Kleiner Kinderhasser-Berater

Sonntag, 25. November 2007 um 12:11

Sowas geht überhaupt nicht. Genau diese Ausnahmerüpel unter den Kinderhassern (das Zigarillorauchen in einem Café war bereits ein Indiz) bringen all uns anständige und tolerante Kinderhasser in Verruf, die wir uns zu benehmen wissen. Deshalb ein paar Tipps (um deren Einhaltung ich mich zugegebenermaßen immer wieder bemühen muss) .

Der gesellschaftlich integrierte Kinderhasser beschwert sich im Café nicht über Kinderlärm – er geht. Er hat den enervierenden Krachmacher schließlich bereits über die Gänsehaut im Nacken wahrgenommen, bevor er auch nur das Quietschen der Vollgummi-Kinderwagenreifen auf dem Parkett des Kaffeehauses hörte. Das angemessene Verhalten im beschriebenen Fall wäre zügiges Verzehren der bereits servierten Speisen und Getränke gewesen, Stornieren aller weiteren Bestellungen und Verlassen des Lokals. Und das alles so unauffällig wie möglich. Falls sich die subjektive Belästigung durch schlecht gelaunte Menschenwürmer bei späteren Besuchen wiederholt, empfiehlt sich ein konsequentes Meiden des Cafés, zumindest außerhalb der gesellschaftlich akzeptierten Schlafenszeiten für Kinder.

Ohnehin verfügt der Kinderhasser ja über eine innere Kartografie von kinderbelasteten Gegenden und Zeiten (gelb schraffiert) und von babybelasteten (rot schraffiert). Gelb sind zum Beispiel Kino-Nachmittagsvorstellungen oder Matineen von Filmen mit einer Altersgrenze unter 12 Jahren sowie Mittagessen in ländlichen Gasthäusern; rot sind Familienfeiern unter Beteiligung von frischen Nachkommen, Kleinkindabteile der Bahn sowie die ersten Jahre im Leben von Freundinnen und Arbeitskolleginnen nach erfolgreicher Niederkunft.

Manchmal lassen sich allerdings örtliche und zeitliche Kollisionen nicht vermeiden. Hier sind Disziplin und hochreflektierte Empathie gefragt. Die morgendliche Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zum Beispiel führt fast zwangsläufig zu Begegnungen mit Müttern oder Vätern auf dem Weg in die Arbeit, die ihren buggy-gepanzerten Nachwuchs zur Tagesverwahrung schaffen. Der Bio-Rhythmus dieses Nachwuchses steht um diese Zeit sehr häufig in der Krawall-Phase. Hier gilt aus Gründen des sozialen Friedens selbstverständlich dieselbe Regel wie im Café: Auf keinen Fall beschweren. (Kurzfristig würde eine Beschwerde die Situation verschärfen, mittel- und langfristig nichts ändern.) Der Kinderhasser von Welt hält sich statt dessen die Ohren zu – aber bitte dezent und unauffällig, mit an den Körper gepressten Ellbogen; er will schließlich nicht provozieren, sondern sich lediglich vor einer Echauffage schützen, die ihm das Befinden einen ganzen Arbeitstag über vermiesen könnte. Die Ellbogen kann er so zudem zum Offenhalten des Buches auf seinem Schoß verwenden. Sollte der Säuglings- oder Kleinkindprotest mehrstimmig sein oder gar durch Vehemenz die in den Gehörgang gepressten Finger überwinden, hilft Aussteigen an der nächstmöglichen Haltestelle und Warten auf die nächste Transportmöglichkeit, in der Hoffnung, sie möge ruhiger sein. Der Chef wird diesen Grund für ein Zu-Spät-Kommen verstehen.
Beide Methoden erweisen sich auch als nützlich, sollte sich parallel zum Nachwuchslärm Streit zwischen mehreren Buggyschiebern oder Buggyschiebern und unerzogenen Kinderhassern entwickeln.

Der freiheitlich demokratische Kinderhasser hat außerdem die eigene Produktionsverweigerung von angeblichen künftigen Rentenkassenbefüllern pfleglichst durch verlässliche private Altersvorsorge kompensiert. Und findet es gleichzeitig völlig in Ordnung, sich an der steuerbasierten Finanzierung von Kindergärten, Schulen, Spielplätzen und Wickelräumen zu beteiligen. Schließlich zahlt er auch Opernliebhabern die hoch subventionierten Opernhäuser mit, Sportfexen die Schwimmbäder, Lesern die Bibliotheken – unabhängig davon, ob er ihr Hobby teilt.

Fingerspitzengefühl erfordern scheinbare Anfälle von Kinderhassertum bei Kinderhabern. Merke: Sie sind nicht ernst zu nehmen. Nie. (Dann wiederum: Über Symptome echten Kinderhassertums bei Eltern muss umgehend das Jugendamt informiert werden. Immer.) Erzählt also der Kollege, dass seine beiden Kleinstkinder für einige Tage bei den Großeltern sind und wie wunderbar und erleichtert er und seine Frau sich deshalb fühlen, ist die angemessene Reaktion keineswegs der Verweis darauf, dass sich Kinderlose ständig in diesem erstrebenswerten Zustand befinden. Statt dessen: Warm lächeln, Kopf leicht schräg legen, verständnisvoll nicken. Heftiges und konsequentes Schimpfen über die eigenen pubertierenden Nachkommen verlangt zwar nach Mitgefühl, dieses darf sich aber auf keinen Fall in eigenem Schimpfen über diese offensichtlichen Hundskrüppel und Turbozicken ausdrücken – dies würde heftigen Protest der eigentlichen Schimpferin auslösen. Erwartet wird lediglich Bedauern.

Alles in allem: Machen Sie uns keine Schande!

die Kaltmamsell

49 Kommentare zu “Kleiner Kinderhasser-Berater”

  1. Greenbay meint:

    Zum Glück gibt es für Kinderhasser die Höchststrafe der Evolution. Kinderlosigkeit wird nicht vererbt.

  2. die Kaltmamsell meint:

    Hm, müssten wir dann nicht schon längst ausgestorben sein? Ich fürchte, greenbay, die Fortpflanzungsfähigkeit hängt nicht von einer bestimmten Einstellung Kindern gegenüber ab. Zum einen ist selbstbestimmte Fortpflanzung ohnehin eine sehr junge Erfindung, zum anderen zeigen immer neue schreckliche Beispiele, dass so mancher seinen Kinderhass erst nachträglich entdeckt. Möglicherweise überschätzen Sie die Evolution.

  3. albertsen meint:

    Mal so interessehalber: Was machst du eigentlich in Spanien, wo es ja viel selbstverständlicher ist, Kinder überallhin mitzunehmen, sogar abends um zehn ins Restaurant?

  4. die Kaltmamsell meint:

    Nur alle zehn Jahre hinfahren. Und dann selten in Familienrestaurants einkehren. Ich glaube, dieses Jahr in Spanien hatte ich es nur zwei Mal mit Kindern im Lokal zu tun.

  5. Lorelei meint:

    @Greenbay: das scheint mir auch unlogisch. Woher kommen denn dann die Kinderhasser? Die hatten doch schließlich auch Eltern, welche offenbar keine Kinderhasser waren. Das Kinderhassertum scheint also ebenso angeboren – und damit nicht verurteilbar – zu sein wie Homosexualität. Leben und leben lassen.
    Und Frau Kaltmamsell: Hut ab, wie sie gleich im Beitrag die üblichen Kampfschreie der Kinderhasserhasser („Aber wer zahlt denn Eure Rente?“) neutralisiert haben!

  6. stefanolix meint:

    Man kann sicher die wunderbar abstrakte Formel von der »verlässlichen privaten Altersvorsorge« verwenden. Aber jede konkrete private Altersvorsorge basiert darauf, dass es im späten Lebensalter des Vorsorgenden noch eine florierende Wirtschaft, ein verlässliches Gesundheitswesen und natürlich ein stabiles Finanzsystem gibt. All das ist ohne Menschen nicht möglich.

    Welche verlässliche private Altersvorsorge kommt denn ohne Nachwuchs aus? Wenn ich in ein Haus investiere, brauche ich Mieter, die für die Nutzung meiner Wohnungen bezahlen. Die Unternehmen, an denen ich Anteile erwerbe, brauchen Mitarbeiter und Kunden. Die Banken oder Versicherungen, die mir später Zinsen und Zinseszinsen auszahlen sollen, brauchen auch in der Spätphase meines Lebens noch Geschäfts- und Privatkunden.

    Ich denke also, dass private Altersvorsorge und Kinderhassertum nicht wirklich kompatibel sind, weil jede private Altersvorsorge darauf baut, dass es auch später noch Menschen gibt ;-)

  7. croco meint:

    Eine Bekannte, die vier Kinder hat, erzählte mir, dass eine andere Bekannte mit ebenfalls so vielen Zöglingen, gesagt habe:
    „Ich würde es nie tun, nie. Aber ich kann Eltern verstehen, die ihre Kinder umbringen.“
    „Sie sind überall, man hat sie immer, und nie hat man Ruhe.“
    Die Kinderhasserei scheint auch in kinderreichen Haushalten nicht selten zu sein.

  8. die Kaltmamsell meint:

    In welcher Weise, stefanolix, sollte sich Ihre Berechnung also auf das Verhalten von Kinderhassern auswirken? Ich schreibe die Tipps gerne fort.

  9. stefanolix meint:

    @Frau Kaltmamsell: Die Meinung der Kinderhasser zu den Kindern wird sich nicht ändern lassen. Aber seien Sie zumindest nett zu denen, die sich Kinder anschaffen. Man weiß nie, ob man mal darauf angewiesen sein wird, dass es noch welche gibt ;-)
    Ich habe die Bemerkung zur klugen privaten Altersvorsorge im Artikel schon verstanden. Ich wollte nur anmerken, dass auch die beste Altersvorsorge nichts wert ist, wenn nichts nachkommt.

    @Frau Croco: Das hat mit dem Motiv Kinderhass, so wie ich es aus den Beiträgen der Frau Kaltmamsell herauslese, nichts zu tun. Mit solchen Worten beklagt die Mutter ihre temporäre Überforderung, die im übrigen nicht von der Kinderzahl abhängt. Es soll ja auch Lehrer geben, die an einem Freitagnachmittag ganze Klassen auf den Mond schießen könnten und am darauffolgenden Montag wieder professionell ihre Arbeit machen ;-)

  10. svenm meint:

    @stefanolix: Im Zuge der fortschreitenden Modernisierung sollte „florierende Wirtschaft, ein verlässliches Gesundheitswesen und natürlich ein stabiles Finanzsystem“ auch mit vierzig Millionen Einwohnern machbar sein, nicht?

  11. stefanolix meint:

    @svenm: Ich habe nirgends etwas über die Einwohnerzahl geschrieben. Es sollte aber einleuchten, dass man auch bei schrumpfender Einwohnerzahl Nachwuchs braucht, damit es überhaupt weitergeht. Man braucht vielleicht weniger Nachwuchs und weniger nachwuchserzeugende Paare. Aber man kann nicht ganz darauf verzichten.

    Gesundheitswesen und Pflege bekommen eine besondere Bedeutung, wenn es immer mehr alte Menschen gibt. Und das sind Branchen, in denen man durch »fortschreitende Modernisierung« keine Mitarbeiter einsparen kann. Man wird dort wohl in Zukunft eher mehr Mitarbeiter benötigen.

  12. svenm meint:

    @stefanolix: Es reicht ja, wenn die Hälfte von uns darauf verzichtet :-)

    Und was die Modernisierung bei der Pflege anbelangt:
    http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/5/0,1872,3915781,00.html

  13. stefanolix meint:

    Ich wusste, dass in der Pflege auch Roboter als Ergänzung des Menschen eingesetzt werden können. Aber erstens können sie den Menschen bei vielen Tätigkeiten nicht ersetzen. Zweitens wird es Menschen geben müssen, die die Roboter bauen, programmieren und warten …

  14. hufi meint:

    Tjaja. Wo bleiben nur die wartungsfreundlichen Komplettsysteme fürs Leben. Ach.

  15. kelef meint:

    hat ja keiner was gegen sich erträglich benehmende kinder. aber die blagen müssen nicht überall sein, wenn es sich vermeiden lässt. und es kommt – erfahrungsgemäss – schon darauf an, wie man sie behandelt.

    heute mit grossem vergnügen und voller verständnis an die kinderhasser gedacht: im running sushi am nachbartisch ein ältliches ehepaar mit dem späten kinde (sie unterhielten sich laut genug). das balg riss die schiebetüren des essenstransporters auf, kostete von den tellerchen, bekam auftrag was ihm nicht schmecke wieder zurückzustellen. mein monieren wurde mit „sie ham jo an hund, was graust ihna vor an kind?“ quittiert. der kellner verdrehte die augen und warf das angesabberte angewidert in den kübel. das bald hüpfte mit den winterschuhen auf dem sessel, sang (sehr falsch) sehr laut ein paar lieder, forderte beim personal zeichenmaterial ein, und wollte die hunt (MEINE HUNT!!!) treten. TRETEN!!! die hunt kennt essen gehen, setzt sich unter den tisch oder in die ecke bis wir wieder gehen. in unserem stammlokal starrt sie den kellner an bis er ihre wasserschüssel bringt (wir haben ein entsprechendes pekuniäres abkommen, der kellner und ich), im besagten sushi-lokal bekommt sie traditionsgemäss nach dem zahlen vor dem gehen die knusprigen schwanzflossen der gebackenen garnelen. ansonsten ist sie unsicht-, unhör- und unriechbar.

    das balg trat dann seine mutter statt meines hundes, die meinte zum erzeuger, das kind habe eben heute einen schlechten tag, weil er zuwenig ferngesehen habe.

    dem vater trank er ein paar schlucke bier weg, rülpste dann laut „jetzt bin ich wie der papa“.

    die hälfte des halben liters apfelsaft landete klebricht auf und unter dem tisch.

    der balg war keine sechs jahre alt, ein richtiges unkind, fett und widerlich.

    so schnell hab‘ ich dort noch nie gegessen.

    andererseits sieht man aber auch oft kinder, die sich durchaus mit entsprechendem benehmen behaftet in der öffentlichkeit zeigen, die sind immer wieder nett zu beobachten, auch ganz kleine.

    aber zu dritt oder viert fangen spielen zwischen vollbesetzten tischen und herumlaufenden kellnern (gesehen in der pizzeria), blockflötenspielen üben (cafe-restaurant, 30 minuten lang, um 18.30 uhr), trommeln im schanigarten (wiener innenstadt), und äähnliches: nein danke. ein paar solche erlebnisse, und ich wähle nach möglichkeit auch ein lokal mit ohne zukünftige rentenzahler.

  16. helmut meint:

    Ein sehr schöner Artikel. Auch wenn ich selber Kinder mag, würde ich Ihren Artikel unterschreiben. Wie so oft kommt es einfach drauf an, dass man sich selber locker macht und sich den Tag nicht vermiesen lässt. Damit können dann meistens alles Beteiligten gut leben.

  17. stefanolix meint:

    @kelef: Es ist doch keine Kunst, ein fettes und widerliches »Unkind« zu hassen. Da fehlt Ihnen aber wirklich noch ein Stück zum Kinderhasser-Zertifikat ;-)

    @helmut: Wenn ich so viel Zeit und Muße habe, dass ich überall locker bin, dann habe ich auch keine Probleme mit den Kindern. Dann überträgt sich meine Ausgeglichenheit auf den Nachwuchs. Leider ist das im realen Leben nicht immer so einfach …

    @hufi: Im Rückblick hätte ich es anders betonen und vielleicht gar formulieren sollen. Ich wollte eigentlich ausdrücken, dass Hilfe durch einen Roboter bei schwerer körperlicher Arbeit sicher auch in der Pflege willkommen ist, dass aber (siehe oben) zur Pflege eher mehr Menschen eingesetzt werden müssten. Wenn man sich den ganzen Gesprächsfaden durchliest, ging es darum aber sowieso nur am Rande.

  18. Burgdorfer meint:

    Als Bruder im Geiste von Frau Kaltmamsell möchte ich anfügen, dass weltweit wohl weissgott genügend „nachkommt“. Wenn wir Mitteleuropäer ein bisschen auf’s Kinderkrigen verzichten, schaffen wir dadurch einfach Platz auf dieser Erde. Tragisch ist’s ja wohl nicht.

  19. kinderlieber meint:

    Gut gereifter Kinderhasser-Zen, Frau Kaltmamsell. Respekt.

    Ich freue mich ja wie ein Schnitzel, wenn morgens eine Blase kichernder Kinder auf großer Museumsfahrt in die totenstille Pendlerbahn drängt und den Leuten den Tag schon vermiest, bevor sie ihre Arbeit am Kunden überhaupt angefangen haben. Immer wieder herrlich, wie sich die Masse da sofort reflexartig in Mundwinkel oben/ Mundwinkel unten teilt.

  20. robson meint:

    Liebe Frau Kaltmamsell, schöner Erguß von Ihnen. der kKh-Berater. Aber schießen Sie nicht über das Ziel hinaus. Erinnert mich so ein bißchen an Oscar Wilde: „Gentleman ist, wer anderen die geringstmöglichen Umstände bereitet…“ Ist ein hehres Bemühen, nobel durch die Welt zu schreiten und man kann sich zeitweise ordentlich was drauf einbilden, wenn’s gelingt. Ist aber unnötig und wird der schnöden Wirklichkeit nicht gerecht. Mißfallensäußerungen über nervende Kinder sind nicht verboten! Zugegeben, es ist schwierig solche mit dem nötigen Feingefühl zu artikulieren, aber die Eltern solcher Kinder sind bisweilen halt von dem Zuschnitt, wie ihn kelef beschreibt. Bei denen kommt Feingefühl dem Perlen vor die Säue schütten gleich, oder?

    Ich bin selbst Kinderhaber und halte nichts von der Einteilung der Menschheit in Kinderhasser, Kinderlieber und dgl.. Kinder lieb zu haben (hauptsächlich eh die eigenen) ist eine ziemlich private Angelegenheit und mitnichten eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Nichtkinderhaber sollten den Kinderhabern mit einem gewissen Respekt begegnen und umgekehrt auch. Erstere haben’s nicht ganz leicht, aber ihr Schicksal mehr oder weniger selbst gewählt und zu verantworten und letztere – nun ja, dito. Sie kommen damit so klar wie sie Auto fahren: Manche können das sehr gut, viele machen es so recht und schlecht und sehr viele sind ganz lausig. Für gute Autofahrer halten sich aber bekanntlich die allermeisten.

    Wenn wir mit unseren Kindern essen gehen, was aus vielen guten Gründen nicht so oft geschieht, versuchen wir es so einzurichten, dass durch Wahl des Lokals, der Zeit und sonstiger Umstände und einer gewissen Kontrolle der Kinder – im Rahmen des Möglichen -, die Zumutbarkeit für den Rest der Welt gewahrt bleibt. Das geht.

    In öffentlichen Verkehrmitteln, Supermärkten und dergleichen sind Kinder nicht immer und vor allem nicht durchgehend ruhig zu stellen. Da müssen die Nichtkinderhaber einfach nachsichtig sein und sind es gottseidank auch.

    Wenn’s Ihnen gut tut, sage ich gerne folgendes: Die Gesellschaft ist nicht kinderfeindlich! Sie ist vielmehr häufig ignorant – in Bezug auf sehr vieles. Die Leute sind recht ichbezogen (siehe Autofahrer) und lamentieren gerne und nachhaltig über alles was ihnen Umstände macht und schuld sind sowieso immer die anderen.

    Wenn die Kinderhaber und die Nichtkinderhaber sich beide nicht so wichtig nehmen, sich etwas zurücknehmen und versuchen ihre Sache jeweils engagiert und gut zu machen, ist schon eine Menge gewonnen.

    Wer auf welche Weise die Rentenkassen stützt, spielt da erst mal keine Rolle.

    Gute Nacht.

  21. Petra meint:

    Wenn auch selbst kein Kinderhasser (wenn auch kinderlos), muss ich dem Beitrag von @Kelef zustimmen.
    Letztens saß ich mit einer Bekannten – Mutter von 2 Kindern – im Café, dort ebenfalls ein ziemlich nerviges Blag unterwegs. Wir hatten ebenfalls laut entsprechende Kommentare in Richtung Eltern am Nachbartisch abgegeben worauf der Kommentar kam: „Sie haben ja wohl KEINE KINDER, was !?“ Kommentar der Freundin: „Doch, aber DIE sind ERZOGEN !“
    :))

  22. croco meint:

    „Das Kind als Waffe“ , ein ganz neuer Gesichtspunkt :-))

  23. Hasenkind meint:

    Sehr, sehr schöner Beitrag und mir aus der Seele gesprochen. Ich bin auch kein Kinderhasser und selbst kinderlos (gewünscht und selbst gewählt). Die Kinder sind doch immer das Ergebnis ihrer Eltern, wenn es da keinen Anstand gibt, wie sollen dann die Kinder Anstand haben? Und es gibt in der Tat sehr gut erzogene Kinder, die nicht ständig im Vordergrund stehen müssen. Aber wie gesagt, bzw. wie wir Bayern sagen: Wie der Herr, so’s G’scherr, wie die Eltern so die Kinder.

    Und wenn ein solcher Schratzen meinen Hund treten würde, würde ich gnadenlos zurück treten.

  24. Sabine meint:

    Wenn Kinderhasser Kinder kriegen … sind sie plötzlich wieder ganz normale Menschen, die das „hach tüdeli, ei bist du niedlich“ auf ihrer Tonleiter perfekt beherrschen, oder?
    Und zur Strafe für den zuvor gelebten Egoismus gibt es dann eben Kinder, die von anderen gehasst werden ;)

  25. die Kaltmamsell meint:

    Kinderhasser mit Gewissen, Sabine, gehen lieber kein Risiko ein. Auch wenn sich viele Kindermöger meist beim besten Willen nicht vorstellen können, dass jemand Kinder per se nicht ausstehen kann.

  26. livelb meint:

    Ich bemerke das ich zu dem Kreis der Kinderhasser mehr und mehr mich hingezogen fühle. Umso mehr beschlich mich Kontrollfreak die Angst ob ich denn überhaupt diesem eltitären Kreis gerecht werde und alles richtig mache. Diese Angst ist weg, dank ihnen Frau Kaltmamsell.
    Ich werde mir ihren Artikel ausdrucken, an die Wand hängen und eifrig lernen. Auf das ich Ihnen und ihrer Liste würdig bin und alles richtig befolge.

    Gruß
    Livelb

  27. hp meint:

    Sehr lobenswert und durchaus vornehm, misanthropische Charakteranteile den MItmenschen nicht bei jeder Gelegenheit vor die Füsse zu kotzen, sondern Ausweichstrategien zu entwickeln.

    Ich begrüsse es außerordentlich, von Kinder-, Ausländer-, Rentner-, Hunde-, Islam- und sonstigen Hass-Freunden bei der Ausübung ihres Hobbies so wenig wie möglich belästigt zu werden.

    Obwohl ich mich an Thomas Bernhard delektiere hätt ich dann doch lieber Oskar Wilde als Nachbarn.

  28. Lila meint:

    Ich glaube, zu diesem schönen Thema schreib ich selbst was. Sonst wird mein Kommentar zu lang…

  29. Maren Thunert meint:

    Erziehung ist Vorleben und ein bissel Bestechung *zwinker*
    Und nervende Kinder in der Öffentlichkeit sind immer auch ein Spiegel der Eltern. Ich bin Kinderhaber aus Leidenschaft und bin davon überzeugt, das Kinder in einem gewissen Rahmen der Öffentlichkeit zumutbar sind. Nur weiß das die Öffentlichkeit leider nicht immer.

    Aber das Kinderhassertum wird eines Tages Folgen haben, die wir alle ausbaden müssen. Jeder auf seine Art.

    Aber es gilt: Jeder soll nach seiner Fasson seelig werden.

  30. Belle meint:

    Noch schlimmer als die Kinder sind die Muetter im Schlepptau. Die Frauen, die dir den Buggy in die Knoecheln fahren „Ja, machnsema Platz!“, die glauben, sie koennten sich ueberall vordraengeln wegen „dem Kind“, die alle mit dem Schreihals im Restaurant plagen (auch die Eltern, die einen Babysitter bezahlen, damit sie mal einen ruhigen Abend haben koennen), die ihr Kind ueberall mitrumschleppen und sich dann beklagen, dass das Ambiente nicht kindgerecht ist.

  31. Wolf meint:

    Heute in der S-Bahn in aller Ruhe zu einer Konferenz unterwegs. Da setzen sich drei Girlies zu mir um einen gaaanz wichtigen Zickenkrieg zu besprechen. Laut. Grell. Mal blond und mal schwarz. Aber alle dämlich. Das wird also nicht unbedingt besser mit den Kindern. Von denen will ich mich noch nicht einmal pflegen lassen.

  32. amouri meint:

    der kinderhasser wird in zukunft auf jeden fall vom rentnerhasser abgelöst werden.

    die zeit wird gekommen sein, wenn meckrige ältliche muffel ohne bindung zu den nachfolgenden generationen überall die supermarktkassen blockieren, weil sie ihr kleingeld nicht mehr alleine zählen können, ewig und drei tage brauchen, bis sie aus der trambahn geklettert sind und jedesmal wenn einer laut lacht !Lärmbelästigung! brüllen.

    deshalb besser jetzt schon an der rücksichtsdividende arbeiten!

  33. Dagmar meint:

    Ich bin absolute Klein-Kinder-Hasserin, auch wenn die Kinder lieb sind. Ich zeige es den Kindern nicht, kann gut mit Kindern umgehen (sagt man mir nach) und Kinder lieben mich. Wenn die Kinder zu Jugendlichen werden, mag ich sie, auch wenn sie dann auch manchmal pubertätsmäßig blöd sind, aber man kann sie normal ansprechen und muss nicht diese alberne kindgerechte Sprache wählen. Ich mag die hohen Stimmen der Kinder nicht, sie tun in meinen Ohren weh. Ich mag es nicht, wenn sie ankommen und kuscheln wollen. Ich mag ihre blöden, langweiligen Geschichten nicht und ihre albernen Kinderspiele. Ihr Geschrei und Gezeter mag ich schon gar nicht und wenn Kinder schlecht erzogen sind, das finde ich abstoßend. Ich finde Kinder nicht niedlich, ich finde sie nichtssagen. Ich interessiere mich nicht für die Kinderfotos von Freunden und Bekannten (zeige es ihnen natürlich nicht) und auch nicht für die blöden Geschichten über ihre Sprösslinge (höre aus Höflichkeit trotzdem zu). Ich tu keinem Kind etwas, aber als ein kleiner Junge einmal einen Erdklumpen nach meinem Hund geworfen hat, habe ich den Klumpen aufgehoben und ihn nach dem Kind geworfen. Erwische ich ein Kind, dass ein Tier quält, lernt es mich kennen! Ich rege mich über ungezogene Kinder auf, beschwere mich aber nicht, ich mache das mit mir selbst aus. Ich weiß nicht, warum es so ist, ich bin halt so, nur hat niemand dafür Verständnis. Es gibt auch Menschen, die keine Tiere mögen, ich mag Tiere sehr und habe dafür Verständnis, dass Menschen verschieden sind. Es ist für viele nicht begreiflich, dass eine Frau keine Kinder mag, aber bei mir ist es so. Ich verspürte nie den Wunsch nach eigenen Kindern und habe auch keine mütterlichen Gefühle, wenn ich fremde Kinder sehe. Und die blöden Weiber, die immer sagen, das würde anders werden, wenn ich eigene Kinder hätte, die kapieren einfach nicht, dass es tatsächlich Menschen mit Abneigung für Kinder gibt. Ich habe mal vor 20 Jahren abgetrieben und ich habe nie darunter gelitten. Ich hatte keinen Bezug dazu, war froh, dass es weg war und hatte nie ein schlechtes Gewissen, von wegen ungeborenes Kind getötet. Eine Freundin von mir hatte mehrere Fehlgeburten und hat viel medizinische Hilfe in Anspruch genommen, dass sie endlich doch ein gesundes Kind auf die Welt bringen konnte. Ich habe ihr beigestanden als Freundin, aber insgeheim habe ich nicht verstanden, warum sie so sehr darunter gelitten hat. Für mich war das so wie, na ja, dann klappts eben beim nächsten Mal und wenn es gar nicht klappt, ist auch nicht weiter schlimm. Im Prinzip verstelle ich mich in der Öffentlichkeit in Bezug auf Kinder, in Wirklichkeit denke ich ganz anders. So, jetzt dürft ihr mich hassen, aber das ist meine Meinung und so bin ich und ich lebe gut damit. Rentner hasse ich nicht. Auch wenn es mich manchmal nervt, dass sie ewig an der Kasse brauchen oder über die Straße schleichen, wenn ich im Auto sitze, aber ich fühle keinen Hass in mir. Man ist ja immer mal über irgend etwas genervt.
    Gruß Dagmar

  34. Sabine meint:

    Ich finde diesen Blog ja sehr unterhaltsam, aber nachdem mich der letzte Kommentar samt dem dazugehörigen Post die ganze Nacht verfolgt hat (jaja, das Internet ist nicht gesund), muss ich ein paar ungeordnete Gedanken loswerden. Auch wenn ich damit voll in die Falle tappe.

    Um ehrlich zu sein, mir gefällt die Nonchalance, mir der der Begriff „Kinderhasser“ hier verwendet wird, nicht, liebe Frau Kaltmamsell. Ich denke mir so, dass in unserer Gesellschaft die Kombination „xxx-hasser“ nur noch bei Hunden und Lehrern halbwegs akzeptabel sind, und bei beiden -hassern lässt die Verwendung des Begriffs doch eher den Verwender unschön aussehen. Du hast sicher gute Gründe dafür, den Begriff so zu verwenden. Hübsch ist es nicht.

    Warum die Leute nicht verstehen (oder, so vermute ich, nicht mit der Aussage umgehen können), dass einer keine Kinder mag, liegt vermutlich daran, dass die Entwicklungen der letzten 40-50 Jahre noch nicht so ganz im Erbgut der Menschen angekommen sind, in dem nach wie vor das Programm Fortpflanzung läuft. Gott sei Dank gibt es diese Entwicklung, es soll ja nun wirklich jede so halten, wie sie es will, aber mir kommt es ein bisschen so vor, wie wenn ein Schwuler verzweifelt zum Himmel blickt und sich beklagt, dass keiner versteht, dass er halt Männer begehrenswert findet. Nein, der größere Prozentsatz versteht es halt nicht. Das sollte in einer freien Gesellschaft freilich nichts ausmachen.

    Wenig redlich finde ich es, sich über schlecht erzogene Kinder aufzuregen und dann zu meinen, daraus einen Kinderhass ableiten zu können. Es gibt haufenweise nervtötende Menschen, denen man genau so aus dem Weg geht wie plärrenden Kindern; so sind doch grölende Fußballfans wirklich die Pest, wenn man mit ihnen in eine U-Bahn gezwängt wird. Trotzdem kommt hoffentlich keiner auf die Idee, daraus abzuleiten, dass Fußballfans per se dumme und rohe Menschen sind, oder gar, dass Männer per se dumme und rohe Menschen sind.

    Das Spektrum des Interesses an Kindern ist sehr, sehr weit. Mein persönliches Interesse an Kindern ist durch die, mit denen ich beruflich und privat zu tun habe, völlig gedeckt, und wie meine Mutter schon habe ich eine geringe Toleranz für Kindergeschrei und, ja, Dagmar, für Kinderspiele, bei denen ich mitmachen soll; ich kenne auch durchaus Leute, die ein tiefes Interesse an Kindern haben und das den Kindern auch zeigen können, mit erstaunlichen Ergebnissen. Und ich kenne solche, die Kinder höchstens dann gerne sehen, wenn sie frisch gewaschen und charmant sind. Aber Eltern als blöde Dutzi-Dutzi-Wesen abzutun, nur weil sie von ihrer derzeitigen Lebensaufgabe absorbiert sind, finde ich einigermaßen lieblos. Klar soll man sich ruhig mal drüber lustig machen, es ruhig auch den Eltern ins Gesicht sagen, aber ihnen nicht ihren Wert als Menschen absprechen.

    Michael Phelps ist übrigens auch mal froh, wenn er einen Tag lang nicht so viel schwimmen und essen muss. Sogar Musiker sind angeblich ab und an froh, wenn sie ihre Tuba im Schrank lassen dürfen. Eltern haben ja im allgemeinen noch andere Dinge im Kopf als Kinder, die sich halt mit Kindern zusammen nicht immer ausführen lassen.

    Dass die Probleme des Eltern- (vor allem Mutter-)Daseins derzeit so lautstark verhandelt werden, finde ich aus emanzipatorischer Sicht übrigens einen Fortschritt.

    Und Dagmar, deinen Kommentar finde ich eigentlich nur beklemmend. Klar sind Kinder seltsam, distanzlos, lärmig, riechen komisch und spielen Dinge, die für Erwachsene nicht immer nachvollziehbar sind. Klar soll sich niemand dafür rechtfertigen müssen, dass er/sie keine Kinder will. Aber warum so verzweifelt auf dem Kinderhass beharren? Und warum sich verstellen? Warum nicht mal einem Kind sagen, dass du gar nicht kuscheln willst? Das klingt ein wenig nach dem umgekehrten feucht-schlabbrigen Tantenkuss.

    Ungeordnete Gedanken, wiegesagt.

    Der Kommentator, der Thomas Bernhard erwähnte, hat mich übrigens schmunzeln lassen.

  35. no name meint:

    gelöscht von kaltmamsell: no name, no e-mail adress – no commenting

  36. Lilith meint:

    Durch einen glücklichen Zufall bin ich auf dieser Seite gelandet. Vielen Dank, Kaltmamsell, für diesen schönen Text.

    Wobei ich ganz und gar nicht einsehe, daß ich schweigend, still und leise das Feld räumen soll, wenn verzogene, renitente Blagen mich und meine Ruhe in Restaurants oder an anderen öffentlichen Plätzen stören. Im Gegenteil, ich bin sogar der Meinung, daß es wichtig ist, ein Fanal zu setzen in dieser kinderverblödeten Welt!
    Wir sind eine Minorität. Unsere Stimmen werden nicht gehört, wenn sie aus falscher Bescheidenheit nicht erhoben werden!

    Noch ein Wort zu dem Beitrag oben; „Kind wollte Hund treten“:
    Das würde es in meiner Gegenwart EINMAL versuchen und nie wieder. :o)

    @Dagmar: Dein Text könnte von mir stammen. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, daß es auf dieser Erde jemanden gibt, dem es HAARGENAU so geht wie mir.
    Falls du diese Zeilen noch liest, würde ich mich sehr freuen, wenn du dich mal meldest.
    Wir könnten zusammen ein neues Kinderhasserforum gründen. Es gab einmal eines, leider ist es mangels reger Beteiligung irgendwann eingeschlafen.
    R.I.P., liebes, altes Kinderhasserforum.

    Bei Interesse also einfach eine E-Mail an: (auf Liliths Bitte gelöscht am 27.1.2010 von kaltmamsell) senden.
    Gilt natürlich auch für andere Kinderhasser! Einigkeit macht stark.
    Freue mich generell über jede Mail von Leidensgenossen!

    @Sabine: (Zitat) „Und warum sich verstellen? Warum nicht mal einem Kind sagen, dass du gar nicht kuscheln willst?“

    Das habe ich für meinen Teil versucht. Aber versuch einmal, einem Krokodil zu erklären, daß es bissig ist.

    In diesem Sinne: Kondome schützen.

    Gruß, Lilith

  37. Aletheia meint:

    @Kaltmamsell:

    Netter Text, ich habe ihn mit Vergnügen gelesen, aber so zurückhaltend wie du bin ich nicht. Ich denke schon, dass man in manchen Situationen, natürlich höflich, sein Missfallen äußern sollte; manchmal sind sogar schnelle Reaktionen gefragt, z. B. wenn Kinder mit verschmierten Händen versuchen, ihre Finger an deinen Klamotten abzuputzen (ist mir schon passiert). Es gibt ja Eltern, die auch in so einem Fall nicht eingreifen!

    @Dagmar:

    Ich empfinde Kindern gegenüber ziemlich genau so wie du. Nur verstelle ich mich nicht; das heißt nicht, dass ich auf Kinder oder auf Leute mit Kindern losgehe und sie anpöble; ein bisschen Toleranz muss schon sein, die erwarte ich ja auch. Aber ich tue auch nicht so, als ob ich Kinder mögen würde. Wenn mir z. B. jemand mit Kindergeschichten kommt, sage ich schon, höflich natürlich, dass mich das nicht interessiert. Meine Freunde wissen und akzeptieren das, eine gute Freundin, mein Freund und meine Cousine teilen diese Abneigung. Wer mich deshalb nicht mag oder komisch findet, braucht ja nicht mit mir befreundet sein und kann seinen Kontakt mit mir auf das Nötigste beschränken.

    Es geht mir auch ziemlich auf die Nerven, dass man Frauen eine Abneigung gegen Kinder bzw. Interesselosigkeit Kindern gegenüber noch weniger zugesteht als Männern, und dass viele glauben, sobald eine Frau ein Kind sieht, werden bei ihr automatisch „mütterliche“ Gefühle (was immer das auch genau sein mag…) aktiviert. Ich kenne jedenfalls genügend Frauen, bei denen das nicht so ist! Ich kenne auch einige Frauen, die abgetrieben haben und die, wie du, sagen, dass sie nie darunter gelitten haben.

    Du schreibst: „So, jetzt dürft ihr mich hassen“… Also, ich hasse dich natürlich nicht, sondern fand im Gegenteil deinen Beitrag sehr sympathisch, weil du dir selber gegenüber ehrlich bist, auch wenn du dich in der Öffentlichkeit verstellst. Auf jeden Fall hast du nicht den Fehler gemacht, dich mit einem Kind zu belasten, obwohl du Kinder nicht magst. Ich vermute nämlich, dass manche Leute vor allem deshalb Kinder kriegen, weil es (fast) alle anderen auch tun, und weil sie sich einfach nie überlegt haben, wie sie ihr Leben anders und möglicherweise erfreulicher und für sie passender gestalten könnten. Ich habe schon einige Leute kennen gelernt, denen ich ihre Kinderfreundlichkeit nicht so recht abkaufen konnte. Eine Bekannte von mir, eine etwa siebzig jährige Frau, die vier oder fünf, mittlerweile natürlich erwachsene, Kinder hat, sagte zu mir einmal (in einem Anfall von Ehrlichkeit), dass sie eigentlich keine Kinder wollte, aber ihr Mann, und dann kam halt eins nach dem anderen, was hätte sie machen sollen… Sonst lässt sie sich bei jeder Gelegenheit darüber aus, dass Kinder doch das Wichtigste im Leben seien und dass die Mutterschaft die wahre Erfüllung jeder Frau sei etc. blabla.

    Übrigens mag ich auch Tiere und ich wusste schon als Kind, dass ich lieber einen Hund als ein Baby haben möchte, obwohl meine Tante mir das immer erfolglos auszureden versuchte. Heute habe ich einen Hund (und davor schon zwei gehabt) und hatte nie Kinder und bin sehr zufrieden damit.

    @Lilith:

    Du schreibst: „Unsere Stimmen werden nicht gehört, wenn sie aus falscher Bescheidenheit nicht erhoben werden! “

    Ganz meine Meinung! Darum gefällt mir auch die Idee mit dem Kinderhasserforum (ich war auf der Suche nach so einem Forum, als ich auf diese Seite gestoßen bin). Ich werde dir in den nächsten Tagen schreiben.

    Das habe ich für meinen Teil versucht. Aber versuch einmal, einem Krokodil zu erklären, daß es bissig ist.

    :-DDDD

    Viele Grüße, Aletheia

  38. Trakehnerblut meint:

    @ Dagmar

    Bin durch Zufall auf diese Seite gestossen und habe mich über deinen Kommentar köstlich amüsiert, weil er mich so herrlich an mich selbst erinnert hat. Den Erdklumpen hätte ich übrigens auch geworfen.

  39. Jonny27 meint:

    Gelöscht von Kaltmamsell: Keine echte E-Mail-Adresse, kein Kommentieren.

  40. Tierfreund meint:

    Liebe Dagmar,

    kein Wort von Dir das ich nicht voll unterschreiben würde ! Bin gerade zufällig auf dieser Seite gelandet, weil ich 2 Stunden vergeblich hier am Schreibtisch versucht habe, mich auf meine Arbeit zu konzentrieren, während dies im Nachbargarten vom kieksenden und plärrenden Nachwuchs vereitelt wurde. Bei der reflektierenden Überlegung, ob ich wohl ein Kinderhasser sei, und der eher gelangweilten Google-Suche nach dem gleichnamigen Begriff, bin ich dann in diesem Blog gelandet. Und bei vielen Beiträgen hier, habe ich das Gefühl, als stünde dort ein exaktes Psychogramm meiner selbst geschrieben.

    Den Gipfel der Unverfrorenheit erlauben sich Eltern der angeblich zukünftigen Rentenzahler allerdings, wenn sie ohne Anlaß und Not, Diskussionen beginnen, deren gedanklicher Hintergrund die vermeintlich wirtschaftliche Ungerechtigkeit zwischen Familien und doppelverdienenden, kinderlosen Ehepaaren ist. Und da nehme ich mittlerweile kein Blatt mehr vor den Mund : Wer mir daher kommt diesem langweiligen „double-income-no-kids“-Gelaber, dem schmettere ich ohne zu zögern entgegen: „Wenn Du Dir Deine Gören nicht leisten kannst, hättest Du halt keine bekommen dürfen“.

    Ach, ja… bin übrigens männlich, 46 Jahre, verheiratet, meine Frau 38, beide gewollt kinderlos

  41. Mashek meint:

    Kinder sind klein, dumm und stinken. Sie plärren, sie quengeln, sie reden unentwegt, sie kennen keine tages und anchtzeiten, sie scheissen drauf ob die eltern die ganze woche hart malocht haben. sie sind frech, nerven, gehen einem den ganzen tag mit ihren problemchen auf die nüsse und treiben einen zur weissglut. ich mochte kinder einmal sehr, aber nachdem ich 2 besonders ekelhafte objekte kennegelernt habe, hat sich in 15 monaten ein regelrechter hass aufgebaut.

  42. Vikinga meint:

    c

  43. Vikinga meint:

    Ich bin auch bekennende Kinderhasserin. Ich wußte auch schon als zehnjährige, daß ich keine eigenen will und konnte verstehen, weshalb mir als Kind Erwachsene manchmal feindlich begnet sind. Ich bin schon gestreßt, wenn ich nur ein Kleinkind in meiner Nähe sehe. Ich finde die eklig, meistens haben die verschmierte Münder, sind dreckig, machen viel kaputt, machen Lärm. Ich kann fast nirgendwo hingehen, ohne daß mich die Blagen stören. Egal ob das Museum, Schwimmbad, Badesee, Restaurant oder Zug ist. Man sollte echt kinderfreie Zonen einführen! Und diese Totschlagargumente und Sprüche wie: Du warst doch auch mal klein, wer soll denn mal die Renten zahlen und alles ändert sich ,wenn du eigene hast, bringen mich echt zur Weißglut! Ich möchte lieber zehn Hunde als so ein nervtötendes Balg! Leider sind da meine Eltern, die immer nach Enkeln verlangen, weil ich deren einziges Kind bin! Die sind doch selber schuld! Hätten die mehr Kinder gemacht, so hätten sie jetzt auch bestimmt Enkel! Ist eigentlich mal jemandem aufgefallen, daß diese gestreßten Mamis nicht einmal lächeln? Sondern immer nur schimpfen? Dazu kann man nur sagen: Mutterschaft macht glücklich! Was genieße ich da doch mein herrlich sorgloses Leben ohne Nervzwerge! Ach übrigens: Viele meiner Freundinnen denken genauso!!!

  44. Mashek meint:

    Und weiter zieht sich der alltäglich Kinderhass durch mein Leben. Gibt es keine geschlossenen Communitys für uns?

  45. Lilith meint:

    Hi Mashek & andere Leidensgenossen,

    falls Interesse besteht, könnte ich ein Forum für uns Kindergeplagte eröffnen.
    Schreibt einfach mal hier, ob Bedarf besteht. Am besten mit einer E-Mail-Adresse. Gebe euch dann Bescheid. Es müßte allerdings schon wenigstens eine Handvoll Leute zusammenkommen, sonst lohnt es den Aufwand nicht.

    Gruß, Lilith

  46. Mashek meint:

    Ich fände es auf jeden Fall super. Man muss ja leider mit seiner Meinung bei sich bleiben, will man nicht stundelang mit Leuten diskutieren und das Gefühl haben, dass man gegen eine Wand spricht. Deswegen wäre eine Plattform für Leute wie uns sicherlich angebracht.

  47. Lilith meint:

    So, es gibt jetzt eine Plattform:

    „Nervensägen – Das Forum gegen den alltäglichen Wahnsinn“.

    http://nervensaegen.newfreeforum.com/forum.htm

    Da das Forum noch in Arbeit ist, wird sich wahrscheinlich noch einiges daran verändern. Falls ich Zeit und Lust habe. Leider hat der Hoster ziemlich strenge Auflagen (siehe auch Forumsregeln). Zumindest kann man sich dort mal unter Gleichgesinnten austauschen. Und das ist doch auch schon mal was.^^
    Bis dann vielleicht!

    Gruß, Lilith

  48. Mashek meint:

    Forum tot?

  49. die Kaltmamsell meint:

    Ich fürchte, meine Damen und Herren, hier liegt eine Verwechslung vor: Dies ist das private Blog der Kaltmamsell, kein Forum. Es wäre mir sehr recht, wenn Sie ihre Unterhaltungen, die schon lange nichts mehr mit dem ursprünglichen Blogposting zu tun haben, an anderer Stelle fortsetzten. Hiermit schließe ich die Kommentarsektion.
    Dank und Gruß.

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