Der Kinosessel neben meinem

Sonntag, 17. Mai 2009 um 17:16

Links auf dem Armaturenbrett seines roten Golfs klebte ein winziges Modell der USS Enterprise (er hatte aus hochkomplizierten Erbschaftsgründen seine rote Ente gegen diesen gebrauchten Golf des Onkels eintauschen müssen – seine rote Ente, in der ich Entenfahren gelernt hatte und auf deren Fahrertür ganzflächig das Ghostbusters-Logo geklebt hatte).

Zusammen sahen wir auf seinem Fernseher die Star-Trek-Videos (original series), die mir die Eltern meiner englischen Freundin Helene im englischen Fernsehen aufnahmen und per Post schickten (Originalsprachliches zu bekommen war in den frühen 90ern noch ausgesprochen anstrengend) – sogar die damals noch nie in Deutschland ausgestrahlte Doppelfolge „Patterns of Force“. Ich hatte ja keinen Fernseher, so war ich für das Füllen meiner Film- und Fernsehbildungslücken auf seinen angewiesen. Und auf ihn. Selbst, wenn es um Raumschiff Enterprise ging, das aus immer noch nicht ganz geklärten Gründen zu den wenigen Sendungen gehörte, die meine Eltern mich als Kind anschauen ließen.

Bevor es auch nur als Frage in Trivial Pursuit auftauchte, wusste er schon, was das T in James T. Kirk bedeutete.

Wir waren in unserem Studienjahr (plus you know who you are) möglicherweise die einzigen, die über Douglas Adams’ „to boldly split infinitives“ herzlich lachten.

Er brachte mir Next Generation nahe, ebenfalls auf seinem Fernsehgerät, auch wenn ich seinen Crush auf Dr. Crusher nie so ganz nachvollziehen konnte. Und er behauptete mehrfach, ich hätte was von Whoopi Goldbergs Guinan.

Als ich mir Star-Trek-Sounds als Signaltöne auf meinem Agenturrechner installierte („Engage!“), lebte er bereits in Amerika.

Gestern hätte er beim Star Trek-Schauen sowas von auf den Sitz neben mir im Cinema gehört – von mir aus auch ein paar Reihen weiter vorne als ich das normalerweise mag. Ich habe ihn schrecklich vermisst und hoffe, ich finde wenigstens heraus, ob ihm der Film gefallen hat.

(Mir schon – ich verweise mal wieder auf Anke Gröners Besprechung. Scotty war klasse eingeführt und Chekov mochte ich ganz besonders. Zwengs meiner hätten sie allerdings die letzte Doppelspock-Szene rauslassen können.)

die Kaltmamsell

3 Kommentare zu „Der Kinosessel neben meinem“

  1. Remington meint:

    Ich war ein bißchen enttäuscht, muss ich sagen. Aber ich hoffe, das war nur das Anfüttern. (schreibt man das eigentlich groß?)

  2. sallypoppins meint:

    Ja. Groß. Substantivierung.
    Ich hatte furchtbar viel Spaß bei dem Film und hab mich nochmal neu in McCoy verliebt. Herr Urban hatte viel zu wenig Screentime, wie ich finde.

  3. jef meint:

    Das mit der Doppelspock – Szene sehe ich ganz genauso. Gewollt und nicht gekonnt.
    Auch wenn ich nicht weiß, was zwengs und verkleppern bedeuten. Aber ich kann’s mir denken…

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