{"id":73726,"date":"2022-01-29T07:57:43","date_gmt":"2022-01-29T06:57:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=73726"},"modified":"2023-01-09T17:01:35","modified_gmt":"2023-01-09T16:01:35","slug":"journal-freitag-28-januar-2022-brasserie-abend-und-beifang-aus-dem-internetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2022\/01\/journal-freitag-28-januar-2022-brasserie-abend-und-beifang-aus-dem-internetz.htm","title":{"rendered":"Journal Freitag, 28. Januar 2022 &#8211; Brasserie-Abend und Beifang aus dem Internetz"},"content":{"rendered":"<p>Wochen-Endspurt. Ich wachte (beim vierten und letzten Mal) mit dem Gedanken auf, dass ich abends Essengehen w\u00fcrde, die Freude darauf trug mich durch den Tag.<\/p>\n<p>Morgens regnete es kalt, in einer Regenpause marschierte ich ins B\u00fcro. Vormittags kurzer dichter Schneefall, dann Grau, am sp\u00e4ten Nachmittag nochmal ein nasser Schneeschauer.<\/p>\n<p>In der Arbeit weiter erm\u00fcdende K\u00e4mpfe, wenige Erfolge.<\/p>\n<p>Mittags gab es restlichen Quarkjoghurt vom Vortag, Orangen, Clementinen, einen Rest Salzstangen aus der B\u00fcroschublade.<\/p>\n<p>Den ganzen Tag fror ich, trotz Zusatz-Strickjacke, trotz hei\u00dfem Tee. Daf\u00fcr schwitze ich derzeit nachts wieder heftig, die perimenopausale Temperatur-Achterbahn ist in vollem Gang, auch in der lustigen Mischform von eisigen H\u00e4nden und hei\u00dfem Kopf.<\/p>\n<p>Auf dem Heimweg holte ich Obst im S\u00fcpermarket Verdi, freute mich \u00fcber sch\u00f6ne Orangen und Granat\u00e4pfel. Zu Hause hatte ich trotz fr\u00fcher Tischreservierung Zeit f\u00fcr eine Wiederholung der interessanten Yoga-Folge vom Donnerstag, bevor wir uns ein wenig aufh\u00fcbschten (bei Herrn Kaltmamsell bedeutet das Hemd statt Pulli, bei mir Wahl einer sch\u00f6nen Handtasche) und zur <a href=\"https:\/\/brasseriecolette.de\/muenchen\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Brasserie Colette<\/a> spazierten.<\/p>\n<p>Wir verbrachten einen wundervollen Abend mit spannenden und k\u00f6stlichen Speisen und Getr\u00e4nken, herzlich umsorgt und beraten vom Service, in einer sch\u00f6nen Atmosph\u00e4re. Auch bei diesem zweiten Besuch fiel mir das Publikum angenehm auf, fr\u00f6hliche kleine Gesellschaften, eher nicht ganz jung, gestern neben uns aber auch eine junge Familie mit zwei sehr kleinen Kindern, die f\u00fcr Leben sorgten, doch mit Eltern, die sich beide gelassen und durchgehend um sie k\u00fcmmerten, keineswegs st\u00f6rten (und Sie wissen, wie schwer es wiegt, wenn <i>ich<\/i> das schreibe).<\/p>\n<p>Vorab gab es zur Entspannung f\u00fcr uns beide je ein Glas Cremant Bouvet Ladubay, f\u00fcr mich in Rosa, f\u00fcr den Herrn in Wei\u00df.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/220128_02_BrasserieColette.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/220128_02_BrasserieColette.jpg\" alt=\"\" width=\"393\" height=\"494\" class=\"alignnone size-full wp-image-73753\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nachdem ich ihm so sehr davon vorgeschw\u00e4rmt hatte, probierte auch Herr Kaltmamsell als erstem Gang die Artischocke. Und schmeckte aus der Majonese den Safran heraus, der mir mit meiner Safranblindheit entgangen war. Dazu lie\u00dfen wir uns ein Glas Sauvignon Blanc Domaine Bonnigal-Bodet empfehlen, der hervorragend passte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/220128_04_BrasserieColette.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/220128_04_BrasserieColette.jpg\" alt=\"\" width=\"481\" height=\"321\" class=\"alignnone size-full wp-image-73754\" \/><\/a><\/p>\n<p>Als zweiten Gang bestellte ich Sardinen mit Brioche &#8211; und musste aus acht Sorten Dosensardinen w\u00e4hlen, die mir auf zwei Tabletts pr\u00e4sentiert wurden. Es gab welche mit Paprika, mit Knoblauch, nur in \u00d6l, aber auch in Butter und in Muscadet. Letztere Zubereitung erschien mir am spannendsten, daf\u00fcr entschied ich mich.<\/p>\n<p>Die Sardinen waren dann auch wundervoll m\u00fcrbe und aromatisch, die getoastete Brioche begeisterte mich, der Blattsalat dazu rundete den Gang perfekt ab. Dazu lie\u00df ich mir ein Glas Chablis Samuel Billaud empfehlen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/220128_06_BrasserieColette.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/220128_06_BrasserieColette.jpg\" alt=\"\" width=\"358\" height=\"399\" class=\"alignnone size-full wp-image-73755\" \/><\/a><\/p>\n<p>Herr Kaltmamsell hatte Gebratene Foie gras bestellt. Sie wurde auf einer Entenbr\u00fchen-Cr\u00e8me br\u00fbl\u00e9e sowie mit Mais serviert und schmeckte ihm sehr gut (ich durfte probieren: himmlisch).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/220128_07_BrasserieColette.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/220128_07_BrasserieColette.jpg\" alt=\"\" width=\"363\" height=\"332\" class=\"alignnone size-full wp-image-73756\" \/><\/a><\/p>\n<p>Sein Hauptgang war Pulpo mit Kalbskopfjus, Topinambur &#038; R\u00f6mersalat.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/220128_10_BrasserieColette.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/220128_10_BrasserieColette.jpg\" alt=\"\" width=\"319\" height=\"429\" class=\"alignnone size-full wp-image-73757\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ich a\u00df Boeuf Bourguignon, das mir mit dem Hinweis serviert wurde, es bestehe aus 16 Stunden geschmorter Backe &#8211; ganz hervorragend. Dazu ein Glas C\u00f4tes du Rh\u00f4ne, der mir ebenso gut schmeckte wie in der Vorwoche.<\/p>\n<p>Desserts hatten wir nicht eingeplant, waren ohnehin zu satt dazu. Aber auf Espresso hatten wir beide Lust, er stellte sich als besonders gut heraus (ist ja zu meiner immer wieder neuen \u00dcberraschung gerne mal der Schwachpunkt sogar besonders guter Restaurants). Dazu wurden wir auf ein Gl\u00e4schen S\u00fc\u00dfwein eingeladen, ein duftiger Abschluss.<\/p>\n<p>Zusatzfreude: Nach einem solchen Fine-Dining-Abend in zehn Minuten zu Fu\u00df daheim zu sein.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Spannender Artikel von Claire L. Evans \u00fcber die Anfangszeit des Hackens:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.theverge.com\/c\/22889425\/susy-thunder-headley-hackers-phone-phreakers-claire-evans\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">&#8220;Searching for Susy Thunder.<br \/>\nIn the \u201980s, Susan Headley ran with the best of them\u2014phone phreakers, social engineers, and the most notorious computer hackers of the era. Then she disappeared.&#8221;<\/a><\/p>\n<p>via <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hatr\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">@hatr<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Bureaucracy was inflexible, inhuman, but that rigidity made it vulnerable, too. There were ways to use the rules to break the rules. The older she got, the more she saw the polygraph as a lesson, revealing, to her, the hidden truth of the world: that everything is a system, and every system can be cracked.<\/p><\/blockquote>\n<p>(&#8230;)<\/p>\n<blockquote><p>Hackers are folkloric figures. They\u2019re tricksters, bathed in the blue light of glowing screens and green mists of binary code. For 30 years, they\u2019ve been romanticized in films, mashing keyboards, pounding soda, racing progress bars, shouting, \u201cI\u2019m in!\u201d In the cultural imagination, they\u2019re often antisocial, malevolent figures \u2014 usually male \u2014 whose obsession with the technical minutiae of computer systems leaves them wholly under-equipped for human interaction.<\/p>\n<p>But few major hacks are pulled off without some old-fashioned social skills. Passwords are hard to crack, but people are easy. In the summer of 2020, just as I was trying to convince Scott Ellentuch to grant me access to Susan Thunder, a group of teenage hackers was able to crack 130 of Twitter\u2019s most closely guarded accounts by manipulating Twitter employees into granting them access to internal company tools.<\/p><\/blockquote>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Die aktuelle Folge &#8220;Reden wir \u00fcber Geld&#8221; der <i>S\u00fcddeutschen Zeitung<\/i> ist besonders lesenswert (\u20ac):<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/christine-thuermer-wandern-interview-1.5516373?reduced=true\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">&#8220;&#8216;Wandern ist Blut, Schwei\u00df und Tr\u00e4nen'&#8221;.<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Christine Th\u00fcrmer hat viel Geld mit dem Sanieren von Firmen verdient. Dann stieg sie aus &#8211; und wandert seitdem durch die Welt. Ein Gespr\u00e4ch \u00fcber ihren Plattenbau, abges\u00e4gte Zahnb\u00fcrsten und den depperten Versuch, sich beim Wandern selbst zu finden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Eine wirklich skurrile Pers\u00f6nlichkeit.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Aber warum Marzahn? Sie sind eine erfolgreiche Autorin, Sie h\u00e4tten sich doch auch eine Wohnung in Mitte leisten k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<p>Na, weil es hier billig ist. Ich bin von ganzem Herzen geizig. Die Wohnungsbaugenossenschaft war auch misstrauisch, die wollten zuerst mal wissen, ob ich ein regelm\u00e4\u00dfiges Einkommen habe. Ich habe dann gesagt, sie sollen mal bei Amazon schauen, da werden meine B\u00fccher angeboten. Man vermutet hier ja alles, aber keine Bestsellerautoren.<\/p><\/blockquote>\n<p>(&#8230;)<\/p>\n<blockquote><p>Ich gebe einfach nicht gerne Geld aus. Und ich habe mit steigendem Einkommen nie meine Anspr\u00fcche angehoben. Das ist mein Schl\u00fcssel zum Erfolg. Ich lebe eigentlich jetzt noch auf Studentenniveau, aber ohne mich einzuschr\u00e4nken. Ich habe mich einfach nie an einen h\u00f6heren Standard gew\u00f6hnt. Wenn ich sechs Monate wandern war, sitze ich auch am Flughafen und gucke schon die Superangebote bei Aldi, Lidl und Penny durch. Mir macht das einfach Spa\u00df.<\/p><\/blockquote>\n<p>(&#8230;)<\/p>\n<blockquote><p>Wer wandert, muss gut mit sich selbst auskommen. Noch mal zum Verst\u00e4ndnis: Ich mache nichts unter tausend Kilometer. Diese Distanzen gehen nur, wenn Sie im eigenen Tempo und im eigenen Stil gehen.<\/p>\n<p><strong>Wie ist denn Ihr Stil?<\/strong><\/p>\n<p>Ganz, ganz langsam.<\/p>\n<p><strong>Wie langsam?<\/strong><\/p>\n<p>Auf ebener Fl\u00e4che schaffe ich vielleicht vier Kilometer die Stunde. Wenn&#8217;s hochkommt. Ich bin halt eigentlich unsportlich. Ich bin nicht schwindelfrei, habe Plattf\u00fc\u00dfe, X-Beine und f\u00fcnf Kilo \u00dcbergewicht. Ich habe auch gar keinen Anreiz, schnell zu laufen. Lange Distanzen schafft man nicht \u00fcber Geschwindigkeit, sondern \u00fcber Ausdauer. Die Disziplin ist: Jeden Morgen aufstehen und loslaufen. Obwohl die F\u00fc\u00dfe wehtun, obwohl es kalt ist, obwohl das Essen schei\u00dfe ist.<\/p><\/blockquote>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>In Zeichentrickfilmen ist Wasseranimation &#8211; zusammen mit Fell &#8211; wohl das Schwierigste, auch wenn die Software inzwischen das meiste allein macht. @NonsenseIsland hat in einem Twitter-Thread <a href=\"https:\/\/twitter.com\/NonsenseIsland\/status\/1486752542147203078\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">besonders bemerkenswerte Ausschnitte aus der Filmgeschichte zusammengetragen<\/a>.<\/p>\n<p>via <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ineshaeufler\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">@ineshaeufler<\/a><\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/twitter.com\/IrenaBuzarewicz\/status\/1486610123896332292\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Kurzer Lacher \u00fcber dieses Bild.<\/a> \u00dcber Google Bildersuche r\u00fcckw\u00e4rts fand ich die K\u00fcnstlerin dahinter, <a href=\"https:\/\/www.giselledekel.com\/about\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">die belgische Illustratorin Giselle Dekel<\/a>. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/d057d488859045c09903e1687d6a5581\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wochen-Endspurt. 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