Beifang aus dem Internet

Mittwoch, 4. Dezember 2013 um 18:05

Die Piratenpartei finde ich immer noch spannend und verfolge mit Interesse ihre Entwicklung. Die heutige Informations- und Medienwelt ist eine andere als bei der Entstehung der Grünen – es ist aufregend, wie sich das auf das Formieren einer neuen Partei auswirkt. Hier eine Innensicht:
Bundesparteitag in Bremen – Lessons learned

Das Erste, was uns wirklich zurückgeworfen hat, war die Tatsache, dass wir gelesen haben, was über uns geschrieben wurde. Der journalistische Ruf nach einem Vollprogramm, der sicherlich auch aus der Neugier einer Zunft geboren war, die gern mehr wissen möchte, löste Panik aus.

§

Nicht nur für Politiker, sondern auch für den Hausgebrauch:
Policy: Twenty tips for interpreting scientific claims“.

Perhaps we could teach science to politicians? It is an attractive idea, but which busy politician has sufficient time? In practice, policy-makers almost never read scientific papers or books. The research relevant to the topic of the day — for example, mitochondrial replacement, bovine tuberculosis or nuclear-waste disposal — is interpreted for them by advisers or external advocates. And there is rarely, if ever, a beautifully designed double-blind, randomized, replicated, controlled experiment with a large sample size and unambiguous conclusion that tackles the exact policy issue.

In this context, we suggest that the immediate priority is to improve policy-makers’ understanding of the imperfect nature of science. The essential skills are to be able to intelligently interrogate experts and advisers, and to understand the quality, limitations and biases of evidence. We term these interpretive scientific skills. These skills are more accessible than those required to understand the fundamental science itself, and can form part of the broad skill set of most politicians.

Die Tipps gehen von “Differences and chance cause variation” über “Bias is rife” und “Extrapolating beyond the data is risky” bis “Extreme measurements may mislead”.

§

Popmusikerinnen und -musiker der 80er, wie sie heute aussehen:
New Wave artists aging gracefully. An 80′s world gone by…
Wobei zwengs meiner überhaupt niemand gracefully altern muss. Soll sich doch mal die Jugend mit Würde beschäftigen!
via @formschub

Alison Moyet war seinerzeit für mich neben Sade die schönste Frau der Welt, durchaus weil sie mir bewies, dass man gleichzeitig dick und schön sein kann. Und heute muss ich damit zurecht kommen, dass sie so aussieht (geht mich nichts an, ihre Sache).

§

Christian Seiler erzählt ausführlich vom Essen in Barcelona:
Hundertwasser, Fußball, die Speisekarte und ich“.

Das „Tapaç24″ ist notorisch überfüllt. Zu den Essenszeiten bilden sich lange Schlangen auf der Straße. Da ich es hasse, hungrig in einer langen Schlange zu stehen – hat das nicht etwas ebenso Unwürdiges wie in einer der Absaugstationen auf einem internationalen Flughafen eine Zigarette zu rauchen? – , spazierte ich gleich nach meiner Stippvisite zur Casa Milà hinunter in das Tapaslokal, wo um elf Uhr vormittags gähnende Leere herrschte.

Ich hockte mich an ein Hochtischchen und arbeitete die hübsch dekorierte Karte durch. Das beste Gericht – neben den Sardinen mit Zitrone, den gedämpften Paprikaschoten, dem wirklich anständigen Iberico-Schinken, der Tortilla oder den mit Anchovis gefüllten Oliven – war die Krokette, die mit Fleischstücken vom Brathuhn gestopft worden war. Die war so gut, dass ich, obwohl ich mir das vorher kategorisch verboten hatte, eine zweite Portion bestellte.
Der Kellner, der in einem anderen Leben ein von Paparazzi verfolgter Hollywoodstar gewesen sein musste – so benahm er sich jedenfalls, wenn man ihn um etwas bitten wollte – quittierte die Bestellung mit vorgeschobener Unterlippe und indem er mich von oben bis unten musterte: Machst du das eigentlich jeden Tag, mein Freund?

Nein. Aber heute schon, denn morgen bin ich nicht mehr da.

Dabei finde ich Reiseberichte sonst auch weiterhin langweilig. Außer sie kommen in Blogs oder wie in Blogs daher.

§

Hier geht es um das eingebaute Filmchen:
Science Reporter Emily Graslie Reads Her Mail — And It’s Not So Nice“.

Die Dame macht science-Filmchen und veröffentlicht sie als “Chief Curiosity Correspondent of The Field Museum in Chicago” auf ihrem YouTube-Kanal “The Brain Scoop“. Und nun raten Sie mal, welchen Unterschied es in den Kommentaren und Zuschriften macht, dass sie eine Frau ist.

die Kaltmamsell

8 Kommentare zu „Beifang aus dem Internet“

  1. pamela meint:

    @80er-popstars: <3 kate bush! ach was: <3 <3 <3

  2. Julia meint:

    Noch ein Grund mehr, vor Annie Lennox auf die Knie zu gehen… Großartige Fotoserie. Danke für den Hinweis…

  3. Frau-Irgendwas-ist-immer meint:

    @80er-popstars: DANKE für die Bilder, ich schmachte gerade in Erinnerungen und verneige mich vor den vielen tollen (alten????) (coolen!!!) Musikern.

  4. Kai meint:

    – also Midge Ure ging auch als Patrick Stewart Impersonator durch, oder?
    – Nina Hagen altert bestimmt nicht “gracefully”, aber sie hatte und hat ja noch nie ein Problem damit.
    – Boy George dagegen sieht richtig, richtig gut aus. Nicht mehr dieses teigige, weiße Gesicht. Er ging jetzt auch als Hardrocker durch. Singt der jetzt etwa Grunge?
    – meine Heroen “Tears for Fears” hat das Alter auch verwöhnt.
    – Peter Gabriel hat sich sehr stark verändert, aber ich mag diesen “wise old man” look. Überhaupt, das ungerechte ist ja, dass sich Männer im Alter einfach einen Bart wachsen lassen können, schon wirken sie “weise” oder “gereift” (wie Boy George oder auch George Michael). :)
    – meine Lieblingssängerin Kate Bush hat mich schon ein wenig erschreckt (ich war ja soo verknallt in sie), aber hey, erstens singt sie immer noch spitze und ich habe auch ein paar Jahresringe mehr, hihi (nur über deine Frisur müssen wir dringend reden, Dear).
    – Pete Burns hielt ich zuerst für Grace Jones (Oh my!), aber Grace selbst sieht ja viel besser aus.

  5. Mareike meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Gerne gelesen

    *******************************************************

  6. Susann meint:

    Danke für den Tip, klingt großartig! Da bin ich das nächste Mal dabei…War “Ich zähle rückwärts…” der gesamte Text, oder kam da noch ein bisschen Kontextinformation dazu?

  7. Lula meint:

    Wissen Sie eigentlich, weshalb der Blog “Letters from Rungholt” eingestellt wurde? Gab es eine Ankündigung?

  8. die Kaltmamsell meint:

    Nein, Lula, weiß ich nicht.

Sie möchten gerne einen Kommentar hinterlassen, scheuen aber die Mühe einer Formulierung? Dann nutzen Sie doch den KOMMENTAROMAT! Ein Klick auf einen der Buttons unten trägt automatisch die gewählte Reaktion in das Kommentarfeld ein, Sternchen darüber und darunter kennzeichnen den Text als KOMMENTAROMAT-generiert. Sie müssen nur noch die Pflichtfelder "Name" und "E-Mail" ausfüllen und den Kommentar abschicken.