Journal Dienstag, 18. August 2026 – Einstweiliger Regenjubel und Mammomat

Mittwoch, 19. August 2026 um 6:23

Ein bisschen mehr Schlaf am Stück, aber erholt geht anders.

Der Himmel bedeckt, die Luft kühl, sogar zu kühl für Balkonkaffee. Espresso aus der kleinen 1-Personen-Cafetera: Am Vorabend war bei der Vorbereitung der Kanne von unserer gewohnten 2-Personen-Cafetera die Scheibe des Filtereinsatzes (hat sich vor alnger Zeit selbständig gemacht) nicht zu finden gewesen. Die Situation hatte ich schonmal, war nach langem Durchsuchen der Küche davon ausgegangen, dass ich sie in morgentlicher Bewusstlosigkeit beim Reinigen mitsamt dem Kaffeesatz weggeworfen hatte – obwohl sie auch im Müll nicht war. Die Scheibe tauchte damals IN einer Küchenschublade auf, ihr Weg dorthin liegt bis heute im Dunklen. Montagabend hatte ich keine Lust auf nochmalige hysterische Hektik gehabt. Gestern vermeldete Herr Kaltmamsell später Fund im Abtropfgitter neben der Spüle (ich war ganz sicher gewesen, die Scheibe Montagmorgen abgetrocknet und aufgeräumt zu haben).

Den Linden um die Theresienwiese sieht man die Hitze und Dürre an, wie ich es noch nie erlebt habe.

Am Schreibtisch mal wieder ein Eingesperrte-Füße-Moment: Wenn sich gewohnte und gut eingelaufene Schuhe zu eng anfühlen und drücken, obwohl weder die Füße geschwollen aussehen, noch die Schuhe eng geschnürt sind. Ging bislang jedesmal innerhalb weniger Stunden vorbei, ich lockerte halt erstmal die Schnürung.

Datenbankarbeitsvormittag, die Büros um mich herum überraschend gut besetzt. Guter Mittagscappuccino im Westend, zwischen Anwohnenden mit winzigem Baby.

Die anhaltenden Zahnschmerzen brachten mich dann doch dazu, einen Termin bei meiner Zahnärztin zu holen: Meine Zunge spürt in der schmerzenden Gegend eindeutig eine bröselnde Füllung; die hätte ich gern repariert.

Mittags setzte Regen ein, weiterhin hochwillkommen. Auch wenn ich für ein paar Dienstgänge draußen einen Schirm brauchte. Und er war nicht lange und nicht genug für Aussicht auf Ausgleich der Dürre.

Doch dann musste ich mir eine gründliche Fehlkalkulation eingestehen: Rechnertausch drüben bei den IT-Kollegen um drei, Feierabend um halb fünf (pünktlich, weil Arzttermin) hielt ich für locker geplant für die Einrichtung des neuen Arbeits-Laptops. Denn der IT-Support hatte versichert: Einfach dem Einrichtungsassistenten folgen! Und zudem gibt es schließlich Nutzer-Profile, die gewohnte Einstellungen von Gerät zu Gerät mitnehmen.

HAHAHA!

Der neue Laptop wollte erstmal 15 (keine fiktive Zahl) Updates inklusive BIOS, es funktioniert nix, und meine Einstellungen, Zugänge, Oberflächen, Funktionen musste ich alle von Null wieder anlegen. Arschlecken, dann halt am Mittwoch. Was bedeutete, dass ich meine Lerchenschwimmpläne für den nächsten Tag abblies – für die ich ohnehin schlechtes Gewissen hätte verdrängen müssen, weil mein Platz aus Gründen früh eher im Büro sein sollte.

Der Arzttermin war eine Mammographie im Rahmen des deutschen Screening-Programms. Als Innenstadtbewohnerin profitiere ich von der Nähe der Praxen zu meiner Wohnung. Als ich eintraf, herrschte an der Anmeldung Hochbetrieb, aber die Angestellten hatten alles im Griff.

Die freundliche Ärztin am Siemens Mammomat (tihihi!) war gestern allerdings wohl schon sehr lang im Dienst. Als sie mir ein paar Routinefragen nach nicht mal einer Minute zum zweiten Mal stellte, hielt sie kurz inne, sah mich an: “Habe ich das schon gefragt?” Ich äußerte mein Mitgefühl – die wievielte Patientin ich heute denn sei? Die 31.
Doch ihrem sorgfältigen und aufmerksamen Vorgehen mit vielen Erklärungen war das wirklich nicht anzumerken.

Danach ein paar Lebensmitteleinkäufe. Zu Hause war noch Zeit für Pediküre und Yoga. Dann wieder ein Abendessens-Highlight.

Spinat mit Kichererbsen ist eh einer meiner Lieblinge, doch in diesem Fall waren es auch noch kastilische Kichererbsen (garbanzos) aus der eigenen Familie!

Nachtisch Speiseeis, Süßigkeiten.

Im Bett The World According to Garp endlich ausgelesen. Ich mochte den Roman immer noch, vor allem viele seiner liebevoll und vielseitig gestalteten Charaktere, hatte aber einige Passagen nicht so geschwätzig über-detailliert in Erinnerung.

die Kaltmamsell

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