Und deshalb bin ich für die Frauenquote

Dienstag, 8. Februar 2011 um 8:57

(Wie bei Mode: Erst wenn ein Thema so gut wie durch ist, bin ich so weit.)

Nessy1 beschreibt, warum sie keine Ambitionen auf einen Führungsposten in einem Unternehmen hat. Sie betont, das gelte nur für sie persönlich, doch ich halte ihre Sicht für ausgesprochen repräsentativ: Nicht nur habe ich sie oft von anderen Frauen gehört – sie ist auch meine.

Erstens. Ich möchte nicht jahrelang 70 Stunden in der Woche arbeiten. (…) das hat etwas damit zu tun, dass ich nicht auf dieser Welt bin, um mein Leben vollends einem Konzern zu widmen.
(…)
Zweiter Grund – und das muss ich an dieser Stelle so deutlich sagen: Die zahlreichen Streber, Blender und Arschkriecher, die ich in meinem Berufs-und sonstigen Leben schon getroffen habe, kotzen mich an.
(…)
Ich spiele außerdem – dritter Punkt – nicht bei diesem ganzen Networking-Quatsch mit.

In meinem Fall überwiegt das Erstens. Auch ich bringe wirklich mehr Einsatz, als mein Arbeitsvertrag von mir verlangt – ebenso wie Nessy mag ich es, große und interessante Dinge zu schieben. Doch wenn das dauerhaft auf Kosten meiner Zeit mit geliebten Menschen geht, auf Kosten des Lesens, Denkens, Laufens, Schwimmens, Einfach-nur-blöd-Schauens, dann werde ich böse, unglücklich und krank. Das hatte ich schon mal, vielen Dank, brauche ich nicht wieder.

Doch gerade deshalb ist die Frauenquote meiner Überzeugung nach die einzige Chance, diese Hindernisse beiseite zu schaffen. Solange die Spielregeln für den Aufstieg in Machtpositionen (mögen sie auch nicht eigentlich Macht zum Ziel haben, enthalten sie nunmal die größte Macht) von der überwältigenden männlichen Mehrheit bestimmt werden, bewusst oder unbewusst, werden nicht genug Frauen mitspielen wollen. Erst wenn ein kritischer Anteil an weiblicher Mitgestaltung erreicht wird, ändern sich diese Spielregeln – und machen es der nächsten Aufsteigerinnengeneration einfacher, sich darauf einzulassen.

Niemand versteht den inneren Widerstand der jetzigen Nachwuchsgeneration an Frauen besser als ich mit meinem bis zur Erstarrung riesigen Stolz: Eklig, mit dem Verdacht leben zu müssen, man werde nicht wegen seiner Kompetenz respektiert, sondern als Pflichtfrau geduldet. Aber the needs of the many outweigh the needs of the few, und so muss leider die erste Generation an Quotenfrauen diese Stolzverletzung ertragen – um den Weg für die nächsten Generationen frei zu machen.

Die Karrierelandschaft (nur zu Erinnerung und der Vollständigkeit halber: Auch eine Frau darf keine Kinder UND keine Karriere haben.) in Deutschland wird vergiftet von der Präsenzkultur. Ausgerechnet Matthias Horx findet dafür ausgerechnet in der Welt die passende Argumentationslinie:

Karriere in Deutschland ist ein Wettbewerb um Anwesenheitszeiten, um kommunikative Präsenz. Wer führt, muss nach dem Acht-Stunden-Tag noch für Meetings und Absprachen an der Bar zur Verfügung stehen. Kann sein Wochenende vergessen. Muss immer erreichbar sein. Nur wer sein Privatleben der Firma opfert, ist „leistungsbereit“. Wie, bitte schön, soll man auch ein Unternehmen in einem normalen Acht-Stunden-Tag leiten? Lächerliche, naive Vorstellung!
Und dennoch: Es geht. Das zeigt die veränderte Karrierekultur Skandinaviens. Wer als Führungskraft – Mann oder Frau – in Stockholm nach 17 Uhr am Schreibtisch sitzt, dem wird mit hoher Wahrscheinlichkeit freundlich auf die Schulter geklopft. Und gefragt: Hast du Familienprobleme? Irgendwas nicht in Ordnung zu Hause? Wollen wir reden?
Minister haben dort Heimarbeitsplätze, und man sieht Topmanager am Nachmittag beim Einkaufen im Supermarkt. Von Führungskräften wird mit sanftem kulturellem Druck zunehmend verlangt, dass sie sich hinreichend um ihre Familie kümmern. Sonst gelten sie als Minderleister, die ihren Job nicht im Griff haben. Und letztlich als Risiko für die Firma.

Ich sehe diese Quote in derselben Linie wie das Rauchverbot in Gaststätten: Wir haben lange genug darauf vertraut, dass die Menschen schon von allein vernünftig werden – es hat nicht funktioniert. Auch Institute, Behörden, Unternehmen hatten lange genug Zeit, aus Lippenbekenntnissen zum Frauenanteil in Führungspositionen Realität zu machen – es hat nicht funktioniert. Schaun wir doch einfach mal, was passiert, wenn sie müssen.

  1. völlig OT: Das war mein CB-Funk-Nick mit 13, hihi. []
die Kaltmamsell

63 mal Beifall zu “Und deshalb bin ich für die Frauenquote”

  1. Anke meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Genau!

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  2. Lu meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Genau!

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  3. Naekubi meint:

    Die Frauenquote wäre einen Versuch auf jeden Fall wert. Nicht zuletzt würde es doch auch den Männern helfen, wenn sie auch noch ein anderes Leben neben der Firma hätten.
    (Und es sage mir keiner, dass alle Männer es toll finden, sich ausschließlich im Berufsleben zu verwirklichen.)

    Das mit dem verletzten Stolz der 1. Quotenfrauengeneration ist sicher wahr, gut, dass du das erwähnt hast! Hat bisher noch niemand so klar für mich ausgedrückt.

  4. Malte Widenka meint:

    Man muss aber ganz fest daran glauben, dass Frauen in Führungspositionen automatisch auch einen wie für Skandinavien beschriebenen Führungsstil mit sich bringen, oder?

  5. adelhaid meint:

    ich bin mir relativ sicher, dass die derzeit nachwachsende generation junger frauen, die in den beruf streben, sich gar nicht mehr bewusst sind, dass es eben diese erste generation, die nur eingestellt wurde, weil sie frauen sind, überhaupt gegeben hat. in vielen gesprächen mit diesen jungen frauen hat sich mir dieses bild zumindest bereitet. und gerade dass macht dann ja den frust dieser ersten generation noch so viel größer – sie werden überhaupt nicht gesehen!!
    Dass hingegen eine revolution in richtung skandinavischer verhältnisse durch frauen in führungspositionen entstehen wird, halte ich für unwahrscheinlich. die frauen, die ich in führungspositionen kenne und kennengelernt haben, sind allesamt rund um die uhr erreichbar, teilweise halt von zu hause und mit fieberndem kleinkind auf dem arm. ich denke, der weg in die skandinavische variante muss dann wieder von den großen alphatieren gegangen werden – so dieser weg mit der deutschen gesellschaft (die ja nun doch etwas andere werte und vorstellungen hat, als die nordischen nachbarn) überhaupt gangbar ist. und in keinster weise möchte ich sagen, dass das da oben nicht himmlisch klingt. aber wir werden die deutschen auch nicht dazu bekommen, meeresfrüchte zu essen, nur weil es die menschen auf der iberischen halbinsel tun. ein paar vielleicht, aber nicht alle.
    ein paar unternehmen vielleicht, aber nicht alle.

    drüber nachzudenken ist allerdings zugegebenermaßen schöner, als über einen unerreichbaren lottogewinn nachzudenken.

  6. 2abacus meint:

    Ich gebe zu das ich nicht sehr viele Topmanager aus Skandinavien kenne, aber ein paar sind es dann doch. So kann ich ganz sicher aus eigener Erfahrung berichten das auch in Skandinavien Meetings an Wochenenden stattfinden, das leitende Mitarbeiter ihren Jahresurlaub für ein Treffen mit Kunden/Lieferanten unterbrechen müssen. Das Absprachen Abends in Restaurants und Hotelbars getroffen werden und ein Heimarbeitsplatz nur die freundliche Umschreibung dafür ist das man Zuhause noch mal ein paar Stunden zusätzlich dran hängt. In unserer Gesellschaft gibt es ab einer gewissen Stufe auf der Karriereleiter keine Unterschiede mehr zwischen den Nationen.

    Daher finde ich auch die angeführten Argumente zur Frauenquote etwas naiv. Natürlich tue ich das auch weil ich ein Mann bin, aber es gibt nun mal Menschen für die es der Lebensinhalt ist eine Firma oder wenigstens einen Teil davon zu leiten. Die wollen es, haben Spaß daran und die aktuelle Kommunikationstechnik ermöglich ihnen ununterbrochenes Arbeiten von fast jedem Punkt der Welt aus. Was würde da eine vorgeschriebene Geschlechterquote bringen? Gut, es würde sehr leistungsorientierten Frauen den Weg in die obere Etage in homöopathischen Dosen erleichtern, aber schlussendlich zählt dann auch innerhalb der Quotenfrauen wieder nur das Netzwerk und der Karrierewille. Was dann schlussendlich wenigstens völlig Geschlechtsneutral ist.

  7. Stefan meint:

    Ich zweifle grundsätzlich am Sinn von Argumentationen, die mit »Nicht zuletzt würde es doch auch den XXX helfen, wenn …« beginnen. Für XXX können wahlweise Männer, Frauen, Schüler oder Schülerinnen eingesetzt werden. Es möge doch bitte jeder Mensch selbst darüber entscheiden dürfen, was ihm hilft und was ihm nicht hilft ;-)

  8. Isabella meint:

    Ich finde es interessant, wie der Begriff Karriere bei uns so dramatisch mit Konzernen und Mangament verbunden wird.

    Natürlich ist dieser Aufstieg eine Karriere. Aber die kann man heute auch anders machen. Und ich glaube diese vielfältigen Möglichkeiten lassen auf meine Generation (25, frisch von der Hochschule) diese klassichen Unternehmensleitern eher weniger attraktiv wirken.

    Selbst als junge Frau, die keine Ambitionen in Sachen Familiengründung hat, habe ich keine Lust darauf in der momentanen Arbeitskultur 70 Stunden zu arbeiten, nur damit ich aufsteige.

    Aufstieg ist nur dann wirklich interessant, wenn die Aufgaben im nächst höheren Bereich immernoch spannend und interessant sind. Wenn einen nur mehr Meetings und Berichte erwarten, lege ich darauf keinen Wert. Und so geht es vielen jungen Frauen in meinem Umfeld.

    Was nützt mir das höhere Gehalt, wenn ich keine Zeit habe, die Dinge die ich mir davon leisten kann zu genießen? Eben.

    Die Quotenregelung ist vielleicht ein guter Anfang, aber tatsächlich bräuchten wir gleichzeitig einen generellen Umschwung in der Führungskultur, damit mehr Frauen auch wirklich in Führungspositionen wollen.

  9. die Kaltmamsell meint:

    Naivität ist sicher dabei. Sind wir uns zumindest einig, dass sich durch einen deutlich höheren Anteil an Frauen in deutschen Führungspositionen eine Menge verändern würde? Ich möchte einfach herausfinden, was alles.

    Genau, Stefan, wie beim Rauchen.

  10. die Kaltmamsell meint:

    Sie finden also nicht, Isabella, wie ich im Posting ausgeführt habe, dass ein höherer Frauenanteil genau diese Präsenzkultur ändern könnte?

  11. Nicky meint:

    Volle Zustimmung. Meine Theorie geht ja in die Richtung, dass Menschen die bereitwillig 70 Stunden in der Woche arbeiten, einfach nichts mit sich und ihrer Freizeit anzufangen wissen – egal ob Mann oder Frau… Arbeiten um zu leben, nicht umgekehrt ;)

    Die persönliche Betroffenheit, die eine gute Freundin empfand, als sie ohne Vorwarnung vom ihrem geliebten Konzern abgefunden wurden, die ging noch weit über das Wort NAIV hinaus…

  12. midori meint:

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    Gerne gelesen

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  13. Brigitte Novacek meint:

    Nicky, ganz Ihrer Meinung. Arbeit ist EINE Säule des Daseins (von mindestens drei).

  14. MAGsein meint:

    Wollte heftig klatschen, bis es mir dann zum Schluss hin in den Händen stecken blieb: Ist denn kein politisch-korrekter Aritkel mehr möglich ohne stolzen Nichtraucherverweis auf das Raucherverbot? Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Niente würd ich mal sagen.

    In dem Sie die Frauenquote „in derselben Linie sehen“ wie das Rauchverbot, und ich diese ewige Sehnsucht und moralische Einklagerei nach einer cleanen Welt für alle soooo satt habe und unerträglich finde, bremsen sie mich und meinen Enthusiasmus für dieses wichtigste aller Themen und für Ihre guten Argumente unnötigerweise aus.

    Wollen Sie so viele wie möglich für das Thema Frauenquote gewinnen oder nur eine bestimmte Klientel ansprechen? Wollen Sie mich z. B. nicht dabei haben…

    – eine Frau, die am Wochenende gerne mal in der Eckkneipe ihr Zigarettchen mit Pilschen genießt und hofft, dass ihr diese Kultur an ihrem Ort noch eine Weile erhalten bleibt? (genau, in diesem Punkt werden wir nie zusammenkommen, niemals!)

    Eine, die über so viel Berufserfahrung verfügt. Die sich viele Jahre in Männerdomänen verkämpft hat und gegen männliche Kollegen, die auch auf ihre Kosten Karriere machen wollten und sowieso bei gleicher Leistung immer wesentlich mehr verdient haben.

    Eine, die am eigenen Leib erfahren hat, wie chancenlos frau ist, wenn sich die Männer zum Schulterschluss vor ihr und gegen sie aufbauen (Stichwort Sportsponsoring Fußballbundesliga, mit die härteste Schule für intelligente Frauen, behaupte ich mal).

    Eine Frau, die dann aus der Unternehmenswelt ausstieg und sich selbstständig machte und seither viel besser klar und durchkommt, mit all ihren Selbstzweifeln – interessanterweise besser, als manch männlicher Kollege mit all seinem überbordenden Selbstbewusstsein.

    Also, worum geht es hier Ihrer Meinung nach?

    Wir können das gerne auch weiterspinnen: Ich bin uneingeschränkt für die Frauenquote und sehe das zukünftig in einer Linie mit einem per Gesetz verordnetem Alkoholverbot; denn wir sehen ja schon lange, dass das nicht funktioniert….

    Oder, was ich vorschlage: Wir fokussieren uns auf EIN Thema und lassen die Nebenschauplätze einfach mal weg…

    Wo ich schließlich vom Verständnis her nicht folgen kann: Warum schreiben Sie, „ausgerechnet“ Horx: War er nicht derjenige, der schon vor Jahren das Thema „Frauen“ als DAS zukunftsbestimmende ausgemacht hat? Oder verstehe ich hier das Abfällige hier falsch?

  15. croco meint:

    Die Studie finde ich nicht mehr. Aber vielleicht kennt sie einer der Leser hier:
    Egal was man arbeitet, mehr als 5 Stunden kann man es am Tag nicht effektiv tun. Der Rest der Zeit wird verplempert.
    Und dieses ganze Wichtigtun braucht eben Zeit.
    Wenn Treffen eben am Morgen abgehalten werden statt um 17 Uhr , wird die Qualität nicht nachlassen. Wie oft wird im Kreis geredet. Nicht vorbereitete Teilnehmer bremsten aus. Wer solche Treffen kennt, weiß dass der Aufwand an Zeit und Energie oft nicht im Verhältnis zum Ergebnis steht.
    Und so denke ich, wenn Arbeit umorganisiert wird, wird sie menschenfreundlicher, also auch nebenbei frauenfreundlicher.

    Ja, ich denke, dass eine Frauenquote nötig ist.
    Ja, ich war früher auch dagegen. Bis ich merkte, dass es ab einer bestimmten Hierarchiestufe diese Glasdecke wirklich gibt.
    Und ja, Nessy hat in allen Punkten Recht.

  16. katha meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Genau!

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  17. loho meint:

    Es gibt auch Männer die kein Lust haben 70h zu Arbeiten und deren Karriere daran leidet.
    Anscheinend bestimmt der Grad der Leidenswilligkeit, die Aufstiegsmöglichkeiten, unabhänig vom Geschlecht.

  18. kelef meint:

    das mit der frauenquote ist ja eine gute sache. wenn denn die frauen – oder zumindest viele von uns – lernen, auch einmal NEIN zu sagen. daran scheitert es nämlich fast ebenso oft wie an den exzessiven arbeitszeiten, die ja eigentlich gar keine sind, weil der leerlauf dazwischen einfach als arbeitszeit mitgerechnet wird.

    ich habe auch jahre hinter mir, in denen ich – als alleinerziehende mutter – sechshundert überstunden bezahlt bekam (und die gesichtsbadestunden mit firmenessen, gästen aus dem ausland, dienstreisen etc. rechnen wir hier einmal einfachheitshalber nicht mit). das geht nur sehr bedingt gut, und ja, es stimmt: irgendwann ist man dann nur mehr physisch anwesend, von effektivität in der arbeit ist so gegen acht uhr abends nicht mehr viel da.

    aber frauen sind viel erpressbarer als männer, und ich denke, daran sollte auch gearbeitet werden, nicht nur an der quote. ich weiss noch immer nicht genau woran es liegt, aber frauen neigen dazu sich gebauchpinselt zu fühlen wenn man ihnen sagt: sie schaffen das schon, eine kleine überstunde, und dann können sie auch einmal früher nach hause gehen.

    bei einem mann wird ein NEIN akzeptiert, auch wenn er es mit sqash- oder golftermin begründet, bei einer frau wird die notwendigkeit das kind vom hort abholen zu müssen mit mangelndem zeitmanagement als negativum interpretiert.

    ich denke ja mit grossem vergnügen daran zurück wie oft ich merkwürdige ausdrücke auf die gesichter meiner gegenüber zaubern konnte mit so einem schlichten und ergreifenden NEIN.

    und hat sich schon jemand den kopf darüber zerbrochen, warum ein nicht aufgeräumter schreibtisch bei einem mann kreativität, spontaneität, fleiss und was weiss ich noch ausdrückt, bei einer frau hingegen lediglich unordnung, chaos, unverlässlichkeit und nichtstun? im gegenzug fragte man mich nicht einmal, wann ich denn was arbeiten tät: mein schreibtisch sei immer so aufgeräumt.

    hach ja. vieles fehlt mir so gar nicht, vieles kann ich noch ein wenig aus dem hintergrund, nun ja. frauenquoten ja, aber dabei auch auf die richtigen frauen setzen. wird nämlich die quote in den vordergrund gestellt, dann besteht die grosse gefahr dass gerade die frauen, die dem negativen klischee entsprechen, nach oben gepusht werden um dann sagen zu können: wir haben es ja gleich gesagt. und das, meine damen, darf ganz sicher nicht passieren.

  19. Nicky meint:

    Mir ist noch ein gutes Argument für eine Frauenquote eingefallen: Dazu einfach den Film Inside Job ansehen (im Moment noch nicht auf DVD erhältlich). Sprachlos, wütend, fassungslos sein. Und sich danach fragen, ob das auch möglich gewesen wäre, wenn nicht nur 99,9 % Männer an der Spitze der Finanzwirtschaft stehen würden…

  20. Lars meint:

    Ich kann dieser Argumentation, dass durch einen höheren Frauenanteil automatisch auf wundersame Weise eine bessere Unternehmenskultur einkehren soll, irgendwie nicht folgen.

    Dazu muss man sich nur mal Unternehmen und Einrichtungen ansehen, bei denen jetzt bereits der Anteil weiblicher Mitarbeiter und Führungskräfte überdurchschnittlich hoch ist, z.B. Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Heil- und Erziehungsanstalten.

    Ich will da jetzt nicht ins Detail gehen, aber dem Gorillagehabe männlicher Führungskräfte steht der Zickenkrieg auf weiblicher Seite in nichts nach.

    Meines Erachtens sollten wir uns eher mal darauf konzentrieren, in welcher Gesellschaft wir leben, die es überhaupt zulässt, dass Menschen in solche Arbeitsbedingungen gezwungen werden, wenn sie ihren Lebensstandard auch mit Aussicht auf Kinder und Familie halten wollen.

    Ich bin mir nämlich ziemlich sicher, dass ein großer Teil der Arbeitnehmer, Frauen und Männer gleichermaßen, die durch ein BGE abgesichert sind, sagen würden: „Ich soll 70 Stunden in der Woche arbeiten, damit meine Familie angemessen leben kann? Fasst mich mal an die Füße.“

  21. philine meint:

    Meines Erachtens nützt eine Frauenquote überhaupt nichts. Von Jeher gab es Männerdominante bzw. Frauendominate Berufe. Soll jetzt eine Frauenquote im Mechatroniker Beruf eingeführt werden?
    Solange Mann nicht lernt, dass Frauen gleichberechtigt in ebensolchen Führungspositionen manchmal sogar besser sind und effektiver arbeiten, weil sie in der Lage sind von ihrem Ego abzusehen und der Sache dienlich zu sein, wird sich nichts ändern. Frauenquote hin oder her.
    Mal angenommen es gäbe sie, die Frauenquote, wird Mann es gut verstehen, eine weibliche Nebenbuhlerin innerhalb kürzester Zeit auf mannspezifische Weise zu stutzen, oder im schlimmsten Fall zu mobben.
    Ergo: was haben wir dann von der Frauenquote?: Frust und Tränen.

  22. dorothy_jane meint:

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    Genau!

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  23. Christian meint:

    Neben einem herzhaften »Genau!« …: Sie hatten einen CB-Funk-Nick?? Kann man Sie heiraten? ;))

  24. ilse meint:

    auch mit Frauenquote werden die Worte „Chefetage“ und „Führungsposition“ auf Frauen wohl ihre Magie verfehlen.

  25. die Kaltmamsell meint:

    Beim Bullshit-Bingo, ilse, sind sie aber meiner Erfahrung nach schon heute ganz weit vorne.

  26. die Kaltmamsell meint:

    CB-Funk war doch das frühe Facebook, jawl – bloß mit Voice, nein?

  27. Isabella meint:

    Sagen wir, ich bin zumindest skeptisch werte Kaltmamsell weil ich glaube, dass zur Änderung einer Unternehmenskultur mehr gehört als die Frauenquote.

    Vielleicht gäbe es ein bisschen mehr Familienfreundlichkeit in den Chefetagen, das macht sich ja auch gut. Aber zunächst würden sich doch viele Vorstände arg angegriffen fühlen, wenn man ihnen näher bringen wollte, dass „normale“ Arbeitszeiten, kollegiales Verhalten und Privatleben auch mit einer Karriere im Konzern zu vereinbaren sein sollten.

    Ich wünsch mir so,dass ich falsch liege.

  28. Helga meint:

    Womit ich nach wie vor ein Problem habe ist „Frauen und Behinderte werden bei gleicher Leistung bevorzugt“. Und bitte woher sollen die Quotenfrauen kommen, wenn taffe, gut ausgebildete Frauen sagen „will ich nicht“? – Und davon kenne ich sehr viele. Wenn wir nämlich dann nicht die Frauen in Führungspositionen haben, die wir alle, unterstelle ich mal, da gerne hätten, dann haben wir uns ein Eigentor geschossen.

    Nicht falsch verstehen: ich freue mich über jede Führungsfrau – und über eine gute ganz besonders. Und ich bin klar für eine Frauenförderung. Mit der Quote allerdings bin ich mir nicht so sicher.

    Ganz unterm Strich brauchen wir gute Chefs.

  29. Stefan meint:

    @Helga: Womit wir wieder mal bei der Kompetenzquote angelangt sind ;-)

  30. kittykoma meint:

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    Gerne gelesen

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  31. Nessy meint:

    @Lars: Yep. Sehe ich auch als das eigentliche Kernproblem.

  32. Sebastian Dickhaut meint:
  33. Sebastian Dickhaut meint:

    „Sind wir uns zumindest einig, dass sich durch einen deutlich höheren Anteil an Frauen in deutschen Führungspositionen eine Menge verändern würde? Ich möchte einfach herausfinden, was alles.”

    Ja, da sind wir uns einig, Frau Kaltmamsell, und deswegen wäre ich auch gespannt drauf. Aber im Grunde heißt das dann, dass doch die Frauen mal wieder den Müll rausbringen, oder?

  34. Alice meint:

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    Genau!

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  35. richensa meint:

    Für mich ist die Frauenquote für Führungspositionen nur bedingt das, worum es gehen sollte, es ist ja hier mehrfach angesprochen: die Änderung der Unternehmens- und Arbeitskultur an sich wäre notwendig!
    In meinem Beruf ist es so, dass viele Leute sagen: „Oh, das wollte ich auch schon immer mal machen..“ (wobei ich immer froh bin, dass sie ihn nicht erlernt haben, sonst wäre es noch schwieriger). Kurz u gut: man hangelt sich nur von Zeitvertrag zu Zeitvertrag, inzwischen über eine so genannte Zeitarbeitsfirma, weil der eigentliche Arbeitgeber nach zwei Jahren aufgrund des ursprünglich sicher gut gemeinten Befristungsgesetzes schon zum Abschied winken musste. Wer sich in dieser „Position“ dafür entscheidet, auch eine Familie mitsamt Kindern haben zu wollen, braucht einen Partner, der die Sache finanziell am Laufen hält. Zumeist sind meine Studienkolleginnen inzwischen „raus“ aus dem Beruf. Wiedereinstieg mehr als ungewiss.
    Plötzlich entdeckt auch der Gesetzgeber die Tatsache, dass die Zeitarbeiter inzwischen ein Riesenheer sind, aber statt sich für die Aufhebung des Befristungsgesetzes mitsamt der daran hängenden Probleme stark zu machen, sollen Zeitarbeiter die gleichen Rechte bekommen wie die regulär Angestellten. Hallo? Auch das hört sich vornerum erstmal gut an, es wird aber wieder ein Bumerang daraus, denn nun sitzen diese wieder auf dem Schleudersitz und dabei wieder die Frauen vorne (wenigstens da!).
    Auch ich hätte gerne mehr Zeit für mein soziales Umfeld, kein schlechtes Gewissen, wenn ich nicht am Wochenende einfach gar nichts tue oder nur das, was mir Spaß macht. Oder nicht überlege, ob ich wirklich mal mit dem Ablauf der 32h-Woche nach Hause gehen kann. Hey, ich brenne für mein derzeitiges Projekt auch, aber sowohl meine Kolleginnen und ich können nicht sicher sein, auch die „Früchte der Arbeit“ zu ernten, denn vorher läuft der Vertrag aus und eigentlich soll ja, politisch auch gewollt, die Zeitarbeit ja zurück gefahren werden.
    Verdammt noch eins! Macht das! Gebt mir einen ganz normalen, Vollzeitvertrag bei dem Arbeitgeber, für den ich auch jetzt arbeite, dann habe ich nämlich die Chance, mir über die Frauenquote in Führungspositionen mal Gedanken zu machen. Jetzt darf ich mich nicht einmal innerbetrieblich fortbilden, meine Lieben!

  36. wortschnittchen meint:

    Nicht nur aus aktuellem Anlass: gerne gelesen!

  37. die Kaltmamsell meint:

    Einige hier bezweifeln, dass ein deutlichlich höherer Anteil an Frauen in Führungspositionen die deutsche Unternehmenskultur verbessern wird, ich halte es für wahrscheinlich. Aber es gibt nur einen Weg herauszufinden, wer recht hat, oder?

    Woher all die Frauen dafür kommen sollen? Unter Zwang werden sich die Unternehmen halt was einfallen lassen müssen. (Mitbewohner schlägt vor: „Inderinnen?“)

  38. Stefan meint:

    Es gibt mehrere Wege, um herauszufinden, wer recht hat. Die Zwangsquote scheint mir nicht der beste Weg zu sein. Alternativen: Anreize für die Frauenförderung in Unternehmen oder Verbesserung der Rahmenbedingungen für Frauen.

    Bevor man flächendeckend eine Quote einführt, könnte man in einigen Unternehmen testen, wie sich ein Anteil von 50% Frauen in Führungspositionen auswirkt. Sollten diese Unternehmen Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Unternehmen haben, dann würde sich die Quote erübrigen, weil dann der Vorteil auf der Hand läge. Im gegenteiligen Fall würde sich die Quote auch erübrigen ;-)

    Was mich stutzig macht: es gab noch nie so viel Vermögen in der Hand von Frauen wie heute. Es gibt einige Milliardärinnen und sicher eine Menge Millionärinnen. Frauen könnten durch ihre Geldanlagen und durch unternehmerische Entscheidungen viel für andere Frauen tun. Frauen könnten Genossenschaften bilden und die Führungspositionen ganz nach ihrem eigenen Willen besetzen. Warum geschieht auf diesem Gebiet so wenig?

    Ich bin für Gleichstellung. Ich würde es begrüßen, wenn sie ohne staatlichen Zwang erreicht würde. Ich kenne bisher keine einzige positive Auswirkung einer erzwungenen Quote. Unternehmen brauchen Freiheit für unternehmerische Entscheidungen — auch wenn sie sich für 75% Frauen oder 75% Männer entscheiden.

  39. Charly meint:

    Ist es für die Frage, ob eine Frauenquote eingeführt werden sollte nicht letztendlich zweitrangig, ob ein höherer Frauenanteil in Führungpositionen die Unternehmenskultur an sich ändert? Der eigentlich Punkt scheint mir eher, dass Frauen in unserer Gesellschaft (zumindest ab einem gewissen Karrierelevel) benachteiligt werden und dieser Umstand ist es, der zunächst mal durch eine Frauenquote ins Wanken gebracht würde.
    Quoten sind ja nicht dafür da, Leute in Positionen zu hieven, für die sie eigentlich nicht qualifiziert sind, sondern die real vorhandene mangelnde Chancengleichheit auf Grund von Geschlechterdiskriminierung auszugleichen.
    Obwohl ich verstehen kann, dass die erste Generation „Quotenfrauen“ sich in ihrem Stolz verletzt fühlt, gibt es dafür eigentlich keinen Grund: Im Prinzip müsste jede von ihnen in einer völlig gleichberechtigten Gesellschaft ihren Job sowieso bekommen haben (auch wenn das natürlich in der Realität nicht in jedem Fall zutreffen kann).
    Die notwendige Wandlung in der Unternehmenskultur dagegen wäre ein positiver Nebeneffekt einer Frauenquote, kann aber meiner Meinung nach nicht ihr vorrangiges oder gar wichtigstes Ziel sein.

  40. Schwarzmaler meint:

    Nur warum es Frauen einfacher haben sollten als Männer auf dem Weg nach oben erschließt sich mir nicht. (Fast) alles, was Nessy schreibt, gilt auch für Männer.

  41. VolkerK meint:

    Die Zwangsquote ist der einzige Grund. Bestehende Machtstrukturen müssen durchbrochen werden, ohne Zwang bleiben sie bestehen. Siehe auch http://www.volkerkoenig.de/2007/05/19/mehr-vater-in-die-elternzeit/

  42. Anke meint:

    @ Stefan: „es gab noch nie so viel Vermögen in der Hand von Frauen wie heute.“ Bedeutet in Zahlen: ein bis zwei Prozent des Weltvermögens. Da geht noch was.

  43. Stefan meint:

    @Anke: Wir reden hier aber über eine Zwangsquote in Deutschland. Hierzulande sollte der Anteil der Frauen am Vermögen bzw. der Einfluss von Frauen auf Investitionen hoch genug sein, um etwas damit bewirken zu können.

  44. podruga meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Genau!

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  45. Sigourney meint:

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    Made my day

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  46. nuf meint:

    Es wäre schön, wenn eine Frauenquote das beschriebene Wunschergebnis brächte. Ich kann da nicht so recht dran glauben, v.a. wenn ich an meine ehemaligen Chefinnen zurück denke (bis auf wenige Ausnahmen). Die waren nämlich noch härter, noch länger im Büro und noch weniger bereit Familie & Job vereinbar zu machen. Würde sich das schlagartig ändern, wenn es einfach mehr Frauen in Führungspositionen gäbe?
    Es hängt doch nicht am zweiten x-Chromosom, wie man leben möchte. Es gibt genug Männer, die gerne für ihre Familie dasein wollen. Die Hobbys nachgehen wollen etc.
    Vielmehr hängt es doch an den Rahmenbedingungen. Angefangen von den Kinderbetreuungsmöglichkeiten über die generelle Möglichkeit zu (aufgabentechnisch vollwertigen) Teilzeitarbeitsplätzen bishin einer Grantie zur Rentensicherung auch wenn man zuhause bleiben würde etc.
    Gegen einen Versuch allerdings habe ich nichts einzuwenden.

  47. ilse meint:

    Was bitte ist dieses „bullshit bingo“ in dem wir so weit vorne liegen??

  48. Indica meint:

    Die Quote ist seit gestern in der Leitungsebene übererfüllt. Jetzt sind wir 5 Frauen und 3 Männer plus Chefe.

    Unser -jüngerer- Chefe hat schon seit längerer Zeit erkannt, was er an den Frauen hat. Das hat dem Lädchen weniger unnützes Machtgerangel gebracht. So erlebe ich das jedenfalls.

  49. Indica meint:

    Jetzt könnte ich ja übrigens auch mal einen Aufsichtsratsposten besetzen, fällt mir da doch spontan ein.

  50. Stefan meint:

    @Ilse: Das Spiel »Bullshit Bingo« ist auch als »Buzzword Bingo« bekannt.

  51. Steffi meint:

    Hervorragender Beitrag zum Thema. Würde sich etwas ändern, könnte ich mir auch vorstellen Karriere zu machen. Die skandinavische Variante finde ich sehr schön.

  52. meerfrau meint:

    Ich kann Ihnen nur voll und ganz zustimmen, ist nicht schön aber nötig.

    Zu den Schweden: Ich kann Ihnen nur sagen, wir in Dänemark bedauern die Schweden, dass Sie so viel arbeiten müssen. Dänemark hat die 37,5 Stundenwoche, Überstunden werden normalerweise bezahlt oder abgebummelt. Die Dänen lieben ihre Jobs und ihre Familien.

  53. Sammelmappe meint:

    Wer weiß, wie lange wir noch auf die Quote warten müssen?

  54. f meint:

    @meerfrau: und in Deutschland haben wir in manchen Branchen sogar die 35 Stundenwoche.
    Aber die Frage ist ja, wie sieht die tatsächliche Wochenarbeitszeit im höheren Management aus, wie halten es die dänischen Manager da?

  55. karpatenhund meint:

    Yeah. „Wir brauchen eine Frauenquote, weil Manager zu viel arbeiten müssen und nicht genug Freizeit haben.“

    Kann man so sehen – ich halte es für Schwachsinn. Wenn jemand bereit ist, eine 60, 70-Stunden-Woche zu machen – und das nicht, weil er dabei ausgebeutet wird, sondern weil er dafür unglaublich viel Kohle bekommt – ist es nicht Aufgabe des Staates, das zu regulieren.
    Man mag an der Präsenzkultur Kritik üben können. Möglicherweise ist ein Umdenken dort wünschenswert. Aber eben auch etwas, wo der Staat sich gefälligst rauszuhalten hat, solange es nicht unbedingt notwendig ist, einzugreifen. Er soll dafür sorgen, dass keine diskriminiert wird. Aber woraus soll er die Befugnis ableiten, gesellschaftliches Umdenken gesetzlich festzuschreiben, wo er verfassungsrechtlich überhaupt nicht den Auftrag hat?

  56. Angelika meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Genau!

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  57. Julia meint:

    Es gibt auch Männer, die bei dem Karrierewahnsinn nicht mehr mitmachen wollen – schreibt z.B. Peter Redvoort in „Die Söhne Egalias“ …

    Julia

  58. Eva Maltschnig meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Genau!

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  59. meerfrau meint:

    @f: Die 37,5 Stunden Woche wird von den meisten Dänen eingehalten, bei zu vielen Überstunden würden wahrscheinlich Fragen kommen, ob’s gerade im Job oder im Privaten nicht stimmt. Angeordnete Mehrarbeit wird nach meinen Erfarhungen generell vergütet. Auch Chefs versuchen ihre Wochenarbeit in dieser Zeit zu schaffen (wahrscheinlich in manchen Positionen nicht immer möglich), um ein Beispiel zu setzen. In großen Firmen gibt es Work-Life-Balance-Berater. Meetings sind in der Regel vor 16:00 Uhr. Die Kindereinrichtungen schließen um 17:00 Uhr und da die Geburtenrate höher ist (liegt bei 1,84) und meist beide Elternteile arbeiten, hasten auch genug Männer nach Büroschluss Richtung Kindergarten. Alles in allem würde ich das Arbeitsklima als sehr relaxt und trotzdem leistungsorientiert beschreiben.

    Ich persönlich glaube übrigens nicht, dass die Arbeitszeiten im deutschenTopmanagement so hoch sind, Workoholics ausgenommen. Vielmehr sind es die Ebenen, durch die man davor durch muss, in denen diese Dauerpräsenz am Arbeitsplatz praktiziert wird. Dass lange Anwesenheit zu mehr Leistung führt, bezweifle ich.

  60. dus meint:

    aha, interessante denke, dass menschen, die 60 oder 70 stunden arbeiten automatisch sehr viel geld verdienen.. schöne traumwelt! pssst, leise sein, .. nicht aufwecken…..

  61. karpatenhund meint:

    @dus: Menschen, die eine 60- oder 70-Stunden-Woche arbeiten generell nicht. Selbständige werden davon ein Liedchen singen können. Aber du willst mir hoffentlich nicht erzählen, dass die Positionen, um die es hier geht – unter anderem um Vorstandspositionen in DAX- und andere Großkonzernen – schlecht bezahlt sind. In der Diskussion geht es nicht um Kleinunternehmen mit 5 oder 10 Mitarbeitern. Dass man da keine Quote durchsetzen kann, versteht sich von selbst (schon deswegen, weil solche Betriebe in der Regel nicht von Leuten von außerhalb gemanaged werden, sondern die Struktur eine ganz andere ist).

  62. Brigitte meint:

    @ Charly:
    „Ich kenne bisher keine einzige positive Auswirkung einer erzwungenen Quote.“

    Ich schon. Die Besetzung bei den Grünen. Im Vergleich zu den anderen Parteien.

  63. Dunkelzahn meint:

    @Brigitte:
    Die Grünen haben sogar die Voraussetzung, dass die Mitarbeiter zu mindestens 50% weiblich sein müssen, sonst werden nur Frauen eingestellt, und wenn sie noch so schlecht und die Männer noch so gut qualifiziert werden. Das ist meiner Meinung nach dann doch etws zu weitgehend. Das hat mit Gleichberechtigung nun wirklich gar nichts mehr zu tun, sondern klingt für mich eher nach Männer-Diskriminierung (bitte jetzt nicht rumtrollen, sondern mich sachlich kritisieren).

    btw: Die Besetzung an sich ist für die Partei selbst keine positive Auswirkung. Interessant wäre, ob aus ebendieser Besetzung etwas positives für die Partei folgt (eine produktivere Parteipolitik oder sowas).

    Ich finde Frauenquoten auf Kosten der Kompetenz einen falschen Weg.

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