Journal Samstag, 10. Januar 2026 – Erkältungsüberfall
Sonntag, 11. Januar 2026 um 8:41Recht guter Schlaf – nachdem ich bald nach Lichtaus das Fenster geschlossen hatte: Brüllerei im Park hielt mich trotz Ohrstöpseln wach, das wird wohl nur durch deutlichere Minusgarde verhindert.
Als Allererstes morgens Hefeteig für Zwetschgendatschi geknetet: Die dafür abgemessene Portion Zwetschgen von elterlichem Baum hatte Herr Kaltmamsell vergangenen September eingefroren, seine Kühl-Gefrierschrankreinigung am Freitag hatte sie in Erinnerung gebracht, die sollte nun wirklich weg.
Ich belegte den Hefeteig mit den gefrorenen Früchten, sie suppten beim Backen sehr – also goss ich die Suppe nach dem Backen in eine Tasse.
Es tagte düster und windig, aber weiterhin mit Plusgraden: Das sollte für eine rutsch-arme Laufrunde reichen, ich steuerte eine Route an der Innenstadt-Isar entlang an und trabte ab Haustür über Alten Südfriedhof zur Wittelsbacherbrücke, um von dort nach Norden zu laufen.
Ich nehme vorweg: Des war nix. Zwar kam ich so auf weitgehend eisfreie Wege, doch zum einen war es sehr düster und regnete immer wieder ein wenig (manchmal als Schnee getarnt) -> blind getropfte Brille plus tränenblinde Augen, zum anderen gab es genug eisige Abschnitte, um das Laufen angespannt zu machen. Nach einer guten Stunde, ich hatte am Föhringer Wehr umgedreht, war ich kurz davor abzubrechen, die fast konstante Anspannung verhinderte ja auch gutes Atmen. Ein längeres eisfreies Stück machte aber genug Spaß, dass ich meine Runde beendete. Und jetzt war ich gespannt auf den Sonder-Muskelkater, den ich durch diese Art Joggen davontragen müsste.
Aussicht von der Wittelsbacherbrücke: Komplett eisiger Weg, den wollte ich nicht.
Daneben auf dem Hochwasserdamm: Viel besser.
Wappen am Müller’schen Volksbad.
Kabelsteg und St. Lukas.
Bester Abschnitt.
An der Reichenbachbrücke bog ich ab in die Fraunhoferstraße und ließ mich eine Station mit der U-Bahn heimfahren.
Auffallender Lauf-Styling-Trend: Sturmhaube – obwohl es so kalt wirklich nicht war (Sturmhaube übrigens auch Aufhänger von Kurt Kisters aktuellem SZ-Newsletter).
Es ist sehr unüblich, dass ich von einer Laufrunde mit vergnaztem Grundgefühl heimkomme. Mein Frühstück kurz vor zwei bog das gerade: Nach einer gelben Kiwi gab es reichlich frischen Zwetschgendatschi mit Schlagsahne, ganz hervorragend.
Doch dann überfielen mich unverkennbar Erkältungssymptome: laufende Nase, Ganzkörper-Niesen. Die auch die Unfitheit beim Laufen bis hin zu sehr ungewöhnlichen Abbruch-Gedanken erklärten. Ganz kurz hatte ich die Hoffnung, dass mein Körper auch diese Viren-Attacke niederkämpfen würde wie die vorherigen Male, doch da saß ich bereits ein wenig verdutzt in einem kleinen Berg vollgerotzter Taschentücher, spürte das gesamte Atemwegsystem zuziehen und fühlte bombensicher, dass es das vorläufig mit Sport gewesen war. Nun, nach anderthalb Jahren ohne richtige Erkältung war das schon ok, wenn auch nicht schön.
Nachmittag mit Zeitunglesen. Wegen Tauwetter hatte ich ab morgens das Wasserschälchen auf dem Balkonsims für die Vögelchen aufgefüllt – und stellte offensichtlichen Badebedarf fest: Bis Sonnenuntergang musste ich es fünfmal nachfüllen. (Keine größere Schale, um die Tauben nicht anzulocken; persönlich habe ich nichts gegen sie, aber die Hausverwaltung untersagt jede Art von Duldung.) Als allerdings auch bei Dunkelheit das Schüsselchen kurz nach Nachfüllen leer war, endeckte ich: Keine Vogelbadeorgien, das Schüsselchen war zerbrochen, der Untersetzer hatte ebenfalls einen Sprung.
Was kein Sport war und auch gestern Abend ging: Yoga. Als Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell einen Teil des Ernteanteil-Lauchs als Füllung gebratener Brote, aus einem Teil des riesigen Ernteanteil-Sellerie hatte er dazu Waldorfsalat zubereitet.
Gutes Abendessen, Nachtisch Schokolade.
Als Abendunterhaltung sahen wir die Folge 2 von Twin Peaks, jetzt glaube ich ein Gefühl für das Werk zu haben.
Wenig nach neun fühlte ich mich mit der nächsten Zündstufe Halsweh wirklich krank und ging früh schlafen.
§
Ganzseitiges Interview von Alex Rühle in der SZ mit Gerhard Polt anlässlich seines allerletzten Auftritts an den Münchner Kammerspielen – in dem er unter anderem erzählt, wie er überhaupt auf die Bühne gekommen ist (€):
“Ich war nie sonderlich ambitioniert, das ist alles eher so geschehen”.
6 Kommentare zu „Journal Samstag, 10. Januar 2026 – Erkältungsüberfall“
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11. Januar 2026 um 9:32
Gute und schnelle Genesung!
11. Januar 2026 um 9:49
Schließe mich den Genesungswünschen an!
11. Januar 2026 um 10:17
Gute Besserung!
Das Familienwappen sieht auf den ersten Blick verpixelt aus. :-)
11. Januar 2026 um 10:36
@albatros und jetzt rätsle ich natürlich, wie du dort heißt, Anfang mit AS…?
11. Januar 2026 um 12:02
@Poupou Bingo! :)
11. Januar 2026 um 15:14
Gute Besserung.
Der jetzt umgehende Schnupfen ist schon ein hartnäckiger Untermieter.
Das Interview mit Polt ist allerliebst: ein Mann ohne Ambitionen wird was, vielleicht wegen Charisma.
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