Journal Sonntag, 22. März 2026 – Wahlhilfe bei Stichwahl Münchner Oberbürgermeister mit einer Sensation am Ende
Montag, 23. März 2026 um 6:21Auch diesmal ein Ausfall im Wahlhilfeteam, aber nicht wegen Erkrankung (versuchte sie einen Spannungsbogen aufzubauen).
Ich schlief mittelgut, bei Weckerklingeln fühlte ich mich kopfbrummend erschöpft. Diese Erschöpfung zog sich durch den ganzen Tag.
Vorher und nachher (ich hatte das Foto für möglichst korrekten Rückbau aufgenommen).
Dazwischen.
Dabei lief das Aufbauen des Wahllokals beim zweiten Mal natürlich deutlich geschmeidiger. Ich traf den Hausmeister gleich beim Ankommen, wir plauderten ein wenig, ich brachte ihn unter anderem dazu mir zu erklären, wie ich in meiner Rolle ihm seine am leichtesten mache. Für die Tische im Wahllokal/Klassenzimmer hatte ich diesmal Putzzeug eingesteckt und musste es auch verwenden. Wo ich einen großen Tisch für die Schriftführerschaft finden würde, wusste ich auch schon. Und ich drehte gleich mal die Heizung auf, wartete nicht erst auf das große Frieren (was später aber dann doch eintrat, schließlich mussten wir die Tür des Zimmers offenlassen).
Wir Wahlteam plauderten, ich lernte zwei weitere interessante Münchner*innen kennen. Wählende kamen den ganzen Vormittag über, nur selten in Wellen, die wir organisieren mussten. Doch ich zählte die Minuten bis Mittag, wenn das Anstrengendste geschafft sein würde.
Nach meiner Schicht trat ich um eins in wunderschöne Sonne, ging über einen sonnigen Umweg nach Hause. Dort Häuslichkeiten, ich war längst jenseits Hunger, dann erst rührte ich mir Quark mit Joghurt und Leinsamenschrot, schnitt eine hervorragende Birne rein. Das machte mich wie erhofft müde genug für eine Stunde Siesta, leider auch die eher unruhig.
Weitere Häuslichkeiten, Pediküre, Hosebügeln für die kommende Arbeitswoche; die restliche Bügelwäsche wird bis zum Sonntag drauf warten müssen. Lektüre der Wochenend-Süddeutschen, Mastodon-Lesen.
Beim Verlassen des Hauses zum Wahllokal klingelte mein Handy: Ein Mitglied des Wahlhilfeteams hatte genau gestern Nachmittag ihren Vater verloren (von dem sie in der Morgenschicht noch erzählt hatte). Wie absolut furchtbar! Selbstverständlich ließ ich sie gleich zur Familie fahren, sie musste nicht nochmal reinkommen.
Wir waren also beim Auszählen zu sechst statt zu siebt – doch auch das ließ sich bei über 300 Stimmzetteln mit nur zwei Kreuzelmöglichkeiten schnell schaffen: Wir waren noch vor sieben Uhr durch inklusive Aufräumen. Abschied vom Wahlhilfeteam sehr herzlich, Abschied vom Wahlhelfen innerlich: Das mache ich nicht nochmal.
Ich radelte zur Bezirksinspektion – diesmal mit meinem eigenen Rad, Herr Kaltmamsell war vergangene Woche so überaus freundlich gewesen, es zum Reparieren zu bringen. Das Radeln durch die junge, klare Nacht machte auf einem guten, für mich eingestellten Radl sehr viel Spaß, ich bekam große Lust auf häufigeren Einsatz.
In der Bezirksinspektion war die Schlange der Leute mit Unterlagen aus Wahllokalen lang: Klar, alle waren schnell fertig geworden. Und es wurden erste Ergebnisse aus den Medien rumgereicht, die sich kurz darauf bestätigen sollten: Sensation perfekt, München bekommt einen Grünen-Bürgermeister, zudem einen jungen (allerdings war Hans-Jochen Vogel bei seiner Wahl zum Münchner Oberbürgermeister 1960 noch ein Jahr jünger) und schwulen. Das wird spannend! Ich hatte wirklich nicht damit gerechnet, dass so viele CSU-Wähler für ihn stimmen würden.
Auch die Einreichung und Bearbeitung der Unterlagen ging flott, alles Profis. Um halb acht war ich daheim und ließ mich bald von Herrn Kaltmamsell (gestern nicht als Wahlhelfer im Einsatz) mit Wunsch-Abendessen verwöhnen.
Conchiglie mit Joghurt-Feta-Erbsen-Sauce, ein Liebling von Ottolenghi. NOCH besser als erhofft, unter anderem schmecken Pinienkerne nie so pinig wie hier in Olivenöl mit Pul Biber gebraten. Nachtisch Süßigkeiten und Schokolade.
Im Bett noch gelesen in der Hoffnung auf dadurch besseren Schlaf.
5 Kommentare zu „Journal Sonntag, 22. März 2026 – Wahlhilfe bei Stichwahl Münchner Oberbürgermeister mit einer Sensation am Ende“
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23. März 2026 um 7:50
Ich freue mich sehr über die Wahl von Dominik Krause zum OB meiner Herkunfts-(und Herzens-)Stadt! Bin sehr gespannt, wie er regieren wird.
23. März 2026 um 8:27
Ich finde das interessant, wie unterschiedlich die Abläufe und Erwartungen bei Wahlhelfern zwischen den Städten sind. Ich habe das jetzt schon einige Male hier in Regensburg gemacht, und das scheint hier doch sehr viel bequemer:
– die Räume sind schon vorbereitet, wenn wir kommen (die Tische stehen passend, die Wahlkabinen sind aufgebaut)
– bei uns kommen die Vorprüfer (die Mitarbeiter*innen des Wahlamts/der Stadtverwaltung, die die Unterlagen am Ende entgegennehmen) immer ins Haus – wenn ich den Kram noch durch die halbe Stadt bringen müsste, hätte ich da auch keine Lust mehr drauf ;-)
– ich hatte noch nie Ausfälle im Team. Vielleicht habe ich auch einfach nur Glück gehabt …
Dadurch können wir uns auf das Eigentliche konzentrieren, das ist eigentlich immer recht entspannt (es sei denn, wir verrechnen oder verzählen uns …)
23. März 2026 um 9:19
Bin sehr gespannt wie Dominik Krause grüne Ideologien mi der Realität einer Großstadt in Einklang bringen möchte. Vielleicht sollte er sich mal mit Herrn Palmer austauschen. Ich glaube übrigens nicht, dass viele CSU Wähler grün gewählt haben, sondern den unverständlich hohen Anteil an Nichtwählern mit repräsentativen.
23. März 2026 um 9:52
Herzlichen Glückwunsch zum grünen Bürgermeister! München ist da wohl schon weiter als Hamburg und Berlin.
(Meine Güte Rainer.)
23. März 2026 um 10:11
Sanníe, genau! Rainer, haben Sie mal auf die Website von Dominik Krause geschaut?