Journal Sonntag, 10. Mai 2026 – Isarlauf mit nochmaligem Abrollen, Mittelgebirgsbügeln
Montag, 11. Mai 2026Gut und schön lang geschlafen. Aufgewacht mit dem Bewusstsein, dass ich seit Samstagmorgen kein Ibu mehr gebraucht hatte, Rückkehr der Schuldgefühle wegen Anstellens. (Zefix: Ich hatte den Schmerzen mehrere Wochen gegeben, im Grunde Monate seit Weihnachten, um von selbst zu verschwinden – und JETZT taten sie es?!)
Gemütlicher Morgen, neben Bloggen endlich den Wasserfilter erneuert -> die eine Kanne anständigen Schwarztee alle paar Wochen.
Das Draußen war weiterhin sonnig und warm, ich freute mich auf eine Laufrunde an der Isar. Der Schwimmkrampf vom Vortag in der linken Wade machte sich schmerzhaft bemerkbar, also dehnte und blackrollte ich vorher gründlich.
Zum Radeln nach Hellabrunn schlüpfte ich noch in eine Windjacke, doch ab Abstellen des Radls am Tierpark war das ärmellose Oberteil genau richtig.
Guter Lauf, ich kam bald in Schwung, die Wade spielte genauso mit wie der restliche Körper. Dass die Wege sehr bevölkert waren, hatte ich erwartet an einem sonnigen Muttertagsonntag. Zudem sah ich Grüppchen, von denen ich wusste: Sie nahmen Angebote des gestrigen Langen Tags der StadtNatur wahr.
Der Boden federte auf den meisten Abschnitten herrlich trotz Trockenheit: In diesem Mastjahr waren sie dick von abgefallenen Buchenblüten bedeckt.
Floßlände bereits in Betrieb.
Auch in Betrieb: Wasservögel-Fortpflanzung, gestern sah ich endlich Gänse- und Entenküken.
Kein StadtNatur-Event, sondern Radtour-Stopp.
Große Weißdorn-Freude
Kurz nach dieser Aufnahme und nach Weiterlaufen auf der Großhesseloher Brücke hörte ich:
“Sie sind aber auch toll abgerollt!”
Nämlich von der Radlerin, die nach einem weiteren Jogging-Stolpern und -Sturz auf den Brückenplanken (WTF?) hilfsbereit abstieg, um nach mir zu sehen. Nachdem wir geklärt hatten, dass ich mir wirklich nichts getan hatte, diesmal durch Abrollen nach links über die ganze Körperlänge.
Ich nehme ja alles an Komplimenten, was ich kriegen kann. Und weiß wirklich nicht, wie mein Körper auf diese Roll-Reaktion kommt. (Dann wieder: Vielleicht habe ich als gebürtige Ingolstädterin die Stuntmanschule von Sascha Borysenko einfach im Blut?)
Nach dem Sturz am vorherigen Wochenende hatte ich noch nachgerechnet: Das war der vierte in meinen 20 Jahren Rennerei, das ging wirklich. Aber öfter brauchte ich das echt nicht!
Man könnte sich das Kunst-Installation hinlügen, aber tatsächlich funktioniert da etwas sehr gründlich nicht.
Heim radelte ich lieber auf der Flaucher-Seite, dort erwartete ich weniger vielköpfige Radlfamilien mit unberechenbaren kleinen Kindern auf Spielzeugrädern.
Zu Hause besonders ausführliche Körperpflege (der Sturz hatte tatsächlich nur eine kleine Abschürfung am linken Ellbogen hinterlassen). Frühstück um halb drei: Hausgemachtes Kimchi, Hüttenkäse mit Leinsamenschrot, eine Scheibe eben geholtes Brot.
Fürs Abendessen war gestern ich zuständig, also startete ich rechtzeitig das Zitronen-Thymian-Brathähnchen.
Wie geplant bügelte ich dann an der offenen Balkontür das Mittelbirge Bügelwäsche weg. Dabei hörte ich ein Feature des Deutschlandfunks von Ralf Bei der Kellen:
“Eine Saison im Berliner Wasserdorf
Prinzenbad”.
Gefiel mir sehr gut, schönes Format.
Während das Hähnchen im Ofen garte, las ich auf dem Balkon endlich die Wochenend-SZ – eher kursorisch. Hängen blieb ich aber an der Seite Drei über Erben in Westdeutschland vs. Ostdeutschland (€):
“Erben? Was denn?”.
Zwei Prozent vom Erbschaftsteueraufkommen: Das ist der Anteil, den die Ostdeutschen haben an dem, was in Deutschland vererbt wird.
Wunderte mich nicht, und mich ärgert immer wieder, wie gründlich Westdeutsche ein paar grundsätzliche finanzielle Benachteiligung Ostdeutschland ignorieren (z.B. Frauenrente), die sich aus 40 Jahren unterschiedlichen Gesellschaftssystemen ergeben.
Abendessen wurde gut, wir waren uns beide einig, dass es öfter Hähnchen geben sollte. Nachtisch Schokolade, während draußen der angekündigte Regen an die Fenster prasselte. Angekündigt ist auch ein Temperatursturz, ich zwang mich dazu, meine Kleidungsplanung der kommenden Tage daran anzupassen.
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Weil ich die Hilf- und Ratlosigkeit so gut nachvollziehen kann: Hier ein wirklich guter Beitrag zur Männlichkeitsdiskussion aus der aktuellen männertaz von Matthias Kalle:
“Über Männer”.
































































