Thüringer Weihnachtsstollen

nach Bäcker Süpke

Am Vorabend
700 gr Sultaninen waschen und abtropfen lassen. Mit
60 ml Rum vermischen und abgedeckt einweichen.

570 gr Butter Zimmertemperatur annehmen lassen.

1150 gr Weizenmehl 405 in eine große Schüssel geben. Eine Mulde formen,
85 gr frische Hefe hineinbröseln.
300 ml kalte Milch darübergießen. Mit dem umliegenden Mehl mit den Fingern einen weichen Teig anrühren. 30 bis 40 Minuten gehen lassen.

Währenddessen
100 gr Zitronat und
100 gr Orangeat sehr fein hacken. (Die meisten Menschen, die etwas gegen Zitronat oder Orangeat haben, mögen eigentlich nur nicht die großen Brocken, die üblicherweise in Gebäck stecken.)

170 g Zucker mit
eine ordentliche Prise Salz
Mark einer Vanilleschote
geriebene Schale einer Zitrone
1 Teel. Kardamom
1/2 Teel. Macisblüte
1/2 Teel. Zimt
1 Prise Nelkenpulver vermischen.

Hefestück mit Gewürzen, Zucker, Salz und Butter mit Knethaken zu einem glattem Teig verkneten, notfalls noch bis zu
50 ml Milch angießen. 40 Minuten abgedeckt gehen lassen.

Backofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
135 gr Mandeln gehackt
Sultaninen
Orangeat und
Zitronat schonend unterkneten, nur bis alles gut verteilt ist. (Habe ich mit den Händen gemacht.) 5 Minuten ruhen lassen.

Teig halbieren, jeweils ausrollen und zum Stollen falten. Nebeneinander auf ein Backblech legen, mit Wasser bepinseln und sofort in den Ofen schieben. Temperatur auf 180 Grad runterdrehen. 55 min backen. Immer wieder beobachten, damit der Stollen nicht zu dunkel wird, notfalls mit Alufolie abdecken.

Anschließend mit
100 gr flüssiger Butter bepinseln und mit
Zucker dick bestreuen. Auf dem Blech kalt werden lassen.
Erst wenn der Stollen ganz kalt ist, mit
200-250 gr. Puderzucker (eine Teel. Speisestärke untergemischt) dick bestäuben und in mehrere Schichten Alufolie einpacken. Mindestens eine Woche lagern.

Nachtrag 23. November 2014: Hier das Ganze nochmal in Bildern.

Am Vorabend: Während die gewaschenen Rosinen abtropfen, 60 gr Rum abwiegen.

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Hoppla, das war etwas zu viel. Einen ordentlichen Schluck aus der Schüssel nehmen.

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Jetzt passt es schon fast. Noch einen wänzägen Schlock.

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Perfekt. Rosinen untermihcsne. Untermischen.

Während am nächsten Tag das Hefestück geht, Zitronat sowie Orangeat hacken (hier für die doppelte Rezeptmenge). Vanilleschote auskratzen, Zitronenschale reiben, mit Zucker, Salz, Gewürzen vermischen.

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Gewürzzucker mit Hefestück und Butter verkneten, bis ein glatter Teig entstanden ist (mindestens 5 Minuten auf mittelniedriger Stufe in meiner Küchenmaschine).

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Nach dem Gehen mit der Hand das Obst einkneten.

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Fünf Minuten ruhen lassen, Teig halbieren. Arbeitsfläche leicht bemehlen, Hälften ca. 30 x 30 cm ausrollen.

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Zu einem Stollen falten (in der Stollenform scheint es große regionale Unterschiede zu geben, so kenne ich es von meiner polnischen Oma, wie sie es in ihrer Zeit als Zwangsarbeiterin auf einem Bauernhof im Schwäbischen gelernt hat).

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Sie nehmen mir hoffentlich nicht übel, dass ich die Arbeitsfläche für das Foto nicht aufgeräumt habe.

Die Stollen auf Backpapier auf Blech legen, mit Wasser bepinseln.

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In den vorgeheizten Backofen schieben, 50 bis 60 Minuten backen, bis die Stollen etwa so aussehen.

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Mit geschmolzener Butter bepinselt, mit viel Zucker bestreuen.

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Wenn die Stollen ganz abgekühlt sind, mit ca. 250 gr Puderzucker, vermischt mit 1 Teel. Stärke, dick besieben.

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In mehrere Lagen Alufolie wickeln, an sicherem Ort verwahren.

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die Kaltmamsell

14 Kommentare zu “Thüringer Weihnachtsstollen”

  1. Buchfink meint:

    Der allerletzte Satz ist sicher am schwierigsten zu befolgen.

  2. Bäcker Süpke meint:

    Und? Wie hatt er geschmeckt??

  3. die Kaltmamsell meint:

    Bereits zum dritten Mal sehr gut, Bäcker Süpke! Sonst hätte ich das Rezept ja nicht weitergegeben.

  4. Bäcker Süpke meint:

    ;-)

  5. Regina meint:

    Genau das Rezept von meiner Oma, die aus Thüringen stammte!
    Lediglich ohne das Zuckerbestreuen nach dem Backen. Da wollte sie wohl Kalorien sparen :)
    Und er müsste mindestens 3 Wochen reifen. Daher wird er bei uns immer gut versteckt.
    Aber sonst exakt. Seit einigen Jahren bin ich diejenige in der Familie, die ihn backt…
    Ohne ihn ist Weihnachten nicht richtig Weihnachten

    Eine bisher stille Mitleserin

  6. excellensa meint:

    Ich habe dieses Jahr zum ersten Mal einen Stollen gebacken. Hat wunderbar geklappt. Meine Mutter, der ich den Stollen geschickt habe, sagt er sei ganz köstlich. Sie hat noch einen Original Süpke zum Vergleich dazubekommen ;-). Wenn Weihnachten noch was übrig ist, werde ich mal kosten.

  7. Johannes meint:

    Hallo Kaltmamsell,

    ich bin gerade dabei zwecks Optimierung unser altes Familienstollenrezept mit verschiedenen anderen Rezepten zu vergleichen und so bin ich hier auch auf deinem Blog gelandet.

    Bezüglich deiner Zutatenliste drängt sich mir dabei im Vergleich mit dem Originalrezept von Bäcker Süpke eine Frage auf.
    Du schreibst von 350 ml Milch, während bei Bäcker Süpke nur 250 ml angegeben sind.

    Hast du wirklich 350 ml verwendet oder ist das vielleicht ein Tippfehler? 100 ml Flüssigkeit mehr im Teig dürften ja nun doch einen erheblichen Unterschied in der Teigkonsistenz machen.

    Würde mich freuen von dir zu hören.
    Ende dieser Woche soll gebacken werden!

    Mit besten Grüßen
    Johannes

    PS: vielleicht liest Bäcker Süpke ja noch mit und mag auch seine Expertenmeinung zur erhöhten TA mit uns teilen!?

  8. die Kaltmamsell meint:

    Meine Angabe, Johannes, ist die optimierte Version. Mein erster Versuch war viel zu trocken, ich hatte erhöht, weil die ursprüngliche Menge viel zu wenig war. Hier hatte ich darüber gebloggt:
    http://www.vorspeisenplatte.de/speisen/2009/11/nachrichten-aus-der-adventsbackstube.htm

  9. Johannes meint:

    Vielen Dank für die schnelle Antwort und den Link zur Backergebnisauswertung. Interessant zu hören, wie der Teig mit den unterschiedlichen Flüssigkeiten händelbar ist.

  10. Regina meint:

    Die diesjährigen Stollen sind bereits gebacken, traditionell am 1. November, damit der Stollen am 1. Advent “reif” ist :)
    Meine optimierte Version ist ohne Zitronat und Orangeat (jaja, ich weiss, aber ich mag es auch nicht mal gemahlen) und Milch nach Bedarf, das ist jedes Jahr ein bisschen verschieden. Vielleicht nimmt das Mehl unterschiedlich auf je nach den verschiedenen Wachstumsbedingungen des Getreides von Jahr zu Jahr ?
    Was uns nicht geschmeckt hat, war die letztjährige Zugabe von (gehackten) Walnüssen.
    Aus den angegebenen Mengen mache ich nicht zwei, sondern vier Stollen, ist “mundgerechter” für die verschiedenen Verbrauchergruppen :)
    Frohe Weihnachtszeit allen

  11. Ella meint:

    Hallo Regina, ich hoffe Du liest das! Den Gedanken hatte ich nämlich auch, vier kleine Stollen zu backen.
    Wie lange sollte man sie denn idealerweise im Ofen lassen?

    Liebe Kaltmamsel, weißt Du es villeicht?

  12. Regina meint:

    Hallo Ella,
    in meinem Backofen brauchen die vier (auf 2 Backblechen) bei 170°C Umluft etwa 35-40 Min.

    Liebe Kaltmamsell,
    darf frau einen Thüringer Stollen nach schwäbischen Vorgaben falten ?
    Na, auf jeden Fall kann sich jede nach seiner Oma richten, dann ist es richtig :)
    Meine Oma hat ihn nicht ausgerollt und/oder gefaltet, sondern geformt, als Laib und dann die Kante mit der Handkante reingedrückt.
    Ich denke allerdings, am Ende kommt es auf den Geschmack an :)

  13. Indica meint:

    Tädä! Das Leben kann so einfach sein – schön, dass Sie das mit dem Zitronat-Hacken erwähnt haben. Wär ich von allein nie drauf gekommen; ich mag das zwar, finde aber die Stücke auch immer viel zu groß.

    So. Klebriges Hackwerk erledigt. Dann kann morgen gebacken werden. Ihr und der MizKitty ihr Stollen-Content haben mich doch glatt nach Jahren dazu animiert, mich wieder einmal entsprechend zu betätigen. Werde Ihr Bäcker-Süpke-Rezept ausprobieren.

    Erinnere mich gern an früher (TM), als selbstgebackene Stollen gern als Geschenk oder Mitbring zu Kaffeetrinken genommen wurden. Mal sehen; plane derzeit nur einen, den dafür aber für Weihnachten an anderem Orte im ausgewählten Freundinnenkreis.

  14. die Kaltmamsell meint:

    Das freut mich ganz ausgesprochen, Indica. Stollen war auch in meiner Erinnerung das centre piece jeder Adventstafel, und in jedem Kreis war man sich jeweils einig, welcher der beste war.
    Weswegen meine Mutter viele Jahre zähneknirschend den angeblich besten in ihrem Freundinnenkreis ertrug, der ihr selbst viel zu trocken war. Seit Bäcker Süpke kann ich sie von diesem Schicksal erlösen.

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