Journal Mittwoch, 21. Oktober 2026 – Blogstöckchen Kindheitserinnerungen
Donnerstag, 22. Oktober 2026 um 6:23Gut geschlafen, bis ich kurz nach vier aufwachte und nicht mehr recht einschlief, zum einen von Angstströmen wachgehalten, zum anderen von Brüllerei aus dem Park (bei geschlossenen Fenstern). Bei Weckerklingeln fühlte ich mich nicht erholt, Launeaufhellung zumindest die Aussicht auf eine Schwimmrunde im Dantebad vor der Arbeit. Doch ich spürte meine Bereitschaft, mir selbst alles und jedes vorzuwerfen, der innere Negativ-Coach in Bestform.
Der Schwumm war dann ok: Anfangs belegten meine Bahn viele und eher langsame Schwimmer*innen, ich machte mit häufigem Überholen Tempo. Mein Gemüt war von der Zeitungslektüre auf der U-Bahn-Fahrt zum Dantebad noch trüber geworden, jeder Gedanke zurück und in die Zukunft trug Bedrohlichkeitspotenzial. Erst auf den letzten meiner drei tausend Meter, gab es reichlich Platz, ich kam ein wenig zur Ruhe und genoss die Freude an der Bewegung im warmen Wasser. Zu sehen gab es gestern beim Luftholen nichts: Der einfarbig düstere Himmel ließ die Bäumem im Schemenhaften, nur die riesigen viereckigen Stadionleuchtenflächen hoch überm Becken glänzten mit ihren vielen Einzellampen wie Brillant-Schmuck.
Rückweg zur U-Bahnstation durch fortdauernde Nebel-Trübe.
Im Büro hatte ich gefehlt, konnte das aber nacharbeiten. Wieder Mittagscappuccino aus der Cafeteria, um in der eigentlichen Mittagspause so weit raus wie möglich zu kommen – das klappte auch. Als Mittagessen Banane (zu reif), Apfel (Bodensee-Direktimport von Kollegin – köstlich!), Skyjolei.
Den ganzen Nachmittag brauchte ich Deckenlicht, von draußen kam es nur düster. Gegen vier startete wenigstens zum Lohn für die Düsternis endlich Regen.
In dem marschierte ich unter Regenschirm nach Hause. Häuslichkeiten von Pflanzengießen über Brotzeitvorbereitung bis Wäscheaufhängen, dann ging ich mit Herrn Kaltmamsell raus auf ein Abendessen bei Honghong Ramen.
Ich blieb wieder an den köstlichen Auberginen mit Tomaten, Ei, hausgemachten breiten Nudeln hängen, Herr Kaltmamsell schaffte es, mal was ganz Anderes zu bestellen: Gebratenen Reis. Wir waren beide sehr zufrieden.
Daheim gab es noch Schokolade.
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Ich erfinde hiermit mal wieder ein Stöckchen und werfe es in die Blogosphäre, Thema Kindheitserinnerungen:
1. Welches war dein erstes Stofftier und was verbindest du damit?
Mein allererstes Stofftier war ein Steiff-Fuchs namens Zorrito – allerdings hart und unkuschlig: Der von meiner Taufpatin gehäkelte und mit Strampelanzugfetzen gefüllte Fisch Fridolin, den ich später bekam, war mir sofort lieber.
2. Wie stelltest du dir als Kind dein Erwachsenenleben vor?
Ich würde in einem eigenen Haus in runder Turmform leben mit mehren Ebenen, darin eine Wendeltreppe für hoch, eine Rutsche für runter. Schlafen würde ich in einem Hochbett mit Ausblick über mein Zimmer. Wie Pippi Langstrumpf würde ich das ganze Haus für mich haben.
Und ich würde endlich schlank sein.
3. Warst du ein eher leises oder eher lautes Kind?
Definitv laut, mit deutlicher Neigung zu vorlaut. Ich war von klein auf impulsiv und begeisterungsfähig, auch andere begeisternd. Und ich hatte MEINUNGEN.
4. Gab es etwas in deiner Kindheit, das du heute sehnsüchtig vermisst?
Die unkomplizierte Zwischenmenschlichkeit:
Einfach bei einem der anderen Kinder im Wohnblock klingeln: Kommt der Berndie zum Spielen raus?
Viele Kinder zum Spielen, sich streiten und raufen, ältere Kinder um Schlichtung bitten (in meinem Wohnblock waren das Ute und Renate), sich wieder vertragen.
5. Welches Verhältnis hattest du als Kind zu Musik?
Musik bedeutete natürlich in erster Linie die Musik der Eltern: Ich kann mich nicht erinnern, dass ich irgenwas davon nicht mochte. Zu den wenigen Schallplatten gehörten Harry Belafonte und Herb Alpert, am Sonntagmorgen wurde Orchestermusik aufgelegt – vom “Concierto de Aranjuez” weiß ich vermutlich jeden einzelnen Ton. Außerdem lief Radio, und zwar Bayern 3. Highlight war am Freitagabend “Schlager der Woche”, hier wurden die meistverkaufen Singles der Vorwoche gespielt. Auch Musik: Ich lernte als Grundschülerin Blockflöte – ebenfalls wüsste ich nicht, dass mir irgendeines der gespielten Stücke missfallen hätte (Telemann könnte der erste Komponistenname sein, den ich je lernte). Kurz: Ich mochte als Kind Musik.
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Ich fände ja journalistisch angebracht, wenn in den Nachrichten über das Einstellen der Emma verbleibende feministische deutschsprachige Magazine genannt würden, zum Beispiel das Missy Magazine <3



