Journal Montag, 2. Februar 2026 – Angepreppt, bester Blaukrautsalat
Dienstag, 3. Februar 2026 um 6:25Nacht mit Loch: Um zwei konnte ich ziemlich lang nicht wieder einschlafen. Doch ich litt nicht, hatte es ja warm und war schmerzfrei, suchte mir schöne Gedanken.
Mitten in meiner Morgenroutine, nämlich beim Aufstehen vom Bloggen, meldete das Kreuz böse Schmerzen, Erinnerungen an Hexenschuss. Ich bekam sie weder durch meine Plank-Gymnastik noch durch Mobilisierung und Dehnung der Lendenwirbelsäule weg und war schon gespannt auf ihre Entwicklung über den Arbeitstag (ich nehme vorweg: Schmerzen erträglich, aber Komplettversteinerung des unteren Rückens).
Es tagte zu einheitlich grauem Himmel und wenig Licht.
Der gestrige bundesweite Streik des ÖPNV hatte unerwartet auch auf meinen Arbeitsweg Auswirkungen: Der U-Bahnhof Heimeranplatz war mit den nächtlichen Gittern versperrt, ich konnte ihn nicht als Unterführung nutzen. Durchaus erwartet hatte ich die Leere in den Büros: Fast alle nutzen den Öffentlichen Nahverkehr, sie würden gestern tendenziell von daheim aus arbeiten.
Neue (und einzige) Büro-Deko neben meinem Schreibtisch. Die Postkarte hatte ich im Herbst 2025 bei meinem jüngsten Essen im Food for friends in Brighton eingesteckt – wo ich doch sonst Mitnehmen von Andenken um der Andenken willen recht konsequent vermeide. Doch gestern fiel mir dieser nützliche Einsatz ein: Jeder Blick darauf löst angenehme Gefühle aus.
Um die Mittagszeit lichtete sich der Hochnebel ein wenig. Ich marschierte raus auf einen Mittagscappuccino im Nunique – deren Gebäck (Kuchen, Torten, Kekse) ganz hervorragend aussehen, nur mich halt um diese Zeit überfordern.
Ich schloss eine Spazierrunde um den Block an, an dessen Ende ich echten Sonnenschein und blauen Himmel bekam, beides hielt bis Sonnenuntergang.
Zu Mittag gab es einen Apfel und den Rest Blaukraut mit Linsen vom Samstag. Meine Kreuzschmerzen hielten an, waren aber erträglich, bewirkten lediglich Knickhaltung nach jedem Aufstehen vom Sitzen (-> Schürhackl).
Nach Feierabend ging ich meine Liste für Social Prepping an: Bei Saturn kaufte ich eine Powerbank und ein kleines Radio mit Batteriebetrieb. Auf dem Heimweg noch Stopp im Biosuper- und Drogeriemarkt.
Zu Hause endlich wieder eine Einheit Yoga – ging auch mit der deutlicher als sonst schmerzenden LWS.
Zum Nachtmahl hatte Herr Kaltmamsell ein Rezept aus der Süddeutschen umgesetzt, das ich ihm für das restliche Blaukraut aus Ernteanteil zugesteckt hatte: Rotkohl-Salat mit Kumquats und Nüssen aus dem Kohl-Special vom Wochenende.
Ausgesprochen köstlich mit Ruccola, Walnüssen und Feta, Empfehlung! (Und doch kenne ich Menschen, die bei diesem Anblick erstmal “gesund” denken – und sagen. Meinen die damit eigentlich “schmeckt mir nicht”?) Nachtisch Schokolade.
Früh ins Bett zum Lesen mit neuer Lektüre: Tehanu: The Fourth Book of Earthsea von Ursula K. Le Guin, das als eher konventionelle Fantastik losging.
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Wegen Rita Süßmuth begann ich Ende der 1980er Bundestagsdebatten zu gucken.
Nicht auszudenken, wie Deutschland ohne sie durch die AIDS-Pandemie gekommen wäre. (Hier ein knapp 3-minütiger Ausschnitt aus ihrer Abschiedspressekonferenz 1988 über ihren Kampf mit der Aids-Politik.)
Danke. Jetzt ist sie mit 88 Jahren gestorben.
Und sie hat noch so viel mehr bewirkt! Erst dieser Nachruf im Deutschlandfunk erinnerte mich daran, dass sie unter anderem als Vorsitzende der ersten so genannten Zuwanderungskommission endlich konstantierte, dass Deutschland ein Zuwanderungsland ist. Rita Süßmuth hat geholfen, die deutsche Gesellschaft offener zu machen und zum Positiven zu verändern – wahrscheinlich gerade weil sie eben nicht über viele Jahre Wahlkampf samt dem Zwang, ihr Fähnchen nach Volksgeschmack zu richten, an die Spitze eines Ministeriums kam.
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Wir alle hassen Foodblogs, die den Weg zu Rezepten mit dem Scrollen über komplett unnötige Dönneckens, Gezwitscher und sonstigen Text im LLM-Slop-Stil pflastern. Manchmal geht es aber wirklich um die Geschichte dahinter, und das Rezept ist nur die Randbemerkung. Zum Beispiel bei diesem Post der Bloggess (die andererseits ja kein Foodblog schreibt):
“The Peach Cobbler that went missing for 40 years.”
Welchen ich jetzt dringend ausprobieren will, trotz der bescheuerten Cup-Maße, zumal Dosenpfirsich offiziell ok ist.
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Uuuuuh – den Film und die Szene kannte ich nicht (danke, Padrone). Ob sich Herr Kaltmamsell traut, mich zum Mitsingen zu zwingen, wenn ich mal wieder vor Gereiztheit und Selbsthass qualme?
https://www.youtube.com/watch?v=7SXv67czI4w
1 Kommentar zu „Journal Montag, 2. Februar 2026 – Angepreppt, bester Blaukrautsalat“
Beifall spenden: (Unterlassen Sie bitte Gesundheitstipps. Ich werde sonst sehr böse.)
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3. Februar 2026 um 13:44
Danke für das Rezept. Ich liebe diese Art von Salaten mit Feta sehr, auch z. B. Rote Beete mit Orange, Walnuss und Feta.