Journal Montag, 11. Mai 2026 – Montagsturbulenzen, aber Familienabend
Dienstag, 12. Mai 2026 um 6:27Es war dann morgens gar nicht so kalt wie befürchtet, der Temperatursturz galt eher den Höchst- als den Tiefsttemperaturen des Tages.
Im Büro war sofort alles anders als geplant, weil jemand (nicht aus dem Team) bei Rot über eine Ampel geradelt und dadurch verunfallt war. Umfangreiche Umplanungen und -organisationen folgten. In diesem Wirbeln gab es auch noch alle möglichen Querschüsse – ich muss dringend die relevanten Stellen daran erinnern, dass ich ab Freitag sechs Arbeitstage Urlaub habe und keine Vertretung, also unter anderem für all das, was ich gestern wegwirbelte. Kurz vor zwölf atmete ich gefühlt zum ersten Mal an diesem Arbeitstag aus.
Erste Erleichterung durch Ende der Kommentarära in diesem Blog spüre ich bereits: Während all diesem Wirbeln musste ich nicht auch noch daran denken, Kommentare zu checken – hier konnte nichts vorgefallen sein.
Bei meiner Grund-Hibbeligkeit hatte ich überhaupt keine Lust auf Mittagscappuccino, sauste mittags nur kurz raus zur Apotheke.
Als Mittagessen gab es Brot und Birne, aus dem Augenwinkel sah ich es irgendwann vorm Fenster windig regenschauern (zu wenig).
Der Arbeitsnachmittag wurde geordneter, zudem hatte ich einen Grund für nicht zu späten Feierabend: Eine Abendverabredung, vor der ich noch einkaufen wollte.
Im Trockenen und immer noch nicht allzu Kalten Einkäufe beim Vollcorner. Beim Heimkommen sah ich, was der Wind zum Regen am Nachmittag auf unserem Balkon angerichtet hatte.
Ach meia. Richtig schön war die Pflanze eh nicht mehr gewesen, wahrscheinlich erkläre ich sie zur Ex-Pflanze.
Die Verabredung galt einem Kurzbesuch in München von Teilen Herrn Kaltmansells Berliner Verwandtschaft (die heißt so): Wir trafen seine Tante und seine Kusine in einem bayerischen Wirtshaus im Tal. Zu fröhlichem Austausch und Geplänkel aß ich Salat mit gebratenem Ziegenkäse und trank zwei alkoholfreie Weißbiere. Und unter anderem erhielt ich Einblicke in die Auswirkungen der gesamtwirtschaftlichen Lage auf kleine, inhabergeführte Geschäfte (keine guten). Eher früher Heimweg durch pritschelnden Regen.
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Erste Anläufe, mir ein persönliches Programm für die re:publica zusammenzustellen. Wieder ging ich erstmal höchst subjektiv und nach persönichem Geschmack die Speaker*innen durch (danach schaue ich auch noch aufs Programm und die Veranstaltungen selbst): Guckte also über alles hinweg mit “CEO”, “Founder”, “Geschäftsführer”, gab Staatssekretär*innen und Abteilungsleitungen den Vorzug vor Minister*innen, je dröger sich der Jobtitel las, desto attraktiver fand ich ihn, freute mich besonders über die Berufsbezeichnung “Jugendliche”. Scheiterte gleichzeitig an meiner Abneigung gegen Titel mit “Quo Vadis”, wenn es nicht um den gleichnamigen Roman oder seine Verfilmung geht (beim nächsten Buch dann, Ronan Steinke, ok?). Sehe mich irgendwann eine Session “Quo Vadis Quo Vadis” einreichen und hole mir dafür Forschung über Roman und Film auf eine Bühne. Spass.
Die Funde notierte ich wieder in eine Word-Tabelle mit Zeitstrahl, in der bis zu vier Sessions gleichzeitig Platz haben. Ab der fünften priorisiere ich schon vorher, sonst vor Ort.
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Nochmal ein schöner Essay von Matthias Kalle über ein Männerthema:
“Warum Männer sich nicht anziehen können”.
Das Problem ist heute nicht, dass Männer sich schlecht anziehen. Das Problem ist, dass niemand mehr sagen kann, was „gut angezogen“ eigentlich bedeutet – und dass Männer nie gelernt haben, diese Frage selbst zu beantworten.





