Journal Dienstag, 16. August 2022 – Bloggen für Privat, Strickerinnerungen

Mittwoch, 17. August 2022 um 6:27

Corona vorbei, ich ging wieder in die Arbeit. Entprechend unruhig war der Schlaf in der Nacht vor erstem Tag Arbeit.

Die Wettervorhersagen hatten je nach App/Wetterdienst ausgesprochen unterschiedliche Angaben gemacht; der Morgen trat mild und fast wolkenlos auf, ich entschied mich für die Hitzevariante und schlüpfte in ein Sommerkleid. Stellte sich im Lauf des Tages als die richtige Wahl heraus.

Ein wenig Schlepp auf dem Fußweg ins Büro: Ich musste ja meine gesamte IT-Ausrüstung zurückbringen, mit der ich mich für bequemes Homeoffice in Isolation ausgestattet hatte.

Im Büro nur eine kurze Panikphase, der Arbeitstag blieb aus verschiedenen äußeren Gründen halbwegs kontrollierbar. Es zeichneten sich keine Folgen der Infektion ab, ich fühlte mich frisch und bewegte mich mit Energie.

Mittagessen, während draußen die Sommersonne schien: Ein Laugenzöpferl, auf dem Arbeitsweg gekauft, Hüttenkäse.

Auf dem Heimweg Einkäufe im Vollcorner und Drogeriemarkt. Kurz beim Hausarzt vorbeigeschaut, um meine Kassenkarte nachzureichen für die Krankschreibung via E-Mail.

Während Herr Kaltmamsell in der Küche stand und fürs Abendessen sorgte, turnte ich eine weitere Folge Yoga mit Adriene, “Move”.

Es gab die Zucchini aus Ernteanteil als selbsterfundenes Curry mit Kichererbsen und Kartoffeln, leicht scharf – ganz wunderbar. Nachtisch viel Schokolade.

Abendunterhaltung war eine gespeicherte Doku über die Nicholas Brothers – die stilbildend bis hinein in Rap und Hiphop waren und die sehr wahrscheinlich den Stellenwert von Fred Astaire und Gene Kelly hätten, wenn man ihnen als Schwarze dieselben Chancen eingeräumt hätte.

Im Bett neue Lektüre, ich begann Zoë Beck, Schwarzblende.

Für mich selbst habe ich die vorhergehenden drei Tage sehr wohl aufgeschrieben, mit Fotos und allem, schließlich ist das hier mein wichtigstes Nachschlagewerk zum eigenen Leben geworden. Allerdings hat mir das Aufschreiben ohne Veröffentlichungsabsicht gezeigt, wie viel ich sonst auslasse, weil es halt die Öffentlichkeit nichts angeht: Nachbarschaft, Familie, überhaupt meine Interaktionen mit anderen Menschen. Diese müssen sich ja darauf verlassen können, nicht ungefragt in die Öffentlichkeit zu geraten. Selbst mein eigener Blick zurück ist dadurch stark gefiltert. Oft kann ich mich schon nach wenigen Jahren nicht mehr erinnern, wer die “Freundin” ist, mit der ich mich verabredet hatte; nur für mich hätte ich selbstverständlich ihren Namen erwähnt, auch die Verabredung samt Gesprächen detailliert beschrieben. So fehlen hier die interessantesten, die besten Geschichten, die ich bei persönlichen Begegnungen aus meinem Leben erzähle.
Ich weiß noch nicht, was ich mit dieser Erkenntnis mache.

Dieser Filter, so habe ich zudem bemerkt, wirkt sich auch auf mein Fotografieren aus: Tendenziell halte ich Veröffentlichbares fest, also möglichst keine Menschen. Doch aus größerem Abstand sind ja vor allem die Bilder mit Menschen drauf interessant, ihre Kleidung, ihre Frisuren. Also habe ich mir vorgenommen, künftig mehr für mein späteres Ich zu fotografieren, nicht nur fürs Blog.

Beim wiederaufgenommenen Stricken fielen mir lang vergessene Details des Strickunterrichts in meiner Grundschulzeit ein (Mitte 1970er, Nachtrag: in Bayern): Wie wir zunächst Maschenabheben lernten, also von einer Nadel unabgestrickt zur anderen. Und wie mich die scheinbare Sinnlosigkeit frustriert hatte. Erst jetzt, mit viel Erfahrung weiß ich, wie oft man diese Fertigkeit braucht. Ebenso wie das damals verhasste Zurückstricken, Masche um Masche: Nämlich wenn ich einen Fehler noch in derselben Reihe entdecke. Doch musste man unbedingt damit anfangen? Den Handarbeitsunterricht mochte ich eh nicht, bei meiner Dysbastelie lag mir jede Art von mechanischer Akkuratheit fern, Sorgfalt war ebenso wenig meins. Das Ergebnis wurde daheim als “schlampig” bezeichnet – was nur zu gut zu dem Bild passte, das man dort bis zu meinem Auszug von mir hatte.

Kurz fragte ich mich, mit welchem didaktischen Ansatz wohl heutzutage der Strickunterricht für völlig Ahnungslose beginnt – dann fiel mir ein, dass ich das ja in einem YouTube-Tutorial für Dummys sehr schnell rausfinden konnte: 1. Der Mann (EIN MAAAAAANNNNNN!) 2. schlägt schon mal anders an, als ich es damals gelernt habe (sieht praktischer aus, könnte ich übernehmen – interessanterweise scheint es auch hier kulturelle Unterschiede zu geben: das deutsche Lehrfilmchen zeigt die kompliziertere Methode, die ich in der Schule lernte), und 3. er strickt sofort los.

Ein weiterer kultureller Unterschied, der mir schon früh auffiel: Woanders, zum Beispiel in Spanien, wird das Strickstück auf langer Nadel unter den linken Arm geklemmt, es arbeitet nur die rechte Hand, für jede Masche legt die linke Hand den Faden um die rechte Nadel. Sah in meinen Augen immer sehr umständlich und langsam aus.

Ziemlich sicher habe ich mir das eigentliche Stricken später als Teenager selber beigebracht, im großen Strick-Boom der 1980er. Aber woher bekam ich die Details? Aus Strickanleitungen? Oder haben wir Strickerinnen einander unsere Tricks gezeigt? Ich kann mich nicht erinnern, nicht mal woher ich die Idee hatte, statt der langen, unpraktischen Stricknadeln (mit denen man immer das ganze bereits gestrickte Teil heben musste) Rundstricknadeln zu verwenden, auch fürs unrunde Geradausstricken, bei denen das Strickprodukt liegen konnte. Und woher erfuhr ich von so segensreichen Hilfsmitteln wie Zopfnadeln?

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Zum Thema Gasumlage beobachte ich in meinem Internet einen überraschenden Reflex: Sofort wird sich empört, Unternehmen bereicherten sich auf Kosten ihrer Kundschaft. Ja, das tun Unternehmen oft und gern, vor allem Aktiengesellschaften, deren Unternehmenszweck es ist, ihren Aktionär*innen Geld zu beschaffen. Aber in diesem Fall geht es doch um etwas völlig Anderes. Zum Glück kenne ich eine Expertin für Energierecht, nämlich @miriam_vollmer. Sie erklärt in einem Twitter-Thread, was diese konkrete Gasumlage tatsächlich ist.

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Vom Autor Maik Novotny auf Twitter angekündigt mit:

Ich habe möglicherweise die Zukunft der Architektur gesehen, und zwar nicht im verspiegelten Prestige-Megamumpitz in der arabischen Wüste, sondern in einer Bauteilbörse in einem Schweizer Gewerbegebiet.

Sein Artikel: “Wiederverwertung in der Architektur: Die Bauteiljäger von Basel”.

Buser und Honegger sind ohne Zweifel die Pioniere der Wiederverwertung in der Architektur. Schon in den 1990er-Jahren gründete Buser die Bauteilbörse, 1998 mit Honegger das “baubüro in situ”. Den Impuls dafür lieferte den beiden ein längerer Aufenthalt zur humanitären Hilfe in Afrika. Dort wurde ihnen klar, wie verschwenderisch man in Europa mit Materialien umgeht. Was in der Schweiz im Abfall landete (und das war auf dem Bau damals praktisch alles), sei besser als das, was man in Ruanda neu kaufte, sagen sie. Das führte zu einem komplett anderen Blick auf Architektur.

die Kaltmamsell

19 Kommentare zu „Journal Dienstag, 16. August 2022 – Bloggen für Privat, Strickerinnerungen“

  1. Frau Bruellen meint:

    Danke für den Artikel zur Baustoffbörse! (Das Gundeli umgehe ich grossräumig, wenn irgendwie möglich, seitdem ich dort an meinem ersten Tag in Basel einen Bus gerammt habe und mich seitdem nicht mehr wirklich willkommen fühle :-)).
    Was ich sehr spannend fand: für die aktuell hochgezogenen “Signature Wolkenkratzer” auf “unserem” Werksareal wurden ja jede Menge Signature-Betonklötze aus den 70ern und früher abgerissen. Alles was ging, zB der Beton, wurde wiederverwendet, was sehr, sehr aufwendig war, aber eben in Summer Ressourcen spart. Für eine “bricolage optik” an Fenstern konnte man sich dann aber doch nicht entscheiden :-)

  2. Ulrike meint:

    Es gab ja damals Handarbeitsfachgeschäfte mit erfahrenem Personal, überwiegend weiblich, vereinzelt männlich, die berieten und verkauften Rundstricknadeln und Zopfnadeln. Oder so was stand gleich in der Anleitung. Im Studium strickten die wenigen Männer z.T. auch schon

  3. Christine meint:

    Das beschämende an der Sache ist, dass die Kinder heute in der Grundschule weder eine Häkelnadel, noch eine Stricknadel oder eine Laubsäge in die Hand nehmen müssen. (Zumindest mein Kind in NRW). Solche Fächer sind in irgendwelche freiwilligen AGs ausgegliedert worden. Also keine verrutschten Topflappen mehr oder seltsame Mobilès. Auf der einen Seite ersparrt das jede Menge Frust, auf der anderen Seite finde ich das ziemlich schade.

    Ich habe in der Grundschulzeit Häkeln und Stricken gelernt. Zum Teil daheim, zum Teil in der Schule. Als Teenie habe ich viel gestrickt und das war in erster Linie selbst beigebracht und von Mama erklärt. Ich habe eher weniger Struktur gestrickt (also Zöpfe oder Perlmuster…), sondern Kreationen in meheren Farben – so in Richtung Norwegerpulli.
    ~
    Ich erinnere mich, dass die “Sendung mit der Maus” über eine Baustoffbörse im vergangenen Sommer berichtet hatte. WIMRE war die sogar in der Schweiz.
    Was ich hier sehr oft sehe ist, dass an Abbruchhäusern “antike” Baumaterialien gesichert werden. Also Balken, Fliesen, Backsteine. Das geschieht wohl in erster Linie, um diese anderswo denkmalgerecht wieder einzubauen. Im Nachbarort findet sich dieses Geschäft https://www.fachwerk-antik.de/

  4. Karin meint:

    Ich als absolute Nichtstrickerin (Linkshänderin mit spastischer rechten Hand, da hat die Textillehrerin aufgegeben) meine mal gelesen zu haben, dass sich die Art zu Stricken in Deutschland und Frankreich unterscheidet. Und dass für den französischen Widerstand währen der Besatzung im 2. Weltkrieg durchaus von Belang sein konnte.
    Ich gucke mal, ob ich eine Quelle nachliefern kann.
    Schönen Arbeitstag

  5. Caro meint:

    Sehr interessant der Artikel zur Baustoffbörse.
    Ich kenne das bisher bei uns hier in der Gegend nur mit “alten” Häusern, bei denen die alten Materialien (v.a. Dachziegel) wiederverwertet werden, v.a. auch aus Denkmalschutzgründen (hier bei uns im Dorf der privat gekaufte Bahnhof)!

  6. die Kaltmamsell meint:

    Euer Wolkenkratzer, Frau Bruellen, taucht in einigen Artikeln zum Thema Baustoffrecycling auf – was vermutlich in erster Linie bedeutet, dass er eine extreme Ausnahme ist. Ich bin sehr gespannt, ob es ein echtes Umdenken geben wird, und sei es durch den Baustoffmangel (Sand!).

    Weiteres Beispiel: Die Alte Stadbücherei in Augsburg wird 2022 abgerissen; in einem Projekt von Architekturstudierenden werden dabei seit 2021 so viele Elemente wie möglich für eine Wiederverwendung gesichtert. Hier ein paar Infos.

  7. Die Toni meint:

    Auch hier in Ba-Wü haben meine Kinder (7. und 11. Klasse, das kommt also auch nicht mehr) weder Stricken noch Häkeln gelernt. Sie hatten und haben durchaus ambitionierten Kunstunterricht, Handarbeiten scheint aber passé.
    Und von mir haben sie es auch nicht gelernt, da ich als Schülerin als Linkshänderin erst recht mit den von Ihnen beschriebenen Kompliziertheiten kämpfte. Zu mehr als den im Unterricht zu fabrizierenden Stücken hat es nicht gereicht.

  8. Franz Maier meint:

    Neben dem bekannten Diebstahl von Eisen und Buntmetallen konnte ich in intakten denkmalgeschützten Berliner Altbauten selbst beobachten, dass wunderschön gedrechselte Pfosten aus Treppengeländern herausgesägt wurden, die dann einzeln in Flohmärkten weiterverkauft wurden.

  9. Alexandra meint:

    Mich hat das Stricken in der Grundschule auch nicht wirklich begeistert. Bei uns müssten die Jungs auch stricken, in den Siebzigern.

    Meine Söhne und meine Tochter haben auch noch gehäkelt in der Grundschule.

    All’ das im Rheinland, sicher bis 2010.

    Ich selbst habe in den Achtzigern des vorigen Jahrhunderts im vorigen Jahrtausend mit Begeisterung auf einer Rundstricknadel einen Pullover in einem Stück gestrickt, das würde ich heute gerne wieder tun.

    Jetzt aber stürze ich mich erstmal in die Baustoffbörse, vielen Dank dafür!

    Wenn ich’s vergelten darf: “Squirrel News” ist eine App, die regelmäßig ausschließlich konstruktive Neuigkeiten verbreitet. Da sind sehr oft auch neueste Ansätze im Haus- und Wohnungsbau dabei, daher komme ich darauf.

  10. Sannie meint:

    Ich habe das Stricken nicht in der Schule gelernt – glaub ich jedenfalls – sondern im Hype in den 80ern. Die Freundin hatte es von ihren großen Schwestern und daher kam auch die Rundstricknadel für Pullover; Mutter und Großmutter kannten das so nicht. Wir haben angefangen ohne große Anleitung mit riesigen zweiteiligen Pullis. Später hab ich Muster wie auch füs Nähen aus Zeitschriften bezogen.

    Als ich Nähen lernen wollte, begann meine Oma den Unterricht auch mit dem unendlich langweiligen und unbefriedigendem weil total schiefen Säumen von Geschirrtüchern. Im Nähkurs in der Volkshochschule bei einer Textilmeisterin begannen wir mit einem Kleidungsstück, und sie brachte uns am praktischen Stück die verschiedenen Nähte und ihre Verwendungen bei. Das Heft mit den Beispielen habe ich heute noch :-) So kam man schon aus dem ersten Kurs mit einer selbst genähten Hose und hatte auch schwierige Pattentaschen oder sowas schon mal gemacht, wenn auch nicht perfekt.

  11. Flusskiesel meint:

    Tagebuch vs. Tagebuchbloggen:
    Ich hadere aus den selben Gründen auch immer wieder mit der Frage, ob ich nicht lieber ein nichtöffentliches Tagebuch führen sollte.

    Allerdings entsteht aus dem Bloggen für mich ein gewisser ,,Veröffentlichungsdruck”, ohne den ich nicht die Energie hätte, mich jeden Tag zum Schreiben hinzusetzen.

    Wäre vielleicht die Lösung, einfach Tagebuch zu führen und dann (gesäuberte) Auszüge daraus zu posten? Für mich vielleicht wieder zu viel Arbeit und es besteht ja die Gefahr, dass man dann doch etwas Wichtiges beim kürzen übersieht.

    Eine Antwort habe ich leider nicht.

  12. Friederike meint:

    Schön, Sie wieder zu lesen!
    Danke für die interessanten, informativen Links zur Baustoffbörse und zur Gasumlage.
    Stricken lernen fand ich in der Grundschule fuuuurchtbar! Kurz vor ihrem Tod hat Oma es mir so gezeigt, dass ich Spaß daran fand (1977, da war ich 13).
    Große Strick-Phase in den 80ern: vieles selbst ausprobiert, auch viele Tipps untereinander ausgetauscht (Andere Strickerinnen in der Schule, später im Studium, im Freundeskreis). Da waren ein paar aufwändige Großprojekte dabei!
    Jetzt verträgt sich Selbstgestricktes nicht mehr so mit meinen Kleidungsvorlieben, deshalb sind in den letzten Jahre nur ein paar Schals zum Verschenken entstanden.

  13. Gaga Nielsen meint:

    Mit engen Freundinnen und Freunden habe ich vor längerer Zeit geklärt, ob es für sie grundsätzlich ok ist, wenn ich sie mit ihrem echten Vornamen erwähne, die lesen auch, was ich schreibe. Diejenigen, die explizit gesagt haben: “Du kannst schreiben was du willst, ich vertraue dir komplett”, haben über die Jahre gesehen, dass ich das so handhabe, dass es für sie ok ist, zwei haben mir sogar mitgeteilt, dass sie darauf bestehen, gerne auch mit vollem Namen (!) erwähnt zu werden, das gibt es auch. Die betrachten es als Ehre, wenn ich über sie schreibe :-) Ich lasse aber trotzdem die Nachnamen weg, weil ich sie ja auch nicht mit Nachnamen anspreche. Ich kopiere auch facebook-Kommentare unter meine Blogeinträge, da ich eine dreifache Buchführung mache (twoday, wordpress, fb) da schreibe ich vom Nachnamen nur den ersten Buchstaben, außer bei fünf Freunden, die da auch wieder voll erkennbar erscheinen wollen. Von einer Leserin weiß ich, dass sie inkognito bleiben will, ich kenne ihren richtigen Namen, würde ihn aber nie erwähnen. Meistens sind die Freunde lockerer, die sowieso in der Öffentlichkeit auftreten, Also Autorinnen und Autoren, Schauspielerinnen und Schauspieler, Musikerinnen und Musiker. Es ist ein sensibler Bereich, aber die Bereicherung ist so groß, je mehr man offenbaren darf, da lohnt es sich, das zu klären. Ich mache keine parallelen privaten Notizen. Was mich sonst umtreibt, ist so präsent, das muss ich gar nicht niederschreiben. Und wenn es schwierige Angelegenheiten sind, habe ich auch keine Lust mich Jahre später damit erinnernd zu beschäftigen, zöge mich runter. Das Schmerzhafte vergisst man sowieso nie komplett. Muss nicht noch schriftlich manifestiert und damit geehrt werden.

  14. Ulrike meint:

    Genau, außerdem wurden in den oft unabgeschlossenen Häusern auch gerne schöne Wandkacheln, Türbeschläge und Zugklingeln abmontiert.
    Zu den Baustoffen im privaten Bereich: In unserem Nachbarschaftnetzwerk nebenan.de werden auch mal Sand oder Mauersteine angeboten bzw. angefragt.

  15. Anja meint:

    Wenn Sie sich fürs Stricken interessieren, es gibt eine riesige Strick- und HäkelCommunity namens http://www.ravelry.com. Dort findet man alles zu Strick- und Häkeltechniken, Tutorials und jede Menge Strickmustern von IndieDesigern rund um die Welt. In fast jeder Stadt gibt’s mittlerweile RavelryTreffen, in denen sich Strickbegeisterte austauschen.
    Die Anmeldung im Forum ist kostenlos.

  16. Andrea Stock meint:

    Wenn Sie etwas mehr über Strickgeschichte, Wolle, Farben, Stricken in verschiedenen Gesellschaftsschichten, Strickwellen etc. erfahren möchten, kann ich Ihnen das Buch von Ebba D. Drolshagen „Zwei rechts, zwei links – Geschichten vom Stricken“ empfehlen.

  17. Croco meint:

    Meine schlimmsten Kämpfe hatte ich mit meinen Handarbeitslehrerinnen.
    Meiner Erinnerung nach versucht man mich andauernd zu zwingen, merkwürdige Sachen herzustellen. Luftmaschen häkeln, Socken stricken und einen gelben Frotteesack mit Reißverschluss als Kleid zu bezeichnen. Ich konnte nähen, ich konnte häkeln und stricken und musste dann genau das gleich produzieren wie die Mitschülerinnen.
    Frau E. rief jedes Mal laut durch den Saal „Dat würd doch nüschd!“ wenn ich wieder eigenständig in der Gestaltung wurde. Wenn dann das Teil fertig war, kam immer ein „Nu iss dat doch noch wat jeworden.“
    Nun liegt sie in der selben Reihe mit meinen Eltern auf dem Friedhof und ich leiste jedes Mal Abbitte dafür, dass ich sie so genervt habe, wenn ich an ihrem Grab vorbei gehe.

    Mein Blog enthält fast nie die Aspekte meines Lebens, die mich tatsachlich beschäftigen und aufrütteln, weil es viel mit anderen Menschen zu tun hat. Ein Tagebuch ist es nur für die Reisen. Ich bewundere Dich sehr dafür, dass so vieles und so genau berichtest von Deinem Alltag.

  18. Micha meint:

    Ich will Ihre Erkenntnissse zum Tagebuchbloggen aufgreifen. Selbst habe ich mehrere Jahre (durch die Pupertät) Tagebuch geführt (die Bücher dann aber irgendwann verbrannt, weil vergangen). Zu welcher Gelegenheit nutzen Sie Ihr Blog als Nachschlagewerk? Das würde mich interessieren. Und sind es nicht eigentlich genau die Begegnungen und der zwischenmenschliche Austausch, was das tägliche Salz in der Suppe, das oft Epoche in einem Leben macht – fehlt dann in der *öffentlichen* Variante nicht etwas besonders Wichtiges?

    Das soll in keinster Weise despektierlich gemeint sein. Ich lese hier gerne, aber nicht, weil mich interssiert, wie genau Sie Ihren Tag verbracht haben, sondern vielmehr aus Neugier auf diesen ganz anderen Blickwinkel durch diesen ganz anderen Lebensentwurf: als eine Art Vorspeisen- Feuilleton. Für mich könnten Sie ebenso auch lose *Gedanken/ Eindrücke des Tages* aneinanderreihen… Ja, deshalb störte es mich überhaupt nicht, als mir schnell klar war, dass Marie Sophie auf ihrem Blog Read on einiges erfunden hatte (wenngleich mir das Ausmaß natürlich nicht bewußt war). Ich mochte ebenso bei ihr *dieses Andere* – und das läßt sich über das Inet dank der Distanz besonders gut betrachten. Aber diese Zeilen lediglich als Feedback – Sie schreiben das Blog ja nicht für mich ;-)

  19. die Kaltmamsell meint:

    Im Blog schlage ich zum Beispiel nach, Micha, wie ein Restaurant nochmal hieß, wie das Wetter bei einer bestimmten Gelegenheit war, wo eine Wanderung langführte, welches Rezept ich verwendet habe, wann ich zuletzt erkältet war.

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