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21.1.2004 8:14 AM CET
Brauthormone - Theorie bestätigt

Und ich sach noch...

Eben wurde meine Theorie bestätigt, nach der Frauen mit Einsetzen der Brauthormone ihre Persönlichkeit komplett verändern.*

In diesem konkreten Fall:
Als ich die betreffende Dame vor drei Jahren kennen lernte, führte sie zwar schon seit vielen Jahren eine Ehe, war aber nicht verheiratet. Wozu auch, meinte sie damals, es laufe doch alles bestens. Diese Ansicht passte auch völlig zu ihrer sonstigen bodenständigen Persönlichkeit.

Das änderte sich vor eineinhalb Jahren völlig überraschend: Sie kam von einem Afrika-Urlaub zurück, bei dem ihr Partner ihr einen Heiratsantrag nach allen Regeln der US-amerikanischen Kunst gemacht hatte. Schon an den Rüschen um ihre Augen sah ich, dass die Brauthormone sie erwischt hatten: Sie fand nichts an der Aktion lustig oder auch nur fragwürdig. Der abhanden gekommene Humor ließ sich auch bei den anschließenden Hochzeitsvorbereitungen nicht mehr blicken: Schloss, Sahnebaiser-Kleid, Blattgold, eigens zum Anlass waren auch aus ihrem sonstigen Mecki-Haarschnitt zwölf Zentimeter Haare zum Hochstecken gezüchtet worden.

Heute, fünf Monate nach dem rauschenden Event, die unausweichliche Folge: eine E-Mail mit einem abschließenden „Liebste Grüße von mir und meinem Kind im Bauch“. Der Kreis hat sich geschlossen.

*Möglicherweise sollte man ihnen bei bestimmten Symptomen ja sogar das Wahlrecht vorübergehend entziehen?


Kommentare: 17 Kommentare

Was zudem passt: Schon seit Monaten möchte sie eigentlich weg von ihrem jetzigen Arbeitgeber. Männer haben in dieser Situation die Wahl zwischen innerer Emigration oder der Anstrengung, einen neuen Job zu suchen. Frauen werden einfach schwanger. Nein, das ist keine frauenfeindliche Aussage, sondern ein Erfahrungswert. Jeder kennt doch wohl eine Frau, die schon mal zu einem Job geäußert: „Na ja, jetzt fang ich halt mal an. Wenn’s mir nicht gefällt, krieg ich halt ein Kind.“

ich bin zwar mann und damit völlig inkompetent, will aber trotzdem mal was dazu sagen. entweder gibt es dieses "brauthormon" oder es bricht mit dem heiratsantrag das lange verschüttete echte wesen der frau heraus aus der coolen, selbstständigen, emanzipierten, von mir aus auch bodenständigen trümmerschale. mal im echt, wie lange will frau sich denn als rockerbraut verkleiden? erinnert mich stark an 30-something-männer, die sich standhaft weigern erwachsen zu werden und lieber so tun, als wenn sie nicht verantwortlich sind. und erwachsen sein bedeutet nicht spießig sein. es ist einfach die nächsste stufe der entwicklung. oder?

...allerdings wäre es ein grauenhafter Irrtum der Natur, sollte es tatsächlich so sein, dass es einen unausweichlichen Evolutionsschritt bei Frauen geben sollte, der sie zu der beschriebenen rüschenbewehrten Kinderhusche macht.

*Heb arrogant die linke Augenbraue* Haaaalllloooo, habt ihr sie noch alle? In Wirklichkeit ist das doch nicht eine Hormonfrage, sondern nur das Aufblühen nach einer Phase der Langeweile. So wie in Vier Hochzeiten... beschrieben: Das Ende einer Pause in der Konversation, weil sich die beiden nix mehr zu sagen hatten.
Außerdem ist heiraten wundervoll. Und rauschend feiern auch. Nur sollte man dann nicht schon fast 40 sein. Denn dann braucht man kein Sahnebaiser (womit wir wieder nicht beim essen wären).

Wie viele Kinder waren das nochmal, die bei Ihnen rumwuseln, HERR Doppelname?

He, dazu wollte ich noch kommen.
Denn erstens ist eine Frau, die einen Beruf hat, der kein Einkommen generiert, weder automatisch eine Kinderhusche, noch eine Fiffi (du erinnerst dich). Und zweitens war es beispielsweise 2001 (und oft auch noch heute) eher schlau, mal eben ein Kind einzuschieben. Welche Zeit wäre geschickter - wenn ich überhaupt eins will - als eine, in der es abwärts geht? Sicherer Arbeitsplatz und wenns wieder losgeht, bin ich wieder da.
(Hihi: von meinen zurzeit dreien ist keines 2001 geboren.)

Wolgang, bitte richtig lesen vorm aufregen: ich schrieb "die beschriebene rüschenbewehrte Kinderhusche".

Bei Leuten die heiraten habe ich immer das Gefühl, dass sie mit offenen Augen in einem Auto sitzen, das mit 250 Sachen auf eine sehr stabile Mauer zurast und sie zutiefst davon überzeugt sind, dass die Mauer im letzten Moment noch zur Seite springt.

Nu na, Señor Don, das tut ja wohl jeder, der sich volle Kanne auf eine Beziehung einlässt. Eine Unterschrift auf einem Stück Papier macht das Kraut dann auch nicht mehr fett. Brumm, brumm.

na, aber sicher glaube ich daran, dass die wegspringt. Diesmal.
Brumm.

Na ja, jetzt fang ich halt mal an mitti Arbeit. Wenn’s mir nicht gefällt, kann ich ja aus der Fabrick bloggen...

boah! harter tobac, alter spanier! eine ehe als selbstmordkommando einzustufen ist aber pessimistensirup. menschen KÖNNEN zusammenleben, viele WOLLEN zusammenleben, manche davon lernen sogar die eigenen wünsche hinter denen des partners zurück zu nehmen. das nennt man persönlichen fortschritt und ist das allgemein bekannte geheimrezept für ein glückliches leben. eine ehe ist das schriftlich fixierte versprechen das WIRKLICH zu tun. dieses schriftlich wegzulassen ist ein typisches verhalten der verantwortungsscheuen neuen gesellschaft. anstatt an der sache zu arbeiten wird der partner gewechselt. üblicherweise wird dieses fluchtverhalten als feige eingestuft. ich bin jetzt seit 13 jahren verheiratet. ich habe viele situationen gehabt, in der ich ohne trauschein die biege gemacht hätte. ich bin froh, dass ich mich den situationen gestellt habe. es gibt immer noch vieles, das verbessert werden kann, aber die tiefe der beziehung, die ich im moment mit meiner frau habe, bedeutet eine lebensqualität, die durch keine andere maßnahme oder sinnesbefriedigung erreicht werden könnte. Vielleicht ist die sehnsucht nach einer beziehung jenseits des ex und hopp die brutstätte des brauthormons. endlich weg vom unverbindlichen.

Da halt ichs wie Frau Kaltmamsell: Verbindlich sein kann ich auch ohne Unterschrift. Und der Trauschein schützt auch nicht davor, dass dann doch irgendwann die Mauer kommt und man akzeptieren muss, dass sich die Wege trennen. Auch das kann Verantwortung übernehmen sein. Ich kenne genügend Leute (vor allem aus meiner Elterngeneration), die sich wegen des Trauscheins aus der Verantwortung stehlen - "Klar würde ich gerne etwas anders machen, aber ich bin ja verheiratet". Verantwortungsscheue Menschen gabs immer und wirds immer geben (und dass es davon heute mehr gibt als früher halte ich für ein Gerücht - fehlende Eigenverantwortung hat man früher gut mit Kadavergehorsam vermeiden können), der Trauschein ist da überhaupt kein Indiz für das Mass der Verbindlichkeit.

Hm. Wie hieß der amerikanische Schriftsteller, der sinngemäß sagte: "Je besser ein Mann das wahre Wesen der Frauen erkennt, desto mehr beginnt er sie zu hassen..."

Hmm, Jens,
logo ist der Trauschein kein Maß dafür - aber wie kommt es dann, dass in meiner Privatempirie Verbindlichkeit in der Beziehung und Trauschein fast überall zusammen gehen.
(äh, also, ich mein: Dass es zwar auch trauscheinbewehrte Unverbindlichkeit gibt, aber die meisten Verbindlichen irgendwann heiraten.)
Zu deinem Ordnungsruf oben: reg mich gar nicht auf. Ich mag nur nicht, wenn der sozialdemokratische Emanzipationsterror für die einzig mögliche und wünschenswerte Lebensform erklärt und das Wachsen des Bauches mit Schrumpfen des Hirns enggeführt wird - hast du nicht explizit, schon klar. Aber implizit schon, oder?

Hi Wolfgang. Nicht mal implizit. Im Gegenteil: Ich wollte sagen, dass es gerade nicht nötig ist, zu besagter extremform "rüschenbewehrte Haushusche" zu mutieren, nur weil man eine Beziehung Ernst nimmt und/oder Kinder bekommt.

Sozialdemokratischer Emanzipationsterror? Huihui. Konservative find ich putzig, wenn sie sich aufregen :)