WIR GRATULIIIEREN! WIR GRATULIIIEREN!

Donnerstag, 29. Oktober 2009 um 17:41

A_O

Asterix & Obelix wird 50! (Gell, Idefix, wir haben auch unsere kleinen Geheimnisse!)

Ich durfte ja eigentlich keine Comics lesen, weil diese nach Ansicht meiner Mutter Schund waren. Bis eine spanische Freundin meiner Eltern mir „Asterix bei den Spaniern“ (Ayayay Mama, ich bin so unglücklich!) mitbrachte. Da war ich 11 oder 12. Zusammen mit meinem Vater beömmelte ich mich, meine Mutter war geschlagen. Fortan legten mein Bruder und ich unser Taschengeld zusammen und kauften nach und nach alle Hefte. Dann die jeweils neu erscheinenden.

Kaum ein Werk der Literatur hat meine Alltagssprache so geprägt (Hie‘ sind nu‘ Hasenfüße d’in!). Alles, was mir von sieben Jahren Latein geblieben ist, sind die Lateinfetzen aus Asterix (T wie Timeo Danaos et dona ferrentes?). Wie kann man diese Bücher auch nicht lieben? Es kommt ausreichend zu essen drin vor (Obelix, DREI Stücke!), niemand ist allwissend (Mein Herr?), es gibt Liebe (Blödmann? Wieso Blödmann?), Tapferkeit (Nein, du wirst nicht singen!), Abenteuer (Latürnich!), Stil (Ich muss noch mein Lippengrün verwüsten).

In Nizza stand ich durch Zufall vor dem Grab von Goscinny und habe ihm bei der Gelegenheit gedankt. Doch natürlich weiß ich, dass all die Zitate, die sich durch meinen Alltag ziehen, nicht ihm geschuldet sind, sondern der Übersetzerin Gudrun Penndorf. Welt online hat ein sehr schönes Interview mit ihr geführt. (Mit Honig?)

die Kaltmamsell

14 Kommentare zu „WIR GRATULIIIEREN! WIR GRATULIIIEREN!“

  1. Susanne meint:

    Ich sollte auch keine Comics lesen, denn das ist Schund und außerdem kriegt man für das Geld schon ein richtiges Buch. Mein Vater hat sich aber jedes Heft gekauft, schön langsam und als Teenager konnte ich sie alle auswendig.

    Ich habe mir nur ein paar nachgekauft, aber die liegen jetzt alle im Zimmer meines Sohnes, der gerade lesen gelernt hat…

    Sogar mein Mann sagt inzwischen: „Ich tue an alles heißes Wasser, ich finde, das gibt so einen guten Geschmack bei allem.“

  2. Sabine meint:

    Ach, Frau Kaltmamsell, wunderbar. :-)

    Zu fast jedem Ihrer Zitate fiel mir gleich der dazugehörige Band ein, obwohl ich sie fast alle auf französisch habe (außer Asterix bei den Spaniern, der ist auf spanisch, und einen Band gibts auf fränggisch). Da fühl ich mich gleich gewappnet, sollte ich dermaleinst bei Herrn Jauch landen.

  3. Tanja meint:

    Ja, gewiss, das waren noch Zeiten. Danke für den Hinweis auf das Interview, wandert nächste Woche gleich in die Buchhändlerschule. Mein Lieblings ist bei Kleopatra, v.a. wegen des Alexandriners.

  4. die vom zwischenbericht meint:

    als kind (meinen ersten asterix habe ich im alter von fünf jahren gelesen) konnte ich anhand von zitaten den band erkennen. ganz gewiss eine prägende reihe, auch wenn mir heute fast gar keine dieser wendungen mehr geläufig ist.
    darf ich als bisher stille leserin mich hiermit für einmal ausdrücklich für ihre schreibereien bedanken? merci.

  5. Stefan meint:

    Ich habe den Band heute morgen meinem kleineren Sohn (8 Jahre) geschenkt. Er ist gerade erkältet und braucht Lesestoff. Er hat selig lächelnd die Anspielungen auf die Bände erkannt, die er selbst schon gelesen hat. Ich glaube, dass er dadurch ein klein wenig gesünder geworden ist ;-)

  6. croco meint:

    Huch, plötzlich fallen mit doch glatt meine Sprüche ein
    „Scha sche perde“ (das verliert sich, aus Asterix in der Auvergne)
    „Heißes Wasser“ für Tee (…in England)
    „Jetzt musst du durch den See schwimmen“ wenn man beim Fondue ein Brotstück im Käse verliert.
    „Da wette ich ein Schwein und ein Brötchen“ (weiß nicht mehr…)
    „Kommst du mit, ein paar Römer verhauen?“

    Ach…..

  7. suseganz meint:

    Mein Freund, wenn er sich schämt, pflegt zu sagen: „Gebt mir einen Besen, aber keinen zu großen.“
    …oder: „Dick? Hier gibts keine zwei Dicken, höchstens einen, und der ist nicht dick!“

  8. Stefan meint:

    Einer der bekannteren Sprüche ist doch auch noch, dass jemandem »der Himmel auf den Kopf fallen« könnte.

  9. kulinaria katastrophalia meint:

    Als Kind mit Comics zugeschüttet worden von den lieben Eltern; wollte auch nichts anderes lesen; nicht müde dies stolz ob der spannenden Lektüre zu betonen, lächelten diese allerdings nur milde :D

    Heute ist ein Leben ohne Comics sowieso undenkbar, auf die neueren Werke des angesprochenen Zeichners kann allerdings ebenso wie auf ungekonnte Übersetzungen gerne verzichtet werden, sie haben keinen Witz, wirken gequält und zehren nur noch vom einstigen Ruhm, der mit reichlich Nachschusslorbeeren bedacht mitnichten mit den neuen AutorInnen des (französischen) Metiers mithalten kann.

  10. postorette meint:

    Und nicht zu vergessen Methusalix: „ich habe nichts gegen Fremde. Einige meiner besten Freunde sind Fremde. Aber diese Fremden sind nicht von hier“.

  11. Petra_S meint:

    Wenn ich mich beschwere, dass etwas nicht erldigt ist, kommt prompt „Ja, bin doch dabei erst die erste Hälfte der ersten Platte …“

  12. generator meint:

    Schön so etwas mal in verehrten Blogs zu lesen. Leider können Mythen der Kindheit kaum von nachgelegten Fortsetzungen getoppt werden. Bzw. ist Deutschland immer noch Comic-Entwicklungsland und die wenigsten Freunde können als „Erwachsene“ überhaupt etwas mit der Neunten Kunst anfangen — interessieren sich wenig für wunderschöne Graphic Novels und lesen lieber „richtige“ Literatur…

    Wir haben uns als Kinder selbst das Lesen beigebracht mit Asterix. Später hab ich mir in Frankreich viele Vokabeln angeeignet bei den Herren Goscinny und Franquin. Und irgendwann schloss sich ein sehr großer Kreis, als der zuständige Verlag mich netterweise anheuerte. Jetzt sitze ich hier gerade an den Kleinmädchenträumen der nächsten Generation, lach… (Übrigens: ich liebe meinen Job!) Und die wird es wahrscheinlich hassen, wenn in 30 Jahren immer noch der gleiche Titel erscheint. Egal wie.

  13. generator meint:

    PS: für die Aufgeschlossenen in Sachen Zeichenkunst noch ein Tip mit „Tekkonkinkreet“. Lief vor zwei Jahren auf der Berlinale im Kinderprogramm (Kopfschüttel) — aber falls ihr ihn mal zu sehen bekommt… einfach nur absolut beeindruckend.

  14. Sus meint:

    Mein liebstes Latein-Zitat: „Aper meus aduritur!“ Wenn irgendjemand mit den altbekannten lateinischen Sprüchen anfängt, kontere ich eben damit.
    Freie Übersetzung: „Mein Wildschwein brennt an!“ :-)

    Liebe Grüße, Sus

    („… in den See … in den See …“)
    („… Wenn Du 10 Jahre jünger wärst, wärst Du jetzt 83 und gehörst trotzdem ins Bett …“)
    („… Ohne Fleisch kein Preisch!“ …)

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