{"id":99186,"date":"2024-06-29T07:56:52","date_gmt":"2024-06-29T05:56:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=99186"},"modified":"2024-06-29T09:11:42","modified_gmt":"2024-06-29T07:11:42","slug":"journal-freitag-28-juni-2024-bachmannpreislesen-tag-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2024\/06\/journal-freitag-28-juni-2024-bachmannpreislesen-tag-2.htm","title":{"rendered":"Journal Freitag, 28. Juni 2024 &#8211; Bachmannpreislesen, Tag 2"},"content":{"rendered":"<p>Gut geschlafen, erfrischt aufgewacht.<\/p>\n<p>Nach Fertigbloggen und Milchkaffee spazierte ich in sch\u00f6nem Sonnenschein zum ORF-Theater.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/240628_04_Lendhafen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-99194\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/240628_04_Lendhafen.jpg\" alt=\"\" width=\"404\" height=\"529\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Zuguckort Lendhafen war bereits gut besetzt. Ich platzierte mich wieder ins Studio. Gestern verliefen die Jury-Diskussionen kontroverser und turbulenter (Verdacht, dass ihnen das am Donnerstag selber zu fad wurde), ich bekam einen deutlichen Favoriten zu h\u00f6ren, und erstmals mischte sich eine Autorin in die Jury-Diskussion.<\/p>\n<p>Moderator Peter F\u00e4sslacher stellte die Mitglieder der Jury wieder mit Zusammenfassungen ihrer bisherigen Aussagen vor, das hatte schwer was von <i>Herzblatt<\/i> (Verzeihung, ich bin alt).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/240628_05_ORFStudio.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full \" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/240628_05_ORFStudio.jpg\" alt=\"\" width=\"524\" height=\"393\" \/><\/a><\/p>\n<p>Los ging der zweite Lesetag mit <a href=\"https:\/\/bachmannpreis.orf.at\/stories\/3257412\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sophie Stein und &#8220;Die Schakalin&#8221;<\/a>. Der Text hatte mit einer eher jungen Frau und einem eher jungen Mann zu tun, die sich im Urlaub kennengelernt hatten und bald heimfahren w\u00fcrden &#8211; und er interessierte mich nicht besonders. Anders die Jury: Mithu Sanyal mochte die &#8220;unglaubliche Atmosph\u00e4re&#8221;, den magischen Anfang, sah im Mittelpunkt zwei Figuren, die sich gegenseitig korrigieren wollten. Thomas Str\u00e4ssle fand die Merkw\u00fcrdigkeiten der Frauengestalt am Anfang \u00fcbertrieben, im Lauf der Geschichte aber plausibel, mochte Stimmung und Natur, sah den Gegensatz Produktivit\u00e4t-Prokrastination &#8211; wurde in seinen Erwartungen aber am Ende entt\u00e4uscht. Klaus Kastberger berichtete, er habe sofort den Verdacht gehabt, der Text sei einem philosophischen oder naturwissenschaftlichen Seminar entsprungen: Er fand ihn angbeberisch, nach Nestroy &#8220;hat Sonntagsgwand an&#8221;, sei auf Ausdruck getrimmt und leide an &#8220;Adjektivitis&#8221;. Aus Mara Delius&#8217; Sicht war der Text leicht zu untersch\u00e4tzen, sie wies auf Mittel der phantastischen Literatur hin, aufs Erschauern, auf den Modus der Unsicherheit. Brigitte Schwens-Harrant<sup><a href=\"#footnote_1_99186\" id=\"identifier_1_99186\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Zefix behaupte nochmal jemand, ich h&auml;tte einen schwierigen Namen! Diesen muss ich auch nach Jahren #tddl fast jedesmal nachschauen &ndash; so hei&szlig;t man nicht!\">1<\/a><\/sup> mochte die Anlage mit dem Ort, der Zeichen des \u00dcbergangs setze &#8211; Fluss, schwarzes Meer (wo Ovid ja seine <i>Metamorphosen<\/i> geschrieben habe). Doch daraus mache der Text zu wenig.<\/p>\n<p>Philipp Tingler hatte nichts gegen Angeberisches, ihm gefiel die Bewegung, die Determiniertheit. Doch er hatte ein Problem mit dem Verh\u00e4ltnis der Figuren zueinander: keine Bewegung, keine Dynamik. Laura de Weck konzentrierte sich auf die Korrekturen und die Frage, ob wir bereit w\u00e4ren, auf einen Teil unserer Kindheit zu verzichten, wenn wir dadurch von seinen Traumas befreit w\u00fcrden. Delius sah sehr wohl eine Entwicklung, die &#8220;Korrekturen&#8221; der Frau als utopisches Projekt zum Recht auf ein gl\u00fcckliches Leben. Kastberger kritisierte, dass der Text in jedem zweiten Satz etwas aus einer Theorie hole. Dann wurde es wirr, weil es mal um die Spannung zwischen den Figuren ging, dann wieder um den Realit\u00e4tsgehalt von Inhalten, dann um Kastbergers unterstellte Entstehung des Texts &#8211; nach meiner Auffassung wurde viel aneinander vorbei geredet.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/bachmannpreis.orf.at\/stories\/3257413\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8220;Eine Treppe aus Papier&#8221; hie\u00df der Text von Henrik Sz\u00e1nto<\/a>, der mit einer langen Aufz\u00e4hlung begann &#8211; auf die ich mich nach kurzem Stutzen einlie\u00df, weil sich schon aus der Aneinanderreihung Atmosph\u00e4re und eine Geschichte ergaben. Dann setzten zun\u00e4chst r\u00e4tselhafte Bilder ein &#8211; doch bald wurde klar: Hier erz\u00e4hlte ein gro\u00dfes altes Wohnhaus in einer deutschen Stadt \u00fcber die Bewohner*innen vieler Jahrzehnte &#8211; in st\u00e4ndigen zeitlichen, r\u00e4umlichen, pers\u00f6nlichen \u00dcberlagerungen (<a href=\"https:\/\/norden.social\/@ichichich\/112693503982571432\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8220;wie ein mehrfach belichteter Film&#8221;<\/a>). Ich war hingerissen, hatte sehr deutlich H\u00e4user in M\u00fcnchen Schwabing vor Augen. Nach der Lesung langer Applaus.<\/p>\n<p>De Weck erz\u00e4hlte von ihrer M\u00fche, in den Text hineinzukommen, habe ihn dann aber gerne gelesen: Wieder Thema Vergangenheit und wie sie nachwirkt, in diesem Fall \u00fcber konkrete Gestalten, bis hin zur Fliegerbombe in der Gegenwart, wegen der wieder die Bewohner das Haus verlassen m\u00fcssten. Sanyal mochte die Perspektive der ersten Person Plural, sah aber das Problem, dass ein erz\u00e4hlendes Haus den Personen nicht sehr nahe kommen k\u00f6nne &#8211; sie f\u00fchlte sich an ein Ali-Mitgutsch-Wimmelbild erinnert. Kastberger nannte den Text &#8220;fulminant&#8221;, diese literarische Form sei ihm noch nie begegnet, sie mache deutlich, das Historisches nie vergangen ist. Der Text schiebe Dinge \u00fcbereinander, eben nicht wie in einem Wimmelbild. Str\u00e4ssle fand ihn eindr\u00fccklich und originell. Tingler \u00e4u\u00dferte sich ber\u00fchrt durch die Offenheit des Textes, die Autonomie der Erinnerung. Wichtig sei das Thema Material, Substanz &#8211; zum Beispiel Papier als Material der Weitergabe von Erinnerungen; manches sei ihm aber &#8220;too much&#8221; gewesen.<\/p>\n<p>Schwens-Harrant fand das Haus als Metapher mutig, war sofort im Text gefangen &#8211; r\u00fchmte das Medium Literatur, das erm\u00f6gliche, dass alles gleichzeitig sein kann. Als Schw\u00e4che bezeichnete sie die Erkl\u00e4rungen, die sich &#8220;hineingeschummelt&#8221; h\u00e4tten. Sanyal kritisierte die Zeichnung der negativen Figur: Sie fragte, was sie noch au\u00dfer b\u00f6se sei. F\u00fcr Delius war das Konzept des Texts &#8220;Defiguration&#8221;, sie mochte auch die Ansprache des Publikums.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/bachmannpreis.orf.at\/stories\/3257402\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Denis Pfabe las &#8220;Die M\u00f6glichkeit einer Ordnung&#8221;.<\/a> Der Text spielt in einem Baumarkt, das mochte ich, darin verbringt die Hauptfigur einen Tag. Doch schon als eher am Anfang die Rede war von R\u00e4umen des Eigenheims, die &#8220;nun doch leer bleiben w\u00fcrden&#8221;, schnappte der Topos (<em>trope<\/em>?) vergeblicher Kinderwunsch zu, und ich h\u00f6rte alles Folgende aus dieser Perspektive. Schwens-Harrant beschrieb, wie der Text immer wieder w\u00e4hrend des Tags im Baumarkt ein St\u00fcck Information vermittle; wichtig sei das Setting Baumarkt &#8211; ein Ort, an dem Tr\u00e4ume verkauft w\u00fcrden, die f\u00fcr ein bestimmtes Lebens- und Familienmodell stehen, f\u00fcr die Lebensl\u00fcge, wenn man sich nur genug anstrenge, k\u00f6nne man alles schaffen. Hier aber setze er eine &#8220;unheimliche Trauergeschichte in Gang&#8221;. Der Text \u00fcberschreite Grenzen, wie die Hauptfigur am Ende hinter die Regale kriecht. F\u00fcr Delius war das ein &#8220;absolut perfekter Text&#8221;, meisterhaft, wie er &#8220;Suspense&#8221; aufbaue, wie er komponiert sei. Aus ihrer Sicht gebe es m\u00f6glicherweise das Haus gar nicht. Auch Str\u00e4ssle lobte ihn als hervorragenden Text, er bleibe bei der M\u00f6glichkeit. Er hatte nur sp\u00e4t begriffen, dass es sich um eine Verlustgeschichte handelte, das sei &#8220;extrem subtil&#8221; gemacht (wie bitte? nur wenn Baumarkt-Vorschlaghammer subtil sind). Alles gehe wunderbar auf, er fand nur die Farbsymbolik aufdringlich. Auch de Weck sprach von einem starken Text, vom Versuch einer Figur, etwas tief Emotionales mit Technischem zu l\u00f6sen. Sanyal gab zu, der Text habe ihre Geduld strapaziert: Eigentlich m\u00fcsse das Paar miteinander reden, doch die Hauptfigur rede statt dessen mit den Angestellten des Baumarkts.<\/p>\n<p>Tingler, der die Geschichte auch mitgebracht hatte, lieferte mir den Schl\u00fcssel f\u00fcr einen gn\u00e4digeren Zugang: Das Surreale. Die Gespr\u00e4ch w\u00fcrden gar nicht wirklich gef\u00fchrt, nichts an dem Vordergrund sei verl\u00e4sslich, schon gar nicht die Hauptfigur. (Damit l\u00f6ste sich auch mein Unwohlsein auf, dass die Hauptfigur den ganzen Tag, die ganze Geschichte hindurch weder Hunger hatte noch aufs Klo musste.) F\u00fcr ihn war der Text eine Parabel des Bem\u00fchens. Kastberger fand den Text langweilig, Delius ordnete ihn als Krise der M\u00e4nnlichkeit ein. Kurzer abschlie\u00dfender Schlagabtausch zwischen Sanyal, die festhalten m\u00f6chte, dass manche Texte halt manche Leser*innen nicht erreichen, das k\u00f6nne man aber nicht den Texten vorwerfen, und Tingler, der auf den Wert objektiver Kriterien pocht. (Ich stimmte schon wieder Tingler zu, mich interessiert aber die Wirkung dieser objektiven Kriterien auf den Rezeptionsprozess &#8211; siehe meine nie fertiggestellte Dissertation.)<\/p>\n<p>Mittagspause, drau\u00dfen war es sonnig und in der Sonne hei\u00df. F\u00fcr meinen Mittagscappuccino spazierte ich <a href=\"https:\/\/www.hafenstadt.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">zur Hafenstadt<\/a> &#8211; ein Bereich mit Locations, der erst nach meinem Besuch vor zwei Jahren eingerichtet wurde und mir sehr gef\u00e4llt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/240628_06_Hafenstadt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-99196\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/240628_06_Hafenstadt.jpg\" alt=\"\" width=\"333\" height=\"444\" \/><\/a><\/p>\n<p>Schmeckte mir sehr gut!<\/p>\n<p>Der Nachmittag begann <a href=\"https:\/\/bachmannpreis.orf.at\/stories\/3257415\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mit Olivia Wenzel und &#8220;Hochleistung, Baby&#8221;<\/a>: Erstmals tauchte Fu\u00dfball auf, erstmals in diesem Bewerb gab es kleine Kinder. Sanyal schw\u00e4rmte sofort, der Text habe sie umgeworfen mit seiner Verschr\u00e4nkung einer Quasi-Reportage eines Fu\u00dfballer-Interviews und der Ich-Erz\u00e4hlung aus einer Gruppe M\u00fctter. Er breche mit vielen Tabus (Milchstau), sei auch sehr lustig. F\u00fcr Str\u00e4ssle war der Text vordergr\u00fcndig sehr attraktiv, spreche von Klasse, Gender, nutze eine Klaviatur von Effekten, sei raffiniert gemacht &#8211; und werfe mit dem Schluss als Traum r\u00fcckblickend ein neues Licht auf alles. Kastberger freute sich \u00fcber einen seltenen Text \u00fcber Fu\u00dfballer, war fasziniert von der Mischung Fu\u00dfballerwelt und Frauenwelt, fand die journalistische Neugier spannend, fand die literarische Form hochinteressant, sah darin sogar eine altmodische Novelle. Delius sprach von einem Thesenst\u00fcck, in dem alle Themen der Zeit vorkommen, in der Umsetzung sei es aber konservativ. Sie wies auf das merkw\u00fcrdige Frauen-Kollektiv hin und die offensive K\u00f6rperlichkeit &#8211; fand alles aber nicht gut genug miteinander verbunden.<\/p>\n<p>F\u00fcr Tingler war der Text &#8220;modische Literatur&#8221;, er arbeite mit einem modischen Begriff der Identit\u00e4ten, dem sich der Fu\u00dfballer aber widersetze. Ihn st\u00f6rte die kitschige Ozeanfantasie, die konventionelle Schilderung des Begehrens. Sanyal wiederum fand den Text radikal, unter anderem durch die reichliche Verwendung von Englisch. F\u00fcr de Weck hatte der Text mehrere Ebenen, auch inhaltlich, er setze sich mit wirklich zeitgen\u00f6ssischen Themen auseinander, literarisch auf bestm\u00f6gliche Weise verarbeitet. Schwens-Harrant sah den Schl\u00fcssel in Begehren und K\u00f6rperlichkeit, ihr gefielen die &#8220;Wir&#8221;-Teile besonders gut. Die Gruppe der Frauen bestehe nicht aus Individuen, sie zeige M\u00fctter als die eigentlichen Hochleistungssportler.<\/p>\n<p>Und nun schaltete sich die Autorin Olivia Wenzel ein: Sie bat zum einen Delius darum, die Beschreibung &#8220;konservativ&#8221; genauer auszuf\u00fchren, erkl\u00e4rte der Jury au\u00dferdem, ab wann und wie die Traumphase im Text einsetzte und dass er darum gehe, wie man aus zugeschriebenen Rollen ausbrechen kann. (Habe sofort die Mutter von Garp im Film vor Augen, gespielt von Glen Close, wie sie auf Garps Erkl\u00e4rung, was seine erste Kurzgeschichte bedeutet, strahlend sagt: &#8220;Wenn sie <i>das<\/i> bedeutet, mag ich sie!&#8221;) Die Autorin hatte ihre Chance doch bereits gehabt: Beim Schreiben des Texts. Delius erkl\u00e4rte aber bereitwillig, dass die Sprache mit ihren Bildern wenig mache, vieles sehr erwartbar sei.<\/p>\n<p>Und Geschichte Nr. 5: <a href=\"https:\/\/bachmannpreis.orf.at\/stories\/3257386\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ka\u015bka Bryla, &#8220;Der Kakerlakenschwarm&#8221;<\/a>. Der Text erwies sich als Corona-Geschichte in einer Bauwagen-Umgebung, ich fand nichts daran, was mein Interesse gehalten h\u00e4tte. De Weck aber hatte sie sehr gern gelesen, mochte die Atemlosigkeit und Direktheit. Nahezu ohne Punkt geschrieben, h\u00e4tte sie von dieser Formalie allerdings einen Zusammenhang mit dem Inhalt erwartet &#8211; der nicht gekommen sei. Str\u00e4ssle wollte nicht mal wissen, wie die Reise weitergeht, konnte auch nichts mit den Metaphern anfangen. Viele Themen w\u00fcrden angetippt: K\u00e4fig als Transittraum, Geschlechtsdefinition. Sanyal h\u00e4tte gerne die folgende Heilungsgeschichte gewusst. Schwens-Harrant las als Themen Schmerz auf verschiedenen Ebenen, Krankheit als Isolation, eine weitere Auseinandersetzung mit der Vergangenheit des Vaters, Nachgeborene mit dem Auftrag, die Geschichte aufzuschreiben. Sie konnte auch die Kakerlaken zuordnen.<\/p>\n<p>Tingler st\u00f6rte sich an der Selbstbez\u00fcglichkeit ohne Transzendenzen, Kastberger fand die bisherigen Interpretationen der Jury interessanter als den Text selbst. Dann ging es ein wenig hin und her, ob das Celan-Zitat am Ende passte oder nicht.<\/p>\n<p>Mein Plan war gestern, nach kurzen Eink\u00e4ufen f\u00fcrs Abendbrot zum Strandbad zu marschieren. Als ich aus dem ORF-Theater ins Freie trat, stutzte ich allerdings: Der Himmel war bedeckt. Erstmal fr\u00fchst\u00fcckte ich im Garten kurz nach drei Pumpernickel mit Fischk\u00e4se.<\/p>\n<p>Bei meinen Eink\u00e4ufen beschloss ich, es darauf ankommen zu lassen. In der Ferienwohnung sonnencremte ich mich also und schl\u00fcpfte in einen Bikini, warf ein Strandkleid \u00fcber und marschierte los. Unterwegs wurde es immer sonniger und ich traf auf Erst-Schlachtenbummlerin <a href=\"https:\/\/gedankentraeger.de\/?page_id=204\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Moni (@gedankentr\u00e4ger)<\/a>, die zum Strandbad radelte. Wir schlossen uns zusammen, schwammen, ratschten, sonnten uns. Sie zog aber bald schon wieder zu einer Veranstaltung ab.<\/p>\n<p>Ich h\u00f6rte Musik, behielt die Kopfh\u00f6rer auch auf dem gut halbst\u00fcndigen Weg zur\u00fcck auf: Das mache ich sonst nie, ich ertappte mich dabei, wie ich immer wieder im Takt der Musik ging, manchmal fast tanzte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/240628_12_Lendkanal.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-99211\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/240628_12_Lendkanal.jpg\" alt=\"Bach von B\u00e4umen und Wiese ges\u00e4umt, daneben ein asphaltierter Weg, am Beginn ein Dreifach-Verkehrsschild absolutes Halteverbot, darunter Abschleppzone darunter Fu\u00df- und Radweg\" width=\"348\" height=\"463\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mein Traum f\u00fcr M\u00fcnchens Zentrum.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/240628_14_Lendkanal.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-99212\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/240628_14_Lendkanal.jpg\" alt=\"Br\u00fccke \u00fcber Fl\u00fcsschen, an deren Betonpfosten sich das Sonnenglitzern des Wassers spiegelt\" width=\"463\" height=\"499\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/240628_21_Lendkanal.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-99213\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/240628_21_Lendkanal.jpg\" alt=\"Stamm eines riesigen alten Baums neben Pfad neben Bach\" width=\"439\" height=\"563\" \/><\/a><\/p>\n<p>Hier am Lendkanal hat&#8217;s wirklich riesige Robinien.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck in der Ferienwohnung lag noch das Verbloggen des ganzen Lesetags vor mir, ich machte mich dran. (Von Erholung war in Klagenfurt eh nie die Rede.) Um halb neun hatte ich dann aber argen Hunger, kochte also mit der weniger als mageren Ausstattung Nudeln, mischte sie mit gew\u00fcrztem Joghurt, K\u00e4se, Tomaten (die einzige Sch\u00fcssel hat Waschtrog-Format, kein Foto <i>to protect the innocent<\/i>). Zum Nachtisch gab&#8217;s Flachpfirsiche und sensationell aromatische Nektarinen. Es ist ein Elend, dass in der Saison importiertes Lidl-Obst verl\u00e4sslich besser ist als das aus dem Bio-Supermarkt oder von Standln &#8211; ich m\u00f6chte die Anbaubedingungen wirklich nicht unterst\u00fctzen, liebe aber gutes Obst.<\/p>\n<p>Nicht geschafft: Freitagszeitung lesen, auch nur eine Zeile meiner aktuellen Romanlekt\u00fcre. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/5b6d6722c59546188cb9f452057be325\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n<ol class=\"footnotes\"><li id=\"footnote_1_99186\" class=\"footnote\">Zefix behaupte nochmal jemand, ich h\u00e4tte einen schwierigen Namen! Diesen muss ich auch nach Jahren #tddl fast jedesmal nachschauen &#8211; so hei\u00dft man nicht!<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_1_99186\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gut geschlafen, erfrischt aufgewacht. 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