Auch Erbe

Dienstag, 22. Januar 2008 um 8:46

einkaufszettel.JPG

Der Mensch lässt sich ja in den seltsamsten Dingen vom Elternhaus prägen. Bei Lila hatten wir’s vor längerer Zeit mal vom Putzverhalten, das sich meist – am messbarsten in der Präferenz von Schwamm oder Lappen oder Bürste beim Geschirrspülen – an dem der Aufwachsumgebung orientiert.

Auf dem Foto oben sieht man einen weiteren Beleg solcher Prägung. Mir wurde bewusst, dass nicht jeder Mensch in meinem Kulturkreis solche Einkaufszettel hat. Abgesehen davon, dass es ja Leute geben soll, die nie Einkaufszettel schreiben (wirklich?), ist man möglicherweise in der Auswahl des Mediums sehr von Daheim geprägt. Das da oben ist nämlich Teil des Innenkartons einer Strumphosenpackung; besonders als Einkaufszettel geeignet, weil fester als einfaches Papier. Wie schon meine Mutter vor mir zerschneide ich alle solche Innenkartons, so sie nicht bedruckt sind, in sechs Streifen. Diese staple ich an einem festen Platz in der Küche (links neben den Geschirrtüchern); wenn mir ein einzukaufender Artikel einfällt, oder wenn mir Senf, Zucker, Mehl, Zwiebeln ausgehen, ziehe ich einen der Zettel aus dem Stapel, lege ihn auf das Monster und schreibe es mit dem dort bereit liegenden Kuli auf.

Mögen Sie mir verraten, wie Ihre Einkaufszettel aussehen und ob Sie damit eine Familientradition fortsetzen?

die Kaltmamsell

58 mal Beifall zu “Auch Erbe”

  1. Landfrau meint:

    Ha gleiches Muster,gleiche Prägung,scheine aus Ihrer Familie zu stammen(kleiner Scherz), nur bei mir sind es zerschnittene „Wegwerfseiten“ aus dem Drucker,oh ja, und die kleinen Pappen von den Söckchenverpackungen.

  2. fressack meint:

    Bemerkenswert ist nicht die Verwendung von Einkaufszetteln, sondern deren Herkunft: Bei manchen Damen ist offenbar alles irgendwie mit der Kleiderbeschaffung verknüpft, und seien es nur die Pappen aus Strumpfhosen(!)- oder Söckchenenpackungen.
    Es gibt Männer-Notizblocks. Hrrrr, hrrrr.

  3. Helga meint:

    die Idee mit den Strumpfpackungen ist gut. Ich nehm die Fehldruckseiten als Notizzettel (meine Mutter hat dafür natürlich einen eigenen Block), aber natürlich wird alles sofort aufgeschrieben, was fehlt.

  4. groebeswelt meint:

    …aber dann hat das einkaufen ja gar keinen dauerhaften sinn, wenn z.b.die „zwiebeln ausgehen“…oder kommen sie wieder? und wo gehen sie hin? in die zwiebeldisko? oder gehen sie etagèren anschauen bei kustermann? oder zur vollversammlung der suppenzwiebeln GmbH?
    aber ansonsten ist die papkartonkartonpappenidee nicht schlecht – nur der mann hats (wie immer) schwer, da er kaum etwas so vergängliches wie strumpfhosen hat, wo man ständig nachschub braucht

  5. Rainer meint:

    Ganz klar: gebrauchte Briefumschläge! Ganz schlecht ist dabei aber die Unsitte mancher Firmen/Banken in letzter Zeit diese außen mit Werbung zu bedrucken. Hey, wie soll ich denn da noch was draufschreiben? die Briefumschläge haben gegenüber der zweiten Wahl hier im Haus, den Fehldruckseiten aus dem Drucker, den Voteil daß sie schon in der Küche rumliegen da die Post hier traditionell in der Küche als zentralem Ort in der Wohnung geöffnet wird. Und ja, die werden auch mal als Ressource für spätere Einkaufszettel gesammelt (Ne, nicht neben den Geschirrtüchern, in der Geschirrschublade).

  6. Milla meint:

    Teilweise schließe ich mich meinem Vorschreiber an: gebrauchte Briefumschläge. Ich oute mich aber auch als schlimmer Hotelblöckchen und Kulimitnehmer. Die Blöckchen landen in
    der mittleren Schublade unseres Geschirrwagens in der Küche und danach verfahre ich wie Sie, werte Frau Kaltmamsell: Falls etwas zur Neige geht oder verbraucht wird, kommts auf den Zettel. Ohne Zettel einkaufen geht überhaupt nicht, mit Zettel einkaufen schont die Nerven und das Portemonnaie und ich habe mehr Zeit, meinem eigentlichen Lebensinhalt nachzugehen, nämlich lesend auf der Couch zu liegen.
    Beste Grüße
    Milla

  7. loreley meint:

    Meine Mutter hat immer noch eine dieser kleinen Papierrollenhalter an einer Wand in der Küche. (eigentlich gar nicht so schlecht, wenn ich es bedenke, man kann schnell mal im Stehen was notieren).

    Bei mir steht auf dem Buffet ein Zettelblock. Ich hatte auch schon eine Schiefertafel in der Küche hängen, aber die kann man schlecht zum Einkaufen mitnehmen. Längere Einkauflisten mitsamt den verschiedenen Stationen (Drogeriemarkt, Blumenladen, Basic, etc.) schreibe ich am Computer und drucke sie aus. Nicht ganz umweltfreundlich, aber wer schon einmal in einem Laden stand und die eigene Schrift nicht entziffern konnte, wird es mir nachsehen.

  8. Stefan meint:

    Ich finde es gefährlich, irgendwelche »Fehldrucke« aus dem heimischen Laserdrucker als Einkaufszettel oder Notizzettel zu verwenden. Wie leicht kann das Papier in falsche Hände geraten und wen geht es denn etwas an, was ich »fehlgedruckt« habe?

    Bei uns gibt es zwar einen Zettelblock, aber der wird kaum je angerührt. Wir schreiben unsere Einkaufszettel auf alles Papier, das uns in der Wohnküche in die Hand kommt ;-)

  9. saxanasnotizen meint:

    Hebe auch Papier aus dem Drucker auf und nehme es dann als Einkaufszettel. Meine Mutter hatte keine Einkaufszettel. Dies ist eine Erfindung von mir. Aber wie ich hier lese haben diese Erfindung auch andere gemacht.

  10. kid37 meint:

    Keine.

    (Für Notizen und Skizzen dann ebenfalls die Rückseiten von Ausdrucken oder Werbeschreiben.)

  11. mark793 meint:

    Gebrauchte Briefumschläge, bereits einseitig bedrucktes Papier (hier gemeinhin als „Schmierpapier“ bezeichnet), machmal haben wir auch einen hinten geleimten Quader mit Notizzetteln. Aber die sind immer recht schnell alle (weiß der Geier warum). Familiäre Prägung: womöglich ja, die Institution des Einkaufszettels war auch im Elternhause bekannt, aber was da konkret zum Einsatz kam/kommt werde ich erst beim nächsten Besuch dort erfragen können.

  12. creezy meint:

    Sehr langweilig: Postits oder die Zettel aus dem Notizblockhalter. Die sind aber schwarz und daher werden meine Einkaufszettel schon mal mit güldenen oder silbernen unökologischen Gelstiften gemalt.

  13. dasmiest meint:

    Nur Post-its, weil: die kleben erst am Kühlschrank, um alles drauf zu schreiben was fehlt und beim Einkaufen kleben sie am Wagen, um nachzuschauen, was fehlt.

    Nein, keine Familientradition ist das.

  14. wasweissich meint:

    bei mir sind es auch die rückseiten aussortierter ausgedruckter seiten…

  15. die Kaltmamsell meint:

    Hochinteressant, meine Damen und Herren: Briefumschläge hatte ich nicht mit solch einem Vorsprung erwartet. Zum klassischen Notizblock: Nehmen Sie da den ganzen Block mit oder nur die Zettel? Und wie machen Sie das überhaupt bei normalem Papier, dass das nicht in der Jacken-, Mantel-, Hosentasche zur Unlesbarkeit verknüllt?

  16. Hande meint:

    Meine Eltern benutzen Schmierzettel (einseitig bedrucktes aus Eigen- sowie Fremdproduktion, auf einheitsmaß gestutzt). Früher habe ich immer post-its benutzt, erst klebten sie auf der Kommode, dann im Portemonnaie, dann am Wägelchen. Hier in Rom hab ich angefangen Zettel aus dem Notizblock zu beschriften und die Zettel abzureissen. Die kommen dann einmal gefaltet in die Hosentasche (vorne links) und sind meist abgehakt vor es unleserlich wird. Nur heute hab ich von den 10 Artikeln bloß 2 streichen können, muss mich noch an den Einkaufs(un)möglichkeiten hier eingewöhnen: Wo findet man bitte stinknormale plastik Besteckkasten, die in der Schublade verschwinden werden, also nichts feines aus Holz/Bast/Metall usw….

  17. Lila meint:

    Meine Mutter schreibt keine Einkaufszettel. Ich habe einen Block in der Küche hängen, auf dem jeder notiert, was fehlt. Schmierpapier benutze ich für meine to-do-Listen.

  18. Serenity meint:

    Einkaufszettel gibt es bei mir nur in den allerseltensten Fällen.
    Genauso wie Strumpfhosen.
    Lg, Serenity

  19. huetsche meint:

    Ich habe hier immer einen Stapel selbstabgeleimte Notizblöcke aus Makulaturpapier rumliegen (variable Größen), davon wird nur der Zettel mitgenommen, fein säuberlich gefaltet im Geldbeutel. Dazu einen Ikea-Bleistift (hiermit oute ich mich mal als ganz schlimmer Ikea-Bleistift-Mitnehmer, die überall von mir verteilt werden, wo ich sie gerade brauchen könnte), zum abhaken. Manchmal schmiere ich allerdings auch auf Briefumschläge.

  20. Sabine meint:

    Bei mir hängt ein kleiner Abreißblock (DIN A6?) an der Pinnwand in der Küche, auf dem dann immer gleich notiert wird/werden sollte, was fehlt. Der Zettel wird dann abgerissen und in die Hosentasche gestopft oder ins Portemonnaie. Damit nicht alles verschmiert, wird mit Kuli geschrieben. Abgehakt im Laden wird nix, da gehe ich lieber den Einkaufszettel von oben nach unten durch, was noch fehlt.

    So einen Block hatte meine Mutter auch schon, allerdings nicht an der Pinnwand, sondern neben ihren Kochbüchern.

  21. Susanne meint:

    Ich sehe schon, mein Einnkaufslisten-System ist ein wenig kompliziert. Ich habe so einen fetten Abreißblock in der Küche für Dinge, die nicht auf die normalen Einkaufszettel passen (Apotheke, Baumarkt und so), eine Liste für den Supermarkt mit Überschriften wie „Mopro“, „Tiefkühl“ etc., sortiert nach der Reihenfolge im Laden und außerdem eine vergleichbare Liste für den Bioladen. Die ausgedruckten Listen (am Computer erstellt) sind auf DIN A5-Papier gedruckt.

    Die Zettel werden einzeln mit zum Einkaufen genommen, entweder gefaltet in die Außentasche der Handtasche oder in die hintere rechte Hosentasche. Zettel und Stifte liegen auf der Küchenanrichte.

    Meine Mutter hat einen Abreißblock und einen Kugelschreiber in einem Küchenschrank. Aus dem erstellt mein Vater dann den eigentlichen Einkaufszettel, so daß er im Geschäft keinen unnötigen Schritt machen muss.

    (Puh, jetzt ist hier wahrscheinlich schon jeder beim Lesen eingeschlafen…)

  22. Indica meint:

    Ich benutze ausschließlich Frischpapier, hinten Beschriftetes irritiert mich und beleidigt mein ästhetisches Empfinden. Nein, geht gar nicht. Dafür entweder lose Quadratzettel, gekauft im Stapel und in so eine Acrylschale gelegt. Oder seit letztens größere Zettel, diese mit ehemaligen Landkarten-Fehldrucken hintendrauf, als Block geleimt. (Also so ein neumodischer Prenzlwichser-Schnickschnack). Recycling, aber auf die gediegene Art.

    Beschriftet wird entweder der kleine Quadratzettel oder das größere Recyclingmodell je nach Einkaufsmenge und Tagesverfassung. Zettel in Jacken- oder Hosentasche und dann wird eingekauft.

    Meine Mutter hatte so eine Rolle zum An-die-Wand-Hängen mit Bleistift dazu. Jetzt, wo sie allein lebt, benutzt sie aber auch einen kleinen Notizklotz zum Abreißen.

  23. Indica meint:

    Ich bin übrigens der festen Überzeugung, dass die Art, die Wäsche zusammenzulegen auch in die Abteilung „Erbe“ fällt. Unterhosen zusammenfalten und so was. Was meinen Sie, Frau Kaltmamsell?

  24. die Kaltmamsell meint:

    Ah, es wird immer besser. Hande, Susanne: Frauen, ganz nach meinem Geschmack – mit einem System!
    Indica – woher wussten Sie? Meine Unterwäsche immer wie meine Mutter, und bei vielem anderen ein schlechtes Gewissen, weil nicht wie sie.

  25. Tanja meint:

    Wir haben ein Whiteboard in der Küche. Der Mann im Haus hat sich durchgesetzt. Und inzwischen bin ich vom Hängeblock mit angebundenem Schreibwerkzeug – mit welchem mich Kinder meiner Umgebung regelmässig zubastelten – weg und zufrieden. (Meine Mutter hat die Strumpfkartons für Lebkuchen-Schablonen gesammelt und auch verwendet.)

  26. Tami-U meint:

    Wichtig ist doch auch die Verfahrensweise mit der Liste während des Einkaufs! Ich (Briefumschlags-Fraktion!) stoppe gern zwischendurch mal an für diesen Zweck geeigneten Regalen – die also entweder Leerflächen aufweisen oder mit als Schreibunterlage geeigneten Produkten (Cornflakes-Familienpackungen etc.) bestückt sind – und streiche mit dem Kuli ab, was ich schon eingeladen habe. Anschließend hab‘ ich dann völlig kugelschreiberbemalte Hände und einen komplett verkritzelten Einkaufszettel…

  27. typ.o meint:

    Als Kind eines Druckers bin ich im Papier-Schlaraffenland aufgewachsen, ich malte nur auf allerbestem Papier (in allerdings oft ungewöhnlichen Formaten, was halt aus dem Planschneider kam)

    Also hängt an meinem Tiefgefrierer stets ein nagelneuer, blütenweißer A4-Bogen, den ich mit Finelinern akkurat beschrifte.

  28. fressack meint:

    Obwohl hier keiner auf meine ursprünglichen Bedenken (Kleiderbeschaffungsverknüpfung) eingegangen ist, sehe ich doch einen Hoffnungsschimmer:

    Serenity, die Gute, benutzt keine Zettel.

    Und KEINE Strumpfhosen.
    Es gibt noch Hoffnung.

  29. Sigourney meint:

    Erst dachte ich, Strumpfhosen-Pappen, wie seltsam. Aber genaugenommen… ich nehme prinzipiell diese Trennpappen für Aktenordner (keine Ahnung, ob es dafür einen Fachbegriff gibt), die ich liebevoll in passende Stücke schneide. Weil es eben fester ist und den Einkauf (auf dem Markt, im Regen) besser übersteht bis alles gekauft ist.
    Also auch seltsam.

  30. kelef meint:

    ich oute mich: ich habe nie einen einkaufszettel, aus prinzip. dabei handelt es sich allerdings auch um eine erbkrankheit: meine mutter schrieb immer auf irgendwelchen papierzetteln die hälfte der benötigten dinge auf, der rest, nun ja. da hab‘ ich beschlossen, zu trainingszwecken wird das benötigte gemerkt, funktioniert fast immer tadellos, obwohl ich sehr selten einkaufen gehe.

  31. Chrizzo meint:

    Der große Mann des Haushalts will mich immer mal wieder davon überzeugen, dass es doch viel besser sei, einen Einkaufszettel zu benutzen. Nur richtig schlecht wird es dann, wenn man diesen vergisst. So wie ich, wenn er mich mal wieder ein wenig überzeugt hatte und ich es noch einmal versuche. Dann merke ich mir nämlich nicht, was fehlt… Oder aber unsere F., die Hasuhälterin, hat mal vergessen, eine Sache zu notieren und ich habe vorher nicht noch einmal einen prüfenden Blick in alle Schränke geworfen…
    Dafür bin ich aber auch keine „ständig-wenig-Dinge-Einkauferin“, sondern eine „Großeinkäuferin“ – da vergisst man nicht so leicht Dinge und wenn man mal etwas zu früh einkauft, ist´s in Zeiten von Gefrierfächern auch nicht so schlimm.

    Meine Mutter hat die Angewohnheit Listen auf Briefumschlägen zu erstellen.

    In den Supermärkten hier in Sao Paulo sehe ich immer sehr viele BrasilianerInnen mit ihrem Terminkalender samt gezücktem Stift einkaufen gehen und dort drin nicht nur abzustreichen, sondern zuvor auch noch den Preis einzutragen. Mag noch von einstmaligen schlimmen Inflationszeiten stammen, die Sitte. Wahrscheinlich sind es auch eigens zum Einkaufen verwendete Terminkalender.

  32. markus meint:

    Was verfügbar ist, gerne Blätter vom geleimten Notizblock, sonst in der Regel die Rückseite von Briefumschlägen. Letztere streiche ich gerne etappenweise durch, bei losen Blätter knicke ich nach hinten um, was schon im Einkaufswagen liegt. Meine Mutter kauft meistens ohne Zettel ein.

  33. mc in da house meint:

    Früher führte mein Schulweg mich am A*di unseres “Vertrauens“ vorbei. Besorgungen, die ich für meine Mutter dort tätigen sollte, schrieb ich mir immer mit Kuli auf den Handrücken (die Stelle zw. Daumen und Zeigefinger ist wie gemacht dafür), da ich gerne den Notizzettel in der Hosen-/Jackentasche bzw. Tornister vergaß und einfach am Supermarkt vorbei marschierte. Aus den Augen, aus dem Sinn. Längere Listen fanden Ihren Platz auf dem Handgelenk. Heute noch notiere ich mir wichtige Dinge auf der Hand.

  34. Sanníe meint:

    Ich gehöre zu den Fehldruckverwendern, A5, und habe auch immer einen Kuli im Portemonnaie, um mir was zu notieren. Aber durchstreichen auf Einkaufszetteln?
    Ich reiße die betreffende Zeile ein. Wenn die Liste in Fetzen hängt, habe ich idealerweise alles besorgt.

  35. Stephan meint:

    Leider habe ich seit dem Abschied aus Akademien keine Quelle mehr für die perfekten Notizzettel: ungestanzte Lochkarten aus der Computer-Steinzeit. Seitdem ist’s mir eigentlich wurscht, worauf ich meine Einkaufsliste schreibe.

  36. Anke meint:

    In meiner Küche liegt ein quietschbunter Quadratblock, auf den mit meinem Lieblingsbleistift (von einem Freund aus Thailand mitgebracht) aufgeschrieben wird, was fehlt. Wenn der Zettel voll ist (dauert nicht lange), geh ich einkaufen. Der Zettel kommt dafür immer in die linke Hosentasche, denn rechts sind die Autoschlüssel. Neuerdings allerdings das iPhone, weswegen die Schlüssel jetzt in die Jacke müssen, wo ich alle 30 Sekunden nachfühle, ob sie noch da sind. Aber ich schweife ab.

    Abstreichen oder Papier einreißen muss ich nicht, weil meine Listen nie lang sind. Und von meiner Mutter habe ich das nicht geerbt (stattdessen ihre Präferenz für rotkarierte Geschirrtücher aus Leinen), die konnte sich alles merken. Aber dafür hat sie immer das Stanniolpapier von Schokoladentafeln aufgehoben, um unsere Schulbrote darin einzuwickeln.

  37. leopanta meint:

    Hm. Habe gerade in meiner Papieraufbewahrungsschublade nachgesehen und festgestellt, dass dort noch ein paar Strumpfhosenkartons auf ihren Einsatz warten. Werden natürlich aufgehoben. Papier, so mein Erbe, schmeißt man nicht weg! Kommen allerdings nur dann zum Einsatz, wenn es gilt, wichtige zweispaltige „Todo“-Listen anzufertigen.

  38. Der Mitbewohner meint:

    Ui, Lochkarten! Mit denen als Einkaufszettel bin ich aufgewachsen, väterliches Erbe allerdings.

  39. Andrea meint:

    Einkaufzettel müssen sein. Ich trage keine Strumpfhosen, deshalb sind das meistens Schmierzettel (Fehldrucke) oder noch öfter Diddlblockseiten! Jeder schreibt drauf, was fehlt – oder Wünsche (gefährlich). Wenn ich mit einkaufen fahre, sind es normale Notizen. Fährt der Mann allein, steht das Ganze genauer drauf, so wie: Katzenfutter von A.l.d.i blaue Verpackung oder farbliche Beschreibungen von Hygieneartikeln! An Hand von Farbangaben findet sich dann alles besser. Am Ende der Einkaufsstrecke kommen die Zettel in die hintere Hosentasche und werden dann zu 33,33 % mit gewaschen. So kommen dann die Fehldrucke auch nicht in fremde Hände ;).

  40. L9 meint:

    Handfläche-Innenseite. Die lass ich wenigstens nicht zuhause liegen.

  41. KochSchlampe meint:

    Wenn ich mir, ungefähr 3x im Jahr, einen Einkaufszettel schreibe, dann auf einem alten Briefumschlag. Ein Erbe meiner Eltern, da wurden Einkaufszettel mit Vorliebe auf den Bankumschlägen notiert, weil es dort keine störende Fremdschrift drauf gab.

    Ich kaufe lieber ohne Zettel ein. Es kommt sehr selten vor, dass ich etwas vergesse. Meistens aber dann, wenn ich einen Zettel dabei habe, weil ich den vergesse zu konsultieren und gleichzeitig weniger denke, weil ja alles auf dem Zettel steht.

    Meine Großmutter hat meine Schwester und mich zum Einkaufen gern mit Einkaufszetteln geschickt, die so gestaltet waren, dass die Sachen in der Reihenfolge drauf standen, wie wir sie im Supermarkt finden würden. Geschrieben waren die auf alten Kalenderblättern, auf Einheitsgröße zurecht geschnitten.

  42. die Kaltmamsell meint:

    Das wird ja immer besser hier! Sehe bereits eine neue Abteilung im Völkerkunde-Museum: Geschichte des Einkaufszettels. Handflächen und
    -rücken müssen halt bis zum Ableben der entsprechenden Nutzerin warten, um als Präparat ausgestellt zu werden.

  43. zonebattler meint:

    Nachdem sich das hier ja tatsächlich zu einem kulturgeschichtlichen Abriß der Einkaufszettel-Historie auswächst, möchte ich mit (m)einer HighTech-Lösung nachlegen und das Arsenal damit abrunden. Das heißt, so hightechig ist die Methode inzwischen gar nicht mehr, denn meinen betagten Palm-Organizer kriegt man heutztage (gebraucht) für allerhöchstens 20 EUR nachgeschmissen. Na jedenfalls gibt es dafür ein kleines Freeware-Programm namens HandyShopper. Auf meiner kleinen Software-Empfehlungsseite gibt’s einen Screenshot dazu, und ich darf mich mal schnell selbst zitieren und von mir abschreiben:

    HandyShopper ist eine Art elektronischer Einkaufszettel: Sind die Waren des eigenen Bedarfs erst einmal erfaßt und eingegeben, kann eine aktuelle Bedarfsliste in Sekundenschnelle zusammengeklickt werden. Die einzukaufenden Artikel können dann in der Reihenfolge des Rundgangs durch den Supermarkt sortiert angezeigt und einzeln abgehakt werden. An der Kasse weiß man den Gesamtpreis schon vor der Kassiererin und merkt eventuelle Fehler sofort. Das praktische Tool eignet sich auch hervorragend für Checklisten aller Art…

    Der Witz dabei ist, daß man sein persönliches Grundsortiment an immer wieder benötigten Grundnahrungsmitteln etc. nur einmal erfassen muß, um dann vor dem nächsten Einkauf nur noch schnell die benötigten Stückzahlen jedes Artikels einzustifteln. Hat man die Preise dazu auch hinterlegt, summiert das Programm nebenher mit und auf. Alles wirklich sehr intuitiv, schnell und praktisch.

    Der einzige Haken dabei: Während mir der HandyShopper bei diversen Checklisten beste Dienste leistet (z.B. beim Packen für „Reisen“, unterfiltert in „Dienstreisen“, „Campingreisen“, „Auslandsreisen“ usw.), nehme ich für den Gang zum Supermarkt nebenan letztlich doch wieder nur einen Zettel zur Hand. Und das, obwohl ich den PDA so gut wie immer am Mann habe. Warum? Ich weiß es selbst nicht. Vermutlich verschafft das beherzte Durchstreichen erledigter Positionen mit einem Kuli doch mehr Befriedigung als das sanfte Tippen auf ein Abhak-Kästchen…

  44. walküre meint:

    In den langen Jahren des Landlebens habe ich mir angewöhnt, zur Neige gehende oder fehlende Dinge sofort zu notieren, da die Wege länger sind und das Einkaufen sehr viel umständlicher war als es hier in der Stadt ist; dennoch verzichte ich auch hier nicht auf meine Notizen, weil ich es mag, den Kopf für wichtigere Dinge frei zu haben. Da Netbanking offensichtlich noch nicht das Maß aller Dinge ist, werden mir meine Blanko-Einkaufszettel per Post ins Haus geliefert: Ich verwende die leeren Rückseiten der vielen Erlagscheine, allerdings nur solche ohne persönliche Daten. Ansonsten habe ich für den Fall, dass die Erlagscheine zur Neige gehen, immer kleinformatige Notizblöcke in Reserve.

  45. Annabell meint:

    Also ich nehme meistens so quadratische Zettel, die man irgendwo als Werbegeschenk bekommt. Der Trick ist nun, die einzukaufenden Dinge ganz nah an die Ränder zu schreiben. Im Laden reiße ich dann immer ein, was ich schon habe. Am Ende ist der Zettel zerfleddert und der Wagen voll.

  46. Manuel meint:

    Ich reihe mich dann mal ein – von der Mutter beigebracht bekommen, wird die Tradition des Einkaufszettel-Schreibens fortgesetzt!

    Allerdings mit wechselnden Papier-Arten. Meist der Abfall von zurechtgeschnittenen Aktentrennblättern (ideale Größe und dank dickem Papier auch stabil), hin und wieder aber auch Briefumschläge oder sogar normale Zettel vom Notizblock.

    Übrigens – manueller Trackback siehe oben – habe das Thema auch aufgegriffen.

    Gruß, Manuel

  47. Annabell meint:

    Liegengebliebene Einkaufszettel fremder Leute sammeln wäre ja auch ein schönes Hobby.

  48. Mlle Différentielle meint:

    In der Tradition des Elternhaus wäre es die Rückseite von alten Kassabons. Wende ich jedoch nur selten an, meist sind es Post-its oder alte Seiten aus der Agenda.
    Wie meine Mutter schreibe ich jedoch die zu erwerbenden Waren in der Reihenfolge auf, wie ich sie im Supermarkt dann vorfinde.

  49. Rubyeva meint:

    Wie meine Mutter, habe auch ich einen schmale Papierrolle mit Stiftablage an der Kuechenwand haengen – aber statt ihrem gruenen Kunstleder in modischem Edelstahl. Mittlerweile haben alle Familienmitglieder das System verstanden, nur die jeweils jaehrlich wechselnden Au Pairs muessen immer wieder neu geschult werden. Und dann uebertrage ich es auf die elektronisch Einkaufsliste von tesco.com oder opodo.com!

  50. Hande meint:

    Hier kann man sehen, was die ganze Welt als Einkaufszettel benutzt:
    http://www.grocerylists.org/

  51. Lu meint:

    mein monster heißt ‚hermann‘, und ich schreibe alles nur unter zwang auf eine kleine kreidetafel in der küche, und werfe vor dem einkauf einen knappen blick darauf.
    das treibt den mann zur weißglut, weil wenn er ohne zettel einkaufen geht, steht er planlos im laden neben dem gemüse und ruft mich dann an.
    meine standard-antwort: kauf alles so ein, als hättest du ein karnickel zu hause mit faible für rotwein.
    das klappt. oft.

  52. Sebastian meint:

    ich reiß immer die Rezepte aus den Büchern raus… Nein, auch meistens Briefumschläge, mit denen es dann kurz vorm Einkaufen durch die Vorräte geht und dann wird nach Supermarktordnung notiert: Längsstrich teilt den Umschlag in zwei Spalten, dann noch mal Querstrich fürs untere Viertel. Linke Spalte für Obst und Gemüse, rechte Spalte für Trockenes, unteres Viertel links für Fleisch & Fisch, Viertel rechts für Milch usw.

    Und ja, ich sammle auch liegengebliebene Einkaufszettel. Gibt es eigentlich Leute, die mit Zutatenlisten von Rezepten einkaufen? In Kochportalen denkt man, dass Leute das gerne tun würden, am liebsten aufs handy gebeamt. Ich glaub’s ja nicht.

  53. die Kaltmamsell meint:

    Das, Sebastian, ist ein ganz neuer und möglicherweise wichtiger Aspekt: Kochen nach Rezept oder nicht. Ich koche sehr gerne nach Rezept, schreibe mir fehlende Zutaten auf meinen Einkaufszettel und filtere bei dieser Gelegenheit gleich („ein Esslöffel frischer gehackter Estragon“ – nee, dafür kaufe ich nicht für 1,99 eine Tüte oder einen Stock frischen Estragon). Die würde ich ohne einen solchen sicher vergessen.
    Ausdruckbare Zutatenliste passt nicht zu meinem System Filtern / Kartonstreifen.

  54. the-sun meint:

    wir haben eine lackierte Glasplatte in der Küche hängen auf der in zwei Spalten Fehlendes notiert wird (eine Spalte ist dabei ‚beim nächsten D-Besuch importieren‘).
    Geh ich dann einkaufen wird schnell abgeschrieben (das sind dann so Sachen, die ich nicht täglich brauche und daher sonst vergessen würde wie z.B. Paniermehl oder so).
    Ansonsten sind es meist so allgemeine Anweisungen (Obst, Gemüse, Auflage), dass ich eigentlich auch ohne Zettel einkaufen könnte.
    Hm. Seltsame Angewohnheit, jetzt wo ich drüber nachdenke :-)

  55. Nicky meint:

    Ich bin zwar eigentlich ein ganz großer PostIts-Fan (kann man gut an die Wohnungtür kleben und beim aus dem Haus gehen dann endlich mal nicht zuhause liegen lassen), am liebsten in Neon-Farben (erinnert so schön an 80er Jahre Schweißbänder), bis, ja bis ein eben solcher PostIt-Einkaufszettel in der Brusttasche meines Lieblingshemds durchs Mitwaschen einen unsäglichen neon-gelben Fleck hinterlassen hat. Reinigung und Fleckenmittel waren vergebens, jetzt, nach gefühlten 123 Mit-Wäschen hellt er langsam auf, vielleicht kann ich dieses Hemd (das dann zum saubersten Kleidungsstück meiner Garderobe zählt) ja irgendwann nochmal anziehen. Schnief.

    Darum: Nur noch weiße Zettel vom linierten Notizblock. Seitdem lasse ich diese gerne auch wieder zuhause liegen…

  56. Sven K. meint:

    Halbpostkartenkroße Karoblocks aus den Schreibwarengeschäft, an die Korkpinnwand gepinnt, daneben der „Neues Deutschland“-Kuli vom Kiosk. Hängt neben dem Kühlschrank in der Küche. Wenn was aus ist wirds aufgeschrieben und im Supermarkt abgearbeitet. Und jedesmal nehme ich mir (mit wachsendem Erfolg, was mich selbst erstaunt) vor, nur zu kaufen, was auf dem Zettel steht. Die Tradition, der dieses Ritual folgt ist meine Ehe. Die gibt es noch, aber wir haben uns getrennt. Von den schönen Belanglosigkeiten die bleiben, ist das Einkaufszettelschreiben eine, und nie wenn ich was auf den Zettel schreibe, denke ich nur an Eier oder Küchenrolle.

  57. walküre meint:

    @Sven
    Jetzt, wo ich Ihren letzten, gleichermaßen schönen und traurigen Satz gelesen habe, spüre ich einen massiven Kloß im Hals …

  58. Blubb meint:

    Keine Strumpfhosen, keine Fehldrucke, keine Brifumschläge, keine Blocks, keine PostIts = keine Einkaufszettel. Ich will vielleicht nicht wie meine Mutter sein ?! :-)

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