{"id":78380,"date":"2022-07-23T08:40:24","date_gmt":"2022-07-23T06:40:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=78380"},"modified":"2022-07-23T08:40:24","modified_gmt":"2022-07-23T06:40:24","slug":"journal-freitag-22-juli-2022-meine-gescheiterten-fix-und-vierzig-jetzt-aber-wirklich-letzter-krankheitstag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2022\/07\/journal-freitag-22-juli-2022-meine-gescheiterten-fix-und-vierzig-jetzt-aber-wirklich-letzter-krankheitstag.htm","title":{"rendered":"Journal Freitag, 22. Juli 2022 &#8211; Meine gescheiterten Fix und vierzig, jetzt aber wirklich letzter Krankheitstag"},"content":{"rendered":"<p>Unruhiger Schlaf. Mein Unterbewusstsein machte mir klar, wie sehr mich der Tod des ehemaligen Mitsch\u00fclers mitnimmt. Au\u00dferdem plagten mich die seltsamen oberen R\u00fcckenschmerzen links jetzt auch im Liegen. Strecken im Stehen mit anschlie\u00dfender Yoga-Vorbeuge verschaffte immer wieder Linderung.<\/p>\n<p>Noch vor sechs erkl\u00e4rte ich die Nacht f\u00fcr beendet. Und musste einsehen, dass ich halt immer noch nicht gesund war. Gestern gab es nichts Arbeitsseitiges, das mich mehr belastete als das Kr\u00e4nkeln, also meldete ich mich nochmal krank. (Au\u00dferdem hatte ich den Arbeitsrechner eingepackt und konnte zu meiner Entspannung immer wieder reinlinsen.)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/220722_01_Balkonkaffee.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/220722_01_Balkonkaffee.jpg\" alt=\"\" width=\"363\" height=\"460\" class=\"alignnone size-full wp-image-78403\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ich versuchte es mal wieder mit Milchkaffee auf dem angenehm k\u00fchlen Balkon. Und legte mich dann wieder hin, nicht zum Schlafen, sondern einfach zum Liegen. Das tut man n\u00e4mlich beim Genesen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/220722_02_Bettblick.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/220722_02_Bettblick.jpg\" alt=\"\" width=\"423\" height=\"497\" class=\"alignnone size-full wp-image-78404\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mit Hochsommerausblick h\u00f6rte ich die aktuelle Podcast-Folge von <i>Fix und vierzig<\/i> (der Untertitel &#8220;f\u00fcr Frauen ab 40 und alle, die es werden wollen&#8221; ist allein schon wundervoll), Thema <a href=\"https:\/\/fixundvierzig.podigee.io\/17-neue-episode\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">&#8220;19. Wie k\u00f6nnen wir die Di\u00e4tkultur \u00fcberwinden, Melodie Michelberger?&#8221;<\/a>. Die Standard-Eingangsfrage an den Gast machte mich wieder traurig, denn wie immer kam als Antwort auf &#8220;Was machen die 40er besser als die 30er?&#8221; eine Geschichte von Selbstfindung, Selbstverwirklichung, \u00dcberwindung falscher Ziele, Finden der richtigen, von Durchstarten in ein erf\u00fclltes Leben etc. pp. Und ich denke (mit durchaus gemischten Gef\u00fchlen) zur\u00fcck an die wahnsinns Energie, die ich in den 30ern hatte, die Verve, mit der ich mich in Neues st\u00fcrzte, die Lust an Einfluss, an der Macht, Dinge zu bewegen, gerade als Frau. Wie ich mich im Agenturleben zun\u00e4chst geradezu wie von der kurzen Leine gelassen f\u00fchlte und vor Power nur so spr\u00fchte. Wie ich mich auch auf die Gesellschaft von Menschen st\u00fcrzte, neugierig war. Was mich dann alles unterm Strich so kaputt machte (inlusive dem einen oder anderen Depressionstief zu viel), dass ich in den 40ern immer kleiner wurde, mich immer mehr zur\u00fcckzog, bitte nichts mehr bewegenm\u00fcssen wollte, kein Potenzial entfalten, sondern einfach meine Ruhe. Mit Mitte 30 h\u00e4tte ich sehr wahrscheinlich deutlich mehr Leistungen aufz\u00e4hlen k\u00f6nnen als Mitte 40, als ich gerade alles bisher scheinbar Erreichte hingeschmissen hatte und einer wiedergefundenen Freundin in England mein Leben zusammenfasste: &#8220;I&#8217;m a complete failure.&#8221; ABER! Mein Lidstrich ist heute deutlich sicherer und sch\u00f6ner als in den 30ern.<\/p>\n<p>Dann mein sinkendes Herz beim eigentlichen Thema des Podcasts, &#8220;Di\u00e4tkultur&#8221;: <i>I can&#8217;t believe I&#8217;m still discussing this shit.<\/i> Meine eigene Blogserie zum Thema Di\u00e4tterror begann ich vor 19 Jahren, geben Sie einfach mal &#8220;Di\u00e4tterror&#8221; links ins Suchfeld des Blogs ein (Achtung: Nicht hinter allen Aussagen stehe ich noch). Es macht mich tieftraurig, dass der Podcast beweist, wie wenig weiter wir hier sind &#8211; wahrscheinlich durch instagram und Co. sogar einige Schritte zur\u00fcck. (Andererseits muss ich ja nur in den Absatz dr\u00fcber lesen: Warum sollte das Thema besser vorangekommen sein als ich, hahaha, Sp\u00e4ssle.)<\/p>\n<p>Selbst bin ich ja gerade aus Versehen so d\u00fcnn wie m\u00f6glicherweise erst einmal zuvor in meinem Leben, doch es w\u00fcrde meinem&#8230; sagen wir 17-j\u00e4hrigen Ich weder helfen, nicht mal w\u00fcrde es dieses Ich \u00fcberraschen, wenn ich ihm mitteilte: D\u00fcnnsein macht nicht gl\u00fccklich. Es erweitert die Styling-Optionen, mehr nicht.<\/p>\n<p>Vormittags beschloss ich gegen die R\u00fcckenschmerzen eine Runde Yoga &#8211; die ganz wunderbar gut tat und den Schmerz linderte. Duschen und Anziehen, ich f\u00fchlte mich fit f\u00fcr einen kleinen Spaziergang. Vorher Telefonat mit Neffe 1, vielleicht wird ein sehr lang gehegter Reisetraum n\u00e4chsten Fr\u00fchling wahr.<\/p>\n<p>Der Spaziergang in steigender, aber noch gut ertr\u00e4glicher Hitze wurde nicht so lang wie erhofft, weil mich wieder der obere linke R\u00fcckeschmerz packte, AUA! Sowas kenne ich ja sonst gar nicht &#8211; erinnere mich aber an Kolleginnen, die wegen Beschwerden, deren Beschreibung sehr gut auf meine passten, tagelang krank geschrieben waren.<\/p>\n<p>Zu Hause dehnte ich mich durch alle \u00dcbungen, die mir als Schwimmerin und Yoga-nicht-mehr-ganz-Anf\u00e4ngerin zum Oberk\u00f6rper allgemein und zum R\u00fccken einfielen, das brachte ein wenig Besserung. Zum Fr\u00fchst\u00fcck kochte ich mir Porridge; als er noch &#8220;Haferschleim&#8221; hie\u00df, war das ja magenschonende Krankenkost (und ich mache ihn eh immer mit Wasser). Es gab ihn mit einigen L\u00f6ffeln Joghurt, ges\u00fc\u00dft mit Zuckerr\u00fcben-Sirup.<\/p>\n<p>Nachmittags hatte ich nur einmal das Bed\u00fcrfnis mich hinzulegen. Sonst Zeitunglesen, sonstiges Lesen, das Verdauungssystem schien mir wieder eingerenkt.<\/p>\n<p>Weil&#8217;s so gut getan hatte, turnte ich abends die vormitt\u00e4gliche Yoga-Runde nochmal, <a href=\"https:\/\/youtu.be\/jQPraKYoH54\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">war ja auch nur ein Viertelst\u00fcndchen rundum<\/a>. Direkt danach wieder v\u00f6llig schmerzfrei &#8211; aber nicht lange.<\/p>\n<p>Nachtmahl serviert von Herrn Kaltmamsell:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/220722_04_Nachmahl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/220722_04_Nachmahl.jpg\" alt=\"\" width=\"363\" height=\"484\" class=\"alignnone size-full wp-image-78406\" \/><\/a><\/p>\n<p>Erst wurde die erste Aubergine aus Ernteanteil gefeiert: gegrillt mit Safranjoghurt. Dann gab es ein St\u00fcckchen gekochtes Rindfleisch mit Kartoffeln und Meerrettich. Endlich konnte ich wieder essen, was Herr Kaltmamsell uns kocht. Die paar Tage mit fast nichts haben mir gezeigt, wie genau kalkuliert wir beide einkaufen, so dass bei uns praktisch nie Lebensmittel verderben: Die Brotzeiten, die ich f\u00fcr die Woche eingekauft hatte, blieben liegen, ich musste Herrn Kaltmamsell um Aufessen bitten.<\/p>\n<p>Abendprogramm: Von Festplatte die Doku von 2018 <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/tv\/programm\/sendung-759840.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\"><i>Depeche Mode und die DDR<\/i><\/a> &#8211; endlich mal. Unter anderem weil darin eine Freundin vorkommt, die gestern Geburtstag hatte. (Mein <i>claim to fame<\/i>: Ich habe einige Goldene Schallplatten von Depeche Mode mit eigenen Augen gesehen. Mehrfach.)<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Technikgeschichte wie ich sie liebe (ich bin ja der \u00dcberzeugung, dass das 20 Jahre, propriet\u00e4re und hand-gecodede alte ERP-System in der Arbeit, das am 1. Januar durch ein zeitgem\u00e4\u00dfes System ersetzt wurde, mindestens eine Doktorarbeit \u00fcber die Geschichte meines Arbeitgebers und\/oder des Programmierens abgeben w\u00fcrde).<br \/>\n<a href=\"https:\/\/twitter.com\/mcfunley\/status\/1550219636464967680\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">&#8220;I\u2019ve been sitting on a weird epic ramble about Etsy homepages from the middle 2000\u2019s for the better part of 15 years now so I figured I would write it up as a thread&#8221;.<\/a><\/p>\n<p>In Wirklichkeit verlinke ich das hier ja nur, weil ich ungemein stolz darauf bin, dass ich ca. ein Drittel davon zur H\u00e4lfte verstehe. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/4e76edf5886c4517bab45cf6027f8571\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unruhiger Schlaf. Mein Unterbewusstsein machte mir klar, wie sehr mich der Tod des ehemaligen Mitsch\u00fclers mitnimmt. 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