Journal Freitag, 28. Februar 2014 – Fondue

Samstag, 1. März 2014 um 9:10

Gestern Abend gab’s Fondue. Auch ohne Silvester. Dem Mitbewohner und mir war aufgefallen, dass wir schon sehr lange kein Fondue mehr gegessen hatten, obwohl wir beide sehr gerne Fondue essen. Und weil wir erwachsen sind und selbst bestimmen können, wann wir Fondue essen, hatten wir gestern festgelegt.

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Der Mitbewohner verwies zudem darauf, dass so die Kulturtechnik des Sößchenherstellens gewahrt bleibt. Er selbst hat keinen familiären Fleischfonduehintergrund (in der Mitbewohnerfamilie heißt Fondue immer Käsefondue), so bringe nur ich Rezepte mit in die Partnerschaft. Die Klassiker aus der Familie Kaltmamsell sind:

Knoblauchbutter:
Zimmerwarme Butter mit einer gepressten Knoblauchzehe, Salz und Pfeffer vermengt, kalt gestellt.

Currycreme:
Majonese mit ordentlich Currypulver und etwas Salz.

Sherry-Orangen-Sauce:
Majonese mit geriebener Orangenschale, gemahlenen Mandeln, Sherry (oder Portwein), weißem Pfeffer, Salz.

Teufelssauce:
Tomatenmark mit etwas Ketchup, etwas Wasser, verschiedenen Paprikapulvern, Salz.

Unabdingbar gehören in meiner Tradition auch dazu:
– Eingelegte Champignons (Champignons geputzt, in Topf mit Zitronensaft übergossen, einmal aufgekocht, Salz, Pfeffer, ein paar Stunden ziehen lassen, vor Servieren frische, gehackte Petersilie).
– Silberzwiebeln aus dem Glas.
– Baguette vom Bäcker.

Aber es ist keineswegs so, dass ich in den Fonduetraditionen meiner Familie verhaftet wäre; ich probiere gerne Neues aus, wenn es nur nicht zu neu ist. Gestern zum Beispiel experimentierten wir mit Schweinbauch: Speck in Fett gegart – könnte schmecken. Tatsächlich fehlte aber ein Kontrapunkt im Geschmack, und wenn man ihn durch langes Brutzeln herstellen wollte, wurde der Schweinbauch hart.

Wir schafften es sogar, vor der völligen Überfressung aufzuhören, weil das Schälchen mit Brennpaste rechtzeitig leer war.

§

Gelesen 1:

Das Restaurant, in dem Tiramisu erfunden wurde, muss wegen der italienischen Wirtschaftskrise schließen: „Last orders at restaurant that invented tiramisu“.

§

Gelesen 2:

Es gibt sie DOCH! Die Elders of the Internet!

Der Guardian war dabei: „Meet the seven people who hold the keys to worldwide internet security“.

What these men and women control is the system at the heart of the web: the domain name system, or DNS. This is the internet’s version of a telephone directory – a series of registers linking web addresses to a series of numbers, called IP addresses. Without these addresses, you would need to know a long sequence of numbers for every site you wanted to visit. To get to the Guardian, for instance, you’d have to enter „77.91.251.10“ instead of theguardian.com.
(…)
Back in the ceremony room, the four keyholders are once again locked in a cage with the safes holding their smartcards, this time returning them for future use. It is 23.32 on the clock and each is solemnly holding up their keycard, in a new tamper-evident bag, for the cameras to witness before returning it to the safe. Not everyone present is entirely gripped. „It’s like a combination of church and a baseball game and I don’t know what else,“ says Icann PR Lynn Lipinski. „I’m getting sleepy.“

die Kaltmamsell

4 Kommentare zu „Journal Freitag, 28. Februar 2014 – Fondue“

  1. Sebastian meint:

    Jessas, ist da irgendein Forschungsreaktor im Klinikviertel leck? Ich mein nur, frittierter Schweinebauch mit Mayonnaise… Und hier so 300 g Steaks täglich…
    Bei uns daheim kam immer noch eine Banane in die Currymayo. Wegen Geschmack, nicht Gesund. ( Sprachzentrum jetzt auch schon Attacke)

  2. Feathers McGraw meint:

    In China bzw Suedostasien gibts auch Fondue, da heisst das Steamboat und ist unglaublich lecker. In Muenchen gibt es das angeblich im China Point in der Nymphenburger Strasse. Jetzt muss ich das auch mal in London ausgraben, das war echt gut als ich das das letzte mal in Singapur hatte…

  3. Dentaku meint:

    Leider scheint der Guardian-Journalist DNSSEC nur so halb verstanden zu haben, weshalb die beschriebene Zeremonie deutlich mysteriöser wirkt als sie in Wirklichkeit ist (trotzdem: lustige Veranstaltung, von der sonst kaum jemand etwas erfährt).

  4. doro meint:

    Wow Fleisch-Fondue, sooo eightytwo! Sieht lecker aus, muss mal wieder gemacht werden. Und das oben angeführte Steamboat heisst bei uns Chinese Fondue und wird mit kochender Brühe gemacht und asiatischen Sösschen, auch sehr lecker.
    Und danke fürs „Elders of the Internet“ hab mich schlapp gelacht.

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