Hier sollte eigentlich die Geschichte stehen, wie ich endlich zum ersten Mal Blut spendete. Denn Sie erinnern sich vielleicht: Ich darf in Deutschland kein Blut oder Knochenmark spenden, weil ich zur falschen Zeit ein Jahr in Wales studiert habe.
Wie sehr freute es mich also, als ich auf einem Plakat entdeckte, dass der National Health Service (NHS) für Mittwoch, 27. April, in Brighton zum Blutspenden aufforderte – die mobilen Blutspendestationen stünden am Race Course bereit. Ich hätte es mir nie verziehen, diese Gelegenheit verstreichen zu lassen.
Aber.
Dabei war ich SO kurz davor: Saß bereits im Blutspendemobil, hatte bereits vorschriftsgemäß die Informationen gelesen und ein Formular ausgefüllt, das mir und meinen Daten für die nächsten 30 Jahre einen Platz in der Blutspendedatei des NHS sichern würde, hatte zudem einen großen Becher Wasser getrunken, wie man mir geraten hatte. Da stellte sich heraus, dass ich einen festen Wohnsitz im Einzugsgebiet des NHS brauche, um Blut spenden zu dürfen. Denn, so erklärte man mir und dem Begleiter (der aus denselben Gründen in Deutschland kein Blut spenden darf), sollte es irgendwas an unserem Blut zu beanstanden geben, müssten wir im United Kingdom erreichbar sein. Nein, eine E-Mail-Adresse reiche nicht.
Ich war furchtbar enttäuscht: Nirgendwo auf der Welt will man mein Blut haben. Dabei lebt die echte Medizin doch vom System freiwilliger Blut- und Organspenden! Die NHS-Angestellte versuchte mich damit zu trösten, dass vielleicht auch in Deutschland die Blutspenden bald auf CJD (Creutzfeldt-Jakob Disease) getestet werden können. Nee, widersprach ich mutlos, es ist sicher billiger, einfach weiterhin die bisherigen Risikogruppe von Blut- und Knochenmarkspenden auszuschließen.
Zefix.
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In jeder freien Minute, die ich nicht mit Gegend gucken verbringe, lese ich sehr gefesselt Steinbecks East of Eden. These: Es hat gute Gründe, wenn ein Roman zum Klassiker der Weltliteratur wird.
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Mittags Dim Sum, dabei zum ersten Mal Entenzungen gegessen. No ja, brauche ich nicht unbedingt nochmal.
Einkaufsliste abgehakt (u.a. Redroaster Kaffeebohnen, Pimm’s und M&S-Strümpfe für Mutter), durch North Laine gebummelt. Als ich auf ein schönes Jacket im Schaufenster deutete, verschwand der Begleiter für lange Zeit in dem kleinen Laden mit Herrenbekleidung (ich verbrachte sie an die Hauswand gelehnt mit Lesen). Heraus kam er mit dem Jacket und zwei Hemden sowie spannenden Geschichten über den Ladenbesitzer Luigi.