Journal Samstag, 25. Juli 2026 – Geburtstagsfeier in der Raketenstation Hombroich, Teil 2
Sonntag, 26. Juli 2026 um 12:09Mit Freundinnen und Freunden so viel Zeit verbringen, dass auch mal nichts passiert, dass man sich auch mal zurückzieht und erst nach einer Weile wiederkommt – das hatte ich lange nicht mehr und genoss es sehr. Gestern war ein wundervoller Tag mit herrlichem Sommerwetter und einer Flut von Eindrücken.
Zu diesem Anblick wachte ich auf. Und über den Tag hatte ich Gelegenheit zu begreifen, wie sehr unsere Unterkunft und der Ort des Geburtstagswochenendes, das Gästehaus Kloster in der Raketenstation Hombroich, Teil des gestalterischen Gesamtkonzepts Hombroich ist.
Die beiden Programmpunkte des Tages waren nur der Besuch der Museumsinsel Hombroich und das Abendessen mit Konzert – genug Zeit für Gemächlichkeit. Nach dem Aufstehen bloggte ich erstmal, trank viel Wasser gegen die deutliche Verkaterung. Frühstückbestandteile standen im Esszimmer, jemand hatte Porridge gekochte, man versorgte sich selbst, setzte sich wieder an den Biertischen im Hof zusammen.
Es war fast schon Mittag, als eine größere Gruppe hinüberspazierte, eine andere mit dem Auto fuhr zur Insel Hombroich: Sie ist ein weitläufiges Museum, eingerichtet in den 1980ern von Karl-Heinrich Müller für seine Kunstsammlung. Die Landschaftsgestaltung mit dem Fluss Erft ist Teil davon, tragender Teil des Museumskonzepts sind auch die nur scheinbar schlichten Backstein-Bauten von Erwin Heerich (die alle “Begehbare Skulptur” heißen).
Die nächsten Stunden erkundeten wir allein, zu zweit, in größeren Gruppen das Museumsgelände.
Die Cafeteria.
Im Labyrith, dem größten Ausstellungsbau der Insel.
Was mich besonders begeisterte: Selten so perfekt für Kunst ausgeleuchtete Räume erlebt.
Allerdings für mich irritierend (aber gewollt und Teil des Konzepts): Kein Exponat auf der gesamten Insel wird bezeichnet oder ist mit sonst einer Information versehen. Ich ertappte mich dabei, auf Gemälden nach wenigstens einer Signatur oder Jahreszahl zu suchen – so sehr bin ich an andere Präsentation gewöhnt.
Der Turm.
Die ziemlich sicher größte Platane, die mir je begegnet ist (Herr Kaltmamsell dient dem Größenabgleich). Ohnehin trafen wir immer wieder auf beeindruckende Bäume und Gartenabschnitte.
Ein Nutria, der uns später auch auf einem Weg begegnete. Später erfuhren wir, dass man diesen Nutria kennt und er fester Bestandteil des Hombroich-Erlebnisses ist.
Orangerie
Graubner-Pavillon von innen.
Graubner-Pavillon von außen.
Ein weiteres Ausstellungsgebäude namens Schnecke.
Rückweg zum Gästehaus wieder zu Fuß geschlendert.
Gegen drei hatte ich endlich richtigen Frühstückshunger und holte mir eine große Portion des bunten Couscous-Salats mit Gemüse, Trauben, Feta vom Vorabend. Es gab jetzt auch verschiedene Kuchen, zum Teil von nahe wohnender Familie der Jubilarin gebacken und mitgebracht, zum Teil vormittags in der Küche des Gästehauses gebacken.
Sonniger und im Schatten dennoch angenehmer Nachmittag mit Plaudern, Ausruhen, Handyladen – bis der angelieferte Grill in Betrieb genommen wurde. Ich schenkte mir wieder schöne Weine ein (allerdings achtete ich auf Beschränkung und ließ den Rotwein wegen Katerverursachungsverdacht ganz aus), aß ungeheure Mengen gegrilltes Fleisch (Steaks, Ribs, Hähnchen, Wurst), dazwischen aber auch einen Teller Gemüse.
In erster Dämmerung um neun (das Foto ist viel zu hell) gab es es ein kurzer und schönes Konzert einer Liedermacherin mit Tenorsaxophon-Begleitung – aus den Gesprächen des Tages wusste ich, dass nicht nur die Jubilarin aus der Musikindustrie kommt. Ich lernte weitere Gäste kennen, erfuhr eine spanische Einwanderergeschichte, viel auch aus der Familiengeschichte der Jubilarin: Ein Geburtstagsgeschenk ihrer Schwester war ein Kistlein mit Briefen und Fotos gewesen, dass sie im Nachlass ihrer gemeinsamen Mutter zu ihrer Geburt und ihrer Kindheit gefunden hatte.
Eine neu hinzugekommene Gästin fragte die Jubilarin, seit wann und woher wir einander kennten – und aus der Antwort erfuhr ich die Geschichte unserer Freundschaft mal aus ihrer Sicht. Das war hochinteressant und an einigen Stellen überraschend.
Nicht ganz so spät wie am Vorabend und deutlich weniger alkoholisiert zog ich mich mit Herrn Kaltmamsell zum Schlafen zurück.



























