Lesen, mal wieder

Mittwoch, 5. September 2007 um 12:15

Ich lese gerade:
Bis gestern Abend Ethan Hawkes Ash Wednesday. Habe das Buch heute nach Seite 70 auf den Stapel der zu verschenkenden Bücher gelegt, weil mich überhaupt nicht interessiert, wie es weitergeht und es nicht mal gut geschrieben ist. Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher. Ab heutiger S-Bahn-Fahrt zum Flughafen wird es Sujata Massey The Pearl Diver sein.

Drei Bücher, die mich immer wieder faszinieren:
Reflexartig nenne ich Die Tante Jolesch von Friedrich Torberg. Dann wird es dünn, weil ich fast nie Bücher mehrfach lese, seit ich nicht mehr als Literaturwissenschaftlerin arbeite. Zuletzt wiedergelesen habe ich Widow for One Year von John Irving und White Teeth von Zadie Smith.

Ein Buch, das ich ausdrücklich nicht empfehle:
Achje, jedes Deckelchen passt doch auf irgend ein Töpfchen. Selbst für mies geschriebene Superscheiße wie die Nebel von Avalon gibt es sogar ganze Berge von Töpfchen. Ohne dass ich die konkrete Leserin kenne, kann ich nicht abraten.

Drei Autoren, die ich für preiswürdig halte (unabhängig von evtl. tatsächlich erfolgten Preisverleihungen):
William Shakespeare, Friedrich Torberg (allerdings nur für Non Fiction), Minette Walters.

Mein Lieblingsgedicht:
Ist von Federico García Lorca (und seit diesem Jahr gemeinfrei, deswegen kann ich es hier ganz aufschreiben):

CANCION DEL NARANJO SECO
Leñador.
Córtame la sombra.
Librame del suplicio
de verme sin toronjas.
¿Por qué nací entre espejos?
El día que me da vueltas.
Y la noche me copia
en todas sus estrellas.
Quiero vivir sin verme.
Y hormigas y vilanos,
soñaré que son mis
hojas y mis pájaros.
Leñador.
Córtame la sombra.
Librame del suplicio
de verme sin toronjas.

(Sorry, in Übersetzung ist das ein anderer Text und nicht mein Lieblingsgedicht.)

Ort und Stellung zum genußvollen Lesen:
Mir ist es am bequemsten, an einem Schreibtisch zu lesen, meist ist es aber Sofa oder Lesesessel.

Ernährung während des Lesens:
Wenn ich lese, lese ich – alles andere geschieht nebenher, unter anderem Essen (ganz winziges schlechtes Gewissen). Eine meiner Schnappsideen war ja ein Kochbuch für einhändig zu essende Gerichte: Die Hardcore-Leserin klemmt das aufgeschlagene Buch oben unter den Tellerrand, braucht aber dennoch eine Hand zum Halten und Blättern. Bleibt nur die andere zum Löffeln oder Gabeln.

von Helga

die Kaltmamsell

4 mal Beifall zu “Lesen, mal wieder”

  1. Sebastian meint:

    Einhändig zu essende Gerichte, um besser lesen zu können! Ich bin schockiert! Ich empfehle: Trinken. Aber keinen Schnaps mehr, bitte.
    Obwohl: Wenn dieses Buch auch einhändig geschrieben wird, weil die andere zugleich kocht – in Ordnung.
    Und: Vielleicht selbst übersetzen?

  2. saxanasnotizen meint:

    Du verschenkst Bücher die dir nicht gefallen?

  3. Helga meint:

    Da bin ich doch kürzlich auf einen (Koch)Buchhalter gestoßen – wenn ich das wiederfinde, werde ich Sie selbstverständlich davon informieren…

  4. die Kaltmamsell meint:

    saxana: Ja – ich frage rum, ob sie jemand haben mag. Sollte ich sie besser in die Altpapiertonne stecken?

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