Journal Donnerstag, 10. September 2026 – NineEleven vor 25 Jahren

Freitag, 11. September 2026 um 6:30

Heute ist es 25 Jahre her, dass Terroristen vier Passagierflugzeuge entführten, eines davon in das Pentagon bei Washington flogen, zwei Flugzeuge in die Hochhäuser World Trade Center in New York, die dadurch einstürzten; hier starben 2763 Menschen. In meiner Lebenserinnerung war das der schlimmste Gewaltakt, den ich auch noch in Echtzeit mitverfolgte; ich fasse nicht, dass er länger her sein soll als der Abstand meiner Geburt (1967) zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

Es dauerte viele Jahre, bis ich das Grauen auch nur ein wenig an mich heranlassen konnte, immer anhand eines bestimmten Details oder Aspekts: Mal waren es Augenzeugenberichte, mal war es eine Doku über die New Yorker Feuerwehr, mal die Recherche zum Falling Man und damit überhaupt zu den Menschen, die aus den brennenden Türmen sprangen, und wie Medien mit den Fotos davon umgingen.

Die Wochenend-Süddeutsche eröffnete mir mit einer großen Reportage (€) einen weiteren grauenvollen Aspekt: Der Schutt der zerstörten Twin Towers (geschätzte Gesamtmenge mehr als 1,8 Millionen Tonnen) wurde in nur acht Monaten abgeräumt – nach Staten Island, auf die Müllkippe Fresh Kills Landfill. Und zwar samt allem.
“Unser Kind, verstreut im Müll”.

Als an jenem Tag im Abstand von siebzehn Minuten zwei Flugzeuge in die Türme des World Trade Center in New York krachten und sie vor den Augen der Welt einstürzten, wurden – die Selbstmordattentäter nicht mitgerechnet – 2749 Menschen getötet. Laut Gerichtsakten konnten nur 292 Leichen geborgen werden. Von weiteren 1357 Opfern wurden Körperteile gefunden, Fragmente von Knochen oder persönliche Gegenstände wie Portemonnaies und Schlüssel. Etwa 1100 Opfer verschwanden, ohne eine Spur zu hinterlassen, „von den tobenden Flammen gänzlich in die Körperlosigkeit aufgelöst, oder von den gewaltigen Massen aus einstürzendem Beton und Stahl zu Staub zermahlen“, so sagte es der zuständige New Yorker Richter Alvin Hellerstein 2008.

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Dass dieser Gewaltakt Auswirkungen auf das gesamte Weltgeschehen bis heute hatte, zeichnet sich in der Rückschau immer deutlicher ab. Die Auswirkungen auf den Alltag der Passagierfliegerei schildert Flugbegleiterin Frau Klugscheißer (deren Hinweis/Berufsbeschreibung “We are here to save your ass. Not to wipe it.” ich regelmäßig zitiere).
“I Can’t Get Started”.

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Guter Nachtschlaf, hätte ruhig länger gehen können als bis zum Weckerklingeln um 5:45 Uhr.

Bei einem nächtlichen Aufwachen fand ich mich auf dem Rücken liegend wieder, die Hände im Nacken – sehr schlecht für meine Wirbelsäule, und absichtlich sehne ich mich nie nach dieser Schlafposition. Ich hoffe, dass mich lediglich ein Traum kurz dahin gebracht hat. (Erst kürzlich efuhr ich, dass ich im Schlaf auch brabble, wäre also eine Möglichkeit.)

Es war kalt geblieben, ich musste meine Kleidungsplanung mit etwas Anstrengung nach Herbst verschieben.

Na ja: Zumindest was die Hosen- und Ärmellänge betrifft (neuer Pulli von der baskischen Marke SKFK). Und drüber Regenmantel.

Unter freundlichem Himmel und in angenehmer Luft in die Arbeit marschiert.

Emsiger Vormittag mit auch physischem Räumen. Parallel gespanntes Verfolgen einer weiteren verschobenen DHL-Sendung an meine Privat-Adresse: In der Benachrichtigung zur Sendungsverfolgung war meine Anschrift ohne Straßenangabe genannt – stand sie so auf dem Päckchen (dann würde sie nicht geliefert), oder handelte es sich um einen Übertragungsfehler in der Benachtrichtigung? Selbstverständlich hatte ich gecheckt, dass ich die Angaben bei der Bestellung korrekt ausgefüllt hatte.

Gestern war der jährliche Warntag, zum Glück hatten mich Ankündigungen erreicht und vorbereitet. Mögen Sie vielleicht auch dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe Feedback geben? (Ich bat wieder um Infos zu Schutzräumen.)

Mittagsmarsch um die Blöcke, inklusive Mittagscappuccino, inklusive Markteinkauf von Bodensee-Obst (Zwetschgen, Äpfel, letzte Plattpfirsiche). Sichtung des ersten Pelz-verbrämten Wintermantels, das fand ich dann doch übertrieben.
Als Mittagessen gab es Birnen, (ältere) Zwetschgen, Hüttenkäse.

Um 14 Uhr traf die Nachricht von Herrn Kaltmamsell ein: Sendung angekommen! Ich habe zwei weitere Merino-Sportshirts, der Probekauf hatte mich komplett überzeugt.

Arbeitsreicher Nachmittag. Auf dem Heimweg, weiterhin kühl, kurzer Einkaufsabstecher.

Als Abendessen gab es eine Schüssel Salat aus eben geholtem Ernteanteil: Blattsalat, Tomaten, Gurke mit Orangensaft-Tahini-Dressing, dazu ein paar harte Eier. Nachtisch Schokolade.

Abendprogramm: Das quer-Spezial über Kriegsdienst.

Wehrpflicht, Waffenindustrie, Kriegstauglichkeit: Deutschland rüstet auf. “quer”-Reporter Philipp Potthast trifft junge Menschen, Reservisten und Kritiker. Und fragt sich: Würde ich, wenn es darauf ankommt, mein Land verteidigen, mit allen Konsequenzen?

Ich fand die 45-minütige, gänzlich unsatirische Doku ausgezeichnet gemacht: Sie versucht wirklich, alle wichtigen Aspekte abzudecken. Empfehlung.

die Kaltmamsell

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