Journal Donnerstag, 22. April 2021 – Wie viel Spiegel braucht der Mensch

Freitag, 23. April 2021 um 6:31

Gut geschlafen! Nach Ewigkeiten sogar über fünf Stunden am Stück!

Eine seltsame Zeit, in der in meiner Welt rundum mitgefiebert wird, wer eine Impfung bekommt, und in der jede gefeiert wird (jede Impfung bringt uns der Kontrolle über die Pandemie näher – vorerst steigen die Infektionszahlen noch, laut Robert-Koch-Institut liegen wir nur wenig unter dem Tageshöchstwert an täglichen Neuinfektionen der zweiten Welle – und das, wo man von der Gesamtzahl an Bevölkerung ja die mittlerweile 20 Prozent Geimpften abziehen müsste, wo der eigentliche Inzidenzwert also eigentlich deutlich höher liegt).

Morgens fiel mir auf, wie gut das Leben mit wenigen Spiegeln funktioniert. Wir haben derzeit zweieinhalb Spiegel in der ganzen großen Wohnung: Im Flur einen Menschen-großen, einen Gesichts-großen im Klo und einen kleinen Handspiegel im Badregal. Herr Kaltmamsell rasiert sich mit Hilfe des Handspiegels, ich schminke mich im Klo – und in den großen Spiegel gucke ich höchstens zum Einfädeln von Ohrringen; ich überprüfe darin nicht mal mein Aussehen vor Verlassen der Wohnung, meine Kleidung kenne ich ja an mir. (Ich freue mich trotzdem auf einen richtigen Spiegel im Bad.)

Freundliches Wetter mit viel Sonne, die Temperaturen dabei einem April angemessen zwischen 12 und 15 Grad.

Arbeit nochmal mit viel Kontakt zur Poststelle. Mittags aß ich die restlichen Reisnudeln vom vorabendlichen Vietnamesen und eine Orange.

Auf dem Heimweg machte ich im Frühlingswetter einen Abstecher zum Westpark und freute mich an den ergrünenden Bäumen und Büschen, am Flieder in den Startlöchern. Auf der Theresienwiese wieder viel Sportbetrieb.

(Foto vom Mittwoch, weil das von gestern nichts wurde – aber sehr ähnlich.)

Daheim traf ich auf einen soeben geimpften Lehrer, der keinerlei Nebenwirkungen verspürte – große Freude.

Nach einer längeren Runde Yoga (die mache ich nochmal) bereitete ich zum Abendessen Salat und Radieschensprossen aus Ernteanteil mit zwei gekochten Eiern und Joghurtsoße zu. Satt wurden wir mit viel Schokolade.

Für Freitagabend kochte ich schon mal Kartoffeln, verarbeitete sie zu Kartoffelsalat.

Meine derzeitige Lektüre, Helen Slavin, The Extra Large Medium, lese ich mich großem Vergnügen, groß genug, dass ich früh damit ins Bett gehe, um vor der Nachtschläfrigkeit noch mindestens eine halbe Stunde darin zu lesen. Das freut mich umso mehr, als ich diesen Sog seit einigen Monaten vermisst hatte – selbst ganz ausgezeichnete Bücher besitzen den nicht unbedingt, er ist eine separate Eigenschaft, die in meinem Fall zwar eine gewisse Mindestqualität voraussetzt, aber weder von besonders hoher Qualität abhängt noch sie ausschließt.

die Kaltmamsell

8 Kommentare zu „Journal Donnerstag, 22. April 2021 – Wie viel Spiegel braucht der Mensch“

  1. Christine meint:

    Mein Haus hängt voller Spiegel. Aber ich schaue dort nur seltenst hinein. In erster Linie dienen sie der Dekoration und der Lichtverteilung.

  2. Sandra meint:

    Ohne abschließenden Blick in den Ganzkörperspiegel wäre ich neulich mit einem fetten schmierigen eingetrockneten Popel meines kleinen Sohnes auf der Schulter zum Zahnarzt gegangen.
    Und ja, „Sind Deine Eltern schon geimpft?“, ist gerade bei uns Mittdreißigern eine häufige Frage. Endlich kann man den Großeltern dann die Kleinen mal auf den Arm geben, ohne Angst zu haben, dass die Kinder mal wieder die Nießetikette nicht einhalten ;) Ich hoffe, meine Eltern sind bald so vernünftig wie Sie und lassen sich für Astra Z. registrieren. Bisher überwiegt die Angst, die Sinusvenenthrombose zu bekommen, dabei ist eine Coronainfektion sehr viel wahrscheinlicher *seufz*

  3. Berit meint:

    Ich kann hier empfehlen einfach selbst Corona zu bekommen, das hat bei uns ganz gut funktioniert ;)

    Späßle, vielleicht funktioniert ja die Erinnerung daran, das man nur EIN Impfangebot bekommt und danach erstmal Pech hat. Beim rki werden auch viele Fragen um AZ beantwortet, vielleicht kann das zusätzliche Sicherheit geben.

  4. Sandra meint:

    Man wartet jetzt leider weiter auf die Hausärztin, die einen ja registriert hat. Ärgerlich ist, dass ich meine Eltern schon fast soweit hatte und die Ärztin meinen Vater (Marcumar-Patient) nur auf dem Gang abgefertigt hat, anstatt ihm in 3 Minuten ruhig zu erklären, dass sich meine Eltern (Mutter Hypertonie und schonmal Herzkatheteruntersuchung in 2020 gehabt) ganz sicher beruhigt auch damit impfen lassen können. Beim Impfzentrum angerufen verweist die Hotline darauf, dass sie keinen medizinischen Rat geben kann. Also resigniert man schon fast trotzig, bis man hoffentlich nicht irgendwann erfährt, dass man sich damit ein Eigentor schießt.

  5. engl meint:

    ich bewundere deine freunde, jedesmal. das ist absolut großartig.

    mich stürzt jeder (berechtigte!) impfjubel nur noch in verzweiflung. und ich fürchte, gleich darauf des neids bezichtigt zu werden, deshalb bleibe ich still. ich werde meine impfung irgendwann nicht auf die art verkünden, denke ich. ich werde durchatmen, endlich mal wieder, aber ganz für mich.

    bis dahin lebe ich mit meinem minimierten immunsystem in einem in inzidenzbereich von um die 200. berliner hotspot, und das impftempo sinkt. so langsam krieg ich angst.

  6. Berit meint:

    Bor sowas ist echt voll ärgerlich. Ich drücke euch dann einfach die Daumen, dass es zeitnah etwas von Biontech gibt und bis dahin alle verschont werden.

    Das Impftempo zumindest in Sachsen ist gefühlt gestiegen und ich hoffe doch es geht weiter so rasant, auch im Rest der Republik. In meinem Umfeld kommen jetzt auch langsam die Risikopatienten dran, die um die 30 sind (Asthmatiker zb)

  7. Sandra meint:

    Danke! Gerade haben wir auf hessenschau.de vernommen, dass in Hessen nun Astra Z. für alle freigegeben ist. Mein Mann und ich aktualisieren nun stetig die Homepage für einen Termin. Vielleicht bin ich am Ende schneller geimpft, als meine Eltern und wenn sie sehen, dass ich es überlebt habe, trauen sie sich dann ja vielleicht und hoffentlich auch

  8. arboretum meint:

    So mancher, der Astra Zeneca jetzt ablehnt, in der Hoffnung, dann Biontech zu bekommen, guckt vielleicht dumm aus der Wäsche, wenn ihm später nur Johnson & Johnson angeboten wird. Das ist auch ein Vektorimpfstoff wie Astra Zeneca, aber längst nicht so effizient wie AZ.

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