{"id":79140,"date":"2022-08-17T06:27:11","date_gmt":"2022-08-17T04:27:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=79140"},"modified":"2022-08-17T08:21:01","modified_gmt":"2022-08-17T06:21:01","slug":"journal-dienstag-16-august-2022-bloggen-fuer-privat-strickerinnerungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2022\/08\/journal-dienstag-16-august-2022-bloggen-fuer-privat-strickerinnerungen.htm","title":{"rendered":"Journal Dienstag, 16. August 2022 &#8211; Bloggen f\u00fcr Privat, Strickerinnerungen"},"content":{"rendered":"<p>Corona vorbei, ich ging wieder in die Arbeit. Entprechend unruhig war der Schlaf in der Nacht vor erstem Tag Arbeit.<\/p>\n<p>Die Wettervorhersagen hatten je nach App\/Wetterdienst ausgesprochen unterschiedliche Angaben gemacht; der Morgen trat mild und fast wolkenlos auf, ich entschied mich f\u00fcr die Hitzevariante und schl\u00fcpfte in ein Sommerkleid. Stellte sich im Lauf des Tages als die richtige Wahl heraus.<\/p>\n<p>Ein wenig Schlepp auf dem Fu\u00dfweg ins B\u00fcro: Ich musste ja meine gesamte IT-Ausr\u00fcstung zur\u00fcckbringen, mit der ich mich f\u00fcr bequemes Homeoffice in Isolation ausgestattet hatte.<\/p>\n<p>Im B\u00fcro nur eine kurze Panikphase, der Arbeitstag blieb aus verschiedenen \u00e4u\u00dferen Gr\u00fcnden halbwegs kontrollierbar. Es zeichneten sich keine Folgen der Infektion ab, ich f\u00fchlte mich frisch und bewegte mich mit Energie.<\/p>\n<p>Mittagessen, w\u00e4hrend drau\u00dfen die Sommersonne schien: Ein Laugenz\u00f6pferl, auf dem Arbeitsweg gekauft, H\u00fcttenk\u00e4se.<\/p>\n<p>Auf dem Heimweg Eink\u00e4ufe im Vollcorner und Drogeriemarkt. Kurz beim Hausarzt vorbeigeschaut, um meine Kassenkarte nachzureichen f\u00fcr die Krankschreibung via E-Mail.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Herr Kaltmamsell in der K\u00fcche stand und f\u00fcrs Abendessen sorgte, turnte ich eine weitere Folge Yoga mit Adriene, &#8220;Move&#8221;.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/220816_03_Nachtmahl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/220816_03_Nachtmahl.jpg\" alt=\"\" width=\"302\" height=\"377\" class=\"alignnone size-full wp-image-79187\" \/><\/a><\/p>\n<p>Es gab die Zucchini aus Ernteanteil als selbsterfundenes Curry mit Kichererbsen und Kartoffeln, leicht scharf &#8211; ganz wunderbar. Nachtisch viel Schokolade.<\/p>\n<p>Abendunterhaltung war eine gespeicherte Doku \u00fcber die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nicholas_Brothers\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Nicholas Brothers<\/a> &#8211; die stilbildend bis hinein in Rap und Hiphop waren und die sehr wahrscheinlich den Stellenwert von Fred Astaire und Gene Kelly h\u00e4tten, wenn man ihnen als Schwarze dieselben Chancen einger\u00e4umt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Im Bett neue Lekt\u00fcre, ich begann Zo\u00eb Beck, <i>Schwarzblende<\/i>.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich selbst habe ich die vorhergehenden drei Tage sehr wohl aufgeschrieben, mit Fotos und allem, schlie\u00dflich ist das hier mein wichtigstes Nachschlagewerk zum eigenen Leben geworden. Allerdings hat mir das Aufschreiben ohne Ver\u00f6ffentlichungsabsicht gezeigt, wie viel ich sonst auslasse, weil es halt die \u00d6ffentlichkeit nichts angeht: Nachbarschaft, Familie, \u00fcberhaupt meine Interaktionen mit anderen Menschen. Diese m\u00fcssen sich ja darauf verlassen k\u00f6nnen, nicht ungefragt in die \u00d6ffentlichkeit zu geraten. Selbst mein eigener Blick zur\u00fcck ist dadurch stark gefiltert. Oft kann ich mich schon nach wenigen Jahren nicht mehr erinnern, wer die &#8220;Freundin&#8221; ist, mit der ich mich verabredet hatte; nur f\u00fcr mich h\u00e4tte ich selbstverst\u00e4ndlich ihren Namen erw\u00e4hnt, auch die Verabredung samt Gespr\u00e4chen detailliert beschrieben. So fehlen hier die interessantesten, die besten Geschichten, die ich bei pers\u00f6nlichen Begegnungen aus meinem Leben erz\u00e4hle.<br \/>\nIch wei\u00df noch nicht, was ich mit dieser Erkenntnis mache.<\/p>\n<p>Dieser Filter, so habe ich zudem bemerkt, wirkt sich auch auf mein Fotografieren aus: Tendenziell halte ich Ver\u00f6ffentlichbares fest, also m\u00f6glichst keine Menschen. Doch aus gr\u00f6\u00dferem Abstand sind ja vor allem die Bilder mit Menschen drauf interessant, ihre Kleidung, ihre Frisuren. Also habe ich mir vorgenommen, k\u00fcnftig mehr f\u00fcr mein sp\u00e4teres Ich zu fotografieren, nicht nur f\u00fcrs Blog.<\/p>\n<p>Beim wiederaufgenommenen Stricken fielen mir lang vergessene Details des Strickunterrichts in meiner Grundschulzeit ein (Mitte 1970er, <i>Nachtrag: in Bayern<\/i>): Wie wir zun\u00e4chst Maschenabheben lernten, also von einer Nadel unabgestrickt zur anderen. Und wie mich die scheinbare Sinnlosigkeit frustriert hatte. Erst jetzt, mit viel Erfahrung wei\u00df ich, wie oft man diese Fertigkeit braucht. Ebenso wie das damals verhasste Zur\u00fcckstricken, Masche um Masche: N\u00e4mlich wenn ich einen Fehler noch in derselben Reihe entdecke. Doch musste man unbedingt damit anfangen? Den Handarbeitsunterricht mochte ich eh nicht, bei meiner Dysbastelie lag mir jede Art von mechanischer Akkuratheit fern, Sorgfalt war ebenso wenig meins. Das Ergebnis wurde daheim als &#8220;schlampig&#8221; bezeichnet &#8211; was nur zu gut zu dem Bild passte, das man dort bis zu meinem Auszug von mir hatte.<\/p>\n<p>Kurz fragte ich mich, mit welchem didaktischen Ansatz wohl heutzutage der Strickunterricht f\u00fcr v\u00f6llig Ahnungslose beginnt &#8211; dann fiel mir ein, dass ich das ja <a href=\"https:\/\/youtu.be\/p_R1UDsNOMk\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">in einem YouTube-Tutorial f\u00fcr Dummys<\/a> sehr schnell rausfinden konnte: 1. Der Mann (EIN MAAAAAANNNNNN!) 2. schl\u00e4gt schon mal anders an, als ich es damals gelernt habe (sieht praktischer aus, k\u00f6nnte ich \u00fcbernehmen &#8211; interessanterweise scheint es auch hier kulturelle Unterschiede zu geben: <a href=\"https:\/\/youtu.be\/hYceag4emRw\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">das deutsche Lehrfilmchen zeigt die kompliziertere Methode<\/a>, die ich in der Schule lernte), und 3. er strickt sofort los.<\/p>\n<p>Ein weiterer kultureller Unterschied, der mir schon fr\u00fch auffiel: Woanders, zum Beispiel in Spanien, wird das Strickst\u00fcck auf langer Nadel unter den linken Arm geklemmt, es arbeitet nur die rechte Hand, f\u00fcr jede Masche legt die linke Hand den Faden um die rechte Nadel. Sah in meinen Augen immer sehr umst\u00e4ndlich und langsam aus.<\/p>\n<p>Ziemlich sicher habe ich mir das eigentliche Stricken sp\u00e4ter als Teenager selber beigebracht, im gro\u00dfen Strick-Boom der 1980er. Aber woher bekam ich die Details? Aus Strickanleitungen? Oder haben wir Strickerinnen einander unsere Tricks gezeigt? Ich kann mich nicht erinnern, nicht mal woher ich die Idee hatte, statt der langen, unpraktischen Stricknadeln (mit denen man immer das ganze bereits gestrickte Teil heben musste) Rundstricknadeln zu verwenden, auch f\u00fcrs unrunde Geradausstricken, bei denen das Strickprodukt liegen konnte. Und woher erfuhr ich von so segensreichen Hilfsmitteln wie Zopfnadeln?<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Zum Thema Gasumlage beobachte ich in meinem Internet einen \u00fcberraschenden Reflex: Sofort wird sich emp\u00f6rt, Unternehmen bereicherten sich auf Kosten ihrer Kundschaft. Ja, das tun Unternehmen oft und gern, vor allem Aktiengesellschaften, deren Unternehmenszweck es ist, ihren Aktion\u00e4r*innen Geld zu beschaffen. Aber in diesem Fall geht es doch um etwas v\u00f6llig Anderes. Zum Gl\u00fcck kenne ich eine Expertin f\u00fcr Energierecht, n\u00e4mlich <a href=\"https:\/\/twitter.com\/miriam_vollmer\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">@miriam_vollmer<\/a>. Sie erkl\u00e4rt in einem Twitter-Thread, <a href=\"https:\/\/twitter.com\/miriam_vollmer\/status\/1559249596978708480\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">was diese konkrete Gasumlage tats\u00e4chlich ist<\/a>.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Vom Autor Maik Novotny auf Twitter angek\u00fcndigt mit:<\/p>\n<blockquote><p>Ich habe m\u00f6glicherweise die Zukunft der Architektur gesehen, und zwar nicht im verspiegelten Prestige-Megamumpitz in der arabischen W\u00fcste, sondern in einer Bauteilb\u00f6rse in einem Schweizer Gewerbegebiet.<\/p><\/blockquote>\n<p>Sein Artikel: <a href=\"https:\/\/www.derstandard.at\/story\/2000138235081\/wiederverwertung-in-der-architektur-die-bauteiljaeger-von-basel\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">&#8220;Wiederverwertung in der Architektur: Die Bauteilj\u00e4ger von Basel&#8221;.<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Buser und Honegger sind ohne Zweifel die Pioniere der Wiederverwertung in der Architektur. Schon in den 1990er-Jahren gr\u00fcndete Buser die Bauteilb\u00f6rse, 1998 mit Honegger das &#8220;baub\u00fcro in situ&#8221;. Den Impuls daf\u00fcr lieferte den beiden ein l\u00e4ngerer Aufenthalt zur humanit\u00e4ren Hilfe in Afrika. Dort wurde ihnen klar, wie verschwenderisch man in Europa mit Materialien umgeht. Was in der Schweiz im Abfall landete (und das war auf dem Bau damals praktisch alles), sei besser als das, was man in Ruanda neu kaufte, sagen sie. Das f\u00fchrte zu einem komplett anderen Blick auf Architektur.<\/p><\/blockquote>\n<p> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/4219ecf246ee41f2b71748931cbbc4a0\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Corona vorbei, ich ging wieder in die Arbeit. Entprechend unruhig war der Schlaf in der Nacht vor erstem Tag Arbeit. 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