Men are from earth. Women are from earth. Deal with it.*

Dienstag, 4. August 2009 um 9:06

In Der Freitag und bei der Mädchenmannschaft muss eine Feminstin leider immer noch klarstellen: „Wir mögen Männer!“

Das „Feindbild Mann“ als ewiger und nicht überwindbarer Bestandteil wird dem Feminismus bis heute in jeder einzelnen Debatte immer wieder unterstellt – nicht darauf achtend, dass es gerade FeministInnen waren und sind, die sich vehement gegen Geschlechtsrollen-Stereotype stellen und damit gegen jegliche Deklassierung von Menschen qua Geschlecht. Tatsächlich finden sich männerfeindliche Tendenzen vor allem in Köpfen und Denkmustern, die von traditionellen Männerbildern geprägt sind: Der aggressive, testosterongesteuerte Mann, der wenig einfühlsam oder zärtlich ist etc.1

Das erinnert mich daran, dass in meinem Entwurfsordner das Fragment „10 Irrtümer über Feminismus“ schimmelt. Der erste Punkt darauf: „Feministinnen mögen keine Männer“. Hat jemand schon mal einen Macho erlebt, der einem diskriminierten Mann zu Seite gesprungen wäre? Na bitte.

*Großartiger Spruch auf einer Postkarte, die ich letztes Jahr in Brighton entdeckte.

  1. Muss man in Zitaten typografische Fehler in der Zeichensetzung übernehmen? Zur Entlastung mit einem „sic“? []
die Kaltmamsell

16 Kommentare zu “Men are from earth. Women are from earth. Deal with it.*”

  1. Not quite like Beethoven meint:

    Danke für den Hinweis, ich fand den Text spannend und richtig. Die rhetorische Frage nach compassionate machism muss ich aber bejahen. Ich habe sowas oft erlebt. Allerdings hängt das natürlich sehr davon ab was genau die „Diskriminierung“ war und wie das „zur Seite springen“ aussieht“.

    Zu „sic“. Ja, muss man eigentlich. Aber wo zieht man die Grenze? Ich finde oft sieht das aus als entwerte man seine Quelle („der konnte nicht mal richtig schreiben“) und müsste man das nicht eigentlich auch bei alter Rechtschreibung tun?

    PS: Schönes Blog übrigens, ich bin vor ca zwei Wochen darauf gestoßen und schaue immer mal wieder rein….

  2. Brigitte Novacek meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Genau!

    *******************************************************

  3. croco meint:

    Feministinnen mögen Männer, aber sie haben keine Angst vor ihnen.

  4. Christian meint:

    Dummerweise laufen eine Menge Frauen durchs Leben, die sich stolz im ersten Satz „Feministin“ nennen und im nächten Satz damit ihren Männerhass begründen. Immer wieder schade, das. Sowohl für die einzelne Frau als auch für den Ruf des Feminismus.

  5. micha meint:

    @Christian: echt? Eine Menge? Kommt mir jetzt eigentlich eher wie ein weiteres Vorurteil vor. Mir begegnen die merkwürdigerweise nie.

  6. Christian meint:

    … klar, „eine Menge“ bezieht sich natürlich nur auf die eigene Wahrnehmung und das eigene Umfeld. Ich habe viel Zeit im Umfeld von Sozialpädagogen, Lehrern und auch im linken/grünen Umfeld verbracht. Und gerade da fand ich doch erschreckend viele dieser Frauen, die ihren Männerhass offen unter dem Etikett „Feministin“ auslebten. Was ich – wie gesagt – doch recht schade fand.
    Aber auch da gibt es, glaube ich, in den letzten Jahren einen Wandel.

  7. Remington meint:

    Ich hab mal unbedacht den Satz fallen lassen: „Ich würde mich gern mal mit einer Frau prügeln.“

    Ich meinte damit natürlich eine Frau, die sich zu wehren weiß. Das war zu Kampfkunstzeiten. Das Training war diesbezüglich immer etwas zu…gegendert.

    Aber sofort wurde mir immer unterstellt, ich wäre ein Frauenschläger.

    Der Feminismus hat mehr Schaden zwischen den Geschlechtern angerichtet als die Trennung Deutschlands zwischen den Deutschen.

    Und das ist ne Menge.

  8. die Kaltmamsell meint:

    Ah, danke, Remigton, „Der Feminismus hat Schaden zwischen den Geschlechtern angerichtet“ steht ja auch auf meiner Liste der Irrtümer über Feminismus: Die Ansicht, Frauen und Männer seien gleichwertig und gleichberechtigt, hat sicher die Unterdrückung von Frauen (und Männern) beschädigt – sicher aber keinen Schaden „zwischen den Geschlechter angerichtet“. Doch sehr wahrscheinlich klärt sich das Missverständis, wenn Sie Ihre Definition von Feminismus nennen.

  9. Sebastian Dickhaut meint:

    „Hat jemand schon mal einen Macho erlebt, der einem diskriminierten Mann zu Seite gesprungen wäre?” Na klar – so entstehen Wirtshausschlägereien.

  10. Remington meint:

    Feminismus ist für mich die Überhöhung von Frauenrechten, ohne Pflichten zu benennen, unter anderem. Die Betonung des Weiblichen zum Nachteil des Männlichen. Hätte ich ein Buch geschrieben mit dem Titel: „Nur ein totes Weib ist ein gutes Weib“ oder hätte auf die Titelseite des Spiegel die Diskussion gebracht, Doppel-X-Chromosome wären ein Irrtum der Natur, was wäre passiert? Warum gibt es eine Wehrpflicht nur für Männer? Warum gibt es einen Frauengesundheitsbericht, obwohl Männer früher sterben? Warum gibt es überhaupt Frauenförderung, obwohl sie doch so offensichtlich so gar nichts nützt? Warum spricht niemand je davon, dass auch Mütter ihre Kinder mißbrauchen? Warum geht das Sorgerecht für die Kinder bei Trennungen fast automatisch an die Frau? Warum passiert nichts, wenn Mütter Vätern die Kinder entziehen?

    Und da gibts noch etliche Fragen.

  11. somlu meint:

    Ja, das ist wirklich ganz furchtbar von uns Feministinnen, dass wir uns für uns selbst einsetzen und uns darum kümmern, dass uns dieselben Bürger/Menschenrechte zustehen, wie den Männern. Nur so zu Erinnerung, noch bis 1977 brauchten in der Bundesrepublik Frauen noch die Erlaubnis ihrer Gatten um arbeiten gehen zu können. Ich finde es auch ganz schrecklich, das der Feminismus dies am Geschlechterverhältnis verändert hat. Noch schlimmer ist, dass es auch genug Feministinnen gibt, die sehr wohl die Geschlechterrollen als solches im Auge haben und sich somit auch noch für ein empathisches und mitfühlendes Männernbild einsetzen.

    Für alle Jungs, die es ungerecht finden, das die weiblichen Menschen dieser Welt sich für sich eingesetzt haben (eben nicht gegen Männer) empfehle ich eine ganz einfache Therapie fangt doch mal an, euch um euch selbst zu kümmern. Ich finde es nämlich ganz und gar nicht gerecht, dass es in der Tendenz immer noch die Feministinnen sind, die sich auch für die Rolle des Mannes in unserer Gesellschaft interessieren. Als Einstieg empfiehlt sich diese Lektüre: http://www.maennerzeitung.ch/.

  12. somlu meint:

    Und wenn ich mir so den Umgang mancher Männer mit Frauen betrachte, stellt sich doch eher die Frage, mögen Männer Frauen? Habe heute gerade „Verrat am Selbst“ von Arno Gruen gelesen, wenn ich seine Lesart der Geschlechterverhältnisse zugrunde legen würde, könnte man zum Schluss kommen, dass sehr sehr viele Männer letztlich Frauen nicht wirklich mögen.

  13. ivar meint:

    @ Remington Warum gibt es einen Frauengesundheitsbericht? Das kann man ja auch andersherum sehen. Vielleicht, weil die Pathologisierung und Kontrolle des weiblichen Körpers durch die (traditionell männlich geprägte) Medizin auch eine lange Tradition hat. Aus der inzwischen seit Einführung des Patentrezepts Hormonpille auch ein gutes Geschäft geworden ist, an dem sich dann weibliche Ärzte genauso gerne und unkritisch beteiligen. (Sorry falls zu offtopic, aber m.E. ein gutes Beispiel dafür, dass fast jedes Argument in dieser Diskussion zwei Seiten haben kann).

  14. Hella meint:

    „10 Irrtümer über Feminismus“ bitte mal aus dem Entwurfsordner rausholen und fertigschreiben!

    Natürlich bin ich Feministin. Natürlich mag ich Männer (besonders einen). Ich sehe da keinen Widerspruch …

  15. Vered meint:

    Dazu der ur-uralte Witz, den mein lieber, so gar nicht Macho-Mann gerne zum Besten gab:
    Reporter: Wie mögen sie die Männer am liebsten?
    Feministin: Am Spiess gebraten!

  16. kulinaria katastrophalia meint:

    Ja, aber was ist denn Feminismus, dies müsste zumindest zuerst geklärt werden, schließlich sind über die Generationen verteilt unterschiedlichste politische Richtungen und Ausprägungen präsent.
    Dass unabhängig davon das Vorurteil, das zugeschriebene Merkmal in Auseinandersetzung gebracht zum jeweiligen Meinungskampf, verbleibt und dann natürlich zum Stereotyp wird, wenn sich nur der eigenen Meinung vergewissert werden soll, welche schon durch seichte Kritik nicht etwa als als angekratzt gelten kann, sondern manngewollte Grundfesten zu erschüttern weiß, ist die voraussehbare Folge solcher Frage/Antwortstellung, die hübsch anschaulich den Handlungsbedarf dokumentiert.

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