Archiv für Mai 2004

Erlaubnis zum Nichtlesen

Montag, 24. Mai 2004

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und liest hier nicht.

Inspirierende Worttrennung

Montag, 24. Mai 2004

“…einem Wert entspricht, den zwei Fluiddy-
namiker der Princeton-Universität vor…”

Patrick Illinger, “Eis mit Stil”, Süddeutsche Zeitung Wochenende, Samstag/Sonntag,
22./23. Mai 2004, Seite III.

Von wegen dem Homer seiner Ilias

Sonntag, 23. Mai 2004

Achill

Der Zorn des Achilleus ist das künstlerische Hauptmotiv der Ilias, der Konflikt zwischen den Prinzipien Leistung (Achilleus) und gesellschaftlicher Stand (Agamemnon) treibt die äußere Handlung an.

In der Ilias sind die Menschen Spielbälle der Götter; sie sind dem Urteil und der Willkür der Götter ausgeliefert (die bei Homer erstmals auf dem Olymp wohnen). Da diese Götter aber ausgesprochen launisch und menschenähnlich sind, ist ihr Wille kaum kalkulierbar. Der Mensch bewährt sich in der Überwindung der Prüfungen, die ihm die Götter auferlegen. Er kann in diesem System nicht frei handeln, Götter sind die Erklärung und die Ursache des menschlichen Handelns.

Die „homerische Frage“ dreht sich darum, wer oder wie viele eigentlich „Homer“ waren. Dass die Ilias nicht aus einer einzigen Feder stammen kann, belegen das Nebeneinander verschiedener Kulturschichten und Sprachebenen, innere Widersprüche und Wiederholungen ganzer Episoden. Der Forschungsstand geht davon aus, dass die verschiedenen Episoden der Ilias ursprünglich von fahrenden Geschichtenerzählern verbreitet und etwa im 8. Jahrhundert vor Christus an einem Herrscherhof schriftlich fixiert wurden. Diese Fassung wurde aus politischen und kulturellen Gründen in den nachfolgenden Jahrhunderten modifiziert und ergänzt.

Ob der Petersen-Film gut ist, kann ich nicht beurteilen: In Kriegsfilmen grusle ich mich zu sehr. Zumindest weiß ich nach diesem Kinobesuch, dass das bei Kriegsfilmen mit Sandalen und hohem Beefcake-Faktor nicht anders ist.
Als Verarbeitung des Stoffes immer wieder eine Empfehlung wert:
Kassandra von Christa Wolf.

Liebe türkische Immigranten,

Freitag, 21. Mai 2004

dass Ihr von langer Hand die Türkisierung Deutschlands geplant habt und dabei schon ganz schön weit gekommen seid, haben wir vor allem hier in Bayern ja bereits geargwöhnt. Ihr habt dafür gesorgt, dass die einzige Gegend Münchens, die einem Rotlichtviertel auch nur ähnelte, durch Eure Süpermarkets und Elektrobastelhütten jegliche Chance auf Verrufenheit verloren hat. Wegen Euch nennen junge Amerikaner als typisch deutsches Gericht „Döner“. Auch die hinterste Bäckerei im Bayerischen Wald führt mittlerweile Euer Fladenbrot.

Inzwischen gibt es hier sogar schon türkischstämmige Rentner, die jahrzehntelang durch orientalischen Ehrgeiz, bodenlosen Fleiß und abgrundtiefe Bescheidenheit von arglosen deutschen Arbeitgebern Lohn erschlichen haben. Und jetzt ihren Lebensabend auf deutschen Parkbänken in der deutschen Sonne verbringen, anstatt ins staubige ostanatolische Hinterland zu verschwinden.

Eure Nachkommen tauchen nicht nur im deutschen Fernsehen auf und machen Musik oder Spaß oder Nachrichten. Sie mischen sich auch unter Blogger oder gar erfolgreiche Geschäftsleute.

Jetzt habt Ihr offensichtlich sogar die Bundesausweisdruckerei in Berlin infiltriert. Oder wie lässt es sich sonst erklären, dass auf dem nigelnagelneuen Personalausweis, den ich heute beim Kreisverwaltungsreferat abholte, in meinem schönen spanischen Nachnamen aus einem U ein Ü geworden war?! Güle güle, WAS?! NETTER VERSUCH!!

Aber ich habe Euch durchschaut, den Ausweis umgehend zurück gegeben, konnte auch beweisen, dass der Korrektur-Ausdruck, den ich abgezeichnet hatte, fehlerlos gewesen war.

Herr Beckstein, übernehmen Sie.

Christi Himmelfahrt in München

Freitag, 21. Mai 2004

Monopteros

Das da ist ein Blick auf den Monopteros, Teil des Englischen Gartens, der ein Park ist, mitten in München liegt, und den die Münchener für ihren Central Park halten, nur dass er größer ist. Der Weg im Vordergrund ist übrigens ein Reitweg; dem Englischen Garten ist nämlich ein Reitstall angeschlossen.

In einem Gedankengang von nicht zu überbietender Abgefeimtheit hatten der Mitbewohner und ich uns überlegt, dass zu Vatertag Ausflüge unternommen werden, diese aber fast per Definition über die Stadtgrenzen hinaus reichen. In die Stadt macht schließlich niemand einen Ausflug. Also müsste der Englische Garten relativ unbehelligt von Alkohol-seligem Mannsvolk sein.

Wir hatten richtig gedacht. Zwar war im Englischen Garten viel los, doch unter den Sonnenden, Trommelnden, Eisessenden, Ballnachjagenden, Hundestreichelnden, Kinderwagenschiebenden, Reitenden, Predigenden, Kutschefahrenden waren keine Vatertags-Ausflügler. Wir setzten uns in den schattigen Biergarten am Chinesischen Turm, holten uns Radlermaß und Schweinshaxen. Am Nebentisch wurde arabisch klingendes Ausländisch gesprochen, die Damen in Chanel-Kostümen, die Herren in weißem Hemd und mit riesigen Sonnenbrillen, alle schwer behängt mit Goldschmuck. Ich fantasierte umgehend, dass das ganz sicher Touristen aus den Arabischen Emiraten waren, sehr weltlich eingestellt. Und dass die Damen es genossen, ihre teuren Kostüme endlich mal außerhalb des Serail auszuführen.

Beim Anstehen für die Krugrückgabe war ich, wie schon beim Essenholen, von Babel umgeben. Im Sprachengewirr identifizierte ich Spanisch/Englisch/Bayerisch (in der Unterhaltung innerhalb ein und derselben Gruppe), Amerikanisch, Polnisch, Fränkisch, etwas Asiatisches (tendenziell Japanisch). Auf dem Rückweg kamen wir an einer Baseball spielenden Gruppe dunkelhäutiger Männer vorbei, die sich in südamerikanischem Spanisch verständigten. Ein ganz winziges Bisschen wie im Central Park.

Zum Vatertag

Donnerstag, 20. Mai 2004

UXM_164

Da fehlt ein T, Herr Scholz.
(Fremdg’schaftelt, weil das eigentlich ein Fachgebiet des Mitbewohners ist.)

UXM_210

Kann es sein…

Donnerstag, 20. Mai 2004

…, dass in Manhattan einfach ALLE schreiben können, als wären sie Dialog-Autoren für Friends?

To start with, I have a slight conceptual problem with ballet. It’s dancing, Jim, but not as we know it. I don’t dance like that, and nor does anyone else I know. When I’ve had a few drinks, I get up and shuffle around in a vaguely rhythmic fashion. When I’ve had a few more, I think I’m one of those slappers from the Human League, circa 1984. But however drunk I am, I don’t go up on pointe or request to be carried around the room with my legs wide open and my arms in an arabesque.

Eurotrash erzählt von einem Ballett-Abend im Lincoln Centre.

Gefunden habe ich die Dame, als ich die Geschichten der jüngsten WYSIWYG Talent Show nachlesen wollte.