Fotos

Journal Dienstag, 24. März 2026 – Graue Lerche und Arbeit von daheim

Mittwoch, 25. März 2026

Der Wecker klingelte Lerchenlauf-früh, Schlaf war davor nicht sehr tief gewesen. Zackiges Morgenprogramm, ich schaffte sogar die tägliche Gymnastik, bevor ich das Haus verließ. Und als ich wirklich zu Bewusstsein kam, bereits die Isar entlang trabte, freute ich mich sehr, dass ich das nochmal geschafft hatte, bevor es durch Umstellung auf Sommerzeit nächsten Sonntag erst in einigen Wochen morgens wieder hell genug ist.

Unterm Strich war der Lauf allerdings nicht der schönste: Das Licht eher grau und düster, der Körper angespannt statt geschmeidig, ich fühlte mich hüftsteif bis hüftschmerzhaft. Diesmal war ich über das Ende meiner 70 Minuten sogar erleichtert.

Nach Morgentoilette und Anziehen mit Prio 1 Homeoffice-Kälte-Abwehr (Thermorolli plus dicker Wollpulli, zwei paar dicke Wollsocken, Wollpuschen, dicke Jeans) Arbeitsstart am (höhenverstellbaren!) Schreibtisch von Herrn Kaltmamsell – es ist dann doch praktisch, dass Lehrer vormittags woanders arbeiten. Dazwischen Handgriffe fürs Brotbacken, es wurde eine Häusemer Bauerekrume.

Brot gelungen.

Der Homeoffice-Arbeitsplatz war vormittags mittelbequem, Hüfte und Kreuz plagten mich. Zumindest hatte ich einen Blick auf die Kastanien, die gerade heftig Pfötchen geben, und der Tag wurde fast sonnig.

Insgesamt fühlte ich mich sehr erschöpft und müde. Aber guter Mittagscappuccino aus der eigenen Cafetera.

Mittagessen zur gewohnten Bürozeit: Kiwi, Banane, Birne, außerdem Quark mit Joghurt und Leinsamenschrot. Insgesamt zu viel, ich wurde noch viel müder.

Geordneter Arbeitsnachmittag, die Jobs, für die ich Unterlagen in meinem Büro brauche, konnten bis Mittwoch warten.

Dazwischen folgte ich endlich dem Impuls, den ich seit Monaten zur Seite schiebe, ein paar Sommerturnschuhe in der Waschmaschine zu waschen.

Herr Kaltmamsell kam erst um vier aus der Arbeit, da zog ich ohnehin gerade ins Wohnzimmer um: Auf seinen Schreibtisch am Fenster schien die Sonne, locker herabgelassener Rollladen überzog mich in Video-Anrufen mit hart kontrastierten Streifen, ganz herabgelassener Rollladen erforderte für dieselbe Situation umständliche künstliche Ausleuchtung. Die Lichtsituation am Esstisch war viel besser.

Nicht zu später Feierabend, dann ging ich raus in die Sonne auf Erledigungen und Einkäufe: Bluse und Hemden zur Reinigung am Goetheplatz, Spaziergang zum Vollcorner auf der Schwanthalerhöhe für Lebensmitteleinkäufe. Unterwegs freute ich mich sehr über Frühlingsblühen.

Daheim eine Einheit Yoga, dann richtete ich das Abendessen auf Basis des frischen Brots her.

Wacholderschinken, Pastrami, Speckwurst, Butter, rote Paprika, Essiggurken (gekaufte, kein Vergleich zu den bulgarischen selbst eingelegten). Gutes Abendbrot. Nachtisch Schokolade.

Seltsamer Tag durchs Arbeiten daheim: Abends fühlte sich der Morgenlauf bereits Tage her an.

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Auf Mastodon schreibt jemand unter diesem Filmchen, dass eine Orgel im Grunde ja auch nichts anderes ist als in Reihe geschaltete Blockflöten, und jetzt muss ich nachdenken.

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Meiner Ansicht nach müssen noch viel mehr Wechseljahrwitze gemacht werden – weil das auch eine Art und Weise ist, das Thema sichtbar zu machen. Zum Beispiel mit dieser Menopause Hotline.

Journal Montag, 23. März 2026 – Erheiterungen und Belastungen

Dienstag, 24. März 2026

Recht gut geschlafen, dennoch tiefe Erschöpfung beim Aufstehen. Brauche ich vielleicht Urlaub? Auf jeden Fall freue ich mich schon arg auf die vier freien Tage am Stück über Ostern.

Wieder war es morgens beim Marsch in die Arbeit eisig kalt, aber freundlich hell.

Erheiterung von Herzen, als ich in meine privaten E-Mails sah: Schwarzwald-Tourismus begrüßt mich auf meine Anfrage nach Wanderurlaubstipps tatsächlich mit “Kuck Kuck”. Und antwortet sehr ausführlich, das sehe ich bei Gelegenheit in Ruhe durch.

Weil schon wieder wild und ungefragt Tipps ohne Kenntnis meiner Wünsche durch die Gegend schießen:
Ich möchte Ende September / Anfang Oktober an einem eher ländliche Urlaubsort im Schwarzwald unterkommen, Hotel, Pension oder Ferienwohnung, und eine Woche lang von dort aus Tagestouren unternehmen (zwischen 22 und 30 Kilometer). Sowohl der Ort als auch die Wanderungen müssen ohne Auto erreichbar sein. Jetzt können Sie mir Tipps aus eigener Erfahrung (!) geben.

Grafische Darstellung des Ergebnisses OB-Stichwahl München für die Geschichtsbücher:

Am Schreibtisch geordnetes Abarbeiten, auch einige Querschüsse für meine Funktion als Hausl, weil ich halt immer im Büro bin: Wenn man jemanden mit meinem Stundenlohn dafür verwendet, wird das schon seine Richtigkeit haben. Aber auch ein verantwortungvoller Job in den nächsten zwei Wochen, den ich genau deshalb fürchte und der mir bereits am ersten Vormittag ein Fettnäpfchen hinschob, in das ich ganz routinert reintrat. (Aber nix passiert.)

Das Draußen war kalt, aber sonnig geblieben, ich spazierte hinaus auf Mittagscappuccino.

Zu Mittag gab es die letzte hervorragende Birne, außerdem Hüttenkäse mit Leinsamenschrot.

Geschäftiger Nachmittag, Querschüsse auf einer so hohen Ebene, dass ich sie nach Vorabeit nach oben weiterreichen musste.

Ich spüre es zwar weiterhin, das Goldkettchen von meinem italienischen Onkel, dass mich mit 50-jähriger Verspätung erreicht hatte, aber es gefällt mir immer besser.

Nach Feierabend steckte ich meinen Arbeits-Laptop ein und nahm eine U-Bahn zum Odeonsplatz: Im Hofbräuhausmühlenladen kaufte ich Roggenmehl Type 1370 fürs Brotbacken am Dienstag. Wegen einiger Umstände war klar, dass ich vor lauter Trubel an meinem Büroarbeitsplatz zu nichts kommen würde, deshalb zu Hause arbeiten würde. Das mag ich ja gar nicht, denn ich habe daheim keinen Schreibtisch und keine Bildschirme, doch ich machte es mir schmackhaft mit der Möglichkeit, immer wieder kurz in die Küche gehen zu können, um mich um Brotteig zu kümmern. Und hoffte auf eine Laufrunde vor Arbeitsbeginn.

Zu Hause genoss ich nach ein paar Häuslichkeiten eine ruhige Einheit Yoga. Das Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell: Rote Bete und Steckrüben aus Ernteanteil zu geschenkter spanischer Blutwurst morcilla in Scheiben gebraten.

(Auf dieser Aufnahme entfalten die Glasteller ganz besonders ihren Charme.)
Die Morcilla hatte ich schon interessanter gewürzt auf dem Teller, aber sie war schön knusprig. Und die Rüben mochte ich besonders gern. Nachtisch Schokolade, darunter Pura Vida 70% aus dem Pfaffenhofener Land, die ich im Caffe Fausto gekauft hatte: Wirklich gut!

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Auf insta von Johanna Adorjan ein Übernachtungstipp in München für Cineast*innen:

Was für eine tolle Idee: in Zimmer Nr. 30 des Hotels Olympic in München kann sich jetzt jeder, der will, Filme angucken. Dort ist seit kurzem die komplette VHS-Sammlung des Filmkritikers Michael Althen untergebracht, der 2011 mit nur 48 Jahren starb und so unvergleichlich schöne Texte für @sz und später @faz geschrieben hat. Das Filmzimmer befindet sich im ersten Stock, die Tür steht offen. Man kann sich einfach in den Regalen einen Film aussuchen, und das einzige, was man dann können muss, ist es, einen VHS-Rekorder zu bedienen (aber zur Not kann man bestimmt an der Rezeption fragen).

Das Olympic kenne ich und habe zu Agenturzeiten immer mal wieder Kunden empfohlen. Jetzt finde ich es noch toller.

Journal Sonntag, 22. März 2026 – Wahlhilfe bei Stichwahl Münchner Oberbürgermeister mit einer Sensation am Ende

Montag, 23. März 2026

Auch diesmal ein Ausfall im Wahlhilfeteam, aber nicht wegen Erkrankung (versuchte sie einen Spannungsbogen aufzubauen).

Ich schlief mittelgut, bei Weckerklingeln fühlte ich mich kopfbrummend erschöpft. Diese Erschöpfung zog sich durch den ganzen Tag.

Vorher und nachher (ich hatte das Foto für möglichst korrekten Rückbau aufgenommen).

Dazwischen.

Dabei lief das Aufbauen des Wahllokals beim zweiten Mal natürlich deutlich geschmeidiger. Ich traf den Hausmeister gleich beim Ankommen, wir plauderten ein wenig, ich brachte ihn unter anderem dazu mir zu erklären, wie ich in meiner Rolle ihm seine am leichtesten mache. Für die Tische im Wahllokal/Klassenzimmer hatte ich diesmal Putzzeug eingesteckt und musste es auch verwenden. Wo ich einen großen Tisch für die Schriftführerschaft finden würde, wusste ich auch schon. Und ich drehte gleich mal die Heizung auf, wartete nicht erst auf das große Frieren (was später aber dann doch eintrat, schließlich mussten wir die Tür des Zimmers offenlassen).

Wir Wahlteam plauderten, ich lernte zwei weitere interessante Münchner*innen kennen. Wählende kamen den ganzen Vormittag über, nur selten in Wellen, die wir organisieren mussten. Doch ich zählte die Minuten bis Mittag, wenn das Anstrengendste geschafft sein würde.

Nach meiner Schicht trat ich um eins in wunderschöne Sonne, ging über einen sonnigen Umweg nach Hause. Dort Häuslichkeiten, ich war längst jenseits Hunger, dann erst rührte ich mir Quark mit Joghurt und Leinsamenschrot, schnitt eine hervorragende Birne rein. Das machte mich wie erhofft müde genug für eine Stunde Siesta, leider auch die eher unruhig.

Weitere Häuslichkeiten, Pediküre, Hosebügeln für die kommende Arbeitswoche; die restliche Bügelwäsche wird bis zum Sonntag drauf warten müssen. Lektüre der Wochenend-Süddeutschen, Mastodon-Lesen.

Beim Verlassen des Hauses zum Wahllokal klingelte mein Handy: Ein Mitglied des Wahlhilfeteams hatte genau gestern Nachmittag ihren Vater verloren (von dem sie in der Morgenschicht noch erzählt hatte). Wie absolut furchtbar! Selbstverständlich ließ ich sie gleich zur Familie fahren, sie musste nicht nochmal reinkommen.

Wir waren also beim Auszählen zu sechst statt zu siebt – doch auch das ließ sich bei über 300 Stimmzetteln mit nur zwei Kreuzelmöglichkeiten schnell schaffen: Wir waren noch vor sieben Uhr durch inklusive Aufräumen. Abschied vom Wahlhilfeteam sehr herzlich, Abschied vom Wahlhelfen innerlich: Das mache ich nicht nochmal.

Ich radelte zur Bezirksinspektion – diesmal mit meinem eigenen Rad, Herr Kaltmamsell war vergangene Woche so überaus freundlich gewesen, es zum Reparieren zu bringen. Das Radeln durch die junge, klare Nacht machte auf einem guten, für mich eingestellten Radl sehr viel Spaß, ich bekam große Lust auf häufigeren Einsatz.

In der Bezirksinspektion war die Schlange der Leute mit Unterlagen aus Wahllokalen lang: Klar, alle waren schnell fertig geworden. Und es wurden erste Ergebnisse aus den Medien rumgereicht, die sich kurz darauf bestätigen sollten: Sensation perfekt, München bekommt einen Grünen-Bürgermeister, zudem einen jungen (allerdings war Hans-Jochen Vogel bei seiner Wahl zum Münchner Oberbürgermeister 1960 noch ein Jahr jünger) und schwulen. Das wird spannend! Ich hatte wirklich nicht damit gerechnet, dass so viele CSU-Wähler für ihn stimmen würden.

Auch die Einreichung und Bearbeitung der Unterlagen ging flott, alles Profis. Um halb acht war ich daheim und ließ mich bald von Herrn Kaltmamsell (gestern nicht als Wahlhelfer im Einsatz) mit Wunsch-Abendessen verwöhnen.

Conchiglie mit Joghurt-Feta-Erbsen-Sauce, ein Liebling von Ottolenghi. NOCH besser als erhofft, unter anderem schmecken Pinienkerne nie so pinig wie hier in Olivenöl mit Pul Biber gebraten. Nachtisch Süßigkeiten und Schokolade.

Im Bett noch gelesen in der Hoffnung auf dadurch besseren Schlaf.

Journal Samstag, 21. März 2026 – Isarlauf plus mit Besuch Isarspaziergang

Sonntag, 22. März 2026

Gut geschlafen trotz viel Alkohol am Abend zuvor, aber nicht lang genug für Ausnüchterung.
Bloggen und Bettwäschewaschen gingen trotzdem gut.

Am Freitag eingetroffen: Die Uhr mit Ziffernblatt für mein Nachtkastl, damit ich im Schlafzimmer immer schnell weiß, wie spät es ist. Dann doch bei ebay gekauft.

Ab Mittag war ich mit dem Besuch aus Oldenburg verabredet, davor war nach Resträumen und -spülen vom Vorabend (Herr Kaltmamsell hatte das meiste bereits erledigt) noch Zeit für eine Laufrunde.

Ich startete von der Haustür über Alten Südfriedhof am Westermühlbach entlang – und entdeckte auf einer kleinen Grünfläche keine drei Meter von mir entfernt einen Grünspecht! Ich höre sie ja sonst immer nur und hatte mich damit abgefunden, dass sie in Wirklichkeit nur ein erfundender Vogel sind, aber da saß wirklich einer und versenkte seinen Schnabel gerade in dem Moos vor ihm – das exakt die Farbe seines Gefieders hatte. Ich blieb bewundernd stehen, doch das reichte bereits, um ihn hoch in den nächstgelegenen Baum zu scheuchen.

Das Wetter war grau und kalt, der März kehrte von versuchtem Frühling zurück zu entsättigten Farben.

Spannend aber die Pferde, die die Isar kurz hinter Thalkirchen kreuzten.

Der Körper spielte trotz Restalkohol gut mit, allerdings wurde der Rückweg mit Gegenwind überraschend anstrengend.

Daheim aß ich nach Duschen und Frischmachen von dem Laucheintopf vom Vorabend, dann holte ich den Besuch vom Hotel ab: Sie interessierte sich für meine Laufstrecke, also spazierten wir diese nochmal. Vorher aber herzte und küsste ich das befreundete Hotel-Personal, das überraschend gerade mit eigenem Besuch vor Ort war.

Am Tierpark Hellabrunn bogen wir ab zum Auer Mühlbach. Auch wenn der Tag ein wenig heller geworden war, mussten wir uns für Farben schon sehr auf die Frühlingsblümelein konzentrieren – von denen wir aber eine große Vielfalt entdeckten. Wir spazierten vertieft ins Gespräch, und ich genoss die viele Zeit mit der Besucherin, die Gelegenheit für Plaudern auch über Alltägliches und Nebensächlichkeiten bot.

Einkehren an der Krämer’schen Kunstmühle im Caffe Fausto – das ich noch nie so voll gesehen hatte. Nach Cappuccino und Aufwärmen gingen wir weiter den Auer Mühlbach entlang bis zum Müller’schen Volksbad. Tramfahrt zum Sendlinger Tor, damit vor der Abendessen-Reservierung noch ein wenig Zeit zum Ausruhen blieb.

Diesmal kam Herr Kaltmamsell mit, der den Tag daheim arbeitend verbracht hatte. Zu dritt spazierten wir ein weiteres Mal, jetzt bis zum Restaurant Schmock im Volkstheater.

Wir starteten mit Drinks, wegen des frühen Wahlhilfeeinsatzes am Folgetag beließ ich es lieber bei diesem Alkohol. Wir bestellten gemischte Vorspeisen für drei. Noch bevor wir Luft holen konnten für die Bestellung von Hauptgerichten, erklärte die (hinreißende) Bedienung mit Augsburger Akzent (ich fragte später, ob ich mit meiner Einschätzung nach ihrem ersten Satz richtig lag): “Des war’s dann!” Auf unseren vorsichtigen Protest, schlug sie energisch vor, wir sollten uns erstmal das Bestellte schmecken lassen, dann werde sie nach weiteren Wünschen fragen.

Kluge Bedienung, nach diesen reichhaltigen Vorspeisen hätten wir weder Tscholent noch Königsberger Klopse wie eigentlich geplant geschafft.

Weiteres Plaudern in viele Richtungen, ich erfreute mich unter anderem an dem gelehrten Austausch der beiden Sprachwissenschaftler*innen, erfuhr mehr über die Vielfalt und Entwicklung der Sprachvermittlung an Universitäten.

Heim spazierte ich mit den beiden ungewöhnlich erledigt, war unterwegs überrascht, dass die öffentlichen Uhren erst 21 Uhr anzeigten. Doch ich musste wirklich ins Bett – und verabschiedete mich vom Besuch ja nur bis Juni, wenn ich mit Herrn Kaltmamsell in den Norden fahren würde.

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Sie erinnern sich an den großen Stromausfall in Spanien und Portugal vergangenes Jahr? Jetzt zeigt ein Bericht, wie es dazu kommen konnte:
“Wie auf der Iberischen Halbinsel das Stromnetz kollabierte”.

Journal Freitag, 20. März 2026 – Wahlhilfevorbereitung, Abendgast

Samstag, 21. März 2026

Gut geschlafen, das war schön. Und dann wurde es auch noch zu blauem Himmel hell, wunderbar.

Sonniger Arbeitsweg.

Kurzes Stutzen an der Ganghoferstraße:

Ist das die Münchner Variante von Grün statt Parkplatz? (Zur Sicherheit: Besser als nix, mühsam ernährt sich etc.) Böser Vergleich: Wien mit seinem Stadtplanungsprojekt “Raus aus dem Asphalt”. Medial herumgereicht werden ja gerne die Vorher-Nachher Fotos aus Paris. Lebensnäher und übertragbarer scheinen mir diese aus Wien, Straßen wie die Neubaugasse kenne ich auch in München.

Das Wahlamt reagierte schnell: Noch vor neun hatte ich mein Berufungsschreiben im Postfach. Auf der Liste des Wahlhilfeteams neben mir nur drei bisherige, die drei neuen versuchte ich umgehend zu kontaktieren. Der erste, den ich erwischte, erklärte mir gleich mal, dass er aber nur vormittags könne und nicht beim Auszählen. Ich bat ihn um Meldung der Verhinderung bei der Bezirksinspektion. Weitere Telefonate ergaben, dass die neuen Leute auf meiner Liste in ihrem ursprünglichen Berufungsschreiben explizit informiert worden waren, dass sie NICHT für die Stichwahl berufen seien. Dass sie auch kein Berufungsschreiben erhalten hatten und durch meinen Anruf zum ersten Mal von ihrem Einsatz hörten. Das machte das Ehrenamt als Wahlvorsteherin schlagartig deutlich aufregender, als ich es mir bei der Stichwahl vorgestellt hatte – ich hatte erwartet, dass die überhaupt keine Aufregung wert sein würde. Zefix.

Sonstige Arbeit im Büro gut machbar, ich konnte gelassen auf meinen Mittagscappuccino ins Westend gehen. Unterwegs geriet ich an einem Zebrastreifen unter Kinder, die gerade verkehrserzogen wurden. Brav reihte ich mich ein und machte das koordinierte Gucken und Gehen mit. Wie hieß es in der Tanzschule gern: Grundschritte zu üben schadet nie.

Bevor ich zurück am Schreibtisch saß, hatte ich mein Wahlhilfe-Team für Sonntag vollständig und informiert – vorerst, ich bin vorsichtig geworden. Währenddessen trafen zwei weitere Berufungsschreiben für mich in meinem privaten E-Mail-Postfach ein, eines mit leichter Variation – das Wahlamt macht gerade echt nicht bella figura. Na gut, dann wiederum: Die jüngste reguläre OB-Stichwahl ist zwölf Jahre her. Vor sechs Jahren war Pandemie; damals wurden zur Wahlhilfe bei der Stichwahl Lehrer*innen rekrutiert, weil die Schulen eh gerade dicht waren (fiel mir ein, als ich dachte, “als wäre das ihre erste OB-Stichwahl”: ist es wahrscheinlich tatsächlich für die allermeisten Mitarbeitenden im Wahlamt).

Jetzt aber noch überraschend aufgelaufene Aufträge abgearbeitet. Dadurch wurde das Mittagessen eher spät: Köstliche Birne, Hüttenkäse mit Leinsamenschrot.

Danach mehr abgearbeitet, darunter sehr Interessantes.

Pünktlicher Feierabend, auf dem Heimweg Besorgungen. Zu Hause Abendgastvorbereitungswirbeln, auch wenn das eigentliche Kochen wieder Herr Kaltmamsell erledigt hatte.

Klingeln an der Haustür, große Freude: Wir hatten den Oldenburger Besuch seit zwei Jahren nicht gesehen. Es gab ausführliche Vorspeisen, damit niemand länger in der Küche verschwinden musste, dazu Luxemburger Cremant. Warme Hauptspeise war dann der beste Lauch-Eintopf aus Ernteanteil: Der Besuch hatte nach einer Dienstreisewoche mit viel Fleisch um eher etwas ohne gebeten. Dazu bot ich erstmal den Gemischten Satz von Marie Adler an – da der recht ungewöhnlich schmeckt, hatte ich aber einen konventionelleren Weißwein in der Hinterhand. Wir blieben beim Gemischten Satz, auch über den Nachtisch hinweg: Auf meinen Wunsch hatte Herr Kaltmamsell Sticky Toffee Pudding vorbereitet.

Vor allem aber Gespräch und Austausch, das war sehr schön. Zumal beides am heutigen Samstag fortgesetzt werden kann.

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Faktencheck von Sarah Bosetti zum Sozialstaat – ichweißichweißichweiß, mit Fakten macht man keine Politik (die Grünen sind beim Versuch fast unterm Bus gelandet), aber bei Sarah Bosetti gibt’s wenigstens was zu lachen.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=lYoYdTHuBn0

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UND JETZT ABER ZU DEN GUTEN NACHRICHTEN!
“King opens world’s longest coastal path around England”.

Ich könnte sagen, dass ich im September 2025 an genau derselben Stelle stand wie König Karl auf dem ersten Foto, wenn ich nicht auf der gegenüberliegenden Seite der Cuckmere-Mündung auf den Coastal Path eingebogen wäre.

Aber dann halt auch:

For the first time in English law there is provision for the route to be moved inland – “rolled back”, Natural England calls it – if the coastline erodes or shifts.
This allows the trail to adapt to the changing shoreline and aims to ensure that the coastal walk remains continuous and practical for generations to come.

Journal Donnerstag, 19. März 2026 – Schöner erster Lerchenlauf

Freitag, 20. März 2026

Vor dem besonders frühen Weckerklingeln einen besonders schönen Traum geträumt, der in England spielte und in dem Herr Kaltmamsell eine zentrale Rolle hatte.

Wie fast immer war ich bereits weit in meinem Morgenhandlungen, bevor in meinem Bewusstsein ankam: Früh! Zu wenig Schlaf! Doch wie berechnet war es beim Verlassen des Hauses um Viertel nach sechs hell genug fürs Stolperrisiko-arme Laufen. UND KALT! Über der Isar hing eisiger Nebel.

Doch mit angemessener Kleidung (Handschuhe!) und Bewegung war mir warm genug, der Körper spielte gut mit (nach Kreuz- und Achillessehnenschmerzen beim Aufstehen allerdings mit präventiver Ibu), ich bekam so richtig was geboten.
Unter anderem sehr viele Eichkätzchen auf dem Alten Südfriedhof.

Vor der Haustür.

Von der Wittelsbacherbrücke aus.

Unter der Wittelsbacherbrücke.

Nach disziplinierten 70 Minuten war ich zurück daheim.

Zum Vergleich: Der erste Lerchenlauf 2025, dieser am 18. März.
(Warum so ein Tagebuchblog praktisch sein kann.)

Nach dem Frischmachen: Auftritt neue Bürobluse.

In der Arbeit stempelte ich 35 Minuten später als sonstiger Durchschnitt ein, Öffnen des E-Mail-Postfachs zeigte: Ich hatte nichts verpasst.

Unzufrieden war ich mit dem Wetter: Seit Tagen hatte man mir strahlenden Sonnenschein angekündigt, doch jetzt sah ich vorm Büro nur Wolkenhimmel.

Mittagscappuccino im Westend, auf dem Weg fühlte ich mich sehr müde. Hatte aber die endlich schlüssige Idee fürs Freitagabendessen, zu dem Herr Kaltmamsell und ich einen sehr angefreuten Gast haben werden.

Zu Mittag gab es eine überraschend gut Birne (ich LIEBE überraschend gutes Obst), dann eingeweichtes Muesli mit Joghurt. Aber Kopfweh und müde – hoffentlich nur wegen des arg frühen Aufstehens.

Gut machbarer Arbeitsnachmittag. Auf dem Heimweg Einkäufe für Freitagabend, das Wetter weiterhin eher kühl, aber deutlich trocken. Zu Hause nochmal die stretchige Yoga-Folge vom Mittwochabend, diesmal konnte ich sie wirklich genießen.

Als Nachtmahl kombinierte Herr Kaltmamsell einige Bestandteile des eben geholten Ernteanteils:

Von oben im Uhrzeigersinn: Kohlröschen, Ruccola, Einkorn (Ernteanteil der vergangenen Woche), Steckrübenpüree – ganz erstaunlich gut, weil fruchtig. Nachtisch Schokolade.

E-Mail vom Wahlamt mit Entschuldigung, dass die Wahlhilfe-Berufungschreiben für Sonntag so spät rausgegangen sind. Wenn man am gestrigen Donnerstag noch keines bekommen habe, solle man sich telefonisch oder per E-Mail für eine digitale Zusendung melden. Netterweise stand gleich drin, dass die Zusammensetzung der Teams NICHT auf dem Wahlhilfeportal stehe, sondern nur in dem Berufungsschreiben – das ersparte mir das geplante ultra-komplizierte Einloggen am Abend, mit dem ich mich über genau dieses hatte informieren wollen. Statt dessen antwortete ich dem Wahlamt mit Bitte um Berufung per E-Mail: Sie war nicht in der Post gewesen.

Endlich eine Wander-Anfrage zur diesjährigen Oktoberfestflucht losgeschickt – dann doch Wandern im Schwarzwald statt Sprachurlaub in Italien (oder Istanbul? der Theaterabend in Ingolstadt hatte mir mal wieder unter die Nase gerieben, wie super es wäre, das viele Türkisch in München wenigsten ein bisserl zu verstehen), aus purer Recherche-Faulheit.

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Münchens grüner Bürgermeisterkandidat Dominik Krause wird sehr konkret, was er machen will, wenn er gewinnt:
“7 Punkte, die ich als OB anders machen werde”.

Meiner Ansicht nach liest sich darin sehr deutlich die Erfahrung von Dominik Krause aus seinen Jahren als 2. Bürgermeister Münchens: Er ist in keiner Weise naiv, sondern kennt die ganz konkreten Stellschrauben.
(Womit ich als Grünen-Parteimitglied endlich etwas zum Wahlkampf beigesteuert habe.)

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Vielleicht mögen Sie auch zur re:publica? Und haben noch kein Ticket?
Joël hat eines zum Early-Bird-Preis abzugeben.

Journal Mittwoch, 18. März 2026 – Zumindest mit Wiedersehen der Alten Kongresshalle

Donnerstag, 19. März 2026

Endlich wieder gut geschlafen, nur wenig vor Weckerklingeln aufgewacht mit erholtem Gefühl.

Fein gemacht für Berufseinsatz.

Der Weg in die Arbeit führte nochmal über frostige Oberflächen.

Erstmal im Büro einiges weggeschafft, solange ich Ruhe hatte. Dann zweistündiger Einsatz auf einer internen Konferenz (die Projektleitung war meinem Wunsch nachgekommen, mir eine kleine Aufgabe zu übertragen, damit ich wenigstens kurz dabeisein konnte), sehr bereichernd.

Und ich sog wieder die Schönheit der Altens Kongresshalle auf.

Auf dem Rückweg Mittagscappucino, der damit verbundene Marsch war allerdings weniger angenehm als erhofft, weil ein scharfer und wirklich eisiger Wind blies.

Zurück im Büro gleichmal Betriebsrat gewählt, wir finden Betriebsräte super. Später Mittagessen am Schreibtisch: Apfel, Halbtrockenpflaumen, außerdem Mango mit Sojajoghurt.

Sehr konzentrierter Nachmittag – was ich nur schaffte, indem ich aus meinem Büro in ein ungenutztes Einzelbüro auszog. Eine langfristige Lösung ist bereits geplant, bis dahin beweise ich halt sowas wie Flexibilität.

Langsam vielleicht doch beunruhigend: Die LWS-Schmerzen, die immer stärker pieksen und Hüfte sowie Bein bis Knie mitnehmen, mal die eine Seite, mal die andere. Wie’s halt so ist bei Jahrzehnte langen Schmerzen: Zum einen schwer abzuschätzen, wann ein Arztbesuch sinnvoll wäre – zum anderen aus Erfahrung wenig Hoffnung auf Linderung. Ich sehnte mich sehr nach meinem Feierabend-Yoga: Auch wenn es nichts reparieren würde, stellte ich mir die angesagte Folge mit 35 Minuten Streching himmlisch vor.

Auf dem direkten Heimweg biss mich wieder heftiger Wind, wenn auch nicht mehr ganz so kalt.

Zu Hause chop-chop: Yoga (mittel angenehm, weil ich all die weiteren Tätigkeiten nicht aus dem Kopf bekam), trockene Wäsche abhängen, frisch gewaschene Wäsche aufhängen, Pflanzen gießen, Brotzeit vorbereiten, Teebeutel für Arbeit füllen.

Aber dann gab es ja Abendessen! Herr Kaltmammsell hatte schon vor Tagen Penne mit Käsesauce angekündigt, und zwar aus mindestens drei Käsesorten. Und genau die gab es, sogar mit vier Käsen, sehr gut. Als Gemüse aß ich fast alle restlichen bulgarischen Essiggurken. Nachtisch Schokolade.

Früh ins Bett zum Lesen, Wecker auf noch früher, weil ich die erste Laufrunde vor Arbeit der Saison plante.