{"id":8720,"date":"2010-09-01T06:52:10","date_gmt":"2010-09-01T04:52:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=8720"},"modified":"2010-09-01T09:29:53","modified_gmt":"2010-09-01T07:29:53","slug":"abschliessendes-englisches-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2010\/09\/abschliessendes-englisches-2010.htm","title":{"rendered":"Abschlie\u00dfendes Englisches 2010"},"content":{"rendered":"<p>Hier abschlie\u00dfend eine Zusammenfassungen von Trends, die ich w\u00e4hrend meines letzten Englandaufenthalts zu beobachten glaubte:<\/p>\n<p><b>Futter<\/b><\/p>\n<p>Sie waren uns bei vegetarischem Essen voraus, sie erkannten erheblich fr\u00fcher die Vorteile von Produkten regionaler Herkunft &#8211;  mal sehen, wann es dieser neueste Futtertrend aus England in der Breite nach Deutschland schafft: Raw Food.<\/p>\n<p>Zum ersten Mal las ich das Stichwort zwar bei der heimischen <a href=\"http:\/\/twitter.com\/_coolcat\" target=_\"new\">Frau Coolcat<\/a>, doch in den Biosuperm\u00e4rkten Brightons ist Raw Food bereits Mainstream \u2013 zumindest bei s\u00fc\u00dfen Riegeln. Etwa ein Viertel der Regalfl\u00e4che an Riegeln werden durch <i>raw<\/i>-Produkte belegt. Das machte mich neugierig, und ich nahm mir eine Auswahl an Riegeln der Firma <a href=\"http:\/\/www.naturalbalancefoods.co.uk\/store\/new-products\/default.aspx\" target=_\"new\">Nakd<\/a> mit. Auch wenn es mich immer zum Kichern bringt<sup><a href=\"#footnote_1_8720\" id=\"identifier_1_8720\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Eigentlich zum Augenrollen, aber ich versuche hier, so sympathisch wie m&ouml;glich zu erscheinen.\">1<\/a><\/sup>, wenn eine Verpackung detaillierter auflistet, was alles <i>nicht<\/i> drin ist als den tats\u00e4chlichen Inhalt. Die Aufschrift versicherte mir also, kein einziger der Bestandteile des Riegels sei irgendwie gekocht. Ergebnis: Die Riegel schmecken deutlich anders als die Frucht-Nuss-Riegel, die ich aus dem Basitsch kenne, und durchaus nicht schlechter. Was sich allerdings nicht mit dem <i>raw<\/i>-Konzept vertr\u00e4gt, ist Kakao: Enthielt der Riegel Kakao, schmeckte er staubig.<\/p>\n<p>Zudem: Ein Deli in der St. James Street informierte per Plakat, dass an drei Abenden die Woche Raw Food serviert werde, mit sehr anregenden Men\u00fcbeispielen.<\/p>\n<p>Auch wenn jede n\u00e4here <a href=\"http:\/\/www.rawfoodlife.com\/\" target=_\"new\">Recherche<\/a> <a href=\"http:\/\/www.living-foods.com\/\" target=_\"new\">\u00fcber<\/a> <a href=\"http:\/\/www.rawfoodexplained.com\/\" target=_\"new\">Raw Food<\/a> lediglich zu einer weiteren Ern\u00e4hrungsreligion f\u00fchrt, die ewige Jugend, Gesundheit und Gl\u00fcckseligkeit verspricht, klingt das Konzept reinschmeckenswert. B\u00f6te mir in einem Restaurant ein Raw Food-Men\u00fc an, probierte ich es gerne.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p><b>Mode<\/b><\/p>\n<p>Seit zwei Jahren lese ich dar\u00fcber, jetzt habe ich es erstmals auf der Stra\u00dfe gesehen, mehrfach: Grau gef\u00e4rbte Haare an jungen Frauen. Gew\u00e4hlt wird ein sehr helles, einheitliches Grau zu helmartigem Haarschnitt, mit ein wenig dunklem Haaransatz.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p><b>Bl\u00f6dsinn<\/b><\/p>\n<p>Bei aller Anglophilie kritisiere ich doch Einiges an englischer Kultur. Bis heute sind Mischbatterien am Waschbecken un\u00fcblich \u2013 und ich kann bis heute keinen Vorteil darin entdecken, zwei meist extrem kurze Wasserh\u00e4hne zu installieren, einen f\u00fcr kaltes, einen f\u00fcr warmes Wasser. Das machen die doch mit Absicht, um uns Europ\u00e4er fern zu halten.<\/p>\n<p>Zudem enth\u00e4lt das Englische einige unakzeptable W\u00f6rter. Seinerzeit hielt ich meiner Mitbewohnerin im walisischen Studentenwohnheim eine Birne entgegen und fragte, wie diese Frucht denn auf Englisch hei\u00dfe (tja, ich kannte mich damals eher im Romanenglisch des 18. Jahrhunderts aus). Den Laut, den sie \u00e4u\u00dferte, konnte ich auch nach Wiederholung nicht reproduzieren und habe bis heute das Gef\u00fchl, mich wie ein Spielzeugteddy anzuh\u00f6ren, wenn ich \u201epear\u201c sage. Im Zug nach Glynde ging es mir \u00e4hnlich: Die Zugansage informierte an jedem Haltebahnhof, das Ziel dieses Zuges sei <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Ore,_East_Sussex\" target=_\"new\">Ore<\/a>. <i>That\u2019s not a word!<\/i><\/p>\n<p>Anderer Bl\u00f6dsinn wiederum ist niegelnagelneu. Zum Beispiel Fu\u00dfg\u00e4ngerampeln auf Warteseite. Bis letztes Jahr blickte ich wie in Deutschland auf eine Fu\u00dfg\u00e4ngerampel auf H\u00f6he der Autoampel und auf der gegen\u00fcberliegenden Stra\u00dfenseite. Nun haben sich die Brightoner diese Alternative hingebaut.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/100817_Fussgaengerampel.jpg\" alt=\"\" title=\"100817_Fussgaengerampel\" width=\"413\" height=\"546\" class=\"alignnone size-full wp-image-8769\" \/><\/p>\n<p>Die Verwirrung ist heillos. Zumindest bei mir.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Und dann noch ein Verdacht: M\u00f6glicherweise ist der Anteil an Cricketfans unter der britischen Bev\u00f6lkerung \u00e4hnlich niedrig wie der Anteil an Stierkampffans unter Spaniern.<\/p>\n<ol class=\"footnotes\"><li id=\"footnote_1_8720\" class=\"footnote\">Eigentlich zum Augenrollen, aber ich versuche hier, so sympathisch wie m\u00f6glich zu erscheinen.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_1_8720\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier abschlie\u00dfend eine Zusammenfassungen von Trends, die ich w\u00e4hrend meines letzten Englandaufenthalts zu beobachten glaubte: Futter Sie waren uns bei vegetarischem Essen voraus, sie erkannten erheblich fr\u00fcher die Vorteile von Produkten regionaler Herkunft &#8211; mal sehen, wann es dieser neueste Futtertrend aus England in der Breite nach Deutschland schafft: Raw Food. 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