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10.12.2003 9:08 AM CET
Diätterror - die Serie (4): Zu Risiken und Nebenwirkungen

Dicksein, der Fett gewordene Widerstand gegen den Diätterror, bringt einen Berg von Schuldgefühlen mit sich. Das birgt große gesundheitliche Risiken, denn: Wer dick ist, fühlt sich an allen körperlichen Beschwerden selbst schuld.
Wenn ich zum Beispiel eine Entzündung im Nabel bemerke, gehe ich damit sicher nicht zum Arzt: Das kommt ja wahrscheinlich eh nur von dem vielen Speck, in den der Nabel seit Monaten gebettet ist. Seit einiger Zeit kann ich morgens nach dem Aufstehen kaum laufen, weil mir die Achillessehnen so weh tun? Klar, müssen ja auch fast 20 Kilo mehr stemmen als noch vor zwei Jahren. Die Haut wird immer schlechter und pickliger? Kann ja wohl nur vom Übergewicht kommen.
Wäre es denn möglich, dass Übergewicht DESHALB als Gesundheitsrisiko in Statistiken auftaucht?

Eine Nebenwirkung des Diätterrors ist zumindest bei mir auch eine gewisse Perspektivenlosigkeit im Leben. Als Kind und Jugendliche hatte ich eine klare Vision vom Dasein als erwachsene Frau: endlich schlank und schön sein. Vermutlich war deshalb mein 20. Geburtstag der bislang schlimmste. Vom Standpunkt der Teenager-Kaltmamsell waren 20-Jährige immer erwachsene Frauen gewesen. Nun war ich 20 - und weder schlank noch schön; Lebensziel verfehlt. Mittlerweile war ich sogar mal zehn Jahre schlank und konnte empirisch feststellen, dass das keinerlei Heilung für mein kaputtes Körpergefühl inklusive Selbsthass bedeutet. Dennoch: Seit diesem 20. Geburtstag ist mir kein neues Ziel eingefallen, das ich mit derselben Leidenschaft herbeisehnen könnte.


Kommentare: 14 Kommentare

Tja. Muss wohl am Jahrgang und/oder am Stress liegen, dass
der Mensch sich 14 Tage vor Weihnachten solche Gedanken
macht :-) -- Gibt es Neues zu den Weihnachts-Terminen?
Gibt es eventuell ein schönes Rezept, das man am dritten
Feiertag seinen (wirklich geschätzten) Schwiegererltern und
dem aus New York City angereisten Schwager anbieten kann?
Kochkenntnisse kannst Du voraussetzen... *bittend-guck* :-)

Stefan

.

Genau das ist der Punkt: Man denkt alles ist anders wenn man schlanker wäre - ist de facto nicht so. Dennoch, die allumfassende Frage ist immer noch: wie schafft man es sich "so" im Dichsein zu akzeptieren? Wenn man diese Akzeptanz nämlich austrahlen könnte, gäbe es auch kein Problem. Somit hat man wieder selber die ganze Verantwortung und ist gleichzeitig überfordert. Ich sprech natürlich hier von mir.

@Stefan: Glaub mir, dass ist nicht eine 14-Tage-vor-Weihnachten-Problematik.

Ach Mella, ich hätte da eine weitere Variante. Meine Umwelt ist davon überzeugt, dass ich eine aufrechte und selbstbewusste Dicke bin: "Du fühlst Dich ja sichtlich wohl damit." Doch Hirn und ästhetisch-politische Überzeugung haben bis heute nicht zur Selbstakzeptanz geführt. Neuester Ansatz: Klamotten, die keineswegs "überspielen" oder "kaschieren", sondern in denen ich sichtbar bin. Rundum. Sind in Größe 46 schwer zu finden, aber vielleicht hilft das ein bisschen.

Liebe Kaltmamsell, als bisher stille Mitleserin sag ich auch mal was. Meine eigene Gewichtskarriere: mit 17 Traumgewicht von 65 kg bei Größe von 1,78 m. Empfinden: viel zu fett, umgeben von anorektischen Mitschülerinnen. Jahrelang konstantes Gewicht um ca. 72 kg. Immer noch zu fett gefühlt, verbandelt mit lauter schlaksigen Männern, die essen konnten ohne Ende, ich aß mit. Mittlerweile ca. 84 kg. Das ist jetzt echt zuviel. Bin zu faul für Sport und esse gerne. So. Eigentlich keine Probleme, außer daß Hosen bei H&M nicht passen. Aber auch nicht immer. Gesundheit auch nicht. mit Männern auch nicht. soo unwohl fühl ich mich auch nicht. aber man könnte ja abnehmen...
was wird dann besser, war immer meine Frage. Anscheinend gar nix?!

dann versuch ich es erst gar nicht..:-))

Jule bekommt hiermit die Auszeichnung: Heldin des Tages! Gar nicht erst versuchen hört sich phantastisch an.
Übrigens: H&M hat mir in niedrigen Gewichtsklassen nie gepasst, die B&B-Serie für Dicke schon eher. Vielleicht will mir das (Mode-)Universum damit etwas sagen?

hach, dankeschön. Bin aber überhaupt keine Heldin. Das wäre die Reaktion auf "es bringt eh nix, mit 15 kg weniger findet man sich immer noch zu dick"...
B&B ist super, da kriegt man eine Hose in XS (Gr. 42);-) da fühlt man sich toll..

also, wer gibt mir eine Antwort?
wann sollte man abnehmen? wenn man auf Fotos sich über das leichte Doppelkinn erschreckt, das man sonst nie gesehen hat?
wenn die Umwelt sagt: ach, ich weiß gar nicht, ob Dir das stehen würde, so viel dünner..Du hast ja so ne tolle Ausstrahlung..(harhar, der schlimmste Satz schlechthin..)
?!?

Ich find dünne Frauen hässlich. Und das meine ich ernst. Son Hungerhaken ist doch wirklich schrecklich. Und dann kann man mit denen nicht mal saufen oder gemütlich essen, weil die immer auf so Salatblättern rumkauen.
Nein Danke!

(Und das ist nicht eine Frage des Charakters oder der Ausstrahlung. Kann ich euch schon verstehen, dass ihr da in die Luft geht...)

haha, wolfgang, das ist bisher der beste spruch zum thema fette beleibte damen:
mit denen kann man nicht saufen.

wieso gibts hier kein wasted comments button?

duenne sind auch menschen, deswegen finde ich das hart, denen haesslichkeit vorzuwerfen. ist genauso wie leute, die behaupten, dicke waeren haesslich.
reverse weightism, sozusagen.
(167cm, 83kg, erste graue haare)

menno, nicht nur kein wasted comments button, auch kein html in comments und keine edit-funktion?
also, um dat "fette" waren strike-tags.(wg fette hab ich schon mal mecker gekriegt)(lipidophil?)

der mutant nimmt mir das wort aus dem mund. in meinem blog schrieb ich vor ein paar tagen über "bulimisch aussehende frauen" und bekam einen kommentar, der mich zwar bewegte aber keine antwort darauf schien mir passend. ja, ich weiß, dass nicht alle schlanke frauen bulimisch sind. ja, ich weiß auch, dass es meinerseits eine überreaktion war, die aus dem gefühl genährt war, sich doch nicht mit der eigenen figur zu lieben.

tja... es ist eben nicht leicht. die verletzungen sitzen tief und es ist jeden tag wieder ein kampf, sich selbst toll zu finden. vermutlich egal, ob dick oder dünn - aber ich behaupte, es ist für die dicken noch ne ecke schwerer.

Oh, ich muss Wolfgang da auch widersprechen: Ich kenne durchaus Frauen, die wunderschön UND dünn sind UND die ordentlich saufen können. Denen mein ehrliches Mitleid gehört, wenn sie verzweifelt nach passenden Klamotten suchen, die nicht wie Spültücher an ihnen hängen.
Ich verlange, dass NIEMANDEM seine oder ihre Figur zum Vorwurf gemacht wird.

ja und diese Frauen (auch nicht alle, nur einige!) seufzen, mir dabei auf den Busen schauend und hätten gerne was davon abgekriegt..
Tja. Ich könnte ihnen antworten: bewegt Euch nicht mehr soviel und eßt viiel Schokolade, dann wird schnell aus A oder B ein C oder D (eigene Erfahrung):-). Aber es stimmt schon, manche sind sehr schlank und denen sind die Hosen halt zu kurz, weil sie dazu sehr groß sind. Oder so. Und sie können noch soviel saufen und essen und nehmen trotzdem nicht zu.
Wo wir an dem Punkt angelangt sind: jeder Jeck is anders (ich hoffe, das verstehen auch die Nicht-Rheinländer). und über Geschmack läßt sich nicht streiten. Hungerhaken ist kein nettes Wort. Aber Pummelchen auch nicht.

ja und diese Frauen (auch nicht alle, nur einige!) seufzen, mir dabei auf den Busen schauend und hätten gerne was davon abgekriegt..
Tja. Ich könnte ihnen antworten: bewegt Euch nicht mehr soviel und eßt viiel Schokolade, dann wird schnell aus A oder B ein C oder D (eigene Erfahrung):-). Aber es stimmt schon, manche sind sehr schlank und denen sind die Hosen halt zu kurz, weil sie dazu sehr groß sind. Oder so. Und sie können noch soviel saufen und essen und nehmen trotzdem nicht zu.
Wo wir an dem Punkt angelangt sind: jeder Jeck is anders (ich hoffe, das verstehen auch die Nicht-Rheinländer). und über Geschmack läßt sich nicht streiten. Hungerhaken ist kein nettes Wort. Aber Pummelchen auch nicht.

"endlich schlank und schön sein": sind das nicht logisch disjunkte Attribute? Bin nie schön gewesen, aber die Mühen des Schlankseins nehme ich dann schon lieber auf mich. Das einzige, was nervt, ist der Zeitaufwand. Wer es zur Führungskraft gebracht hat, sollte das aber auch in den Griff kriegen. Zugegeben: bei mir heißt das gelegentlich "joggen statt bloggen" - aber irgendwann hat man den Vorteil, Erfolgsmeldungen bloggen zu können...
Was haben Ästhetik oder Politik damit zu tun? Und Selbsthaß ist doch irgendwie Stilbruch, oder?