Archiv für Dezember 2003

Englisch mit Kaltmamsell

Donnerstag, 11. Dezember 2003

PMBonanza2 (34k image)

Neue Vokabeln lernt man ja am besten in der praktischen Anwendung. Deshalb heute anhand eines bezaubernden Perry-Mason-Titels (wir schalten im Kopf die Titelmelodie der gleichnamigen Fernsehserie zu):
bonanza
a lucky or successful situation where people can make a lot of money: 2003 will be a bonanza for the Chinese shipbuilding industry.

Zur Vertiefung: Zehn sinnvolle englische Sätze mit dem Wort bonanza bilden.

Diätterror – die Serie (5): Aktueller Kampfeinsatz

Mittwoch, 10. Dezember 2003

Die kranke Cosmopolitan ruft auf: “Lassen Sie die weihnachtlichen Versuchungen links liegen und bringen Sie Ihren Körper mit einem Molketag wieder in Form.” Hätte ich dort nicht einige ausgesprochen knuddlige Redakteurinnen kennen gelernt, wäre dieser Frevel Anlass genug, das Münchner Verlagshaus beim Hauptbahnhof mit kistenweise frischen Plätzchen zu stürmen.

Glücklicherweise kommt akkurat da Hilfe im Kampf gegen den Diätterror, und zwar der alternative Kalorienzähler von miss.understood. That’s the right spirit!

Diätterror – die Serie (4): Zu Risiken und Nebenwirkungen

Mittwoch, 10. Dezember 2003

Dicksein, der Fett gewordene Widerstand gegen den Diätterror, bringt einen Berg von Schuldgefühlen mit sich. Das birgt große gesundheitliche Risiken, denn: Wer dick ist, fühlt sich an allen körperlichen Beschwerden selbst schuld.
Wenn ich zum Beispiel eine Entzündung im Nabel bemerke, gehe ich damit sicher nicht zum Arzt: Das kommt ja wahrscheinlich eh nur von dem vielen Speck, in den der Nabel seit Monaten gebettet ist. Seit einiger Zeit kann ich morgens nach dem Aufstehen kaum laufen, weil mir die Achillessehnen so weh tun? Klar, müssen ja auch fast 20 Kilo mehr stemmen als noch vor zwei Jahren. Die Haut wird immer schlechter und pickliger? Kann ja wohl nur vom Übergewicht kommen.
Wäre es denn möglich, dass Übergewicht DESHALB als Gesundheitsrisiko in Statistiken auftaucht?

Eine Nebenwirkung des Diätterrors ist zumindest bei mir auch eine gewisse Perspektivenlosigkeit im Leben. Als Kind und Jugendliche hatte ich eine klare Vision vom Dasein als erwachsene Frau: endlich schlank und schön sein. Vermutlich war deshalb mein 20. Geburtstag der bislang schlimmste. Vom Standpunkt der Teenager-Kaltmamsell waren 20-Jährige immer erwachsene Frauen gewesen. Nun war ich 20 – und weder schlank noch schön; Lebensziel verfehlt. Mittlerweile war ich sogar mal zehn Jahre schlank und konnte empirisch feststellen, dass das keinerlei Heilung für mein kaputtes Körpergefühl inklusive Selbsthass bedeutet. Dennoch: Seit diesem 20. Geburtstag ist mir kein neues Ziel eingefallen, das ich mit derselben Leidenschaft herbeisehnen könnte.

Aleschia? Ich kenne kein Aleschia.

Montag, 8. Dezember 2003

kaltmamsellos (10k image)

von Comedix

Und das mir. Nein, ich hatte nicht gewusst, dass es im Asterix-Universum eine Figur namens Kaltmamsellos gibt. Auch nicht in Die Lorbeeren des Cäsar. Das musste mir erst so ein klugscheißerischer Hamburger stecken (knufft ihn liebevoll in die Seite).

“Kurzschluß! Kuhurzschluß!” mit Blümchen in der Sprechblase: Ja.
“Zuckerpüppchen von Tifus”: Ja.
“Latürnich”: Ja!!!

Aber der Kaltmamsellos war mir komplett durchs Gedächtnissieb gefallen. Davon erhole ich mich nicht so schnell.

Spracherwerb

Montag, 8. Dezember 2003

Bei manchen Wörtern weiß ich noch ganz genau, wie und wo ich sie gelernt habe.
Als ich mich mit meinem Mitbewohner (mit dem mich übrigens neben Wohnung und Bibliothek unter vielem anderen auch ein Trauschein verbindet) kürzlich über die Weihnachtsbastelei unserer Kindheit unterhielt, fielen uns diese Scherenschnitt-Häuser ein. Schwarzes Karton-Papier, aus dem man Häuser mit Fenstern schnitt. Die Fenster wurden dann mit buntem durchsichtigen Papier hinterlegt. Das ganze klebte Mama als Häuserzeile ins adventliche Kinderzimmer-Fenster.
Wie diese Papiersorten heißen, fällt mir gerade auf, habe ich mir ganz offensichtlich NICHT gemerkt. Aber ich wusste sofort wieder, dass ich anlässlich dieser Bastelei das Wort „Giebel“ gelernt habe.

Radio

Sonntag, 7. Dezember 2003

Gestern während einer langen Bahnfahrt hatte ich Bayern 3 auf den Kopfhörern. Hatte ich schon ewig nicht mehr gehört, weil ich es weder in meiner Augsburger noch in meiner Münchener Wohnung ordentlich reinkriege. Die Musik ist immer noch komplett nix, wie ich es vom letzten Zuhören in Erinnerung hatte. Aber die professionelle Moderation genieße ich wie bei allen öffentlich-rechtlichen Sendern sehr. Zumal ich am Tag davor beim Kochen den Münchener Sender Radio Charivari eingeschaltet hatte, und dort der Nachrichtensprecher die aktuellen Unglücke mit einem Verve verkündete, das ich sonst nur bei den Sonderangebots-Ansagen im Edeka kenne: “Die Zahl der Todesopfer stieg nach Angaben des Geheimdienstes auf VIERZIG!”

Beim Bayern-3-Hören musste ich dann auch sehr schmunzeln: Deren Adventskalender scheint darin zu bestehen, dass jeden Tag ein anderer Moderator ein Weihnachtslied singt, so richtig mit Musik und ordentlich abgemischt. Finde ich angenehm rührend.

Radiowerbung hingegen ist auf allen Frequenzen gleich erbärmlich. Ich bin versucht, alle Hersteller, Marken und Geschäfte zu boykottieren, die mir ihre Werbung im Radio antun.

Unterm Strich trauere ich immer noch gutem journalistischen Radio hinterher, wie ich es noch Ende der 80er kannte. Bayern 3, Morgentelegramm fällt mir da zum Beispiel ein. Wie da regelmäßig Politiker und Behördenchefs aus dem Bett geholt wurden, um ihnen nach allen Regeln der Kunst auf den Zahn zu fühlen… Ich fürchte, irgendwann steht auf der Vorspeisenplatte ein breit angelegter und detaillierter Jammerer über das deutsche Radio heutzutage an. Unter Berücksichtigung meiner persönlichen Beiteiligung daran.

Im Geiste Robert Gernhardts

Samstag, 6. Dezember 2003

Ich schreib sowas nicht leichtfertig: Aber hier und hier sieht es aus, als hätte Robert Gernhardt einen Ziehsohn. Grenzt an gruslig, ich freue mich aber trotzdem sehr.