{"id":8135,"date":"2010-07-08T06:54:57","date_gmt":"2010-07-08T04:54:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=8135"},"modified":"2018-09-27T07:52:39","modified_gmt":"2018-09-27T05:52:39","slug":"journal-mittwoch-7-juli-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2010\/07\/journal-mittwoch-7-juli-2010.htm","title":{"rendered":"Journal Mittwoch, 7. Juli 2010"},"content":{"rendered":"<p>Ein Gesch\u00e4ftstermin brachte mich in die Peripherie M\u00fcnchens, in der Fuchs und Hase nicht tot \u00fcberm Zaun h\u00e4ngen m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Auf dem R\u00fcckweg bewies ich meine F\u00e4higkeit zu wohlerzogenem und unbockigem Verhalten: Ich blockte das Fu\u00dfballgespr\u00e4ch des Taxifahrers nicht ab, sondern lieferte ihm durch freundliches \u201eAha!\u201c, \u201eJa sowas\u201c, \u201eSchau ma mal\u201c, \u201eDes werd scho\u201c sowie punktgenaues Lachen Sprechanlass. (Sp\u00e4ter blaffte ich allerdings eine Kollegin auf ihre Frage \u201eUnd wo schaust du heute Fu\u00dfball?\u201c mit \u201eNicht!\u201c an.)<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Beim Mittagessen in der Kantine mit einer entfernten Kollegin abstruse Gesch\u00e4ftsmodelle f\u00fcrs Unternehmen durchgebl\u00f6delt. Mit richtig Fachkundigen macht sowas ausgesprochen Spa\u00df.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Ich brauchte einen neuen gro\u00dfen Koffer. F\u00fcr erste Erkundigungen ging ich nach Feierabend zum Hertie am Hauptbahnhof (sdoch mir wurscht, unter welchen wechselnden Namen dieses sch\u00f6ne Kaufhaus firmiert), weil ich dort wiederholt gute Erfahrung mit Fachberatung gemacht hatte (Haushaltselektronik, Kurzwaren, Geschirr). Ich sah mich erst mal gr\u00fcndlich unter der gro\u00dfen Auswahl um, bis ich das Hilfeangebot einer jungen Angestellten annahm. Sie war ph\u00e4-no-me-nal. Im Laufe der Beratung erfuhr ich nicht nur alles \u00fcber den Stand der Kofferforschung, und das praktisch ohne jedes Marketing-Sprech, sondern auch \u00fcber internationale Reisevorschriften samt einem Ausblick auf k\u00fcnftige Entwicklungen, \u00fcber die Vorlieben M\u00fcnchner K\u00e4ufer in den vergangenen zehn Jahren, \u00fcber Kauftendenzen ausl\u00e4ndischer Touristen in den Sommermonaten und die Erfahrungen von verschiedenen Nutzern des Modells, das sie mir nach meinen Angaben (m\u00f6glichst lange Haltbarkeit bei anst\u00e4ndigem Aussehen und guter Funktionalit\u00e4t) empfahl. Ich f\u00fchlte mich in dieser halben Stunde so umfassend informiert, dass ich ihrer Empfehlung auf der Stelle folgte. Jetzt besitze ich <a href=\"https:\/\/www.samsonite.de\/cosmolite\/\" target=_new>diesen Koffer<\/a> und werde nie wieder unbefangen ein laufendes Gep\u00e4ckband betrachten k\u00f6nnen. Ich bin ganz sicher, meine Fachberaterin err\u00e4t nach jedem Flug, welches Gep\u00e4ck zu welchem Passagier geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p><i>Flaubert&#8217;s Parrot<\/i> nach 80 Seiten aufgegeben: Alle Details von Flaubert&#8217;s Biografie und deren Rezeption, erz\u00e4hlt von einem fiktiven Fan, interessieren mich auch im zweiten Anlauf nicht die Bohne. Wenn ich mich recht entsinne, hat mir Julian Barnes seinerzeit mit diesem Buch (nach <i>Metroland<\/i>, <i>A History of the World in 10 1\/2 Chapters<\/i> und <i>Before she met me<\/i>) derart das Kraut ausgesch\u00fcttet, dass ich seither keine weiteren von ihm gelesen habe. Statt dessen Ian McEwans Erstling.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Mein ruhiges n\u00e4chtliches Drau\u00dfen (nobody expects the Spanish inquisition) informierte mich, dass ich die Fu\u00dfballweltmeisterschaft in den n\u00e4chsten Tagen werde einfacher ignorieren k\u00f6nnen als bisher. Mal sehen, ob ich nicht sogar die etwa 20 Twitterer bereits jetzt zur\u00fcck in meine Timeline holen kann, die ich wegen ihres \u00fcberwiegenden Fu\u00dfballgetwitters vor\u00fcbergehend rausgeworfen hatte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Gesch\u00e4ftstermin brachte mich in die Peripherie M\u00fcnchens, in der Fuchs und Hase nicht tot \u00fcberm Zaun h\u00e4ngen m\u00f6chten. 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