Recht gute Nacht, aber der Wecker klingelte halt um halb fünfsechs fürs Wahlhelfen.
Der schnelle Schluss-Check des bereits geschriebenen Blogposts scheiterte an Online-Unerreichbarkeit des Blogs; zum Glück war auch Herr Kaltmamsell wegen Arbeitsdruck früh wach und kümmerte sich als Blog-Heinzelmännchen. Ich finalisierte den Text offline und legte das Veröffentlichen in seine Hände. Klappte auch kurz vor meinem Verlassen des Hauses.
Mein gestriger Einsatzort war die nahe gelegene Grundschule in der Tumblingerstraße, die ich schon von vorherigem Wahlhelfen kannte: Die dortige Turnhalle teilte sich mein Wahlkreis mit einem weiteren, es waren ab sieben genügend Helferinnen für den Aufbau vor Ort (Tische/Wahlkabinen/Stühle/Wegweiser/Hinweisschilder).
Erstmals stellte das Wahlamt einen designierten Pappadeckl zum Abdecken des Einwurfschlitzes an der Wahlurne bereit; meine Aufgabe als Stellvertretende Wahlvorsteherin war u.a. die Betätigung desselben.
Die vorhergehende Wahlhilfe war ja so anstrengend gewesen, dass ich vorübergehend die Lust verlor, mir dann aber für die wirklich einfach zu handhabende Europawahl nochmal einen Ruck gab. Das war eine hervorragende Idee: Super Team, super Zusammenarbeit, schön viele und bunte Wähler*innen, darunter zahlreiche quietschjunge Erstwähler*innen. Jetzt bin ich wieder hoch motiviert für die nächsten Wahlen: Ohne Wahlhilfe keine Wahlen keine Demokratie, ich stehe auf Demokratie, Wahlen müssen sein, Wahlhilfe ist mein Mindestmaß an Demokratie-Stütze.
Nach meiner Vormittagsschicht ging ich am Kaiser-Ludwig-Platz selber wählen (das Münchner Wahlamt hat inzwischen den Ablauf stark formalisiert, die Kolleg:innen in diesem Wahlraum machten alles exakt so wie wir), dann nach Hause. Herr Kaltmamsell sorgte für Mittagessen – er selbst war als gemeldeter Wahlhelfer stand by für eventuelle Ausfälle am Wahltag, wurde aber nicht benötigt. Es hatte ein Missverständnis in der Essensplanung gegeben, deshalb begann er erst bei meinem Eintreffen mit Kochen.
Es gab Bucatini alla carbonara, wunderbar.
Den Nachmittag verbrachte ich mit Zeitunglesen, Brudertelefonat, einer sehr schönen Stabi-Einheit Pilates.
Auf dem Weg zurück zum Wahllokal zum Auszählen regneten mich ein paar Tropfen an, es war schwül. Das Team arbeitete auch in dieser Phase gut und flott zusammen, wir waren zeitig fertig (nur wenig nach dem anderen Wahllokal-Team im Raum).
So war ich tatsächlich schon zur Tagessschau daheim. Aus der ich dann niederschmetternde Nachrichten übers Wahlergebnis erfuhr. Ich will einfach nicht glauben, was sie über die Wähler*innen aussagen.
Zum Abendessen gab es Käse, Kiwi mit Sojajoghurt, Schokolade.
Vorbereitungen des Arbeits-Montags, draußen regnete es sich ein.


