{"id":8840,"date":"2010-09-08T19:45:24","date_gmt":"2010-09-08T17:45:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=8840"},"modified":"2024-04-14T09:54:59","modified_gmt":"2024-04-14T07:54:59","slug":"abenteuer-wein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2010\/09\/abenteuer-wein.htm","title":{"rendered":"Abenteuer Wein"},"content":{"rendered":"<p>Wenn ich den ersten Schreibimpuls nicht nutze, raffe ich mich meist gar nicht mehr auf, \u00fcber ein Erlebnis zu bloggen. In Fall meiner Weinreise nach Gols w\u00e4re das zu schade \u2013 kratze ich also zusammen, was ich so an Notizen und Bildern finde.<\/p>\n<p>Denn zuletzt lie\u00df mich auch noch ein wildfremder Landwirt als Abk\u00fcrzung zum Bahnhof durch sein Haus gehen. Dass Gols einen Bahnhof hat, kannte die Initiatorin des Verkostungstrips ins Burgenland, Hande <a href=\"http:\/\/www.vinoroma.com\/\" target=_\"new\">Vinoroma<\/a>, lediglich als Ger\u00fccht. Was sich unter anderem damit erkl\u00e4ren l\u00e4sst, dass diese schlichte Zughaltestelle am \u00e4u\u00dfersten Rand des Ortes liegt und nicht einmal mit einer geteerten Stra\u00dfe bedient wird. Auf der Hinreise hatte mich ein hilfsbereiter Mitverkoster mit dem Auto abgeholt, zur\u00fcckzu fragte ich mich durch. Kurz vor dem Ziel hatte ich mich verfranst und fragte einen Golser, der gerade aus einem Hoftor kam, ob es da entlang zu Bahnhof gehe. Nah, meinte der, da m\u00fcsste ich einen gro\u00dfen Bogen um den Stra\u00dfenzug machen. Kurze Pause. \u201eOder mogst bei mir durchgehn?\u201c (In Gols wird geduzt.) Da ich annahm, ich m\u00fcsse dazu nur \u00fcber den Hof gehen, nahm ich dankbar an und folgte dem Herrn. Tats\u00e4chlich f\u00fchrte der Weg aber \u00fcber einen Hof und dann durchs Wohnhaus, f\u00fcr den eine junge Frau noch den Schl\u00fcssel holen musste.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.gols.at\/\" target=_\"new\">Gols<\/a> ist ein Kuriosum, nicht allein wegen der \u00fcberw\u00e4ltigend freundlichen Menschen (die \u00fcbrigens als Plural von du wie in Bayern den alten Dualis \u201ees\u201c verwenden): Die kleine Marktgemeinde z\u00e4hlt 400 Weinbaubetriebe im Haupt- oder Nebenerwerb, durchgehend h\u00f6chst lebendig und h\u00f6chst ambitioniert. An der zwei Kilometer langen Hauptstra\u00dfe des Zeilendorfes reihen sich fast ausschlie\u00dflich Winzerh\u00e4user aneinenander, erkennbar am gro\u00dfen Hoftor. Sie k\u00f6nnten alle gleich alt sein, wurden aber sichtlich zu verschiedenen Zeiten renoviert und weisen h\u00f6chst unterschiedliche Grade an gestalterischer Geschmackssicherheit auf. Ich bin ja sonst schnell mit L\u00e4stereien bei der Hand, wenn es um die krampfhafte Erhaltung irgendeines romantisierten verflossenen Baustils geht \u2013 Gols hat mir vorgef\u00fchrt, welchen Preis die komplette Abwesenheit dieses Erhaltungsbestrebens hat.<\/p>\n<p>Das erste Wochenende im September geh\u00f6rt den neun Golser Winzern, die sich zu <a href=\"http:\/\/www.pannobile.com\/site\/#Anfang\" target=_\"new\">Pannobile<\/a> zusammengeschlossen haben: Sie \u00f6ffnen ihre H\u00e4user und Keller zur Verkostung ihrer Erzeugnisse. Einige davon wollten wir probieren und zogen von Weingut zu Weingut. Angef\u00fchrt wurde unsere kleine Truppe von <a href=\"http:\/\/hande.wordpress.com\/2006\/09\/06\/the-pannobile-weekend\/\" target=_\"new\">zwei Menschen, die seit vielen Jahren zum Pannobile-Fest anreisen<\/a>. Entsprechend wurden sie von allen Winzerfamilien mit gro\u00dfem Hallo und wie alte Freunde umarmt. Zus\u00e4tzliche N\u00e4he und Zuwendung verschaffte uns der Umstand, dass wir einen frisch eingeflogenen Winzer aus Oregon dabei hatten. Denn sobald er mit: \u201eAnd this is Jim. He is a winemaker.\u201c als Kollege vorgestellt wurde, bekam er sofort eine F\u00fchrung durch die Kellereianlagen angeboten \u2013 die er gerne annahm. Wir anderen hinterher.<\/p>\n<p>Wir begannen die Verkosterei im eleganten Weingut von <a href=\"http:\/\/www.weingut-beck.at\/\" target=_\"new\">Judith Beck<\/a> und setzten sie fort bei <a href=\"http:\/\/www.heinrich.at\/\">Heinrich<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.paul-achs.at\/\" target=_\"new\">Paul Achs<\/a>, um schlie\u00dflich bei <a href=\"http:\/\/www.clauspreisinger.at\/\" target=_\"new\">Claus Preisinger<\/a> zu landen. Der Besuch bei Paul Achs lie\u00df mich erahnen, dass vielleicht nur die Fassaden all der Winzerh\u00e4user unattraktiv sind: Sein Tor \u00f6ffnete sich zu einem bezaubernden Innengarten, \u00fcberhangen von den Zweigen eines Birnbaums, die sich an die einer Esskastanie schmiegten. Vielleicht sieht es ja hinter den anderen Toren auch so sch\u00f6n aus? Claus Preisinger wiederum hat sich ein Ufo auf den h\u00f6chsten Punkt \u00fcber Gols gestellt, von dessen Balkon aus man einen atemberaubenden Blick \u00fcber die Landschaft bis zum Neusiedler See hat. Auch hier bekamen wir h\u00f6chst interessante Weine zu kosten und \u2013 in Jims Gefolge \u2013 den Weinkeller zu sehen. <\/p>\n<p>Beeindruckt war ich nicht nur von den Weinen (Ergebnisse unter anderem: St. Laurent ist dann doch nicht so das Meine, daf\u00fcr habe ich Pinot Noir entdeckt, Zweigelt eher nicht, Blaufr\u00e4nkisch \u00fcberraschend doch), sondern auch von der Gestaltung der Ausstattung: Website<sup><a href=\"#footnote_1_8840\" id=\"identifier_1_8840\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Sehen Sie sich unbedingt die Website von Claus Preisinger an: Seine Unternehmensbrosch&uuml;re sieht genauso aus &ndash; was normalerweise ein schlechtes Zeichen ist, doch in diesem Fall aufs Wunderbarste funktioniert\">1<\/a><\/sup>, Etiketten, Brosch\u00fcren sind fast durch die Bank sehenswert.<\/p>\n<p>Um dem Winzer aus Oregon noch mehr Einblick zu verschaffen, nahm uns der Seniorchef des Guts Claus Preisinger, Lorenz, am Sonntag sogar in seine Weinberge mit. Wo er uns die weitere Kuriosit\u00e4t dieses Winzerorts vorf\u00fchrte: Niemand hat seine Weinst\u00f6cke am St\u00fcck. Alle Winzer pflegen \u00fcber die gesamten 2000 Hektar des Gols\u2019schen Weinanabaugebiets verstreut ihre St\u00f6cke. Und so fuhren wir an einem Ende die vier Reihen Merlot und Zweigelt an, die Claus Preisinger geh\u00f6ren, an einem ganz anderen Ende ein paar Reihen Blaufr\u00e4nkisch. Ich erfuhr ungeheuer viel \u00fcber biodynamischen Weinanbau und seine Unterschiede zu den vorher \u00fcblichen Anbaumethoden. Seniorchef Lorenz Preisinger hatte sogar versucht, eine der Anbaufl\u00e4chen mit einem Pferdegeschirr zu bestellen (das dauerte aber zu lange, deswegen lie\u00df er es wieder bleiben). <\/p>\n<p>Au\u00dfer der Pannobile-Reihe waren wir auch bei <a href=\"http:\/\/www.limbeck.at\/hallo.php\" target=_\"new\">Limbeck<\/a> zum Kosten \u2013 am Sonntagmorgen um halb zehn. Manfred Limbeck machte uns trotzdem auf und schenkte ein (die S\u00fc\u00dfweine!), seine Frau Edith stellte wunderbaren K\u00e4se und Brot dazu.<\/p>\n<p>Nun war ich ja mit dem Zug gereist &#8211; Weintransport h\u00e4tte ich mir eigentlich versagen m\u00fcssen. Doch gerade als ich mir einredete, dass sich eine wunderbare Gelegenheit bot, ein wenig Kleidungs-, Schuh- und Laptopballast abzuwerfen und im Koffer durch Weinflaschen zu ersetzen, erboten sich zwei zauberhafte M\u00fcnchner, f\u00fcr mich die Weinkuriere zu sein.<\/p>\n<p>Der typische Blick: Weinst\u00f6cke kombiniert mit Windr\u00e4dern.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/100904_Gols.jpg\" alt=\"\" title=\"100904_Gols\" width=\"541\" height=\"400\" class=\"alignnone size-full wp-image-8845\" \/><\/p>\n<p>Im Weingut Heinrich.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/100904_Heinrich.jpg\" alt=\"\" title=\"100904_Heinrich\" width=\"531\" height=\"433\" class=\"alignnone size-full wp-image-8846\" \/><\/p>\n<p>Claus Preisingers Ufo am Sonntagmittag.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/100905_Claus_Preisinger_1.jpg\" alt=\"\" title=\"100905_Claus_Preisinger_1\" width=\"487\" height=\"365\" class=\"alignnone size-full wp-image-8847\" \/><\/p>\n<p>Blick von der Ufo-Terasse am Samstagabend beim Verkosten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/100904_Claus_Preisinger_2.jpg\" alt=\"\" title=\"100904_Claus_Preisinger_2\" width=\"567\" height=\"463\" class=\"alignnone size-full wp-image-8848\" \/><\/p>\n<p>Einige der Preisinger-Weinreben mit Aussicht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/100905_Claus_Preisinger_3.jpg\" alt=\"\" title=\"100905_Claus_Preisinger_3\" width=\"504\" height=\"397\" class=\"alignnone size-full wp-image-8849\" \/><\/p>\n<p>Innenhof des Pannobile-Winzers Paul Achs.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/100904_Paul_Achs.jpg\" alt=\"\" title=\"100904_Paul_Achs\" width=\"436\" height=\"420\" class=\"alignnone size-full wp-image-8850\" \/><\/p>\n<p>Sonntagmittagessen (bis nach f\u00fcnf) in der <a href=\"http:\/\/www.dankbarkeit.at\/\" target=_\"new\">Dankbarkeit<\/a> in Podersdorf.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/100905_Dankbarkeit.jpg\" alt=\"\" title=\"100905_Dankbarkeit\" width=\"530\" height=\"419\" class=\"alignnone size-full wp-image-8851\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/4e20cafeaa304c96bec3813984868108\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<ol class=\"footnotes\"><li id=\"footnote_1_8840\" class=\"footnote\">Sehen Sie sich unbedingt <a href=\"http:\/\/www.clauspreisinger.at\/start.php\" target=_\"new\">die Website von Claus Preisinger<\/a> an: Seine Unternehmensbrosch\u00fcre sieht genauso aus \u2013 was normalerweise ein schlechtes Zeichen ist, doch in diesem Fall aufs Wunderbarste funktioniert<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_1_8840\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn ich den ersten Schreibimpuls nicht nutze, raffe ich mich meist gar nicht mehr auf, \u00fcber ein Erlebnis zu bloggen. 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