{"id":72520,"date":"2021-12-02T06:39:23","date_gmt":"2021-12-02T05:39:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=72520"},"modified":"2021-12-02T08:31:01","modified_gmt":"2021-12-02T07:31:01","slug":"journal-mittwoch-1-dezember-2021-keine-twitterlieblinge-und-beifang-aus-dem-internetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2021\/12\/journal-mittwoch-1-dezember-2021-keine-twitterlieblinge-und-beifang-aus-dem-internetz.htm","title":{"rendered":"Journal Mittwoch, 1. Dezember 2021 &#8211; Keine Twitterlieblinge und Beifang aus dem Internetz"},"content":{"rendered":"<p>Die eigentlich ganz ordentliche Nacht endete leider schon um f\u00fcnf.<\/p>\n<p>Der Sturm hatte sich gelegt, es war gemischtwolkig mit Regenschauern. Auf dem Weg in die Arbeit sp\u00fcrte ich deutlich die zus\u00e4tzlichen Grade Temperatur, keinerlei Gl\u00e4ttegefahr. Zwischen Verkehrsmuseum und Bavariapark kamen mir zwei Menschen entgegen, einer eher Kind, einer erwachsen, die Jingle Bells sangen, leidenschaftlich und durch Schnaufer zerhackt (&#8220;Jingle bells &#8211; schnauf &#8211; jingle bells &#8211; schnauf &#8211; jingle aalll the way&#8221;). Das war sch\u00f6n. Fast h\u00e4tte ich behauptet, singende Menschen auf Wegen und Stra\u00dfen f\u00e4nde ich immer sch\u00f6n, aber dann fielen mir Fu\u00dfballfans ein.<\/p>\n<p>In der Arbeit unangenehme Jobs nach Grad der Unangenehmheit abgearbeitet, von &#8220;na ja, mach ich halt fertig&#8221; \u00fcber &#8220;dann nehme ich mich halt mal zusammen&#8221; bis &#8220;das kann ich doch sicher bis morgen warten&#8221;.<\/p>\n<p>Erst beim mitt\u00e4glichen Twitterlesen gemerkt, dass ich die Twitterlieblinge f\u00fcr November vergessen habe, gr\u00fcndlich komplett.<br \/>\nNo na, dann wird das zum Dezemberende halt eine Doppelfolge.<br \/>\nInteressant an meiner internationalen Twitter-Timeline: Wie in D und \u00d6 Corona dominiert und in UK und USA &#8211; alles andere.<\/p>\n<p>Mittagessen war nochmal Pumpernickel mit Frischk\u00e4se und viele Orangen &#8211; ich f\u00fcrchte, die k\u00f6nnten mir im Gegensatz zu Granat\u00e4pfeln mal \u00fcber werden, zumal Herr Kaltmamsell davon nur wenige \u00fcbernimmt.<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise hat mich das Turnschuhtragen endg\u00fcltig gekriegt: Ich gehe ja eh gern zu Fu\u00df, und zwar schnell, und jetzt genie\u00dfe ich es so sehr, das in wirklich bequemen, federnden Schuhen zu tun! Dabei versuche ich, die aus Yoga erlernte Haltung des Stapelns (<i>stacking<\/i>) zu \u00fcbernehmen: <i>head over heart, heart over pelvis<\/i>, also den Kopf senkrecht \u00fcber dem Herzen zu platzieren, das Herz \u00fcber dem Becken &#8211; das Bild hilft mir beim aufrechten Gang (nicht metaphorisch) mehr als das vom Faden am Kopf, der mich hochziehen soll. Sonst neige ich n\u00e4mlich dazu, mit vorgerecktem Kopf und eher schr\u00e4g zu gehen.<\/p>\n<p>Auf dem Heimweg war der Sturm zur\u00fcckgekehrt, wenn auch nicht so heftig wie am Dienstag. Eink\u00e4ufe beim Vollcorner.<\/p>\n<p>Zu Hause gleich mal Yoga, wieder die Folge vom Dienstag. Wenn ich, wie meist, eine neue Folge zweimal durchturne, f\u00fchlt sie sich durchaus verschieden an.<\/p>\n<p>Zum Nachtmahl hatte Herr Kaltmamsell auf meinen Wunsch ein Wirsing-Linsen-Curry aus <a href=\"https:\/\/www.gu.de\/produkte\/kochen-verwoehnen\/kochen-fuer-jeden-tag\/ich-koche-dickhaut-2007\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Sebastian Dickhauts <i>Ich koche<\/i><\/a> gemacht (zugekaufter Wirsing, diesmal waren wir schon am Sonntag mit dem Ernteanteil durch &#8211; die Schwarzwurzeln aus dem j\u00fcngsten hatten wir allerdings verschenkt). Er war sehr misstrauisch gegen\u00fcber den Rosinen gewesen, die laut Rezept neben Mango-Chutney reinkamen, doch sie machten sich gut und waren vor allem f\u00fcr die Textur wichtig. Keine Lust auf Nachtisch.<\/p>\n<p>Fr\u00fch ins Bett zum Lesen.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Das Wissenschaftsmagazin <i>Spektrum<\/i> berichtet \u00fcber eine Pr\u00fcfung von Schnelltests auf Zuverl\u00e4ssigkeit &#8211; es gibt gro\u00dfe Unterschiede:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/welche-corona-schnelltests-sind-zuverlaessig\/1954489\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">&#8220;Wie sicher sind die Ergebnisse von Schnelltests?&#8221;<\/a><\/p>\n<p>Zum Beispiel wei\u00df ich jetzt, dass ich nicht zu meinem \u00fcblichen Schnelltest greifen werde, wenn&#8217;s drauf ankommt.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Dass <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">die Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung<\/a> einen schier bodenlosen Schatz an spannenden und fundierten Untersuchungen und Texten bietet, wei\u00df jede, die mal reingesehen hat &#8211; man wei\u00df gar nicht, wo man anfangen soll. Weswegen ich gar nicht erst anfange und umso dankbarer f\u00fcr jeden konkreten Hinweis auf einen Text bin. Zum Beispiel f\u00fcr den Hinweis von <a href=\"https:\/\/twitter.com\/TexasJim\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">@TexasJim<\/a><sup><a href=\"#footnote_1_72520\" id=\"identifier_1_72520\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Ja, einer von uns Internetschreiberlingen aus der &Auml;ra lustige Nicks.\">1<\/a><\/sup> auf diesen Artikel von 2013:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/apuz\/166659\/solidaritaet-als-ideologie\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">&#8220;Solidarit\u00e4t als Ideologie&#8221;.<\/a><br \/>\nDurchgespielt werden hier verschiedene Konzepte der Solidarit\u00e4t am Beispiel der Eurokrise.<\/p>\n<blockquote><p>Die Dominanz der Rechtskategorie und des Gerechtigkeitsbegriffs lassen den Begriff der Solidarit\u00e4t verblassen, sodass sein Ort im Kontext der Sozialphilosophie und der Politischen Theorie undeutlich geworden ist. Das, wof\u00fcr sie steht, die freiwillige (nicht zwangsl\u00e4ufig verpflichtende) Bereitschaft, anderen, denen man sich verbunden f\u00fchlt und die in Not geraten sind, zu helfen (ohne dass sie ein Recht auf Hilfe h\u00e4tten), kommt empirisch zwar nach wie vor oft vor und wird entsprechend benannt, aber dieser empirische Gebrauch des Solidarit\u00e4tsbegriffs bleibt theoretisch gewisserma\u00dfen sprachlos.<\/p><\/blockquote>\n<p>Dass das nicht nur theoretisch so ist, wurde in den vergangenen Monaten aufs Bitterste deutlich: Die Mehrheit, die in der Pandemie nicht nur die eigene Position sieht, sondern f\u00fcr die Gesellschaft (oder auch nur die Nachbarin) mitdenkt, kann nichts ausrichten gegen die Auswirkungen einer Minderheit, die aus der Perspektive ihres Einzelinteresses den rechtlichen Rahmen aussch\u00f6pft. (Anekdotisch f\u00e4llt mir die offensichtliche Priorit\u00e4t eines Impfverweigerers ein, der sofort nach der Behauptung, die Infektionszahlen des RKI seien erfunden, und noch vor jedem Widerspruch von mir die Nummer und den Wortlaut des Meinungsfreiheitsparagrafen rief sowie: &#8220;Meine Meinung, Meinungsfreiheit!&#8221;)<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/crocodylus.blog\/2021\/11\/30\/corona-369-2\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Auf Hinweis von Croco<\/a> eine halbe Stunde launige Begegnung im U-Boot (das Format kannte ich nicht) mit Marina Weisband gesehen, die ich seit vielen Jahren <a href=\"https:\/\/twitter.com\/Afelia\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">auf Twitter verfolge<\/a>, die mich von Anfang an beeindruckte und bei der ich besonders spannend finde, wo sie lernt und Ansichten \u00e4ndert:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/video\/kaept-ns-dinner\/michel-abdollahi-trifft-marina-weisband\/ndr\/Y3JpZDovL25kci5kZS82ZTVhYzhmYy00YjA2LTRiMGUtODQzYy01OGQyODFkNDU4OWI\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">&#8220;<i>K\u00e4pt&#8217;ns Dinner<\/i> Michel Abdollahi trifft Marina Weisband&#8221;.<\/a><\/p>\n<p>Es geht um Identit\u00e4t von Einwander*innen (oder eben gerade nicht), um Kindheit nach Tschernobyl, um LARP, schwere Krankheit und um Zupacken. Unter anderem.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Celeste Barber, <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/celestebarber\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">die wir auf instagram lieben lernten<\/a>, weil sie mit einem ganz normalen Frauenk\u00f6rper alberne Model-Posen nachstellt, macht jetzt Werbung f\u00fcr Unterw\u00e4sche: <a href=\"https:\/\/www.brasnthings.com\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Bras N things.<\/a> Die ich zum einen verlinke, weil ich Celeste gerne beim Rumalbern in sch\u00f6ner Unterw\u00e4sche sehe, aber auch weil die Modelle der australischen Marke an ganz normalen Frauen gezeigt werden &#8211; das w\u00fcnsche ich mir ja von allen Online-Kleidungsangeboten, weil ich daran viel besser absch\u00e4tzen kann, wie das Teil an mir aussehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/twitter.com\/CarlMullan\/status\/1465645900815126530\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Zwei Jahre COVID in 30 Sekunden<\/a> (Ton an) (am besten mit Kopfh\u00f6rern)<\/p>\n<p>via <a href=\"https:\/\/twitter.com\/stedtenh0pp1A\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">@stedten*hopp<\/a> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/0953d1b892a94162b36a11e116681143\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<ol class=\"footnotes\"><li id=\"footnote_1_72520\" class=\"footnote\">Ja, einer von uns Internetschreiberlingen aus der \u00c4ra lustige Nicks.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_1_72520\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die eigentlich ganz ordentliche Nacht endete leider schon um f\u00fcnf. 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