{"id":84212,"date":"2023-02-05T09:01:11","date_gmt":"2023-02-05T08:01:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=84212"},"modified":"2023-02-05T13:51:26","modified_gmt":"2023-02-05T12:51:26","slug":"journal-samstag-4-februar-2023-gruenes-fest-mick-herron-slow-horses","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2023\/02\/journal-samstag-4-februar-2023-gruenes-fest-mick-herron-slow-horses.htm","title":{"rendered":"Journal Samstag, 4. Februar 2023 &#8211; Gr\u00fcnes Fest, Mick Herron, <i>Slow Horses<\/i>"},"content":{"rendered":"<p>Ausgeschlafen, leicht verkatert aufgewacht. Letzteres hatte ich vorhergesehen und keine Sportpl\u00e4ne gemacht. Erst mal baute ich mit Herrn Kaltmamsell die Wohnung von der Dinner Party am Vorabend zum gr\u00f6\u00dften Teil r\u00fcck, w\u00e4hrenddessen lief eine Maschine W\u00e4sche.<\/p>\n<p>\u00dcber Morgenkaffee gebloggt, W\u00e4sche aufgeh\u00e4ngt. F\u00fcr das Mitbringessen zur abendlichen Einladung (an diesem Wochenende ging&#8217;s zu, als h\u00e4tte ich ein Sozialleben) Pellkartoffeln gekocht, dazu den k\u00fcrzlich gebraucht erworbenen Schnellkochtopf ausprobiert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/230204_01_Dampfkochtopf.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/230204_01_Dampfkochtopf.jpg\" alt=\"\" width=\"332\" height=\"356\" class=\"alignnone size-full wp-image-84215\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das klappte gleich mal nicht: Die in der Anleitung angegebenen 8 Minuten Kochzeit ergaben rohe Kartoffeln. Herr Kaltmamsell, der schon mehr mit diesem Dampfkochtopf gearbeitet hatte, f\u00fchrte eine zweite Runde durch: gekochte Kartoffeln. Ich werde lernen m\u00fcssen. Und wenn es nur ist, dass sich Druckgaren bei Kartoffeln nicht lohnt, weil sich die Garzeit von den sonstigen 20 Minuten nur auf zw\u00f6lf reduziert.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Kartoffeln ausd\u00e4mpften und abk\u00fchlten, turnte ich Yoga: Im 30-Tage-Programm w\u00e4re eine Entspannungsfolge drangewesen, das wollte ich gestern als einzige Bewegungsm\u00f6glichkeit wirklich nicht. Ich wiederholte stattdessen die vorherige Folge.<\/p>\n<p>Kartoffeln pellen und scheibeln, sie ergaben mit Salz und Sahne Rahmkartoffelsalat.<\/p>\n<p>Geduscht und gekleidet ging ich raus auf eine Einkaufsrunde zur Schwanthalerh\u00f6he (k\u00fchl, einige freundliche Flecken am Himmel), brachte unter anderem Semmeln mit. Die gab es gegen zwei zum Fr\u00fchst\u00fcck, au\u00dferdem Rote Bete und Tahini-Tarte vom Vorabend.<\/p>\n<p>Das machte mich schl\u00e4frig genug f\u00fcr eine kleine Siesta. Den Rest des Nachmittags verbrachte ich mit Internetlesen, au\u00dferdem las ich Mick Herron, <i>Slow Horses<\/i> aus.<\/p>\n<p>Abends waren Herr Kaltmamsell und ich zu einem Fest mit Motto &#8220;Warten aufs Gr\u00fcn&#8221; in Neuhausen eingeladen. Ich hatte online ein Peter-Pan-Kost\u00fcm bestellt und war schon wieder auf &#8220;Lieferzeit 3-5 Werktage&#8221; reingefallen: Als am Tag nach der Bestellung der Aussand gemeldet wurde, lag der Anliefertermin 2-3 Wochen sp\u00e4ter. Also lieh ich mir von Herrn Kaltmamsell sein Superhelden-Hemd, das prominent den (gr\u00fcnen) Hulk zeigt. Der Herr kleidete sich in ein gr\u00fcnes Hemd unter Weste und Hosentr\u00e4gerhose, setzte eine Kappe auf und sah im Ergebnis irisch aus (gr\u00fcne Insel).<\/p>\n<p>Auf dem Fest allgemeines Erinnern an seinen Vorl\u00e4ufer vor drei Jahren: Es war damals f\u00fcr alle die letzte Geselligkeit vor den erst selbst gew\u00e4hlten, dann vorgeschriebenen Corona-Beschr\u00e4nkungen gewesen.<\/p>\n<p>Mein Abendessen vom Buffet: Nudelsalat, Rahmkartoffelsalat, frisches Gem\u00fcse, K\u00e4se. Es gab auch S\u00fc\u00dfigkeiten in gr\u00fcner Verpackung, davon nahm ich mir Nachtisch.<\/p>\n<p>Noch vor Mitternacht verabschiedeten wir uns, Herr Kaltmamsell war kr\u00e4nklich (drei Jahre zuvor war er richtig krank gewesen und gar nicht erst mitgekommen).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/230204_05_EvaAlbert.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/230204_05_EvaAlbert.jpg\" alt=\"\" width=\"423\" height=\"542\" class=\"alignnone size-full wp-image-84217\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wundersch\u00f6nes Treppenhaus vor Gastgeberwohnung, das meine Tr\u00e4ume schon mal eingebaut haben.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/buch_herron.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/buch_herron.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"230\" class=\"alignnone size-full wp-image-84117\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mick Herron, <i>Slow Horses<\/i><\/p>\n<p>Ein vergn\u00fcglicher Geheimdienstroman um Angestellte des britischen MI5, also des Inlands-Pendants zum Auslandsgeheimdienst MI6. Diese speziellen haben etwas so gr\u00fcndlich verbockt, dass sie im Dienst untragbar sind \u2013 doch aus irgendeinem Grund, bei jedem und jeder ein anderer, muss man sie weiterbesch\u00e4ftigen und sammelt sie an einem Standort in London: Slough House (daraus abgeleitet ihr Spitzname Slow Horses). Wo sie sich und einander gr\u00fcndlich auf die Nerven fallen, auch als sich eine M\u00f6glichkeit auftut, doch nochmal an einen echten Einsatz zu kommen. <\/p>\n<p>Mir gefiel die Englischheit der Szenerie: Nach der Beschreibung von zwei, drei Details in Slough House wusste ich bereits, wie es darin roch (Teppich im Treppenhaus!), ich erkannte zudem Pubs und Caf\u00e9s wieder (heftige Vermissung und Sehnsucht nach England &#8211; aber ich bin immer noch beleidigt). Au\u00dferdem empfand ich den Realismus vieler Aspekte als angenehm: In den ersten beiden Dritteln des Buchs machen die <del datetime=\"2023-02-05T12:50:46+00:00\">Protagonost*innen<\/del>Protagonist*innen ihren Geheimdienstjob wie wir unsere: Nichts l\u00e4uft jemals ganz glatt, man verschusselt etwas und verstolpert sich, nie greift irgendwas perfekt ineinander, st\u00e4ndig muss man nachbessern, damit der Job \u00fcberhaupt erledigt ist. Im letzten Teil steigert sich die Protagonistentruppe allerdings zu H\u00f6chstform &#8211; das empfand ich als ein bisschen entt\u00e4uschend konventionell, andererseits ist die Handlung dann so spannend, dass der Fokus auf Tempo und Fortgang liegt.<\/p>\n<p>Sprachlich bleibt Herron im Genre &#8211; allerdings mit dem zeitgen\u00f6ssischen Dreh Ironie und Selbstreflexion, ohne den Genre heute albern wirkt: Zum Beispiel sind viele Dialoge <i>hard boiled<\/i> und auf Pointe geschrieben, doch die Pointensetzerin freut sich \u00fcber den Treffer (oder \u00e4rgert sich, wenn ihr nicht rechtzeitig einer eingefallen ist). Und wir bekommen durchaus neben nahezu realistischen auch Genre-Figuren: Unter anderem den dicken, ekligen, ausgemusterten Haudegen, dem alles egal scheint, doch der sich selbst aus scheinbar unentrinnbaren Zwickm\u00fchlen befreit \/ die Intrigen spinnende, F\u00e4den ziehende Karriere-Chefin \/ das gewissenlose Kabinettsmitglied aus der Oberschicht (&#8220;PJ&#8221;, ganz deutlich nach Boris Johnson gezeichnet). <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/e627f38692654339a409fdddc4b36810\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausgeschlafen, leicht verkatert aufgewacht. Letzteres hatte ich vorhergesehen und keine Sportpl\u00e4ne gemacht. Erst mal baute ich mit Herrn Kaltmamsell die Wohnung von der Dinner Party am Vorabend zum gr\u00f6\u00dften Teil r\u00fcck, w\u00e4hrenddessen lief eine Maschine W\u00e4sche. \u00dcber Morgenkaffee gebloggt, W\u00e4sche aufgeh\u00e4ngt. 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