{"id":84769,"date":"2023-02-23T06:27:07","date_gmt":"2023-02-23T05:27:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=84769"},"modified":"2023-02-23T06:27:07","modified_gmt":"2023-02-23T05:27:07","slug":"journal-mittwoch-22-februar-2023-zahnruege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2023\/02\/journal-mittwoch-22-februar-2023-zahnruege.htm","title":{"rendered":"Journal Mittwoch, 22. Februar 2023 &#8211; Zahnr\u00fcge"},"content":{"rendered":"<p>Zackiger Morgen, denn ich musste fr\u00fcher als sonst los: Jahrestermin bei meiner Zahn\u00e4rztin inklusive Zahnreinigung.<\/p>\n<p>Ein herrlicher, strahlender Fr\u00fchlingsmorgen, das Vogelkonzert immer dichter besetzt &#8211; allerdings sah ich von der U-Bahn aus nicht viel davon.<\/p>\n<p>Zahnreinigung wie immer unangenehm, zudem holte ich mir diesmal nicht das gewohnte Lob f\u00fcr meine Mund-Hygiene ab, sondern wurde vorsichtig gefragt: &#8220;Sie benutzen aber schon Zahnseide?&#8221; Ja, t\u00e4glich &#8211; aber anscheinend hat mich die Routine nachl\u00e4ssig gemacht und ich muss mich k\u00fcnftig st\u00e4rker konzentrieren. Dann fand Frau Doktor auch noch ein L\u00f6chlein (und zeigte es mir <a href=\"https:\/\/www.tumblr.com\/techniktagebuch\/103874190142\/28-11-2014\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">\u00fcber Zahnfernsehen<\/a>), ich musste einen Folgetermin vereinbaren. Ist meine Zeit als ber\u00fcchtigter Ruin jeder Zahnarztpraxis endg\u00fcltig vorbei?<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter als gedacht kam ich an meinen Schreibtisch und machte mich \u00fcber das E-Mail-Postfach her, das nach dem langen Wochenende gut gef\u00fcllt war.<\/p>\n<p>Mittags ging ich raus in die herrliche Luft auf einen Cappuccino.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/230222_02_BeaverCoffee.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/230222_02_BeaverCoffee.jpg\" alt=\"\" width=\"302\" height=\"403\" class=\"alignnone size-full wp-image-84784\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am Schreibtisch gab zu essen Birchermuesli, Grapefruit, Mandarine.<\/p>\n<p>Auch der Nachmittag voller hochkonzentrierter und eng getakteter Arbeit. Eigentlich war ich mit Herrn Kaltmamsell zum Abschluss unseres #Lindwurmessens verabredet, doch ich f\u00fchlte mich erk\u00e4ltungskr\u00e4nklich (bitte nicht wieder von vorn) und ersch\u00f6pft. Also ging ich lediglich ein wenig Lebensmittel einkaufen und bat Herrn Kaltmamsell um Verabredungsverschiebung.<\/p>\n<p>Statt dessen turnte ich die Abschlussfolge von Adrienes &#8220;Center&#8221;, in der 30. Folge gibt es keine Ansagen und Adriene ermutigt uns Mitturnerinnen, selbst eine Abfolge zusammenzustellen. Diesmal schaffte ich es zum ersten Mal das wirklich zu tun, die Bewegungen und Haltungen aneinanderzureihen, nach denen mir gerade war, sie so lange und so oft zu wiederholen, wie mir war &#8211; zumal Adrienes Zusammenstellung, die ich aus dem Augenwinkel auf dem Fernsehbildschirm sah, sehr schnell, zackig und eher wie ein Cardio-Traininig wirkte. Insgesamt war mir das diesj\u00e4hrige 30-Tage-Programm zu fad und zu wenig anregend, vermutlich bin ich \u00fcber dieses Anf\u00e4nger-Level hinaus.<\/p>\n<p>Zum Abendessem war ja noch Linsen-Sellerie-Kartoffel-Eintopf da, au\u00dferdem hatte sich Herr Kaltmamsell an Hefebl\u00e4tterteig versucht (Tierdoku-Sprecherstimme: &#8220;Doch das war kein Hefebl\u00e4tterteig.&#8221;), und Schokolade gibt es immer.<\/p>\n<p>Ich lese weiterhin gefesselt Franz Schiermeier, Beate Bidjanbeg (Hrsg.), <i>Ludwigvorstadt. Reisef\u00fchrer f\u00fcr M\u00fcnchner<\/i> von 2022, tief recherchiert, reich mit historischen Ansichten und Fotos bebildert, die Infos reichen bis ins Ver\u00f6ffentlichungsjahr. Was ich schon alles \u00fcber mein Wohnviertel gelernt habe! Zum Beispiel dass das hier im 19. Jahrhundert das M\u00fcnchner K\u00fcnstlerviertel war, ein Atelier am anderen, dazwischen K\u00fcnstlerwohnungen (die Schwanthalerstra\u00dfe, einst Lerchenstra\u00dfe, hei\u00dft heute so, weil Ludwig Schwanthaler, der mit der Bavaria, daran sein Atelier und Wohnhaus hatte). Dass hier der Schauplatz der bayerischen Revolution war, die zur R\u00e4terepublik f\u00fchrte. Oder \u00fcber <a href=\"http:\/\/klimagerechtesbauen.blogspot.com\/2013\/11\/die-beste-orientierung-bernhard.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">die Sonnenbaulehre von Christoph Faust<\/a>, nach der die Sonnenstra\u00dfe benannt ist (die dort aber nicht umgesetzt wurde).<\/p>\n<p>Traurig macht mich nur, dass ich dieses spannende neue Wissen nicht an Besucher werde weitergeben k\u00f6nnen: Praktisch nichts von der vergangenen Herrlichkeit steht noch, das s\u00fcdliche Bahnhofsviertel war das im 2. Weltkrieg durch Bomben am schlimmsten zerst\u00f6rte in M\u00fcnchen, zu 80 bis 90 Prozent. Und &#8220;hier war mal&#8221;, &#8220;schon Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen wurde hier&#8221; oder &#8220;vor dem 2. Weltkrieg h\u00e4tte man hier sehen k\u00f6nnen&#8221; ist bei Stadtspazierg\u00e4ngen erfahrungsgem\u00e4\u00df nicht spannend. Aber dass mein Lieblings-S\u00fcpermarket Verdi dort steht, wo in der 2. H\u00e4lfte des 19. Jahrhundert das ber\u00fchmteste K\u00fcnstlerzentrum Schwabenburg war, gegr\u00fcndet vom Kunstmaler Anton Braith und seinem Lebenspartner Christian Mali, werde ich ab jetzt bei jedem Einkauf dort mitdenken. Und zumindest beim Besichtigen des Deutschen Theaters kann ich darauf hinweisen, dass hier 1918 der Bund sozialistischer Frauen gegr\u00fcndet wurde und 1918\/19 der M\u00fcnchner Arbeiterrat tagte.<\/p>\n<p>Sehr fr\u00fch sehr m\u00fcde gewesen (Coronatest negativ, mir war danach). <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/a2df0318b75d429793264dc1793538ad\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zackiger Morgen, denn ich musste fr\u00fcher als sonst los: Jahrestermin bei meiner Zahn\u00e4rztin inklusive Zahnreinigung. Ein herrlicher, strahlender Fr\u00fchlingsmorgen, das Vogelkonzert immer dichter besetzt &#8211; allerdings sah ich von der U-Bahn aus nicht viel davon. 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