Handarbeiten revisited

Sonntag, 10. Januar 2010 um 18:00


(Foto: Mitbewohner)

Ich bin meiner Mutter sehr dankbar dafür, dass sie mir das Säumen beigebracht hat (mit großen Stichen immer ein paar Fäden des – eingenähten – Stoffabschlusses und die äußersten Fäden des Stoffes darunter zusammenfassen, so dass die Stiche auf der Vorderseite unsichtbar sind). Denn sicher ein, zwei Mal im Jahr löst sich bei mir der Saum eines Rockes, einer Hose oder eines Mantels.

Doch, wie schon einmal festgestellt: Die wenigsten Menschen in meiner Umgebung können das. Was mich beim heutigen Säumen zur Frage brachte: Was macht jemand, der nicht säumen kann? Denn ebenfalls die wenigsten Menschen, die ich kenne, bringen ihre Kleidung zur Schneiderei, kennen auch nur eine Schneiderei. Laufen die also einfach mit ausgerissenem Saum herum? Tragen das Kleidungsstück nie wieder? Oder reißen etwa anderen Menschen die Säume nicht?

die Kaltmamsell

22 mal Beifall zu “Handarbeiten revisited”

  1. Ivar meint:

    Man kennt jemanden, der säumen kann und nett ist.

  2. Angi meint:

    Es gibt doch, unter anderem bei IKEA, dieses Bügel-Klebe-Band. Damit kann man auch ausgerissene Säume ausbessern…. Hält zwar nicht dauerhaft, gibt auch einen, hm, wie beschreibt man das: starren Abschluss, wie wenn ein Tesafilm dazwischen kleben würde. Ist aber schnell und praktisch. Ich geb‘ zu, ich habe auch säumen von Mama gelernt, aber bügeln geht manchmal schneller….

  3. croco meint:

    Das Handwerk ist mir nicht fremd.
    Meine Mutter ist Schneiderin, oder war es früher, und sie hat in der Konfektionsindustrie als Direktrice gearbeitet.
    Man musste bei ihr also korrekt und schnell arbeiten.
    Was musste ich alles wieder auftrennen, neu machen, besser machen. So habe ich schnell die Lust daran verloren. Manchmals behaupte ich, ich hätte sieben Mal das erste Lehrjahr absolviert.
    Ich kann das alles, Schnitte anpassen, Stoff schneiden, heften, wieder anpassen usw.
    Es ist eine Heidenarbeit. Für ein Kleid brauche ich mindestens 8 Stunden am Stück.
    Das letzte ist sicher schon ein paar Jahre her und ich brauchte es für einen Auftritt.
    Ich nähe also nie freiwillig, kann aber fast alles.

  4. Celine meint:

    Ich kann leider nicht säumen. Ich tackere. Oder benutze Tesafilm. Beides ist eher eine mittelfristige Lösung. Reduziere meine Kleidung langsam auf Kleidung ohne Säume.

  5. mona_lisa meint:

    Ich kann es zwar, habe aber nicht die unendliche Geduld dafür wie meine Mutter, die es mir beigebracht hat. Da sie inzwischen nicht mehr so gut sieht, bringe ich die Dinge zur Änderungsschneiderei. Es gibt einige in meiner Nähe.

  6. Nathalie meint:

    Bügelklebeband, Tackern, Tesafilm – ich bin ganz überrascht. Ehrlich gesagt, hatte ich immer angenommen, daß die Leute, die nicht die Hilfe einer Änderungsschneiderei annehmen oder mit der Nadel Hand anlegen, die Sachen wegschmeißen, in die Kleiderkammer geben oder sie nach gaaaaanz hinten in den Schrank legen, bis sie dann sowieso bei der nächsten Ausmistaktion weggeworfen werden.
    (Ich säume selbst, mal mit der Hand, mal mit der Nähmaschine.)

  7. Musiker meint:

    Ich weiss nicht, ob ich ausgerissene Saeume habe, laufe also wahrscheinlich mit ihnen herum.

  8. Thea meint:

    Ich kann – unter anderem – auch säumen. Aber seit ich Gleitsichtguckerin bin, bringe ich alles, auch abgefallene Knöpfe, zur Änderungssschneiderin aus Polen, die besonders begeistert ist, ja, es ist so, wenn ich ihr Stücke bringe, die schon ein Leben auf dem Buckel haben, aber aus Liebe – und aus Horror vor Klamotten-Shopping – zur „Flickschusterei“ gebracht werden. Als junges Ding habe ich alles, auch lose Schuhsolhlen, mit doppelseitigem Teppichklebeband REPARIERT. Also, unterstützt die „kleinen Krauter“, die als Änderungsschneiderei firmieren. Meine Polin hat inzwischen expandiert und beschäftigt vier Mitnäher/innen.

  9. Sonja meint:

    Also in meiner unmittelbaren Nähe (<5min Fußweg) gibt es mindestens drei Nähstuben, bei mir zu Hause aber nur rudimentäres Nähzeug und noch rudimentärere Fachkenntnisse – die Lösung liegt also nahe. Billig ist es auch, wenn man die Arbeitszeit mitrechnet, für mich wohl auch billiger.

  10. kelef meint:

    meine eine grossmutter musste die damenschneiderei erlernen (1900 geboren, war ihr vater, ein realschuldirektor, der meinung die zeiten würden schlechter und frauen einen beruf brauchen, der sie ernähren könnte), die andere grossmutter war hauswirtschaftslehrerin. ich kann das alles, und mach‘ es auch, wenn ich wie seit einiger zeit keine passende brille habe, kommt das reparaturbedürftige zeug in die passende lade und wird dann (ich schätze mal, noch drei wochen) herausgeholt und bearbeitet.

    aber ich habe ja auch einfärbbbaren schusterzwirn und mehrere ahlen, und repariere teilweise schuhe und handtaschen ebenfalls selber.

  11. Mlle Diff meint:

    Meine Säume reissen kaum. Die scheuern eher unten durch, was sich schwer flicken lässt.
    Theoretisch könnte ich wohl auch einen Saum wieder zusammennähen dank 6 Jahren Handarbeitsunterricht in der Schule. (Ob man das Ergebnis jedoch als schön bezeichnen könnte ist fraglich. )
    Neue Hosen bringe ich immer noch zu meiner Mutter. (Ausserdem hat sie im Gegensatz zu mir eine Nähmaschine. Drei Schichten Jeansstoff von Hand zu nähen finde ich nämlich nicht so prickelnd.)

  12. Helga meint:

    Das habe ich mich auch schon des öfteren gefragt. Ein runtergetretener Saum, ein kleines Löchlein, abgetrennte Knöpfe, aufgegangene Nähte. Ich befürchte, es gibt tatsächlich Menschen, die ein Kleidungsstück dann „kaputt“ ansehen. Nur sind dummerweise viele Kleidungsstücken ganz schlecht versäumt, so dass man entweder schlampig rumläuft oder zu Nadel und Faden greifen muss.

    Kürzen oder so kann ich aber nicht selbst.

  13. Hande meint:

    Ich hätte crocos kommentar schreiben können – croco, bist nicht meine verlorene Schwester, oder?
    Da ich es hasse, bringe ich es einfach der Nähstube der 5m entfernt liegt. Nix ist schlimmer als mit gerissenen Säumen rumzulaufen.

  14. Buchfink meint:

    Meine Nähkünste beschränken sich auf Knopf annähen und runtergerissene Säume reparieren, das ist alles, Jeans kürzen geht schon nicht mehr und ich hasse eigentlich jegliche Nadelarbeit außer Stricken.

  15. walküre meint:

    Ich trage zwar eher Hosen als Röcke, doch auch bei diesen löst sich der Saum des öfteren (gerne bei eleganten Hosen aus fließendem Material, die mit etwas höheren Absätzen getragen werden, wobei sich unter anderem beim Treppensteigen der Absatz im Saum verhakt und diesen auftrennt), und natürlich kann ich kleine Schäden selbst reparieren, denn nicht immer hat man eine Schneiderei zur Hand. Größere Arbeiten lasse ich aber gerne bei der wenige Straßen entfernten Schneiderei meines Vertrauens machen, ebenso Reparaturen an sehr feinen Stoffen bzw. an wertvoller Kleidung.

  16. Lorelei meint:

    Am Thema vorbei, aber trotzdem: der rote Pullover ist ja wohl der absolute Hit!

  17. croco meint:

    Ja, Hande.
    Wir sind Schwestern.
    Wer mal an der Nadel hing, wird es nie vergessen.
    Wir sollten uns nicht aus dem Augen verlieren.
    Ich jedenfalls schleppe alles Nähzeugs zu einer wunderbaren Italienerin :-))

  18. Zinna meint:

    Der rote Pulli finde ich auch sehr schön. Da ich momentan auch so einen stricke…:) Im Moment liebe ich alles, was Rot ist:)

  19. Zeitlos meint:

    Ha, ich kann ebenfalls säumen – was bei Arbeitskolleginnen schon zu Erstaunen führte. Die greifen zu Sicherheitsnadel oder Tesafilm. Kein Scherz. In der Stadt sehe ich aber auch immer öfter junge Damen mit modischer Kleidung, die gerne mal einen herunterhängenden Saum zur Schau stellen.

  20. mariong meint:

    ich bastele selbst, habe den letzten rest von Kenntnissen unwilligen omas und müttern und opas abgeguckt (das ist doch zu schwer für dich, kind!) und den rest irgendwie selbst erlernt,
    aber meine schwester zum beispiel wirft alles weg habe ich gemerkt. „da ist doch der gummizug kaputt, das werfe ich weg“. Gummibänder neu einziehen mache ich nicht gerne, aber ziehe ich dem wegwerfen vor. An mir geht die Wirtschaft zu Grunde.

  21. Chronistin meint:

    Ich könnte zwar, doch weil der Weg zum Können seinerzeit mit so viel Quälerei ‚gesäumt‘ war, dass ich heute noch beim Anblick von Nadel und Faden in Minderwertigkeit versinke, ziehe ich die Variante „gaaaaanz hinten in den Schrank legen“ vor. Irgendwann wir sich auch hier in der Gegend wieder ein fähiger Schneider oder eine ebensolche Schneiderin niederlassen. Hoffe ich.

  22. Caroline meint:

    Hallo

    ich säume lieber, den alle Klebebänder machen mir auf lange Sicht die Säume mehr kaputt und man kann leider kaum noch was tun. Da sitze ich lieber länger am säumen.

    Gruß

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