Archiv für Januar 2008

Content-Klau in Pink – think pink content theft

Montag, 21. Januar 2008

How unpleasant to discover my own blog post on another, commercial and quite disgusting website. The contact form doesn’t work, the comment function doesn’t work, and there is no information available about who is behind this pink monster that claims to be addressed to women (categories: “Beauty”, “Celebrity”, “Fashion”, “Health”, “Scandal” – yeah, right, that’s us). So I can only ask you by posting it here:
Take my content off your site AT ONCE.

Ein bisschen DLD 2008

Sonntag, 20. Januar 2008

Sascha Lobo kam nicht selbst, hatte aber seine Frisur geschickt, nur wenig getarnt.

loboersatz.jpg

Von Herrn Sebas hingegen war der weiße Anzug da.
Und möglicherweise ist die offene Manschette unterm Anzug der neue offene Hemdkragen. (Vielleicht aber auch nur bei Verlegern.)

Noch mehr Spießertum: Eine Etagere

Samstag, 19. Januar 2008

Neulich auf dem Online-Flohmarkt erworben: eine Messing-Etagere von Villeroy & Boch. Zur Dekoration habe ich das abgefahrene Fruchtkonfekt des kleinen Münchner Schokoladenladens Sama-Sama verwendet, deneben ein wenig Nougat aus derselben Quelle.

etagere.jpg

Wozu flickr gut sein kann

Freitag, 18. Januar 2008

Die US-amerikanische Library of Congress hat insgesamt über 3.000 historische Fotos von 1910 bis 1940 in flickr eingestellt, gemeinfrei, mit umfangreichen Zusatzinformationen, und der Chance für die Library, durch Kommentare mehr Informationen zu den Bildern zu bekommen. Klar, sehr viele Propagandafotos, aber unbedingt sehenswert.

electric_smelting_furnace_1942.jpg
Palmer, Alfred T., photographer.
Electric phosphate smelting furnace used in the making of elemental phosphorus in a TVA chemical plant in the Muscle Shoals area, Alabama
[1942 June]

2_women_inspectors_1942.jpg
Palmer, Alfred T., photographer.
Carefully trained women inspectors check and inspect cargo transport innerwings before they are assembled on the fuselage, Douglas Aircraft Company, Long Beach, Calif.

3_home-canned_food.jpg
Unidentified stacks of home-canned food
[between 1941 and 1945]

4_constructing_building_1942.jpg
Feininger, Andreas, 1906-1999,, photographer.
Constructing a building on the site of a new steel mill which will soon turn out steel for the war needs, Columbia Steel Co., Geneva, Utah
1942 Nov.

5_locomotive_1942.jpg
Delano, Jack, 1914-, photographer.
C & NW RR, working on a locomotive at the 40th street railroad shops, Chicago, Ill.
1942 Dec.

6_friends_meeting_1940.jpg
Lee, Russell, 1903-, photographer.
Friends meeting at the Pie Town, New Mexico Fair
1940 Oct

8_hot_weather_scene.jpg
Bain News Service, publisher.
Hot weather scene
[between 1910 and 1915]

9_british_strike.jpg
Bain News Service, publisher.
British strike – extra fodder for pit ponies, Pontypridd
[between 1910 and 1915]

via gedankenträger

Mode marginal – Bekleidungsfreuden

Mittwoch, 16. Januar 2008

Wir, die wir uns für Bekleidung interessieren, müssen vielleicht die eine oder andere Energieeinheit mehr in das Nachdenken übers nächste Outfit stecken (siehe 4.). Aber wir ziehen auch besonders große Freude aus einer gelungenen Bekleidungsidee. So kann ich hiermit zu meinem Entzücken vermelden, dass ich heute, weil gestern ein vor Weihnachten bestellter blauer Rock eingetroffen ist, nach vieljähriger Pause meine hellblaue Strumfhose mit Algen und Seepferdchen drauf tragen kann. GOLDENEN Seepferdchen!

Nachtrag kurz vor der Tagesschau: Bitteschön, die Seepferdstrumpfhose!

seepferdstrumpfhose.jpg

Toleranz – leider nicht

Dienstag, 15. Januar 2008

Ich fürchte, ich bin der intoleranteste Mensch, den ich kenne. Diesmal will ich mit meiner Aussage nicht ein Konzept hinterfragen; ich meine das genau so. Und ich hadere sehr mit diesem Umstand. Diese Intoleranz ist kein Programm, das ich mir vornehme, sondern die Diagnose meines Verhaltens, wenn ich es aus ein wenig Distanz reflektiere.

Mein Verhängnis ist eine Einstellung, die wohl den meisten anderen als Basis für eine tolerante Grundhaltung dient: Billigung des individuellen Rechts auf Selbstbestimmung. Der Haken: Mein Verhalten deutet darauf hin, dass ich daraus eine Pflicht zur Selbstbestimmung mache und auch noch ziemlich genau festlege, wie die auszusehen hat. Toleranz ist was Anderes.

Nehmen wir das Beispiel, das oft das Nachdenken über Toleranz auslöst: die gleichgeschlechtliche Partnerschaft. In meiner Weltsicht ist sie selbstverständlich, jeder soll selbst bestimmen, mit wem er Sex hat, mit wem sie ihr Leben teilt. Doch fragen Sie mich mal zu Homophobie: Nein, ich gestehe niemandem zu, Homosexualität abzulehnen, für eine Krankheit zu halten, verächtlich zu machen – selbst wenn derjenige keinem Schwulen und keiner Lesbe persönlich dreinredet.

Andere Kulturen? Es lebe die Vielfalt! Zumal historisch gesehen kulturelle Hochblüten immer auf der Vermischung verschiedener Einflüsse basierten. Aber bringen Sie mich mal mit jemandem zusammen, der nach einer Reise darüber lästert, wie bescheuert die Regeln für gutes Benehmen in – sagen wir – Thailand sind. Dem wasche ich aber ordentlich den Kopf, weil er die Relativität seines eigenen Benimmsystems ignoriert. Von Toleranz keine Spur.

Oder Autarkie in der Partnerschaft. Ganz theoretisch gehört es zur Selbstbestimmung, wenn sich Frauen dafür entscheiden, materiell völlig von ihrem Partner abhängig zu sein. Ebenso wie eine Katholikin ganz selbstbestimmt Ordensschwester bei den Benediktinerinnen wird, sich verschleiert, sich strengen Ordensregeln unterwirft, sogar ihren eigenen Namen aufgibt. Praktisch rege ich mich furchtbar und ohne jede Toleranz auf: Kann man überhaupt selbstbestimmt sein Recht auf Selbstbestimmung aufgeben? Es ist doch auch rein definitorisch nicht möglich, meine Menschenrechte aufzugeben, oder doch? Dabei wird meine Intoleranz auch nicht durch die üblichen Selbstaussagen vermindert, die die eben beschriebenen Schritte eine „Befreiung“ nennen. (In zwei weiteren Denkschritten wären wir bei der Frage, ob es überhaupt freien Willen gibt, aber da will ich heute definitiv nicht hin.)

Und was ist mit Menschen, die überzeugt sind, der Saft einer einzigen Tollkirsche, rhythmisch vermischt mit 500 Litern Wasser, könne Fieber senken? Ein Rosenquarz um den Hals könne „Computerstrahlen einfangen“? Wieder eine ganze Reihe Menschen, denen ich mit aktiver Intoleranz begegne.

Auch in mir spiegelt sich die Haltung meiner Eltern: Sie beide hatten sehr feste und nicht verhandelbare Wertvorstellungen, an denen sie meine Erziehung streng und konsequent ausrichteten (dass in puncto Weiblichkeit die Vorstellungen meines Vaters und die meiner Mutter in Konflikt zueinander standen, hat mich ein bisschen kaputt gemacht – aber das gehört nicht hierher). Viele trage ich weiter, manche sogar konsequenter als meine Eltern, viele auch nicht, aber definitiv und offensichtlich hängengeblieben ist an mir die Metaebene: das Prinzip eherner und nicht verhandelbarer Werte. Toleranz Andersdenkenden gegenüber – das kostet mich unendlich viel Mühe. Die haben doch Unrecht!, wütet es in mir. Ich hoffe sehr, dass ich einen Weg zur Besserung finde.

Empfehlenswerte Blessays zum Thema von
Creezy: Toleranz
Liisa: Intoleranz – Toleranz – Akzeptanz – Liebe
Indica: Eltern, Liebe, Toleranz

Legenden zerschießen, heute: Süßstoff

Montag, 14. Januar 2008

Legende 1: Zuckerfreie Kaugummis / Bonbons sparen Kalorien

Zuckeraustauschstoffe, zu denen neben Sorbit auch Mannit und Fructose gehören, sind nicht mit echten Süßstoffen zu verwechseln. Vielmehr handelt es sich um Kohlenhydrate – wie Zucker. Die Substanzen haben auch beinahe genauso viele Kalorien wie Zucker, während echte Süßstoffe wie Aspartam, Saccharin und Cyclamat kalorienfrei sind – und bis zu 3000-mal so süß.

Legende 2: Süßstoff steigert das Krebsrisiko

Frühere Meldungen, Süßstoffe erzeugten Krebs, wurden nie bewiesen. „Das waren damals Studien an Ratten mit absurd viel Süßstoff”, sagt Herbert Lochs. Ein Mensch müsste schon 10000 Tabletten essen, um eine vergleichbare Menge zu sich zu nehmen.

Legende 3: Süßstoff steigert den Appetit und wird deshalb sogar zur Schweinemast eingesetzt

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) (hat sich) bereits für den Zuckerersatz entschieden: “Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise für einen dick machenden Effekt von Süßstoffen”, folgerte sie vor kurzem.

Gegen das böse Gerücht, die Stoffe förderten den Appetit so sehr, dass sie sogar in der Schweinemast eingesetzt würden, erhält die DGE Unterstützung von der Futtermittelindustrie. Ja, es gebe Süßstoff im Futter, räumt ein Hersteller ein. Aber der solle die Tiere nicht mästen, nur locken: “Ein Ferkel ist da wie ein Kind: Die mögen das Süße.”

alle Zitate aus der heutigen Süddeutschen Zeitung
(Was nichts daran ändert, dass ich Nahrungsmittelersatzstoffe meide, sogar ganz besonders kalorienreduzierende.)