Beifang aus dem Internet

Montag, 19. Mai 2014 um 10:17

Auf BBC2 läuft gerade eine dreiteilige Doku “The Story of Women and Art”.1 Macherin Amanda Vickery schreibt im Guardian, wie schwierig die Recherche dafür war:
“Bring female artists out of storage”.

1,500 works by women are currently stored in Florence’s various deposits, most of which have not been on public view for centuries. To the question “Are all of these works of a high artistic standard?” Jane Fortune, head of the foundation, answers: “We’ll never know unless they are seen.”
(…)
It is not my purpose to suggest that we have yet to discover a female Michelangelo, but it is misleading to look at the past through the eyes of men alone. What women saw was different. Let’s remember that.

via @ankegroener

§

Ich weiß nicht, wie @Croco_dylus ausgerechnet jetzt auf diese Geschichte von 2011 gestoßen ist, aber diese Begegnung Alexander Gorkows mit Matthias Brandt ist wirklich sehr lesenswert:
“Ein anderes Leben”.

“Jeder, der alle Tassen im Schrank hat, ist doch zerfressen von Selbstzweifeln. Die Irren, die richtig Gefährlichen – das sind die, die glauben, dass sie gut sind.”

(Ich habe natürlich kein Problem damit, selbst darin eine beruhigende Selbstlüge zu diagnostizieren, mit der auch ich zu überleben versuche.)

§

Den Wechsel in der Chefredaktion der New York Times habe ich aufmerksam mitverfolgt. Mir scheint, jetzt hat sich der Staub ein klein wenig gelegt. Ein Ergebnis ist diese Innensicht von David Carr:
“Editor’s Exit at The Times Puts Tensions on Display”.
(Dass die eigenen Top-Personalien so öffentlich und doch sachlich diskutiert werden, nehme ich als Zeichen von Qualität.)

§

Dieser Lesetipp ist wahrscheinlich nur einer für aficionados: Chinesische Küche in den USA Mitte des 19. Jahrhunderts.
“Everything but rats and puppies.Wong Chin Foo Introduces Americans to Chinese Food”

§

Kann man im Kreis grinsen? Ich bin kurz davor:
“Aus Angst vor Suchmaschinen-Bestrafung: Kommentar-Spammer wollen sich weiße Weste schaffen”.

Über Jahre lebte eine ganze Industrie davon, die Kommentarspalten im Web mit Links zu themenfremden Webangeboten zu füllen. Doch weil die Suchmaschinen dieses Verhalten jetzt negativ bewerten, betteln manche Spammer nun darum, dass ihre Links entfernt werden.

via Don Dahlmann

§

Eine assimilierte Exzentrikerin?
Möglicherweise finde ich gerade heraus, in welche Welten ich mich nur scheinbar assimiliert habe,
– weil die Welt halt so ist,
– weil es halt Regeln gibt,
– weil das Ganze wichtiger ist als die Einzelne
(die drei Pfeiler meiner Ur-Assimiliation). Die ständigen und über die Jahre größer werdenden inneren Widerstände, die sich blöderweise nicht unbedingt direkt gegen die eigentlichen Details der Assimilierung richteten, weisen auf einen nicht zur Borg geeigneten Kern. Aber ob sich der überhaupt (noch?) finden lässt?

  1. Ja, ich weiß, dass im britischen Fernsehen auch Mist läuft. Doch die Menge und die Tiefe solcher wirklich gut gemachten Sendungen ist der des deutschen öffentlich rechtlichen Fernsehens meilenweit voraus. []
die Kaltmamsell

2 Kommentare zu „Beifang aus dem Internet“

  1. mariong meint:

    zum Thema Frauen und Kunst hat Gisela Breitling in den 80er Jahren interessantes beigetragen
    http://www-brs.ub.ruhr-uni-bochum.de/netahtml/HSS/Diss/LessenichSabine/diss.pdf
    komisch, wie schnell wieder vergessen wird

  2. Croco meint:

    Das Reporter-Forum habe ich unter Lesezeugs bei den Favoriten abgespeichert. Wenn mir denn mal langweilig ist, lese ich die Reportagen und Interviews.
    Matthias Brandt ist schon ein ganz besonderer Mensch, vielleicht auch, weil er manchmal so zweifelt. Mich rührt das sehr.

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