Journal Mittwoch, 29. Januar 2014 – rettende Mittagessen und Enttäuschungen

Donnerstag, 30. Januar 2014 um 8:33

Gemütlicher Morgenkaffee mit Zeitunglesen, weil früh aufgewacht.

Der Arbeitstagesanfang beseelt von der Aussicht auf danach zwei freie Tage (Stichwort Resturlaub).
Wobei ich rechtzeitig merkte, dass ich in einen Selbstverpflichtungskreisel zu geraten drohte. Nämlich. Die Aussicht auf freie Tage lässt mich als Erstes über Sportmöglichkeiten nachdenken. Schwimmen! Endlich wieder Schwimmen! Das wollte ich also am Donnerstag machen. Und am Freitagmorgen selbstverständlich meine liebste Stepstunde am Ostbahnhof wahrnehmen.
Mein Hirn plante aber auch gleich weiter: Am Donnerstag nach dem Schwimmen Frühstücken gehen. Dann einkaufen fürs Abendessen, denn wie es der Zufall wollte, hatte eine sehr beschäftigte Freundin Zeit, sich von mir bekochen zu lassen.
Und fast, zum Glück nur fast, hätte ich mich von diesen (selbst gemachten, wohlgemerkt!) Plänen unter Druck setzen lassen. Bis mir einfiel, dass ich auch einfach nicht zum Schwimmen gehen könnte.
Leute wie Frau Brüllen (hier ihr Schlüsseltext „Vorsätze und Regeln“) sind nämlich NICHT zwanghaft.
(Andererseits bin ich sehr leicht und sehr oft von mir enttäuscht. Ich entspreche einfach nicht meinen Vorstellungen. Fachleute nennen das narzistische Störung, und sie macht keinen Spaß.)

§

Mittags bei Marietta. Da eine gut 20-köpfige Truppe Businesskasperinnen und -kasper die Hälfte der Tische belegt hatte, fand ich nur an einem der Stehtische mit Barhockern Platz (unelegantes Gewackel in kurzem Rock). Doch Marietta heimelte mich auch dort ein.

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Es gab Kabeljau unter Kartoffeln auf Spinat, und weil sie mich aus der Vitrine gar so anlachte, zum Nachtisch Torta della nonna.

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§

Re: Enttäuschungen
Der Weiterbau am Schrank endete in Scheitern. Schienen und Schiebetüre 1 montierte ich mit dem Praktikanten (einem anderen) langsam und sorgsam Schritt für Schritt. Nur einmal musste ich einen Schritt zurück und korrigieren, doch das ging problemlos. Bei Schiebetür 2, der hinten verlaufenden, kamen wir nur bis zum Einhängen: Selbiges ging einfach nicht, weder mit erst Einhängen unten noch oben, wir bekamen die Tür nicht gleichzeitig hinter die Vordertür und auf die Oberschiene. Ich werde am Montag bei Ikea anrufen und um Hilfe bitten müssen.

Bis ich mir mein Scheitern eingestand, war ich allerdings bereits völlig verschwitzt (leicht ist diese Doppelschiebetür nicht gerade) und auseinander. Da ich vor meinen beiden freien Tagen zudem noch ein paar Abrechnungsdinge erledigen musste (freuen Sie sich auf meine Abhandlung zu: Copy and paste impossible – nicht nur Schüler können nicht abschreiben), wurde es zu spät für den Theaterabend, den ich gestern geplant hatte. Es hatte zwar einige Selbstüberredung gekostet, mir gut drei Stunden Jelinek schmackhaft zu machen, aber genau deshalb habe ich ja dieses Abo. Zudem: Sandra Hüller.
Doch so kam ich um 19.30 Uhr im Monteursanzug zu Hause an statt im Kleidchen im Theatersessel.

§

Lesetipps:

Ein Klischee erfüllt sich: Frauen interessieren sich für Körperpflegeprodukte, auch die eben nach Moskau expatriierte Katrin Scheib. Aber vielleicht nicht so, wie das Klischee es gerne hätte. „Skin so soft, Gummi so weg.“

die Kaltmamsell

9 Kommentare zu „Journal Mittwoch, 29. Januar 2014 – rettende Mittagessen und Enttäuschungen“

  1. Sebastian meint:

    Made my day. Beim Schranklesen leide ich ähnlich mit wie bei Kathas Veganen Wochen.

  2. Simone meint:

    An den PAX Schiebetueren kann man nur verzweifeln. Uns hat nach erfolglosen Stunden dieser Tipp bzgl. der grauen Plastikstellschrauben geholfen:
    http://www.helpster.de/schrank-mit-schiebetueren-richtig-aufbauen_56831

    Danach ging’s ganz einfach. Alleine wären wir nie drauf gekommen.

  3. Simone meint:

    Doppelpost, sorry.

  4. Frau bruellen meint:

    Je mehr ich bei Dir lese, desto mehr habe ich den Eindruck, dass wir mentale Zwillinge sind ;-).

  5. katha meint:

    immerhin vergleichst du mich nicht mit einem koffer, sebastian, sondern nur mit einem kasten. aber mir geht es ähnlich.

  6. nachtschwester meint:

    …sehr leicht und sehr oft von mir enttäuscht. Ich entspreche einfach nicht meinen Vorstellungen. Fachleute nennen das narzistische Störung.“
    Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung fehlt in der Persönlichkeitsstruktur das Selbst, sie haben nur ein Ich. Sie können sich selbst daher nicht bewerten und sind auf das Feedback durch andere angewiesen. Von sich enttäuscht zu sein, Selbstkritik zu üben, schließt eine narzisstische Störung sicher aus. Narzissten sind nie von sich enttäuscht. Wenn etwas schief läuft, liegt’s immer an jemand anderem.

  7. die Kaltmamsell meint:

    Ach wie schade, nachtschwester, ich hätte so gerne einen offiziellen Namen für mein Unglück gehabt. (Und wenn ich einfach sehr früh im Leben die externen Erwartungen internalisiert habe? Gibt es „internalisierte narzistische Störung“?)

  8. Trulla meint:

    Ja, Frau Kaltmamsell, nennen Sie es doch einfach so, wenn Sie einen Namen haben möchten. Egal, ob es das gibt, internalisierte narzisstische Störung hört sich passend an, schließlich sind Sie sich selbst der ärgste Feind. Niemand sonst, oder?

    Ich wünschte, Sie könnten gnädiger mit sich sein.

  9. die Kaltmamsell meint:

    Welch falsche Hoffnungen mir Ihr Link gemacht hat, Simone: Die äußere Türe bereitete mir keine Schwierigkeiten, sondern die innere. Und da hilft „Auch das Einhängen der Türen sollten Sie zu zweit machen: während eine Person die nicht ganz leichte Tür einhängt, achtet der Andere darauf, ob sie richtig in der äußeren bzw. inneren Laufschiene läuft.“ überhaupt nicht.

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