Journal Montag, 30. März 2026 – Aprilige Wetterturbulenzen
Dienstag, 31. März 2026 um 6:16Eher unruhiger Schlaf, zudem zu früh aufgewacht. Es tagte zu Düster und Grau, mein Weg in die Arbeit war begleitet von schneidend eisigem Wind und ein paar Schneeflocken. Dabei als Ohrwurm “Sign of the times” von Harry Styles, das Sandra Hüller in Project Hail Mary singt – der Song ist so schlicht und eingängig, dass einmal Hören reichte. (Ich bekämpfte den Wurm, indem ich mir das Original anhörte – vergeblich, er blieb.)
Seit ein paar Tagen plagt mich wieder verstärktes Zahnleiden: Der Temperaturkorridor für Getränke, die die zwei bis drei Übelzähne oben nicht zum Jaulen bringen, ist derzeit wieder sehr schmal. Weniger Stress, jaja, hahaha.
Im Büro konnte ich in Ruhe Dinge wegarbeiten, die Flure und Zimmer lagen einsam (für mich Idealzustand).
Gegen Mittag schneeregnete es waagrecht, ich gab jede Hoffnung auf einen Draußenmarsch auf und holte mir Mittagscappuccino in der Cafeteria.
Zu Mittag gab es später Birne und Brot.
Während ich drinnen plante, abarbeitete, gegencheckte, koordinierte, spielte das Wetter draußen April.
Kurz nach dieser Aufnahme gab es heftige Graupel- und Schneeschauer.
Nach Feierabend ging ich (kalt!) zu einer bewährten Änderungsschneiderei: Meine 501-Jeans hatte bereits nach zweieinhalb Jahren gelegentlichem Tragen löchrig gescheuerte Innenseiten – so schnell will ich sie aber nicht aussortieren. Dann noch Lebensmitteleinkäufe im Vollcorner.
Daheim eine sportliche Folge Yoga, währenddessen wechselte das Licht im Wohnzimmer von Sonnendurchflutet zu nahezu Nachtdunkel, dann gewitterte es mit Schnee.
Köstliches Abendessen: Der Ernteanteil aus unserer Gärtnerei mit unbeheizten Gewächshäusern ist in seiner magersten Phase und war bereits weggegessen, auf meinen Wunsch kochte Herr Kaltmamsell Belugalinsen mit Blattspinat und roter Paprika – alles zugekauft. Nachtisch Schokolade.
Früh ins Bett zum Lesen, Siri Hustvedts The Summer Without Men liest sich überraschend süffig.
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Mit Wolfgang Niedeckens Musik und vor allem Texten bin ich in prägbaren Jahren auch politisch groß geworden. Deshalb interessiert mich seine Haltung als 75-Jähriger in diesem Interview:
“Niedecken über Jahrzehnte in der Musik
‘Ich würde weiterhin verweigern“'”.
Wenn es einen BAP-Song von früher(TM) gibt, den ich besonders empfehle (trotz zitiertem N-Wort), dann wohl “Jupp” – inklusive Hintergrund, den meine Generation damals sofort erfasste, den jüngere aber wahrscheinlich erst recherchieren müssten. Eher poetisch als direkt politisch oder gar aktivistisch.
Und als Kernsatz von Niedeckens Texten identifiziere ich mich am meisten mit “Plant mich bloß nicht bei euch ein.” (Was man mir durchaus als Commitment-Problem auslegen darf.)
4 Kommentare zu „Journal Montag, 30. März 2026 – Aprilige Wetterturbulenzen“
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31. März 2026 um 7:52
Der Jupp. Unvergessen. Danke dafür! Und auch der Satz mit der Einplanung, der könnte auch irgendwann auf meinem Grabstein stehen. Wird mal wieder Zeit für ein bisschen 80er Jahre BAP. Das, was danach kam, mochte ich nicht mehr so sehr, vielleicht war ich auch einfach rausgewachsen.
31. März 2026 um 7:58
Das Problem mit den aufgescheuerten Jeans kenne ich, manche Hosen sind bei mir schon nach einem Jahr durch.
Es würde mich sehr interessieren, wie die Schneiderei das Problem löst. Wenn meine Nähmaschine und ich uns da ranwagen, taugt die Jeans nur noch fürs daheim Rumschlumpfen.
31. März 2026 um 8:12
Das ist lustig: genau mit diesem Buch kam ich aus dem “Bücherturm”. Da hat der Pfarrer der Gemeinde im Kirchturm einen Bücherflohmarkt eingerichtet. Top sortiert nach Themengebieten. 6 Bücher hingebracht, fünf (die kosten dann 1 Euro) mitgenommen. Mit dem Geld finanzieren sie Personalkosten und unterstützen die “Phantastische Bibliothek”. Die ist, glaube ich, einmalig in Deutschland.
31. März 2026 um 10:51
Ich unterstütze Biancas Wunsch, auch mich würde die Reparatur der Schneiderei sehr interessieren, wenn Sie sie zeigen mögen.
Ich flicke sowas zwar durchaus selbst aber halt, sagen wir, funktional statt schön.