Journal Samstag, 10. Januar 2015 – Häuslichkeit

Sonntag, 11. Januar 2015 um 15:05

Große Erleichterung, als ich ohne Magengrimmen aufwachte, noch dazu nach langem Schlaf.
Dennoch keine Lust auf Sport, also lediglich eine weitere Runde Basteln an beruflicher Zukunft und ausführlicher Lebensmitteleinkauf zu zweit.

Apfelkompott gekocht, nochmal Bagelteig angesetzt, Apfelkuchen mit Puddingpfützen gebacken (meine einzige Änderung des Rezepts: halb so viel Hefe).

150110_Apfelkuchen_6

Das Abendessen bekam ich gekocht: Ein Gerstengericht (Graupotto? Gerstotto?) mit mariniertem Feta aus Ottolenghis Jerusalem.

150110_Graupotto

Abends zwei aufgezeichnete Folgen Gernstl gesehen: Gernstls Zeitreisen. Sein Dreierteam war nach 25 Jahren eine Strecke von West nach Ost durch Deutschland nochmal gefahren. Sehr beschäftigt hat mich der Schlusssatz eines jungen Mannes mit Down Syndrom: “Die Normalen”, so beklagte er, wollten nichts mit Behinderten zu tun haben; aus seiner Sicht “verstecken” sie sich vor den Behinderten. Und obwohl das natürlich ein strukturelles Problem mangelnder Inklusion ist, freue ich mich gleich nochmal so sehr auf die Zusammenarbeit mit den Beschäftigten in Schönbrunn.

§

Patricia Cammarata hat bei Maximilian Buddenbohm gastgebloggt:
“Nackte Nudeln”.

Ich weiß schon, dass das ein Eltern-Topos mit viel komischem Potenzial ist: Extrem heikle (so hieß das früher) Kinder, dicht gefolgt von den Witzeleien, dass man sich unter Eltern mit seinem Kind nicht ohne mindestens einem halben Dutzend Nahrungsmittelallergien blicken lassen kann.

Was ich mich dabei seit Jahren frage: Gibt es heute gar keine Kinder mehr, wie ich eines war? Also ein Kind, dass von klein auf begeistert aß? Vor allem aß, Inhalt eher nebensächlich? Essen ist sein Leibgericht? Und dessen Mutter vor allem Angst hatte, es könnte davon dick werden und ihm deshalb ab dem 4. Lebensjahr Kalorien zählte? Das muss es doch auch heute geben, rein statistisch. Taucht aber nicht in Blogs auf, nicht in launigen Glossen, nicht im Feuilleton.
Mit der Zeit keimte ein böser Verdacht in mir: Ein solches Kind würde heute möglicherweise verschwiegen, zumindest sein Essverhalten. Denn, deshalb “böser” Verdacht, ein solches Verhalten erwartet man nur in der Unterschicht, auf keinen Fall in halbwegs gebildeten, reflektierten Kreisen. Ich lese zwar über einen steigenden Anteil von Kindern mit Übergewicht, über Kinder mit motorischen Schwächen aus Bewegungsmangel, doch das sind immer nur Zahlen, nie die Kinder in Blogs und launigen Glossen. Mein Verdacht: Akademikerkinder sind heikel, nur Asi-Familien haben Kinder, die viel und alles essen.
Kann das jemand widerlegen?

§

Das war dringend nötig. Danke, Titanic-Redaktion.

Titanic_Je_suis

die Kaltmamsell

26 Kommentare zu „Journal Samstag, 10. Januar 2015 – Häuslichkeit“

  1. Kitty meint:

    Die Frau Modeste hat so ein entzückendes Kind und akademischer kanns ja gar nicht werden als bei ihr.

  2. Novemberregen meint:

    Ich kenne tatsächlich aktuell kein solches Kind. Die meisten von Mademoiselles Freundinnen kommen aus einfachen, aber geordneten Verhältnissen, ein paar sind Akademikerkinder und ein paar kommen auch aus “Asi-Familien”. Aber das geht durch alle Schichten und Nationalitäten.

    Meine Theorie ist, dass die Kinder nicht mehr wirklich hungrig sind und daher nur nach Appetit essen. Wir tragen ihnen ja schon ab Tag 1 Thermoskännchen, Fläschchen, Gläschen und eingetupperte Apfelschnitze hinterher.

  3. Wiesel meint:

    Ach, super Theorie von “Novemberregen”! Das wird stimmen. Meine drei Bürder und ich waren auch nicht so “fussy eater”, uns hat so gut wie alles geschmeckt, wir haben mit Appetit gegessen und waren/sind eher dünn als dick. Bei uns gab es allerdings auch nichts zwischendurch, keine “Snacks”, so gut wie keine Süßigkeiten, keine Getränke mit Kalorien (sondern Wasser). Es war auch eher nicht üblich, sich zwischen den Mahlzeiten ein Brot zu machen. “Verdirb dir nicht den Hunger” hieß es dann.

  4. Kitty meint:

    Da kann was dran sein. Ich erinnere mich mit Schaudern, wie eine Mutter ihren in der ersten Reihe in der Kirche sitzenden vierjährigen Sohn zu eingetuppertem Apfel nötigte, weil die Hochzeitszeremonie schon länger als 30 Minuten dauerte.
    Es soll einerseits an nichts fehlen, denn das könnte ungute Frustration bedeuten, andererseits darf es nur das Erwählte und für Gut befundene (von den Eltern gefilterte) sein, was ins Kind reinkommt. Interessanter Double bind.

  5. Usul meint:

    Meine Theorie: Kinder, die (fast) alles essen, sind uninteressant, sprich normal, so dass sich niemand dazu veranlasst sieht, großartig zu berichten. Berichtet wird doch in der Regel das Lustige, das Nervige, das Besondere. Aber “normale” Kinder? Laaangweilig. Ist doch wie mit den meckernden Kunden, die im Internet überproportional vertreten sind, weil warum sollte ein zufriedener Kunde den Aufwand betreiben, das kund zu tun?

  6. Barbara meint:

    Hier ein Kind, das alles und viel isst. 15 Jahre, weiblich. Nicht spargeldünn, nicht dick, genau richtig. Je mehr Töpfe auf dem Tisch desto besser. Gerne 3x am Tag warm.
    Und übrigens auch von ihrem Shakshuka Rezept sehr begeistert is(s)t.
    Dann zwei jüngere Geschwister, 1x weibl. 1x männl., die mäkeln.
    Diese große Tochter ist einfach ein Genussmensch durch und durch.
    Und die anderen zwei, da stimme ich dem Kommentar vor mir absolut zu, die kriegen schon noch genug nebenbei, wenn’s nicht schmeckt.
    Eltern, die ihre Kinder großzügig mit Essen in einem Kindergartengottesdienst von 20 Minuten Länge versorgten, waren zu unseren Kindergartenzeiten auch vollkommen üblich. Wozu dann mittags noch Unbekanntes probieren ?

  7. Helga meint:

    Naja, ich hab zwei Kinder, eines eher generell uninteressiert an Essen und heikel, das andere ein Genussesser, probiert alles, fast alles schmeckt.
    Aber beide bevorzugen es einfach und simpel und weniger ausgefuchst raffiniert. Auch Nudeln lieber mit Butter und Parmesan als mit Lachssösschen. Lieber simples Apfelkompott als Bratapfel mit Marzipan und gerösteten Mandelsplittern.
    Faustregel: je mehr Feinschmeckeraufgalopp, desto weniger Beifall vom Nachwuchs

  8. Susanne meint:

    Hier kann ich noch einen Zwölfjährigen vermelden, der von Anfang an alles begeistert gegessen hat. Auch scharf, auch ungewohnt, auch Meeresgetier.

    Ein Kind, mit dem es auch Spaß macht, gut und teuer essen zu gehen.

  9. oachkatz meint:

    Ich hänge auch eher der Theorie an, dass es diese Kinder gibt, vielleicht sogar genauso oft wie die anderen (bei mir ist auch eines so, eines so und je älter sie werden, desto lieber essen sie immer mehr Verschiedenes), aber sie sind als solche nicht im gleichen Maß berichtenswert. Ich hoffe allerdings sehr bei jedem einzelnen, dass es gibt, dass ihm keine Kalorien mehr vorgezählt werden.

  10. Modeste meint:

    Stimmt, ich höre auch immer nur über heikle Esser und schlechte Schläfer. Ich glaube aber, dem liegt dasselbe Verhaltensmuster zugrunde wie in Schulzeiten, wo auch niemand öffentlich bekanntgegeben hat, die Lateinarbeit sei ein Witz gewesen und er nach zwanzig Minuten fertig. Man möchte halt nicht Anstoß erregen.

    Tatsächlich gibt es natürlich gute Esser im Kindesalter. Alles andere wäre doch bizarr – Menschen essen nun einmal gern. Der bald dreijährige F. jedenfalls isst gern und fast alles, geht ausgesprochen gern auswärts essen, spricht gern über Essen und hilft im Rahmen seiner Möglichkeiten auch gern beim Kochen. Neulich habe ich auf dem Heimweg gehört, wie er einem kleinen Kameraden imVorbeigehen seine Lieblingskonditorei “Franz Karl” empfohlen hat.

  11. Georg meint:

    Auch ich kann ein weiteres, gerne und variantenreich essendes Kind zur anekdotischen Beispielsammlung beitragen. Und ich vermute ebenfalls, dass das allgemein schlicht weit weniger interessant gilt als wie-auch-immer geartete Einschränkungen.
    (Nachtrag: Die These bestätigt sich insofern, als ich den verlinkten Beitrag wirklich gerne gelesen habe, mir aber umgekehrt nicht so recht vorstellen kann, wie ein Text über das Essverhalten meines Nachwuchses interessant geraten könnte…)

  12. die Kaltmamsell meint:

    Vielen Dank, meine Damen und Herren, Sie haben mich überzeugt: Kinder, wie ich eines war, sind kein Geschichtenmaterial.
    Wobei dasnuf mich auf Twitter sogar darauf hingewiesen hat, dass sie bereits vor vielen Jahren eine solche veröffentlicht hat: “Schöne Dinge aus Weißbrot”.

  13. Nicky meint:

    Ich kenne tatsächlich solche Kinder. Zwei Mädels einer Freundin, noch nicht eingeschult, essen gerne und viel und wirklich alles. Diese beiden halten auch mein Weltbild versöhnlich, dass der Nachwuchs von heute durchaus problemlos gedeihen kann. Und nur der Vollständigkeit halber, Akademiker-Familie, keinerlei Allergien etc.

    Ach und da wäre auch noch die Tochter einer Nachbarin, die sich schon im Kindesalter Muscheln im Restaurant bestellt hat. Mittlerweile studiert sie, mailt mir regelmäßig Kochfragen und ab und zu kochen/backen wir gemeinsam… es besteht also durchaus Hoffnung ;)

  14. die Kaltmamsell meint:

    Danke, Nicky. Fortan bedauere ich Eltern mit superheiklen Kindern aufrichtig.

  15. Ramona meint:

    Hier ich! Ich habe ein solches Kind. Das ist aktuell 2,5 Jahre und isst, wann immer es die Chance dazu hat. Es probiert alles aus, was ihm zwischen die Zähne kommt, Frühstückt gern 3 x bis es Mittag gibt.

  16. Angela meint:

    Hier: Vier Kinder, die alle gern gegessen haben, natürlich nicht jedes Kind alles. Wenn eins etwas gar nicht mochte, konnte es sich ein Butterbrot machen, kam aber selten vor. Ich verstehe ehrlich gesagt das Getue nicht und wäre auch nicht bereit gewesen, es mitzumachen und für irgendein Kind extra einzukaufen oder zu kochen. So ein Kind verhungert ja auch nicht gleich, nur weil es mal eine Mahlzeit verweigert.
    Ich war aber auch auf dem Spielplatz immer die böse Mutter ohne Reiswaffeln, ohne Apfelschnitze und ohne Trinkflasche. Der Vitaminbedarf von Kindern wird übrigens in der Regel überschätzt, und Sauce, überhaupt Würze ist auch ein eher erwachsenes Konzept, das sich Kindern erst später erschließt. Gegen Kartoffeln oder Nudeln pur ist überhaupt nichts einzuwenden.

  17. adelhaid meint:

    nebenan gibt es vier kinder, die alle relativ unheikele esser sind (lieblingsquote vom letzten tischgespräch: ‘mama, wie heißen diese kugeln von denen ich kotzen muss?’ ‘rosenkohl.’). die älteste tochter hat eigentlich immer alles gegessen, der älteste sohn arbeitet nun bei einem bio-stand auf dem markt und bringt exotische dinge mit, die dann die erwachsenen vor seinen augen bestimmen und/oder essen müssen (weihnachten: habaneros zum essen und gelbwurz zur bestimmung). mit dem jungen mann spielen wir demnächst mal ready, steady, cook und er soll das zeug mitbringen.
    die beiden etwas kleineren sind etwas heikler, können das aber auch machen, weil dann die älteren geschwister alles essen (mehr für mich!), und verhungern tut wirklich niemand.
    ein haus weiter allerdings werden für das enkelkind diese toast-schnitzel aus formfleischgehäckseltem gemacht. weil das kind ja sonst nix isst.
    tja.
    beide haushalte sind nicht-akademisch.

  18. obadoba meint:

    Ich werfe dann noch die Neffen aus einem Akademiker-Haushalt in die eh schon volle Waagschale: 3 Jungs, die von Anfang an alles gegessen haben, was bei ‘Großen’ auf den Tisch kam. Auch Obadzdn oder heißen Ziegenkäse (urgs) und sowas. Essen kann bei den Jungs alles sein und am liebsten viel davon.

  19. Tina meint:

    Hier so: drei Jungs, bei jedem einzelnen bekam ich in der ersten Kindergartenzeit zu hören, er sei zuerst mit dem Essen fertig und bediene sich dann am Nachbarteller. Jetzt isst der älteste weiterhin alles, der mittlere etwas selektiver aber immer viel, und der kleinste je nach Tagesform alles oder nichts. Essen ist auf jeden Fall bei uns kein großes Stressthema, worüber ich sehr froh bin.

  20. Lempel meint:

    Meine Mutter stellte neulich mal ganz neutral fest, dass ihr Enkel (gerade 6 geworden), bedeutend mehr esse als sie. Das ist aber ganz normal so, ein 4-6 Jahre altes Kind hat einen durchschnittlichen Kalorienbedarf von 1800 Kalorien. Und wenn das Kind dann noch den ganzen Tag rumtobt, steigt der Kalorienbedarf weiter an. Eine Frau um die 70 hingegen, die sich wenig bewegt, liegt da natürlich drunter. Der Kaltmamsell-Mama war das wahrscheinlich gar nicht bewusst, dass schon Kinder im Vorschulalter tatsächlich so einen relativ hohen Kalorienbedarf haben.
    Ich kann mich auch noch erinnern, dass in meiner Kindheit die Kinder eher mehrheitlich zur Sorte “Scheunendrescher” gehört haben. Aber damals wurde ja auch nur zu den Hauptmahlzeiten gegessen. Wie hier schon geschrieben wurde, wird den heutigen Kindern aber dauernd Essen nachgetragen. Mal ehrlich, wenn mir tagsüber ständig jemand Apfelschnitze, Kinderkekse, Trinksmoothies oder Plörre aus der Trinkflasche aufdrängen würde, würde ich auch am Abendessen rummäkeln.
    Auch der Kindergarten trägt zur Dauerfütterung bei. In vielen Einrichtungen ist ein gemeinsames Frühstücken zu festen Zeiten abgeschafft. Die Kinder dürfen sich stattdessen aus ihrer Brotbox bedienen, wann sie wollen. Das führt dazu, dass die Kinder dauernd aus ihrer Box mampfen. Ich glaube, viele Kinder kennen gar kein Hungergefühl mehr.
    Angela, mir ist das Apfelgeschnitze auch zu doof und ich verlasse trotz Kinderbegleitung das Haus grundsätzlich nur mit meinem Geldbeutel in der Hosentasche. Seltsamerweise sind meine Kinder trotzdem noch nie auf dem Spielplatz wegen Unterernährung oder Dehydrierung zusammengeklappt.
    Das Apfelgeschnitze passt übrigens sehr gut zu der Diskussion über die Schneewittchenfrauen, die hier neulich geführt wurde.

    Ich hatte hier auch schon Kinder eingeladen, deren Mütter mir beim Blick auf die Kuchentafel gleich erklärt haben, was denn an der Auswahl für ihre Kinder auf keinen Fall in Frage komme, da sie ja xy etc. nicht mögen würden. Mir kam es zwar so vor, als hätten die Kinder ihre Abneigung gegen xy zwischenzeitlich längst vergessen, aber sie wurden ja rechtzeitig durch ihre Mütter wieder an ihre Abneigung erinnert.

  21. Helga meint:

    ziemlich 60er Jahre kommt mir die Unterscheidung ‘Akademiker’ und ‘Nicht-Akademiker’ vor.
    Als ob das noch ein Differenzierungsmerkmal in Lebensstilfragen wäre.

  22. die Kaltmamsell meint:

    Ich fürchte, Helga, das Graben wird immer größer. So groß, dass viele Akademikerinnen sich der Existenz fundamental anderer Lebensstile gar nicht mehr bewusst sind.

  23. Helga meint:

    Ich sehe auch einen größer werdenden Graben, aber nicht zwischen den Studierten und den Nicht-Studierten, sondern vielmehr zwischen denen mit abgesichterten mittleren Erwerbsbiographien und denen mit prekärem oder niedrigen Einkommen, das fällt ja auch zunehmend nicht mehr zusammen.

    Besonders bei den mittleren Angestellten mit BWL Studium sehe ich selten ‘Akademikertum’ wuchern, das sie von ihren nichtstudierten Kollegen in Lebensstilfragen unterscheiden würde :-)))) Sozusagen im Sinne von Bourdieus feinen Unterschieden.

  24. Nicky meint:

    Als ich das nächste Mal mit der Mutter der zwei unproblematischen Töchter gesprochen habe, hat sie mir lachend vom Besuch eines Kindergartenfreundes erzählt. Dieser hatte an allem etwas auszusetzen, keine Pasta mit Tomatensauce, keine Pasta mit Butter, keine Pasta mit Parmesan, außerdem nur eine bestimmte Pastaform (auf keinen Fall gedrehte Pasta), dann erlaubte er ein bisschen Pfeffer auf der Seite, was aber schließlich doch in einem sorgfältigen Absuchen jeder einzelnen Nudel nach Pfeffer resultierte. “Nackte Pasta” scheint also wirklich ein weit verbreiteter Renner zu sein!

  25. Kitty Koma meint:

    Essen ist ein wunderbares Thema!
    Ich kann mich als heikle Esserin outen. Bis ich sechs Jahre alt war, haben alle Sorgeberechtigten einen Riesentanz um mich vollführt, dass ich zu wenig esse. Man war deshalb sogar mit mir beim Arzt. Nicht dass ich wählerisch oder vernascht war, da war in den 60ern ja auch gar nicht die Zeit dazu. Ich mochte dieses am Tisch sitzen, unter Aufsicht sein und Essen in sich reinfahren gar nicht. Ein reiner Abgrenzungsprozeß, das war fremd, das war extrem ritualisiert (ich konnte dafür mit 3 Jahren schon im Restaurant manierlich mit der Gabel essen), nur aushäusig habe ich mir den Bauch vollgeschlagen, mit Augustäpfeln, Borschtsch, Schmalz und Soldatenbrot.
    Später, als ich mir selbst etwas machen konnte, änderte sich das. Da aß ich wie ein Scheunendrescher.
    Essen ist nicht nur Nahrungsaufnahme sondern eine sehr spezielle Form von Kommunikation zwischen Eltern und Kindern.

  26. Cat meint:

    Hier! :-) https://catnamedvogel.wordpress.com/2015/01/18/damals/

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