Journal Sonntag, 29. März 2026 – Genervtes Schwimmen und Project Hail Mary
Montag, 30. März 2026 um 6:24Gut und lang geschlafen, den Rollladen des Schlafzimmers zu Schneefall hochgezogen.
Auch diesmal startete ich die Sommerzeit mit manuellem Verstellen der Uhren im Haushalt. Mein Tipp für die Uhren an Microwelle und Backofen: Regelmäßig für rausfliegende Sicherungen sorgen, dann bleibt man in Übung und muss bei Sommerzeit-/Winterzeitumstellungen nicht lange nachdenken.
Ich freute mich auf endlich mal wieder Gelegenheit zum Schwimmen. Bei diesem Wetter war klar, dass ich die U-Bahn zum Olympiabad nahm.
Doch das Schwimmen wurde leider sehr unentspannt. Als ich an den Beckenrand trat, freute ich mich zunächst über eine Neuerung: Zwei Bahnen waren für “Schnellschwimmen”, “Fast Lane” reserviert – ich hoffte dort auf Konzentration der Spielzeugschwimmer*innen und Wildsäue. Doch mit der gestrigen Besetzung meiner Normal Lane kam ich nicht zurecht (allerdings war ich gestern auch bereit mich zu ärgern). Obwohl mein Schwimmtempo dem Durchschnitt ensprach, dotzten mehrfach hinter mir schwimmend in meine Füße, bis ich zweimal abrupt stoppte und die Herrschaften vorbei bat. Wurde Unterwegsüberholen abgeschafft? Bei einem weiteren Dotzen strampelte ich heftig mit den Beinen in der Hoffnung auf Zurückdotzen. Doch auch sonst fühlte sich das Schwimmen als Belastung an statt wie Erleichterung. Dass der Blick durch die Glaswand auf dunkeldüsteres Draußen fiel, half nicht.
Immerhin! Lernte ich durch das Umkleidengespräch anderer Leute, was „stille Reserve“ betriebswirtschaftlich bedeutet. Sport macht nicht nur schön, sondern auch schlau!
Erstes Essen des Tages um halb drei: Birnen, außerdem selbstgebackenes Brot mit Butter und Zuckerrübensirup/Orangenmarmelade. Dass ich wirklich eine zweite Scheibe wollte und nicht nur gerade nicht mit Essen aufhören konnte, fand ich heraus, in dem ich nach die erste Scheibe zwei Flickarbeiten legte: 1) Zehenloch schließen in grauer, sehr gemochter Wollstrumpfhose, 2) U-Boot-Ausschnitt des Chartreuse-gelben Baumwollpullis verkleinern, den ich bereits zweimal verkleinert hatte, der aber schon wieder so weit geworden war, dass er beide Schultern durchließ. Danach wusste ich, dass ich noch nicht satt war und strich eine zweite Scheibe Brot.
Sonntagsunterhaltung: Project Hail Mary im Cinema. An sich hatte ich einen Spaziergang zum Kino geplant, aber das düstergraue kalte Wetter mit wiederholten Schneeschauern trieb mir den Gedanken aus. Also nahm ich mit Herrn Kaltmamsell eine U-Bahn zum Stieglmeyerplatz. Beim Warten auf den Start des Vorporgramms (hier nur Trailer, keine Werbung) sah ich mich um: Seit 35 Jahren schaue ich Filme in diesem Kino an, ich weiß nicht auf den wievielten ausgewechselten Sitzen. Und ich freue mich noch immer wie beim ersten Mal, wenn sie durch Vorführen mit ihrem Dolby-Sound-System der jeweils neues Generation angeben. (Noch länger gehe ich allerdings in die Museum Lichtspiele, ich erinnere mich ans erste Mal kurz vorm Abitur und angereist aus Ingolstadt, also seit 40 Jahren.)
Der Film selbst gefiel mir, ich war gut unterhalten und versuchte erst gar nicht, die wissenschaftlichen Prämissen und Argumentationen mitzudenken. Das Drehbuch mochte ich unter anderem, weil der Held nicht als Genie geschildert wird, wegen der trockenen projektleitenden Figur, die von der wundervollen Sandra Hüller gespielt wird (allerdings Verwunderung über die Maske, die ihr dieses wächserne Make-up und diese superkünstlich aussehenden Haare verpasste), wegen des Fehlens einer Liebesgeschichte. Im Set Design fielen mir die Tiffany-Lampen-Behausungen des Aliens positiv auf. Aber zu lang war der Film, von den mehreren Enden hätte man zwei weglassen können.
Joël verlinkt hier ein kurzes Interview mit Hüller auf NBC. (Und ja: Sie singt sehr gut.)
Daheim gab’s als Abendessen Kartoffelsuppe: Herr Kaltmamsell hatte Samstagabend Müllsuppe auf den gesammelten Gemüseresten gekocht, darin Kartoffeln – aber etwas zu wenig, sodass ich gestern früh noch ein paar weiße Bohnen dazu kochte. Nachtisch reichlich Schokolade. Gezielt ins Bett zur üblichen Zeit und unter Unterdrückung aller Umrechnungen.
1 Kommentar zu „Journal Sonntag, 29. März 2026 – Genervtes Schwimmen und Project Hail Mary“
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30. März 2026 um 9:26
Zum Stiglmaierplatz – geben Sie es zu: Sie wollten unser “München kennen” mit ihrer sehr speziellen Schreibweise testen!