Nostalgie-Ostern

Sonntag, 12. April 2009 um 7:26

Im Osternest von meiner polnischen Oma selig (das Osterfest in der multi-emigrations-hintergründigen Familie Kaltmamsell basiert auf polnischen Traditionen) enthielt immer ein so genanntes Pralinenei: Ein liegendes über-straußenei-großes Ei bestehend aus zwei Vollmilchschalen, gefüllt mit Pralinen, eingewickelt in knallfarbenes Stanniol, besetzt mit einer enormen Geschenkschleife. Gab es damals in jeden Supermarkt, und die besonders dicke Schokolade der Schalen schmeckte unvergleichlich gut.

Heute hat man die nicht mehr. Es gibt zwar eine ungleich größere Auswahl an Ostersüßigkeiten als zu meiner Kindheit, auch in Form von riesigen Schokoladeneiern – doch der Ostereidesigner von heute stellt sie aufrecht hin, auch wenn er sich deshalb eine Haltekonstruktion ausdenken muss, packt sie in Berge von bedrucktem Glanzpapier. Das ist nicht dasselbe.

Ich klagte dem Mitbewohner diesen Kulturverlust – woraufhin er er sich auf die Suche machte und mich gestern hiermit überraschte: Ein Konfektei der Münchener Pralinenmanufaktur Walter Cordes. Da habe ich mich sehr gefreut.

pralinenei

Viel ist nicht mehr da.
Ich wünsche Ihnen da draußen ein schönes Osterfest!

die Kaltmamsell

6 Kommentare zu “Nostalgie-Ostern”

  1. Buchfink meint:

    wünsche ich auch und zolle Ihnen meine Bewunderung für den Mitbewohner, der sich um Kulturerhalt kümmert.

  2. saxanasnotizen meint:

    Einen netten Mitbewohner haben Sie da. Wünsche frohe Ostern!

  3. Ilse aus München meint:

    Ach Stanniol! Frohe Rest-Ostern!

  4. Ivar meint:

    Oh, wie schön. Das ist auch mediterranes Brauchtum. Vor zwei Jahren verbrachte ich die Osterzeit in Italien, und während schon in Florenz die Frequenz gefüllter Rieseneier sehr hoch war, nahm sie auf dem Weg nach Neapel noch zu. Dort sind die Eier mit großen „Ohren“ aus buntem Einpackpapier geziert, und man stelle sich, rein ikonografisch, den halben Cast des „Paten“ vor, bewaffnet mit Plastiktüten, aus denen vier, fünf, sechs dieser Eier herausschauten. So sah Neapel aus.

  5. Liisa meint:

    wenigstens einen schönen Ostermontag kann ich Ihnen noch wünschen. Ist von dem Osterei noch ein bisschen übrig? Ein dreifaches „Hoch“ auf den findungsreichen Mitbewohner, der sich ja richtig ins Zeug gelegt hat, um Ihnen an Ostern was ins Nest zu legen!

  6. Zimtapfel meint:

    Oh, an diese Pralineneier erinnere ich mich auch noch. Aber ich mcohte die nicht so sehr damals, ich mochte die ganz einfachen Vollmilchhasen und -eier lieber. Heute wäre das womöglich anders.

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