{"id":7878,"date":"2010-06-08T18:36:12","date_gmt":"2010-06-08T16:36:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=7878"},"modified":"2011-06-10T14:00:05","modified_gmt":"2011-06-10T12:00:05","slug":"sardinien-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2010\/06\/sardinien-2.htm","title":{"rendered":"Sardinien 2"},"content":{"rendered":"<p>Den <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Costa_Smeralda\" target=_new>Nordosten Sardiniens<\/a> hat ja bekanntlich Aga Khan erfunden, damals in den 60ern, inklusive dem \u201esardischen\u201c Baustil (so wird er in Prospekten genannt), den auch unser Hotel hatte. Fast alle Orte in dieser Ecke der Insel sind also Retortensiedlungen f\u00fcr den Fremdenverkehr. Dahinter steckt viel Sorgfalt, die Baus\u00fcnden zum Beispiel der spanischen Costa del Sol zu vermeiden: Die Geb\u00e4ude sind klein, verschachtelt und niedlich, verwaschen verputzt, sehr gepflegt &#8211; inklusive den Gr\u00fcnanlagen. Gleichzeitig haben die D\u00f6rfer dadurch etwas von Disneyland. Einem andalusischgriechischitalienischen Disneyland mit deutlich mexikanischem Einschlag. Zu den Folgen geh\u00f6ren empfindlich hohe Preise: Die kleinste Eisportion, die in M\u00fcnchen etwa zwei Kugeln entspr\u00e4che, kostete zwischen 2,50 und 3,50 Euro; die billigste Sonnenmilch im Supermarkt kam auf 15,60 Euro (ich habe heute zum Spa\u00df im n\u00e4chstgelegenen M\u00fcnchner Drogeriemarkt nachgesehen: 7,50 Euro).<\/p>\n<p>Einiges weist darauf hin, dass der Osten Sardiniens viel reizvoller und interessanter ist &#8211; zum Beispiel <a href=\"http:\/\/kittykoma.twoday.net\/stories\/zu-stein-werden\/\" target=_new>der Urlaubsbericht von Frau Kittykoma<\/a>, die wir leider knapp verpasst haben. Auch der S\u00fcden Sardiniens muss sehr reizvoll sein. Wir hingegen sahen uns in unserer nord\u00f6stlichen Gegend und in der gesamten Provinz Gallura ein wenig um. Die Ortschaften sind oft so gesichtslos dr\u00f6ge, dass ich zu dem Verdacht neige, das Erfinden eines \u201esardischen\u201c Stils k\u00f6nnte f\u00fcr die Region eine Bereicherung gewesen sein. Vielleicht waren wir aber nur ungeschickt bei unserem Umsehen: In <a href=\"http:\/\/www.sardegna.com\/de\/arzachena\/\" target=_new>Arzachena<\/a> hielten wir uns zwischen 15 und 16 Uhr auf, also noch w\u00e4hrend der Mittagspause. M\u00f6glicherweise w\u00e4re der v\u00f6llig ausgestorbene Ort, in dem die Schaufenster eines Drittels der Gesch\u00e4fte mit Zeitungspapier verklebt waren, eine halbe Stunde sp\u00e4ter zu quirligem Leben erwacht.<\/p>\n<p>Nach <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sassari\" target=_new>Sassari<\/a>, der zweitgr\u00f6\u00dften Stadt Sardiniens, fuhren wir ausgerechnet am 2. Juni, dem italienischen Nationalfeiertag: Selbst Caf\u00e9s und Restaurants waren geschlossen, auf den Stra\u00dfen irrten nur einige wenige versprengte Touristen wie wir herum. Halt: Ein Caf\u00e9 war sogar ge\u00f6ffnet, am Hauptplatz, und servierte uns Cappuccino. Einheimisches Leben entdeckten wir dann doch: Im Stadtpark fand ein Wohlt\u00e4tigkeitsbasar statt, auf dem Vereine von Pfadfindern bis Rotem Kreuz und Stadtteilb\u00fcrgerschaften Selbstgebasteltes anboten.<\/p>\n<p>Richtig Atmosph\u00e4re hingegen hatte die Provinzhauptstadt der Gallura, <a href=\"http:\/\/www.sardinien.com\/rundreisen\/gallura\/tempio_pausania\/tempio_pausania.cfm\" target=_new>Tempio Pausania<\/a>: Als wir hier den sp\u00e4ten Nachmittag verbrachten, waren die Gassen zwischen den charakteristischen Granith\u00e4usern voller gesch\u00e4ftiger Bewohner &#8211; ich f\u00fchlte mich fast wie ein Eindringling.<\/p>\n<p>Doch f\u00fcr Besichtigungen und Ausfl\u00fcge waren wir ja eigentlich gar nicht nach Sardinien gekommen &#8211; wir wollten Faulenzen. Zumal die Insel ganz sch\u00f6n gro\u00df ist und zudem bergig: Ausfl\u00fcge hatten immer den Preis ziemlich langer Autofahrten.<\/p>\n<p>Wir genossen also die Sonne, die au\u00dfer an zwei extrem windigen Tagen schien, an den letzten beiden Tagen unseres Aufenthalts sogar f\u00fcr richtig heftige Hitze sorgte.<br \/>\n(Fortsetzung folgt.)<\/p>\n<p>Arzachena mit einem der witterungsgeformten Granitfelsen, von denen es an vielen Stellen bizarre Varianten gibt:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/Arzachena_1.jpg\" alt=\"\" title=\"Arzachena_1\" width=\"385\" height=\"480\" class=\"alignnone size-full wp-image-7879\" \/><\/p>\n<p>Die Treppe hinunter zum entv\u00f6lkerten Hauptplatz von Arzachena:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/Arzachena_2.jpg\" alt=\"\" title=\"Arzachena_2\" width=\"498\" height=\"435\" class=\"alignnone size-full wp-image-7880\" \/><\/p>\n<p>Der stillgelegte Bahnhof von Tempio Pausania, der allerbuchs als die eine Sehensw\u00fcrdigkeit der Stadt neben der Hauptkirche gilt (wegen Wandgem\u00e4lden im Innen, das versperrt war):<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/Tempio_Pausania_1.jpg\" alt=\"\" title=\"Tempio_Pausania_1\" width=\"481\" height=\"368\" class=\"alignnone size-full wp-image-7882\" \/><\/p>\n<p>Granithaus in Tempio Pausania:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/Tempio_Pausania_2.jpg\" alt=\"\" title=\"Tempio_Pausania_2\" width=\"473\" height=\"370\" class=\"alignnone size-full wp-image-7883\" \/><\/p>\n<p>Menschenleeres Sassari in h\u00fcbsch:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/Sassari_1.jpg\" alt=\"\" title=\"Sassari_1\" width=\"495\" height=\"366\" class=\"alignnone size-full wp-image-7884\" \/><\/p>\n<p>In zumindest malerisch:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/Sassari_2.jpg\" alt=\"\" title=\"Sassari_2\" width=\"340\" height=\"490\" class=\"alignnone size-full wp-image-7885\" \/><\/p>\n<p>In eigentlich typisch und authentisch (rechts vom Bildausschnitt trafen wir auf den zweiten offenen Laden der Stadt &#8211; ein Telefonie- und Internetkabuff):<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/Sassari_3.jpg\" alt=\"\" title=\"Sassari_3\" width=\"515\" height=\"395\" class=\"alignnone size-full wp-image-7886\" \/><\/p>\n<p>Das erfundene Sardinien in Porto Cervo:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/Porto_Cervo_1.jpg\" alt=\"\" title=\"Porto_Cervo_1\" width=\"530\" height=\"428\" class=\"alignnone size-full wp-image-7890\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/Porto_Cervo_2.jpg\" alt=\"\" title=\"Porto_Cervo_2\" width=\"463\" height=\"365\" class=\"alignnone size-full wp-image-7891\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/Porto_Cervo_3.jpg\" alt=\"\" title=\"Porto_Cervo_3\" width=\"609\" height=\"266\" class=\"alignnone size-full wp-image-7892\" srcset=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/Porto_Cervo_3.jpg 609w, https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/Porto_Cervo_3-600x262.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 609px) 100vw, 609px\" \/><\/p>\n<p>Selbst an Kirchen wurde gedacht in den Besucherd\u00f6rfern der Costa Smeralda. Es ist eher das Fehlen eines Details, das die Orte als Trugbilder entlarvt: Keine Friedh\u00f6fe.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/Porto_Cervo_4.jpg\" alt=\"\" title=\"Porto_Cervo_4\" width=\"395\" height=\"386\" class=\"alignnone size-full wp-image-7893\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den Nordosten Sardiniens hat ja bekanntlich Aga Khan erfunden, damals in den 60ern, inklusive dem \u201esardischen\u201c Baustil (so wird er in Prospekten genannt), den auch unser Hotel hatte. Fast alle Orte in dieser Ecke der Insel sind also Retortensiedlungen f\u00fcr den Fremdenverkehr. 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