00fche 1980er), die noch aus meinem Kinderzimmer stammten und die jetzt, da ich den fabul\u00f6sen Einbauschrank habe, endg\u00fcltig nicht mehr ben\u00f6tigt wurden. Fertig einrichten kann ich mein Schlafzimmer aber erst, wenn der Crosstrainer darin seinen Platz gefunden hat &#8211; und der muss erstmal beweisen, ob er reparierbar und wieder benutzbar ist.<\/p>\n<p>Zum Fr\u00fchst\u00fcck kochte ich mir zwei Eier weich, a\u00df eine Semmel vom Vortag dazu.<\/p>\n<p>Ich befreite das Bad von restlichem Bohrschutt und r\u00e4umte die Regale ein, versuchte mich ein weiteres Mal daran, die schwarzen Schimmelstellen in der Badewannenverfugung zu beseitigen. Wieder erwiesen sie sich dem brutalen eingewirkten Schimmelfrei-Mittel und der anschlie\u00dfenden B\u00fcrstenbehandlung gewachsen, ich werde recherchieren m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Verpackungen zur Wertstoff- und zur Papiertonne gebracht, eine Kiste mit Umzugsmaterial (Pinsel, Gl\u00fchbirnen in Fassungen, Moltofill, Waschmaschinenschlauchverl\u00e4ngerungen) in den Keller.<\/p>\n<p>Jetzt hatte auch ich Feierabend und setzte mich mit Laptop auf den sonnigen, aber nicht hei\u00dfen Balkon zum Internetlesen. Dabei musste ich mich mehrfach gegen Ausgesperrtwerden wehren: Wenn Herr Kaltmamsell rauskam, neigte er beim Zur\u00fcckgehen in die Wohnung dazu, die Balkont\u00fcr hinter sich zu verschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Kurz nach f\u00fcnf radelte ich nach Neuhausen, um dem Broeding die Weck-Gl\u00e4ser vom Mitnahme-Men\u00fc zur\u00fcckzubringen. Am Himmel t\u00fcrmten sich dunkle Wolken, es blies Regenwind &#8211; aber ich blieb trocken.<\/p>\n<p>Daheim eine Runde Yoga, bevor Herr Kaltmamsell das Abendessen servierte:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/210606_01_Nachtmahl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/210606_01_Nachtmahl.jpg\" alt=\"\" width=\"333\" height=\"420\" class=\"alignnone size-full wp-image-67969\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zweimal Rind, einmal weichgemacht mit schwarzen Bohnen und Ernteanteil-Pakchoi chinesisch, einmal als Spie\u00dfe mit Erdnusso\u00dfe, zu allem Vollkornreis. Im Glas ein Rest Riesling vom Vorabend. Das schmeckte schon mal sehr gut, und dann gab&#8217;s auch noch Nachtisch! Herr Kaltmamsell hatte den Saft der Schattenmorellen vom Mais-Kirsch-Kuchen mit Tapioka angedickt und dazu echtes Custard gekocht &#8211; superk\u00f6stlich, ich a\u00df zwei Portionen.<\/p>\n<p>Abendunterhaltung diesmal Echtzeit-Fernsehen: Das Bayerische Fernsehen zeigte <a href=\"https:\/\/www.br.de\/br-fernsehen\/inhalt\/film-und-serie\/leo-matthias-brandt-gisela-schneeberger-film-112.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\"><i>Leo<\/i>, eine Familiengroteske von 2006<\/a>: Hochkar\u00e4tige Besetzung (Gisela Schneeberger, Elmar Wepper, August Zirner, Matthias Brandt), wunderbares Drehbuch von Gerlinde Wolf, sehr sch\u00f6n verfilmt von Regisseurin Vivian Naefe in realistischem Setting, mit immer wahnwitzigeren Enth\u00fcllungen.<\/p>\n<p>Eingeschlafen zu Regenrauschen.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Wurde gestern durch mein gesamtes Internet gereicht: Ein ausf\u00fchrliches Interview von republik.ch mit Prof. Christian Drosten unter anderem zum wahrscheinlichen Ursprung von SARS-CoV-2 und den Mechanismen dahinter. Diesmal wurde Drosten auch nach den Anf\u00e4ngen seiner Corona-Forschung 2003 gefragt &#8211; und auch das ist superspannend.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.republik.ch\/2021\/06\/05\/herr-drosten-woher-kam-dieses-virus\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">&#8220;Herr Drosten, woher kam dieses Virus?&#8221;<\/a><\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/twitter.com\/Stani_Anja\/status\/1400676415389978624\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Allt\u00e4glicher offener Antisemitismus in Deutschland.<\/a><\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>&#8220;Das ist doch Werbung f\u00fcr dich!&#8221; Aber es zahlt halt nicht die Miete: Warum Ber\u00fchmtheit mit viel \u00f6ffentlicher Pr\u00e4senz keinen Lebensunterhalt bedeutet.<\/p>\n<blockquote><p>Die Schriftstellerin Sharon Dodua Otoo kann sich vor Anfragen kaum retten \u2013 und lebt dennoch in st\u00e4ndiger finanzieller Unsicherheit.<\/p><\/blockquote>\n<p>Hier der ganze Artikel, in dem die geb\u00fcrtige Britin darauf hinweist, dass in Deutschland Klassenzugeh\u00f6rigkeit verschwiegen wird und wie sich das auswirkt:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/editionf.com\/interview-sharon-dodua-otoo-klassimus\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">&#8220;Sharon Dodua Otoo: &#8216;Ver\u00e4nderung entsteht durch pers\u00f6nliche Erz\u00e4hlungen'&#8221;.<\/a><\/p>\n<blockquote><p>W\u00e4hrend ich den Roman schrieb, der gerade erschienen ist, habe ich mir hier und da Geld ausgeliehen, in der Hoffnung auf eine entspanntere Situation, wenn das Buch fertig ist und die Lesungen losgehen. Bereits vor der Ver\u00f6ffentlichung gab es unheimlich viele Anfragen. Und immer wieder gibt es Anfragende, die selbstverst\u00e4ndlich davon ausgehen, dass ich mich mit einem reduzierten Honorar zufrieden geben k\u00f6nnte, da sie selbst nicht so viel Budget zur Verf\u00fcgung haben. Solche Anfragen kann es nur geben, wenn die Leute denken, ich k\u00f6nnte mir das leisten, auf ein angemessenes Honorar zu verzichten. Und es macht mich ziemlich w\u00fctend, dass ich mich so oft exponieren und meine Lage offenlegen muss, um ein Honorar zu bekommen, mit dem ich meine Miete zahlen, ein bisschen was f\u00fcr die Rente beiseitelegen und meine Kinder versorgen kann.<\/p><\/blockquote>\n<p>(&#8230;)<\/p>\n<blockquote><p>Ich glaube, dass dieser abwertende Blick damit zusammenh\u00e4ngt, dass unsere Gesellschaft verinnerlicht hat, dass eine <strong>Person selbst schuld ist, wenn sie arm ist<\/strong>. Dass sie faul sein muss, denn wenn sie arbeiten w\u00fcrde, w\u00e4re sie nicht arm. Ich f\u00fcr meinen Teil arbeite sehr, sehr viel, und habe dabei das Gef\u00fchl, es ist relativ egal, was ich mache \u2013 mit reiner Lohnarbeit werde ich nie genug verdienen, um als alleinerziehende Mutter den Lebensunterhalt f\u00fcr mich und meine Familie zu bestreiten.<\/p><\/blockquote>\n<p>(Hervorhebung im Original)<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Durch Schlie\u00dfungen in der gef\u00e4hrlichsten Phase der Corona-Pandemie konnten viele lange nicht zum Friseur. Am sichtbarsten war das wohl an den Frauen, die ihre grauen Haare f\u00e4rben. Fotografin Elinor Carucci zeigt f\u00fcr den <i>New Yorker<\/i>, dass daraus aber auch eine besondere \u00c4sthetik erwachsen ist (und viele Frauen sich danach nicht mehr die Haare f\u00e4rben):<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.newyorker.com\/culture\/photo-booth\/the-unexpected-beauty-of-covid-hair?\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">&#8220;Silver Linings&#8221;.<\/a><\/p>\n<p>via <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ankegroener\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">@ankegroener<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Jeannine Carson, 53. \u201cWhen I would see the silver, I would have an excited feeling, like, \u2018Oh, that\u2019s me.\u2019 \u201d<\/p><\/blockquote>\n<p> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/16e27aae8fa642bc9fba6e341456b30a\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Beitrag zu Frau Br\u00fcllens WasMachstDuEigentlichDenGanzenTag? #WMDEDGT. 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