{"id":70521,"date":"2021-09-14T06:30:32","date_gmt":"2021-09-14T04:30:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=70521"},"modified":"2021-09-14T13:25:36","modified_gmt":"2021-09-14T11:25:36","slug":"journal-montag-13-september-2021-shang-chi-and-the-legend-of-the-ten-rings-18-jahre-bloggen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2021\/09\/journal-montag-13-september-2021-shang-chi-and-the-legend-of-the-ten-rings-18-jahre-bloggen.htm","title":{"rendered":"Journal Montag, 13. September 2021 &#8211; <i>Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings<\/i>, 18 Jahre Bloggen"},"content":{"rendered":"<p>Seit Sonntagabend litt ich unter meiner Vergesslichkeit, die mich am Samstag beim Wandern wieder den Moskitos ausgeliefert hatte: Die Dutzende Stiche im Nacken, hinter den Ohren und an den H\u00e4nden meldeten sich schmerzhaft. Aber sie waren nicht so schlimm, dass sie meinen Nachtschlaf gest\u00f6rt h\u00e4tten (Fenistil FTW!), ich schlief nochmal gut (gegen den Partyl\u00e4rm mit Live-Band aus dem Nu\u00dfbaumpark hatte ich allerdings die Fenster schlie\u00dfen m\u00fcssen). <\/p>\n<p>Das Gucken einer Show, in der die Kanzlerkandidat*innen in einem Fernseh-Studio von TV-Moderator*innen befragt miteinander reden sollen, geh\u00f6rt auch weiterhin nicht zu meiner politischen Meinungsbildung. Ich komme ja schon schwer damit zurecht, wie sich auf Twitter Zuschauer*innen \u00fcber Fragmente daraus ereifern (und dass daf\u00fcr das Wort &#8220;Triell&#8221; erfunden wurde &#8211; obwohl ich selbst ja selbst gerne mal W\u00f6rter erfinde, die mir praktischer erscheinen als der Bestand) &#8211; manchmal tr\u00e4ume ich von einem ausschlie\u00dflich schriftlich durchzuf\u00fchrenden Wahlkampf.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/210913_Tweet.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/210913_Tweet.jpg\" alt=\"\" width=\"409\" height=\"156\" class=\"alignnone size-full wp-image-70524\" \/><\/a><\/p>\n<p>Milde Temperaturen, am Himmel Sonne und Wolken bei meinem fr\u00fchen Fu\u00dfmarsch in die Arbeit.<\/p>\n<p>Mittags Quark mit Pfirsichen und Birne.<\/p>\n<p>Fast p\u00fcnktlicher Feierabend, denn ich war mit Herr Kaltmamsell f\u00fcrs Kino verabredet. Auf dem Heimweg Eink\u00e4ufe im Drogeriemarkt, zu Hause servierte der Herr zum fr\u00fchen Abendessen ein Blumenkohl-Curry Alu Gobi, nach einem neuen, tomatigeren Rezept, aber auch sehr gut. Zum Nachtisch bestrich ich mir schnell eine Scheibe frisches Wei\u00dfbrot mit Quittengelee.<\/p>\n<p>Wir radelten durch den Sp\u00e4tsommerabend zum Cinema: <i>Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings<\/i>. Ich am\u00fcsierte mich ausgesprochen gut, endlich mal ein fast durchgehend Asien-st\u00e4mmiger Cast in einem Marvel-Superheldenfilm. Und ich mochte die \u00dcberraschungen gegen die erwarteten Topoi: Der Schurkenvater schaut gut aus und guckt freundlich, der komische Sidekick des Helden, gespielt von der gro\u00dfartigen Awkwafina, ist weiblich &#8211; und keine Liebesgeschichte, sondern Freundin. Der selbstreflektive Humor. Die Musikmischung aus asiatischen Versatzst\u00fccken und Gangster-Rap. Au\u00dferdem freue ich mich immer wieder \u00fcber Michelle Yeoh, seit sie mich vor 20 Jahren in <i>Crouching Tiger, Hidden Dragon<\/i> zum ersten Mal verzauberte. Schauspielerisch stiehlt allerdings Ben Kingsley als britischer Schauspieler Trevor allen die Show, meine G\u00fcte ist der gut (das hatte er ja schon bei seinem ersten Auftauchen im Marvel-Universum in <i>Iron Man 3<\/i> getan). Nach dem gelungenen <i>Black Widow<\/i> also noch ein guter Superheldenfilm der Phase 4 (wie Fanboy Herr Kaltmamsell die nennt). Ich empfehle die Rezension in der <i>S\u00fcddeutschen<\/i> von Doris Kuhn: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/marvel-shang-chi-simu-liu-martial-arts-1.5397873\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">&#8220;Pr\u00fcgelei im M\u00e4rchenwald&#8221;.<\/a><\/p>\n<p>Heimradeln durch eine sternenklare Sp\u00e4tsommernacht.<\/p>\n<p>Ende August wurde dieses Blog 18 Jahre alt, ich erspare Ihnen alle Scherze \u00fcber Vollj\u00e4hrigkeit (ob Sie mir vielleicht sogar die Behauptung glauben w\u00fcrden, dass ich alt genug f\u00fcr Erinnerung an Vollj\u00e4hrigkeit mit 21 bin?).<\/p>\n<p><i>We&#8217;ve come a long way.<\/i> Von den Anfangszeiten mit Besucherz\u00e4hlern und G\u00e4steb\u00fcchern (nicht bei mir, aber grunds\u00e4tzlich), mit Runterrechnen aller Bilder, weil die Seite sonst so lange geladen h\u00e4tte, und Internetzugangszeit doch teuer war. \u00dcber all die Jahre, in denen eigentlich nur andere Bloggerinnen und Blogger hier lasen und kommentierten. Der \u00dcbergang zu ausschlie\u00dflich l\u00e4ngeren Texten, weil kurze Bemerkungen und reine Link- oder Foto-Posts zu Twitter gewandert waren. Die Ver\u00e4nderung der Bloglandschaft: Erst durch die Professionalierung Einzelner mit PR-Sponsoring (lange vor Erfindung des Begriffs &#8220;Influencer&#8221;) und durch Unternehmensblogs, dann weil die fr\u00fcheren pers\u00f6nlichen Blogtexte allm\u00e4hlich zu Facebook umzogen, auch weil man dort die Sichtbarkeit f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Leser*innen regulieren konnte.<\/p>\n<p>Mein Blog ist ein komplett \u00fcberholtes Modell, das es noch nie brauchte, das deshalb auch nie Schule machte, ein Relikt aus den Aufbruchzeiten des Web, als es noch Verhei\u00dfung war und nicht Bedrohung. Ich genie\u00dfe seine Irrelevanz immer noch als Freiheit und tippe hartn\u00e4ckig in diese v\u00f6llig egale Ecke des Internets, damit es wenigstens einen kleinen Garten in den unendlichen Weiten des Webs gibt, in dem die Utopie des &#8220;Everybody has a voice&#8221; weiterlebt. Auch wenn die t\u00e4gliche Bloggerei leicht zwanghafte Z\u00fcge hat. Dank allen, die hier mitlesen, die sich beteiligen. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/6b62627f076845dd97f46bff9ab51ba5\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Sonntagabend litt ich unter meiner Vergesslichkeit, die mich am Samstag beim Wandern wieder den Moskitos ausgeliefert hatte: Die Dutzende Stiche im Nacken, hinter den Ohren und an den H\u00e4nden meldeten sich schmerzhaft. 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